Chromebooks: ein voller Erfolg an Bildungseinrichtungen in den USA

artikel_chromebookGoogles Chromebooks für den Bildungssektor kamen in diesen Tagen eher negativ in die Schlagzeilen. Von der EFF wird Google vorgeworfen, Daten der Schüler für eigne Zwecke zu erheben und zu nutzen. Google dementierte dies recht flott. Aus gutem Grund, Chromebooks sind in den USA an Schulen der absolute Renner. Mehr als die Hälfte der an Schulen eingesetzten Geräte sind Chromebooks und Android-Geräte der Renner, sie machen mit 53 Prozent erstmals mehr als die Hälfte der eingesetzten Geräte aus. Umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass der Anteil 2012 bei unter einem Prozent lag.

Die Zahlen stammen von den Analysten von Futuresource Consulting. Die sogenannten K-12-Geräte, also Geräte die zwischen Kindergarten und der 12. Klasse genutzt werden, sind für Technikfirmen eine sehr lukratives Geschäft. Bisher wurden dieses Jahr 8,9 Millionen Geräte in diesem Bereich verkauft, 4,4 Millionen davon waren Chromebooks. Das bedeutet: An jedem Schultag werden 30.000 neue Chromebooks aktiviert.

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Googles Erfolg bezahlen natürlich andere. Apples Marktanteil in diesem Sektor rutschte von 52 Prozent auf jetzt 24 Prozent, ebenso liegt Microsofts Anteil bei 24 Prozent, runter von 43 Prozent. Insgesamt für die Hersteller aber dennoch ein lohnender Markt. Schulen haben jedes Jahr wieder ein Budget, das sie ausgeben können. Dennoch müssen gerade Schulen natürlich auf den Preis schauen und die Geräte müssen sich einfach administrieren lassen. Chromebooks sind da aktuell die beste Wahl.

Für das nächste „Budget“-Jahr möchte Microsoft allerdings angreifen. Es wird einige Geräte von Hardware-Partnern zu einem Preis von unter 300 Dollar für den Bildungsbereich geben. Außerdem hat sich Microsoft mit Lightspeed Systems zusammengeschlossen. Der Anbieter von cloud-basierter Gerätemanagement-Software wird dafür sorgen, dass Lehrer den Schülern Inhalte unkompliziert bereitstellen oder den Bildschirminhalt der Schüler aufrufen können.

Auch Apple sieht nicht einfach zu, wie die Marktanteile wegbrechen, geht aber einen anderen Weg. Anstatt mit Niedrigpreis-Geräten zu locken, möchte Apple den Lehrern eine Echtzeit-Datenanalyse der Schüler bieten, natürlich per App. Lehrer sollen so die Fortschritte von Schülern besser erkennen. Viele Details zu diesem System sind aber nicht bekannt, Apple soll es im Frühling nächsten Jahres zusammen mit IBM vorstellen.

Der Markt in den USA steht übrigens sehr im Kontrast zum Weltmarkt. Weltweit sind von allen Geräten 47 Prozent mit Windows ausgestattet, Chrome- und Android-Geräte kommen auf 40 Prozent, während Apple mit Macs und iOS-Geräten gerade einmal 13 Prozent ausmachen. Aber auf dem Markt wird sich in den nächsten Jahren noch so viel tun. Das Potential auf diesem Gebiet ist riesig, nicht nur für die Hersteller, sondern auch für die Schüler.

(Quelle: CNBC)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. Phil Hohenstetter says:

    In Deutschland sind solche Computer im Schulunterricht nicht mal Mangelware, sie existieren schlicht gar nicht.

  2. Über kurz oder lang gibt es halt in jedem Bereich die selbe Entwicklung:

    Android/Chrome nähert sich 85% Marktanteil, Apple nähert sich 10%-Nischenmarktanteil.

  3. intelinside says:

    Gott sei dank gibt es diese Geräte hierzulande nicht. Die Schüler sollen mit eigenen Geräten und vorallen Dingen mit eigenen Daten arbeiten. Dieses alles online und nur auf Servern empfinde ich als sehr unangenehm. Man macht sich abhängig, erpressbar und man weiß nicht mehr was einem gehört.

  4. @D2 unsere Universität ist Papier frei und die bevorzugten Tablets sind IPad und das Surface. Android ist bei uns eher die „Nische“ bei den Laptops dominiert Windows als Betriebssystem dicht gefolgt von MacOs.Die Verteilung ist halt auch einfach stark abhängig vom Land und der Mentalität.

  5. @Max
    Es sagt doch schon alles, dass die iOS App Entwickler – trotz erheblich geringerem Marktanteil von iOS – immer noch deutlich mehr verdienen als Entwickler für die Android Plattform. Das spricht Bände, und ist auch der Grund dafür wieso die iOS Plattform weiterhin von vielen Entwicklern bevorzugt bedient wird.
    Android Geräte verkaufen sich in den meisten Fällen und erst Recht in der Masse nur über den Preis. Der Anteil der High-End Geräte am Gesamtmarktanteil ist sehr gering, und selbst bei diesem Segement müssen die Hersteller der High-End Modelle schon länger ihre Geräte ebenfalls nach kurzer Zeit über einen stark reduzierten Verkaufspreis los werden. Es hat sich halt mittlerweile auch bei den Käufern herum gesprochen, dass die Hersteller von Android Hardware ihre Geräte als Wegwerfprodukte ansehen, und nichts von einem schnellen, zuverlässigen und langfristigen Support halten. Und „Wegwerfprodukte“ wird man eben nicht zu einem High-End Preis los.

  6. @elknipso
    Kannst du das irgendwie belegen: „Es hat sich halt mittlerweile auch bei den Käufern herum gesprochen, dass die Hersteller von Android Hardware ihre Geräte als Wegwerfprodukte ansehen, und nichts von einem schnellen, zuverlässigen und langfristigen Support halten.“?
    Ich glaube nämlich nicht. Sonst würden schließlich mehr Nutzer die teureren Highend-Androd-Geräte kaufen. Denn Qualität findet sich bei der Hardware sowieso und es sind ja meist die Flagschiffe, die am längsten Service in Form von Updates bekommen. Mal davon ab, dass du je nach Vertrag auch günstig ein Highend-Androiden bekommen kannst, sofern man solche Verträge möchte.

    Weshalb verdienen denn die Entwickler trotz geringerem Marktanteil mit Apps für iOS mehr? Sind die iOS Apps teurer?
    Ich weiß zwar nicht wie das bei iOS ist, aber ich kann mir vorstellen, dass gerade unter Android mit kostenlosen Apps, in denen Werbung geschaltet wird, mehr verdient werden kann, als wenn die Apps einmalig kostenpflichtig wären. Vor allem wenn es sich dabei um so Jamba-Apps handelt, die man unbedingt haben muss, weil es gerade in ist.

  7. @elknipso
    Du bist nicht auf dem laufenden, das ist schon seit Jahren nicht mehr so.

    Android hat iOS nicht nur beim Marktanteil, sondern schon längst auch beim Umsatz mit Apps überholt.

  8. Ich mag Chrome OS! War auch lange skeptisch, habe inzwischen aber schon mein 2. Chromebook und nutze meinen Dektop-Rechner eigentlich nur noch, wenn ich Rennsims spiele, Steuererklärung machen muss oder was mit Musik machen ansteht. Für den Tagesgebrauch ist Chrome OS de facto unschlagbar…superschnell und trotzdem saugünstig. Nur schade, dass es in DE viele Chromebook-Modelle schlicht gar nicht gibt 🙁

    Dazu gibt es inzwischen sogar eine Petition: https://www.change.org/p/google-dell-asus-acer-toshiba-hp-lenovo-lg-samsung-f%C3%B6rdern-sie-die-modellvielfalt-bei-chromebooks-in-deutschland-%C3%B6sterreich-und-schweiz-dach

  9. General Failure says:

    @elknipso @somei An die Meldung konnte ich mich auch erinnern. Deutschland hat beim App-Umsatz eine Sonderstellung. Hier übertrifft Android seit Anfang 2015 iOS. Das wird wohl allgemein für Länder mit hohem Android-Anteil und zahlungswilligen Einwohnern gelten. Anders herum natürlich auch für iOS. Ob Billig- oder Highend-Gerät ist irrelevant, es geht um die Zahlungskraft der Besitzer. Spannend wäre hier der Stand in Spanien.

    http://blog.appannie.com/umsatz-auf-google-play-ubertrifft-ios-in-deutschland/

    Bei den Updates bist du wohl wirklich nicht auf dem laufenden.

    Android-Updates erhalten Nexus-Geräte „for at least two years from when the device first became available on the Google Store.“
    Security patches gibt es „Three years from when the device first became available on the Google Store“ oder „18 months after the device stopped being sold on the Google Store“.

    https://support.google.com/nexus/answer/4457705?hl=en

    Bei den iOS Geräten darf man ruhig auch die Frage stellen, wie performant die Updates auf den alten Geräten noch sind und ob sich Updates aus Speichermangel noch sinnvoll durchführen lassen. Früher war das grausam, wie ist es heute?

  10. Man darf nicht nur den ist zustand sehen, sondern die Tendenz – das ist auch was z.b. an der Börse gehandelt wird….

  11. Manchmal geht mir dieses ganze Datenschutz-hin-und-her einfach nur ordentlich auf den Keks. Es ist doch völlig egal, ob Google jetzt ein paar Daten mehr oder weniger erhebt.
    Für Deutschland würde ich mir wünschen, dass es eine Fa. gäbe, die einfach mal alle Schulen ordentlich mit Hardware ausrüstet, damit man „bildungstechnisch“ halbwegs Anschluss hat.

  12. @elknipso
    Das mit den Updates bei Apple ist aber auch so ein Ding, das 4s z.B. sollten sie sein lassen…das wäre besser auf iOS8 geblieben. Ich hab hier auch noch ein 4s als Dritt-Handy … das läuft mega schlecht … ruckelt an allen Ecken und Enden und der Akku ist in knapp 17 Stunden komplett leer, das sind alles Probleme die erst mit iOS9 kamen, davor war das 4s immer noch Top.

    Der APP Umsatz ist bei Android in der Werbung denke ich stärker, zumindest finde ich viele mehr APPs mit Werbung auf meinem OnePlus2 als auf meinem 4s oder iPad. Wobei ich selber auf Android schon sehr viele APPs gekauft habe, sind sicher über 300 Euro.

    Übrigens halten sich Apple Geräte auch nicht mehr sonderlich gut im Preis, die fallen jetzt deutlich schneller als noch vor 1-2 Jahren. Wobei der Preis auch nichts mit dem Hersteller zu tun hat, wie du oben meintest…der wird von den Händlern gemacht. Samsung hat seine UVP. vom S6 nicht nach unten geschraubt 😉

  13. Karl Kurzschluss says:

    Die Schulen in den USA sind offensichtlich sehr viel besser mit WLAN ausgerüstet als Schulen in Deutschland. Denn ohne WLAN in der Schule, daheim, an öffentlichen Plätzen, an Flughäfen machen Chromebooks wenig Sinn. Natürlich ist es dann einfacher, sich ein iPad oder Surface-Geräte oder schlicht Windows-Laptops zu kaufen.

  14. @Sascha
    Selbstverständlich machen die Preissenkungen die Hersteller, die Händler haben nur minimale Margen an den Geräten. Ohne eine Preissenkung vom Hersteller könnte kein Händler ein 500 Euro und mehr Gerät plötzlich für 300 Euro anbieten. Die UVP hat auch nichts damit zu tun, das ist sowieso bei fast allen Herstellern immer ein Mondpreis der noch nie verlangt wurde.

  15. Wir sollten mehr chromebooks kaufen, sonst verpassen wir die Ausbildung einer Internet Generation

  16. @Intellinside: Haben Sie überhaupt mal ein Chromebook ausprobiert ? Wahrscheinlich nicht, sonst würden sie nicht so schreiben.

    Ich persönlich finde die Chromebooks toll, ich habe nämlich auch eines. Klar, der Funktionsumfang ist momentan vielleicht noch etwas limitiert auch was die Anzahl der Apps im WebStore angeht. Sollte es tatsächlich auch zu einer tiefergreifenden Verzahnung zwischen Android und Chrome OS kommen, dürfte beide System außnahmslos von einander profitieren.

    Was solche Produkte betrifft ist Deutschland einfach nur rückständig. Genau wie mir dieses ganze Datenschutzgelaber auf die Nerven geht. In erster Linie liegt die alleinige Verantwortung beim Nutzer was er im Internet preisgibt.

  17. Muss immer lachen wenn krampfhaft versucht wird, iOS als Nischensystem hinzustellen. Als ob das sonst noch eine Bedeutung hätte die sich auf App Käufe usw auswirken würde. Märkte unterscheiden sich massiv. Es gibt zig Gründe warum Entwickler iOS immer noch oft bevorzugt behandeln (wie hier so oft in den Kommentaren moniert wird).

    iOS/iPhone ist Vorliebe bei Millenials: junge Leute die mit in der westlichen Welt mit dem Internet aufgewachsen sind und demnächst bereit sein werden, für Hardware, Geräte und Services Geld auszugeben. Ein Grund warum zBsp. junge Startups erstmal für iOS veröffentlichen und dann ggf Android nachreichen. Das weiss auch Google. Gibt schliesslich einen Grund warum man mit top gemachten und in manchem Fällen besseren Apps auf iOS vertreten ist (vergleiche die Gmail, YouTube, Google+ Apps über die Jahre). Darum auch der Grund warum man mit den Chromebooks in den K-12 Markt will (quasi der einzig existierende Markt für diese Geräte).
    Auf iOS ist man eher bereit für Apps Geld auszugeben. Revenue Model für viele Android-Entwickler sind Anzeigen (androidauthority.com/microsofts-cortana-reportedly-ported-android-602469/).
    Das Gros der Einnahmen wird aber mit In-Apps und App-Käufen gemacht (http://www.businessofapps.com/app-revenue-statistics/)
    Demografie unterscheidet sich. In Entwicklungsländern wo billigere Android-Geräte verbreitet sind fliesst das Geld für Apps auch nicht.

    Fragmentierung ist noch ein Thema, auch wenn viele es nicht wahr haben wollen. Android ist offen, vieles hängt aber von den Netzanbietern ab und wird dadurch ausgebremst. Core Apps in den Play Store zu schieben hat auch nicht alle Probleme gelöst. Dazu Unterschiede in den Entwickler-Tools, Anzahl der Geräte für die man entwicklen und Artwork kreieren muss, Piracy, usw. Durch die Umstände dauert es 2-3 mal länger, für Android zu entwickeln. Gibt nen Podcast von Entwicklern einer gut gemachten Wetter App die sich für Android-first entschieden und über die Hürden sprechen, finde ich aber grade nicht.

  18. Und bei dieser Praxis wundern sich immer noch einige über das, was aus diesen „Bildungseinrichtungen“ herauskommt. Die Lernenden werden an die Industrie verkauft. Ob nun hierzulande Microsoft, oder in den US Google, das Ergebnis ist gleichermaßen schrecklich.

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