Bundesnetzagentur veröffentlicht Studie zu Kommunikationsdiensten wie Skype, Threema & WhatsApp

Die Bundesnetzagentur hat eine neue Studie zur Verbreitung und Nutzung von Online-Kommunikationsdiensten wie Skype, WhatsApp und Threema veröffentlicht. Dabei kommt man zu dem Ergebnis, dass sich jene Dienste rasant verbreitet haben, allerdings klassische Telekommunikationsdienste keinesfalls überflüssig gemacht hätten.

Eine hohe Affinität zu den Diensten ist dabei, keine Überraschung, speziell bei jüngeren Altersgruppen zu beobachten. Von den 16- bis 24-Jährigen und den 25- bis 34-Jährigen, die befragt worden sind, nutzen 98 % entsprechende Angebote. Am häufigsten verwendet wird WhatsApp (96 %), es folgen der Facebook Messenger (42 %), Instagram (30 %), Skype (18 %) und Snapchat (12 %). Viele der Nutzer (65 %) verwenden mindestens zwei unterschiedliche Anbieter – wundert mich nicht, ich hätte sogar mit einem noch höheren Anteil gerechnet.

Allerdings nutzen zwar 95 % der Nutzer die genannten Plattformen, um regelmäßig Text- und Bildnachrichten zu versenden, nur 48 % nutzen sie aber auch regelmäßig für Internettelefonie. 81 % geben an, dass sie täglich Textnachrichten versenden, die anderen Features müssen da jedoch zurückstehen. Alle Angaben beziehen sich auf die private Nutzung, da die Dienste im beruflichen Rahmen deutlich vorsichtiger beansprucht werden.

Nur wenige der Anwender können sich allerdings vorstellen auf die klassische Sprachtelefonie zugunsten von Internettelefonie komplett zu verzichten, wie euch die obige Grafik zeigt. Allerdings haben die neuen Messaging-Möglichkeiten dazu beigetragen, dass mehr kommuniziert wird – 61 % gaben an, dass sie ihre Kommunikation gesteigert hätten. Das kann man aber natürlich so und so sehen, möchte ich da einwerfen. So kommuniziert man mehr online – denkbar ist aber durchaus, dass zumindest bei einem Teil der Nutzer dadurch weniger telefoniert wird oder auch weniger kurze Treffen für einen kleinen Schnack beim Kaffee stattfinden. Daher ist schwer zu sagen, was „mehr kommunizieren“ hier bedeutet.

Nur 22 % der Befragten nutzen jedenfalls regelmäßig die Internettelefonie-Funktion ihres OTT-Dienstes. Die Folge: 74 Prozent aller befragten OTT-Nutzer können sich nicht vorstellen, vollständig auf die Nutzung von Mobilfunktelefonie zu verzichten.

Insgesamt 2.210 Personen hatten sich im Übrigen an der Umfrage der Bundesnetzagentur beteiligt, welche in Kooperation mit der Info GmbH, einem Marktforschungsinstitut aus Berlin, Ende 2019 durchgeführt wurde. Ihr könnt die vollständige Studie, eine Aufschlüsselung der Methoden sowie eine Kurzfassung bei Interesse auch hier herunterladen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. Wie sich die Messenger Verteilung doch unterscheidet:

    https://stadt-bremerhaven.de/umfrage-maerz-welche-messenger-nutzt-du/

    „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!“
    (Winston Churchill)

    • Nur, dass der gute Winston dies niemals so gesagt hat, ist nur eine Urban Legend.

    • Ist doch klar das die sich unterscheiden. Das Publikum von der März Umfrage sind ja fast ausschließlich Techies. Die Studie des Bundes wird da schon ein bisschen repräsentativer sein.

    • Unterschiedliche Gruppen, die befragt wurden. Einmal wahrscheinlich repräsentativ, einmal die Lesenden eines Blogs. Da kann auch Winston Churchill nichts für 😉

    • Traue eher keinem der nicht mal eine Auswertung mit Mehrfachauswahl richtig zu machen. Die kann man nicht einfach auf Anzahl der Stimmen berechnen…. und kapiert es nicht mal selber obwohl drauf hingewiesen wird. Bei der Statistik hätte 1 Antwortender der 4 von 4 verschiedenen Messengern nutzt ein Ergebnis von 25% pro Messenger ergeben….

    • @erik
      Oh mann, du vergleichst wirklich eine Studie von der Bundesnetzagentur mit einer Umfrage eines privaten Blogs, das dazu schon über ein Jahr her ist?
      Vielleicht erst mal den Artikel lesen und verstehen, dann kommentieren.

    • Um eine echte Größe darzustellen braucht es ehe mehrere Hunderttausend befragte und auch das ist nicht echt representativ zu über 80 Mio in D.
      Es ist wie beim Würfeln es kann sein, muss aber nicht. Da sind Weissagungen aus Suppenknochen genauso gut oder schlecht. Es kann eben zutreffen, muss aber nicht…

      Dazu sollte man nochmals explizit sagen es geht ALLEIN UM D weil Whats App vor allem ein D Problem ist, teils noch in der EU beheimatet. Die Welt kommunitiert meist anders und FB-Messenger ist noch schlechter dran. FB Selbst geht immer mehr den Bach runter, zurecht, schade das der Laden überhaupt noch existiert.

  2. Heisenberg says:

    Wird Zeit ein Matrix Synapse Server aufzusetzen^^

  3. Das Problem der Messenger-Telefonie ist ja, dass man nur Leute erreichen kann, die diesen auch benutzen. Und das man ihn in der Regel ohne eine gültige Telefonnummer nicht sinnvoll nutzen kann.

    Man kann also nicht jeden erreichen und umgekehrt kann einen auch nicht jeder anrufen. Notrufe gehen auch nicht.

    Für Text ist das weniger ein Problem, da kann man notfalls auf E-Mail zurück gehen, das hat jeder, selbst Behörden etc..

    Und heutzutage kriegt man ja für kleines Geld eine nationale Festnetz- und Mobilflat zum Datenvertrag dazu, dass ist oft billiger, als große Datenflats, und bei denen ist Telefonie ja auch dabei.

    • So sehe ich es auch. Das Internet Telefonie immer den dazugehörigen Client benötigt und das Datenvolumen relativ teuer ist, im Vergleich zu mobilen Tarifen, wird die normale Telefonie nicht aussterben.
      Was vorher ausstirbt, ist wohl die sms und mms.
      Zumindest hier in Deutschland.

  4. Schöne Zusammenfassung. Ich fände es aber sinnvoll, schon am Anfang darauf hinzuweisen, dass die Daten vor Corona erhoben wurden. Ist sonst irreführend, wo doch von einer „neuen Studie“ die Rede ist.

  5. Der Anteil der Skype Nutzer ist wirklich erstaunlich. In meinem Umfeld nutzt das schon ewig niemand mehr.

  6. Wobei ja auch Festnetztelefonie „nur“ noch Internettelefonie ist smile . Und spätestens mit VoLTE oder VOo WLAN auch vom Smartphone aus . Dazu kommt unter alten Funk-Enthusiasten PoC = PTT over Cellular hinzu , Zello z. B. als Erssatz für CB- odr auch teilweise amateurfunk . Alles sprachbasiert und mit echtem Gegensprechen (die verschiedenen Telefoniedienste ) und Wechselsprechen (Sprachnachrichten über messenger , PoC-Dienste) . finde daher die unterscheidung ob nun „echt“ telefoniert wird oder ein messenger für die sprachkommunikation genutzt wird irgendwie künstlich . Gilt für Texte ählich , wobei SMS ja wegen Begrenzung der zeichenanzahl wirklich etwas outdatet sind. übrigens: in vielen Ländern ist Skype immer noch sehr verbreitet z. B. im Asiatischen Raum wo WhatsApp oder Signal oder Threema gern mal geblockt werden .

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