BPjMLeak: Die Sperrliste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

Ein interessanter Link geisterte vorhin durch meine Twitter-Timeline. Unter dem Hashtag #bpjmleak wird derzeit auf eine Seite hingewiesen, deren Machern es wohl gelungen ist, an die Domain-Sperrliste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu kommen, beziehungsweise diese zu entschlüsseln. Diese Sperrliste enthält laut Angaben der Webseite circa 3000 Links zu Angeboten, die in diversen Kategorien eingeordnet sind. Hier finden sich nicht nur sexuelle Inhalte, sondern auch Nazi-Shops – hauptsächlich geht es aber um pornografische Seiten.

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Interessant ist die Sache dahingehend, weil diese Liste ständig aktualisiert und an Software-Hersteller verteilt wird, die Software zur Kindersicherung anbieten. Aber auch diverse Router-Anbieter wie AVM und Draytek setzen auf diese Listen. Als eigentlich verschlüsseltes Modul sollten diese Listen an die jeweiligen Stellen kommen, sind allerdings einfacher zu entschlüsseln als gedacht. Aber auch für all jene, die nicht selber entschlüsseln wollen, ist ein Besuch der Seite vielleicht von Nutzen – in der Sidebar werden all jene Seiten aufgeschlüsselt, die im BPjM-Modul zu finden sind. Ich persönlich hätte übrigens damit gerechnet, dass die Liste länger ist.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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34 Kommentare

  1. stoiberyouth says:

    super. danke!

  2. Die sollten mal aufräumen, viele Links funktionieren gar nicht mehr^^

  3. Totaler Quatsch die Liste, wieder son Politiker-Ding 😉

  4. de_noogle says:

    Gute Liste, gleich mal abarbeiten

  5. Mir ist erst durch diesen Artikel klar geworden, dass diese Liste anscheinend nicht frei zugänglich ist. Abgesehen davon, dass die nur gegen ein Entgelt zur Verfügung gestellt werden könnte, was bei einer Steuer finanzierten Behörde ja aber wohl kein Thema ist, fällt mir kein besonderer Grund ein, warum die nicht einfach von jedem eingesehen werden könnte?! Bin ich gerade zu fantasielos?

  6. Lol, was für Idioten. 🙂

    Und nur drei tumblr-blogs sind auf der Liste. Ich raff nicht, warum sie nicht gleich alle Bloghoster sperren, komplett, sozusagen die Totale Sperre! 🙂

    Nun ja, wenn es nicht so absurd und komisch wäre, wäre es eigentlich eine ernste Angelegenheit, aber irgendwie hat man sich schon daran gewöhnt.

  7. Der Berliner Tagesspiegel hatte im März 2009 (!) meinen Leserbrief zu eben diesem Thema (Artikel: „Regierung will Kinderpornos im Netz blockieren“ von Jost Müller-Neuhof) veröffentlicht, wie folgt:

    „Dass die Internetsperre einfach und von jedermann umgangen werden können, sagen uns alle Experten. Pikant nur, dass die Listen mit den gesperrten Seiten nun vom BKA ständig aktuell gehalten werden sollen. Die Herausforderung wird sein, die Liste geheim zu halten. Ach nein, sie soll ja allen Providern zur Verfügung gestellt werden. In Zukunft werden es an Kinderpornografie Interessierte einfacher haben.

    Anstatt die Bilder aus dunklen Quellen zu beziehen oder selbst im Internet aufzuspüren, können sie auf die umfassende Adressliste des BKA zurückgreifen, die sicher bald an die Öffentlichkeit gelangen wird. So wird das BKA letztlich zum unfreiwilligen Helfer der Pädophilen werden.“

    … nun ja … als hätte man es nicht bei Einführung der Sperrliste ahnen können!

  8. Danke für die Liste.
    Das meiste ist zwar tot, aber vielleicht sind ja ein paar Perlen dabei.

  9. Wahrscheinlich, weil man nicht noch Werbung für die Seiten machen will – ich frage mich allerdings, wie das kurze Ding zusammengestellt wurde.

  10. Im Vergleich zu den Kategorielisten von Enterprise-Proxysystemen mit mehreren Milliarden Einträgen eigentlich nicht der Rede wert.

  11. @caschy: Nicht nur in der Sidebar sind die URLs, auch weiter unten auf der Seite im Plaintext downloadbar.

  12. LinuxMcBook says:

    caschy, wieso ist bei dir die Kennzeichnung externer Links weggefallen? Das konnten wir ja echt nur kurz genießen. Ist die Verweildauer hier dadurch etwa zu sehr gesunken? 😉

  13. @LinuxMcBook Wir haben derzeit 12 nicht aktive Plugins durch den Umzug, des Weiteren nutzt WP External Links seit einem Update irgendeinen neuen Mechanismus, der dazu führt, dass die Funktion im mobilen Theme auch alle anderen Links zu FB, G+ und Co in der Navi zerschießt. So lange ich das nicht beheben kann, bleibt es raus. Was die Verweildauer damit zu tun hat, will mir nicht einleuchten.

  14. LinuxMcBook says:

    Schon gut, danke für die Antwort.
    Wenn ihr das Plugin noch auf dem Zettel habt und irgendwann wieder aktiviert, ist das völlig in Ordnung 🙂

  15. schon komisch das es eine solche liste geben muss. überall in deutschland, vorallem dort wo linke, grüne, piraten und sozialdemokraten am werk sind wird doch erzählt das schwul, lesbisch und andere abartigkeiten normal sind. die selben politversagen setzen dann aber eine „expertenrunde“ ein, welche die filterliste für das internet erstellt mit dem auftrag kinder zu schützen. paradox! in der schule werden unseren kindern tag für tag perverse, abartige und kranke verwirrungen als normal und als ein zeichen von vielfalt und inklusion untergejubelt. am heimischen rechner wird aber zensiert! viel genauer sollte man bei diesen linksradikalen lehrern, erzieher, sozialpädagogen, pädagogen und soziologen hinsehen.

  16. nachtrag: die filterliste verweist überwiegend auf inhalte betreffend: lesbisch, schwul, fetisch etc. aber auch einige politische netzseiten. hier ist festzustellen, dass es anscheinend nur filterungswürdige netzseiten rechts der mitte gibt. sowieso jedem klar, wenn man weiss wer in der bundesprüfstelle die hosen (bzw. den rock) an hat.

  17. @Jens Dachte ich auch gerade…

  18. @Vanguard Abartig ist einzig und allein Deine Intoleranz. Hoffentlich outen sich Deine Kinder irgendwann einmal als schwul oder lesbisch.

  19. @Leo und Jens: Netzsperren? Wer dann denn legt fest was gesperrt werden soll? Irgendwelche Behörden oder Kirchen oder vielleicht sogar Schwachmaten wie obiger vanguard? Danke, nein. Ich denke wir sollten alle alt genug sein um selber zu entscheiden welche Seiten wir angucken und welche nicht. Und wer meint den Internetzugang seiner Kinder zensieren zu müssen (wir sind auch ohne ausgekommen), der soll sich bitteschön lokal etwas installieren.

  20. Namenlos, weil Cookies gelöscht... says:

    Also…ca. 80% der Liste ist eh schon in meinen Bookmarks gespeichert. Jedenfalls, was den Pr0n angeht… den Nazishopkram hab ich vor Urzeiten rausgeschmissen, weil die einfach keine coolen Cappies mehr auf lager hatten. Immer nur dieses eintönige Muster mit den ollem Kreuz. 🙂 Eher öde.

    Überrascht bin ich allerdings, das es nur ca. 3000 Links sind. Geht so wenig ab in .de oder kann die Prüfstelle immer noch nicht richtig mit Computern umgehen?

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