Bundesregierung: Neue Suche setzt auf KI und bündelt Ergebnisse diverser Ressorts

Mancher, der dieses Blog verfolgt, kommt sicherlich des Öfteren ins Grübeln darüber, was unsere Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, so treibt. In Zusammenarbeit mit dem Startup CoVerified bringt diese nun das Pilotprojekt „Netzwerk für digitale Aufklärung“ an den Start. Erste Früchte soll das Projekt bereits mit einer Suchmaschine tragen, die man hier bereitstellt. Sie bringt die Informationen von sämtlichen teilnehmenden Ministerien an einen zentralen Ort und bündelt die Inhalte diverser Ressort-Webseiten. Hierbei setzt man auf eine KI-gestützte Bewertung der Beiträge, um diese leichter durchsuchbar zu machen und mittels Filtern aufzubereiten. So will man Interessierten niederschwellig ihre notwendigen Informationen liefern und damit als erste Anlaufstelle für den Bürger dienen.

Die Suchmaschine lässt sich – wie man es erwarten würde – mit einfachen Suchbegriffen bestücken. Hierbei liefert man direkt eine Auswahl an häufigen Themen (z. B. erneuerbare Energie, Social Media, Schule und Bildung, etc.) mit. Auf diverse Themenfelder und Ressorts sowie einen festgelegten Zeitraum lässt sich die Suche dann nämlich eingrenzen. Derzeit befindet man sich in der ersten Phase der Pilotierung. Folgende Ressorts sind derzeit an die Suche angebunden: das Bundespresseamt (BPA), das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI), das Auswärtige Amt (AA) sowie die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB). Sämtliche Inhalte derer Webseiten sollen sich auch mit der neuen Suchmaschine finden lassen. Sukzessive wolle man diese dann weiterentwickeln und auch mit weiteren Ressorts ergänzen.

Das Projekt ist öffentlich sowie in Teilen Open Source. Interessierte können einen Einblick in die Arbeit auf GitHub erlangen. Seitens CoVerified steht man hinter der Devise „Public money, public code!“ Beim Projekt setze man auf „modernste Technologien aus der User-Experience-Forschung“ und „digitaler Barrierefreiheit“, um Inhalte KI-gestützt zu analysieren und kontextsensitiv zu filtern. Wenn relevante Informationen durch solche Projekte leichter erreichbar sind, dann ist dies sicherlich super. Der Dienst sei im Übrigen auch DSGVO-konform, die Server des Projekts stehen in Deutschland.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Was hat denn diese tolle Aktivität gekostet? Soweit ich weiß hat die Staatsministerin für Digitalisierung kein eigenes Budget im Bundeshaushalt. Aber mal nicht ganz so ernst genommen ist es eine volle Breitseite für Google, die Mutter aller Suchmaschinen. Naja, die Bundestagswahl steht quasi vor der Tür, da wollt die Digital-Doro schnell noch mal zeigen das es sie gibt. 😉

  2. Was soll eine Staatsministerin ohne Budget und ohne Kompetenzen auch schon tun? Jedem ist klar, dass das eine reine Alibifunktion ist. Erstens um einer CSU Frau irgendeinen Posten zuzuschanzen und zweitens um irgendwas mit Disziplinierung im Namen zu haben. So what…

  3. Blacky Forest says:

    „modernste Technologien aus der User-Experience-Forschung“
    „modernste Technologien aus der User-Experience-Forschung“
    „modernste Technologien aus der User-Experience-Forschung“
    Ich habe es jetzt zig mal gelesen und muss immer noch lachen…

    • UX wird seit Monaten, ja seit Jahren wie die heilige Kuh durch’s Dorf vieler Konzerne getrieben. Und da die Bundesregierung die selben Berater wie die Konzerne nutzt, verwundert mich das Wording nicht. Bis halt der Foliensatz gegen den nächsten „heißen Scheiß“ ausgetauscht wird. „Kundenzentrierung“ ist gerade wieder ein beliebtes Schlagwort. Tante Emma würde sich schlapp lachen.

  4. Das Projekt befindet sich augenscheinlich im Alphastadium. „Pilotprojekt“ ist kein Synonym für die Alphaphase, sondern ein möglichst perfektes Vorbild für nachfolgende Projekte! Da haben wohl einige Leute orwellschen Neusprech derart verinnerlicht, dass ihnen die Sinnverfremdung von Begriffen unbewusst bleibt. Die Unzulänglichkeiten der Bundessuchmaschine sind nervtötend.

    Definition von educalingo: „Als Pilotprojekt bezeichnet man „allgemein Großversuche oder Demonstrationsprojekte, die bei gesellschaftlich, wirtschaftlich und technisch risikobehafteten Entwicklungen vor die allgemeine Einführung gesetzt werden, um Fragen der Akzeptanz, der Wirtschaftlichkeit, des Marktpotentials und der technischen Optimierung im Feldversuch zu erproben“. Um bei Pilotprojekten sinnvolle Ergebnisse zu erzielen, müssen sie mittels Begleitforschung analysiert werden.“

    Es wäre besser gewesen, die Presse erst im Betastadium zu informieren, nämlich dann, wenn alles funktioniert und eine eigene einprägsame Domain wie beispielsweise BuReg.de existiert. Es existiert keine eigene Domain, nur eine gut versteckte Unterseite, die über einen viel zu langen Kurzlink erreichbar ist! Die physikalische Adresse ist ein Bandwurm, den sich nur Gedächtniskünstler einprägen können! Das ist keine Wahlpropaganda für die CSU, sondern ein Eigentor für die Union!

    Was macht beispielsweise Google so erfolgreich? Den meisten Benutzern ist unbekannt, dass sie sich auf der Bedienoberfläche von Google befinden, weil ihre Geräte die Funktionen von Suchfeld und Adressfeld zusammengeführt haben. Diesen Leuten ist oft unbekannt, was eine Domain ist. Sie geben einen Suchbegriff ein und verfolgen dann ein Suchergebnis ihrer Wahl. Mit einem Domain-Namen wie BuReg.de wissen sie nichts anzufangen.

    Die von langer Hand vorbereitete digitale Verblödung hat zugeschlagen, vergleichbar mit Spaziergängern in einer Ortschaft, die keinen blassen Schimmer von Straßen und Hausnummern haben. Selbst Stockwerke und Türschilder innerhalb eines Mehrfamilienhauses sind ihnen fremd. Ihre einzige Orientierung gibt ihnen das „wisch-und-weg-Dingsbums“, das sie gebeugt und gebeutelt durchs Leben gehen lässt, solange sie nirgendwo gegenrennen oder mit keinem Artgenossen zusammenstoßen.

    • +1

      Danke! 🙂

      Die fehlende Orientierung, im Sinne des Ignorierens von Systematiken, lässt sich in jedem öffentlich zugänglichen Gebäude beobachten: das z.B. Raum 628 oder, um wirklich jede erdenkliche Hilfe zu geben, 6.28, im sechsten Obergeschoss ist, erschließt sich den wenigsten. Hilflos, hilfloser, am hilflosesten. Da kann auch die beste KI nichts mehr retten…

  5. Digitalisierung, das ist doch das, wo man mit den Fingern so auf den Bildschirmen wischt und tippt, oder? An dem Thema sollte man unbedingt dranbleiben und auch gut, dass es da jetzt so eine Art Telefonbuch geben soll, sonst findet man sich ja gar nicht zurecht bei diesen neuen Sachen!

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