Blackberry Classic offiziell vorgestellt: Ein Stück Nostalgie mit veralteter Hardware

Da ist es also, das Blackberry Classic. Auch wenn ich als bekennender Blackberry-Fan nicht von dem neuen Smartphone mit der physischen QWERTZ-Tastatur abgeneigt bin, muss ich gestehen, dass ich mir mehr vom kanadischen Unternehmen erhofft habe. Das Blackberry Classic soll an die alten Zeiten anknüpfen, doch mehr als ein wenig Nostalgie will bei genauer Betrachtung einfach nicht aufkommen, denn das Classic hängt mit dem intern verbauten 1.5 GHz Qualcomm Snapdragon MSM 8960 Dual-Core Prozessor und 2 GB RAM glasklar der Neuzeit hinterher.

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Was sonst noch in dem Blackberry Classic steckt? Ein 3,5 Zoll Corning Gorilla Glass 3 Touchscreen-Display mit einer Auflösung von 720 x 720 Pixeln (294 ppi, Display-Technologie nicht näher benannt), eine 8 Megapixel-Kamera mit LED-Blitz auf dem Rücken, die Bilder und Videos in 1080p Full HD bei 30fps aufnimmt sowie eine 2 Megapixel-Kamera auf der Frontseite, die mit bis zu 720p Videos aufzeichnen kann. Das ganze läuft auf Blackberrys aktuellstem Betriebssystem OS 10.3.1.

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Das wohl auffälligste an dem Blackberry Classic dürfte die Rückkehr der altbekannten Hardware-Tasten auf der Vorderseite sein. Diese stehen wie auch schon früher für Anruf annehmen, das Blackberry-Logo für Menü, zurück sowie Anruf ablehnen. Außerdem kehrt erstmals seit dem Blackberry Bold 9900 das Navigations-Trackpad wieder auf ein Blackberry-Flaggschiff zurück.

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Für eine Akkulaufzeit von bis zu 22 Stunden soll ein 2515 mAh Akku sorgen. Dieser ist jedoch so gar nicht Blackberry-typisch fest verbaut. 16 GB Speicher sind verbaut, dieser kann jedoch per MicroSD-Karte um bis zu 128 GB erweitert werden.

Das Blackberry Classic misst sich bei 131 x 72,4 x 10,2 mm und wiegt 178 Gramm. Leider scheint Blackberry auch beim Preis ein wenig desillusioniert, denn dieser liegt aktuell auf Amazon.de bei 429 Euro.

Ich persönlich finde das neue Blackberry Classic nach wie vor schick und ich bin ein großer Fan der physischen QWERTZ-Tastatur. Bislang hatte ich immer die Hoffnung, dass Blackberry noch irgendwie die Kurve bekommt, doch so langsam glaube auch ich an ein baldiges Abtreten der Kultmarke.

(Quelle: Blackberry)

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21 Kommentare

  1. also einfach per se schlecht weil alte Technik. Egal ob es flüssig läuft oder nicht? Interessante Argumentation. Also wie bei den alten Windows Phones die ja auch nur mit Dual Cores kamen. Das war ja auch nix, was?

  2. An ein baldiges Abtreten glaube ich nicht, dafür wird es noch in zu vielen Firmen genutzt. Das neue Classic trägt aber aufgrund von Ausstattung und Preis auch nicht dazu bei, nennenswerte Marktanteile zu gewinnen.

  3. @jmk Theoretisch hast du recht, praktisch aber nicht. BlackBerry Phones mit S4 Plus und 2 GB Ram laufen schlecht, ich habe (leider) ein Z10

  4. Zerdebberer says:

    @ Mo. Dann machst du was falsch. Meine Frau nutzt auch das Z10, und ich ein Q10. Beide Geräte laufen tadellos. Dank des BB10 System brauchen die BlackBerrys nicht an diesem Specs Wahnsinn mitmachen.

  5. Also ich halte solche Wertungen wie „hängt [mit dem Prozessor] glasklar der Neuzeit hinterher“ immer für sehr einfach gehalten/(manipulativ). Es wird an dieser Stelle nämlich keine Rücksicht auf andere Umstände genommen. Sehen wir uns beispielsweise die Bildschirmauflösung an. Mit 720*720 hat das Blackberry Classic eine Auflösung, die einem Viertel der Auflösung des OnePlus One entspricht. Das OnePlus hat an dieser Stelle aber einen QuadCore als Prozessor der zudem noch höher taktet. Würden wir jetzt aber die Leistung pro Pixel berechnen würde das Classic wohl einen besseren Wert erreichen. Zudem spielt auch das verwendete Betriebssystem, extern verbaute Co-Prozessoren & das zum Einsatz kommende Instruction Set eine große Rolle. Vor diesem Hintergrund hätte ich mir in diesem Blog einen genaueren Vergleich (Benchmarks, etc.) der Leistungsfähigkeit gewünscht, bevor eine solche doch sehr niederschmetternde Aussage getroffen wird.

  6. Hm, ich sehe das auch so wie jmk, die Hardware ist doch ohne frage sehr potent. Nur weils nicht das Neueste vom Neuesten ist rumheulen?
    Blackberrys brauchen, aus eigener Erfahrung, deutlich weniger als Android Geräte. Ich ziehe such Android vor, aber sehr optimiert läuft das alles nicht. iOS ist hier wesentlich effizienter.

    Und man darf nicht vergessen, bei Blackberrys
    handelt es sich um Business Geräte. Da geht’s nicht um die Techie Zielgruppe die hier im Blog vertreten ist, da geht es um (Groß-)Unternehmen.

  7. Sehe ich genauso. Ich hatte mit meinem Q10 noch nie das Problem, dass es nicht flüssig läuft. Auf jeden Fall flüssiger als jedes Android-Gerät das ich besessen habe. Außerdem darf man nicht vergessen, dass das Classic ein sehr genaues Ziel verfolgt: die Leute zu überzeugen, die noch ihr altes Bold/Curve haben und ein update ohne viel Veränderung zu haben. Für alle anderen gibt es Geräte wie das Passport mit aktuellen Specs (die auch hier unnötig sind).

  8. Es ist doch ganz klar: Hier sind die typischen Geschätfsleute, die ihr Telefon zum telefonieren, als Terminkalender und Mailgerät für Unterwegs nutzen angesprochen. Nicht die Tech-Süchtigen die alles mit dem Handy machen müssen. Ich hatte auch kurzzeitig ein Q10, war voll überzeugt, aber leider von der App-Vielfallt nicht überzeugt. Klar man kann Android-Apps drauf installieren, aber sehr schön sieht das dann nicht aus.

  9. Bei uns im Großunternehmen werden keine neuen Blackberrys angeschafft. Nur noch Android-Handys mit entsprechenden Business-Apps… und das meiner Meinung nach auch zu Recht. Es gibt zumindest mit den Blackberrys gefühlt mehr Probleme in Verbindung mit exchange.

  10. @Mike: Ich habe das auch schon mitbekommen. Hier wird dann wirklich auf Windows Phone/Android/iPhone umgestiegen, obwohl die Firmen über viele viele Jahre BB im Einsatz hatten.

  11. das merkt ich bei meiner Firma ebenfalls..Früher wie sau BES5 Server installiert und massenweise bb in betrieb genommen. hat aber nun seit ca 2-3 jahren massig abgenommen. die meisten kunden steigen nun auf android / ios / wp um. es gibt genügend mdm software welche alternative os unterstützen. selbst bb server unterstützt andere devices ziemlich gut..

  12. LinuxMcBook says:

    Wenn die Test vielversprechend ausfallen (die werde ich nach diesem Beitrag sicher nicht hier suchen…) und der Preis unter 200€ fällt, dann werde ich es mir wohl als Zweitgerät zu meinem Android zulegen.

    Einzig die Tatsache, dass man Whatsapp nur auf einem Gerät nutzen kann, könnte mir da einen Strich durch die Rechnung machen…

  13. @Mario
    Blackberry hat noch vereinzelt seine Kundschaft, aber der Marktanteil insgesamt ist längst im Bereich der Bedeutungslosigkeit angekommen und sinkt weiterhin schnell. Wenn ich die letzten Zahlen richtig im Kopf habe liegt der Marktanteil aktuell irgendwo zwischen 0,4 und 0,7%. Das ist auch für eine spezialisierte Firma ein Problem.
    Blackberry hatte mit aufkommen der Smartphones leider vollkommen den Anschluss verloren, und sich viel zu lange auf ihrer vermeidlich sicheren Marktposition ausgeruht.

  14. Wolfgang D. says:

    Traurig, wenn über die Hardware gemäkelt wird ohne das Gerät einmal benutzt zu haben. Bei Mapple und so scheinen schon 1GB RAM auszureichen. Der einzige wirklich gegen Blackberrry sprechende Grund ist das Fehlen etlicher nativer Anwendungen. Wer die Tastatur will, seine Apps in der BBWorld gefunden hat, kann sich diese Alternative gerne näher anschauen. Gerade die Leute die meist nur WA nutzen, müssten den Classic doch lieben.

  15. Wann lernen die Leute endlich, dass weder die Anzahl der Kerne noch die nackte Taktung etwas mit der LEISTUNGSFÄHIGKEIT!! zu tun haben?

    Viele Kerne = kleine Kerne (weniger Transistoren pro Kern)
    Weniger Kerne = größere Kerne (mehr Transistoren pro Kern)
    Zumindest als Faustregel in derselben Produktkategorie und bei etwa gleichem Stormverbrauch.

    Die marketing Aussage mit Quad Core, Octa Core oder dergleichen hat absolut null ausssagekraft bezüglich der eigentlichen Leistung! NULL!!!
    (VW baut Autos mit 6 Zylindern wäre etwa eine ähnliche Aussage)
    Wenn man Leistung vergleichen will, sind nur Benchmarks sinnvoll aber sicher nicht die Anzahl der Prozesorkerne oder die Taktung.
    Nichts desto Trotz ist die Technik in dem Gerät nicht die schnellste aber dies anhand der Zahlen vom Datenblatt fest zu machen ist einfach nur laienhaft.

  16. Das mit dem Preisverfall geht aber schnell: Jetzt sind es nur noch 419€ 😀

  17. Auch wenn trotz der nicht mehr ganz so aktuellen Hardware das Gerät für die vorgesehenen Zwecke und die entsprechende Zielgruppe sicherlich vollkommen ausreichend ist, rechtfertigt es aber in keinster Weise einen derart hohen Preis.
    Der Name Blackberry steht heutzutage nicht mehr für die damalige Exklusivität, Einzigartigkeit und Usabilty. Das schaffen heute auch andere Hersteller-/OS-Kombinationen zu deutlich attraktivieren Preisen (ca. 150-200€).

  18. Mhhhh, wie es scheint, vergessen wohl einige das Wesentliche, ein BB ist ein Arbeitsgerät und glänzt eher durch absolut traumhafte Integration ins Unternehmensnetzwerk, das weitgehend abgesicherte OS und die abgesicherte Kommunikation mit dem BES. Ein BB ist keine mobile Spielkonsole und soll auch keine Bildbearbeitung können und nicht die 100MP Digitalkamera ersetzen. Wer braucht also 4 oder 8-Kern-CPUs und mehr als 2GB Ram? All die Aufgaben, wofür ein BB geschaffen wurde, werden absolut perfekt erledigt und es ruckelt nix sondern läuft alles flüssig. „Blackberry Blend“ ist ein weiteres tolles Feature, was zwar an Handoff bei iOS/OSx erinnert, aber viel mehr zulässt. Und eine Akkulaufzeit von 22 Stunden, wohlgemerkt 22 Stunden unter voller NUTZUNG AM STÜCK, nicht im Standby oder was auch immer, finde ich nun wirklich mal eine Ansage und das zeigt wiederum die Ausrichtung auf die angepeilte Käuferklientel.

    Ich finde es gut, das BB zurück zu den Wurzeln geht und die endlich wieder das machen, was sie am besten können…..Business-Smartphones mit ordentlichen Hardwaretastaturen und absolut toller Unternehmensintegration. So überlebt man dann vielleicht doch in der Nische, auch wenn die goldenen Zeiten vorbei sind. Und was den Preis angeht….430€ finde ich jetzt für die gebotene Ausstattung und Qualität nicht wirklich zu viel. Wer weniger ausgeben will, kann sich ja einen Q5 oder Q10 kaufen.

    Was lustig ist…..in UK ist die BB-Dichte unter den normalen Handynutzern erstaunlich hoch, wie ich erst letzte Woche wieder in Schottland festgestellt habe. Da sieht man bedeutend weniger Androiden und iPhones, als bei uns.

  19. @xlarge, vielleicht gehen dort die bei uns ausgemusterten Blackberrys hin 😀

  20. Wieso muss es immer ein super high end Prozessor sein? Am besten Octacore…

    Dieser ganze Hypetrain nervt langsam…egal auf welcher Tech Seite. Nur noch: wie, nur Full HD =fail oder „was, kein 5GHz Doppel Quadcore? Lahme Krücke“.

    Manches kann man einfach nicht ernst nehmen

  21. Wolfgang D. says:

    @Mike
    Das würde zeigen, dass die Briten doch noch mehr als einen Funken Vernunft besitzen.