Beats Powerbeats Pro ausprobiert

Im Oktober 2018 krempelte ich mein Leben um, achte bewusst auf die Ernährung, meinen Körper und mache seitdem regelmäßig Sport. In der Zeit passierte einiges, denn wenn man regelmäßig Sport macht, dann achtet man automatisch mehr darauf, mit welchen Werkzeugen man arbeitet. Früher habe ich mir nie Gedanken um die Schuhe gemacht, das sieht schon einmal anders aus heute – und auch die Bespaßung unterliegt anderen Ansprüchen.

Denn während früher ein normaler Kopfhörer reichte, so sieht es heute anders aus. Beim Laufen kannst du nur schwer On- oder Over-Ear nutzen, ich zumindest. Bisher im Einsatz: Die Apple AirPods. Funktionieren gut für mich, wobei ich beim Laufen natürlich ab und an nachjustieren muss, da sie sich irgendwann bei Bewegungen „lose ruckeln“. Deshalb war es toll, dass ich mal die Beats Powerbeats Pro ausprobieren konnte. Die wurden Anfang April 2019 vorgestellt und sind seit dem 31. Mai in Deutschland vorbestellbar – offizieller Marktstart ist dann am 7. Juni.

Im Lieferumfang der Beats Powerbeats Pro befindet sich neben den Hörern ein Case, ein Lightning-Kabel (USB-A passt an jedes Netzteil) sowie insgesamt vier Ohrstöpsel-Sets. Der eine hat eben kleinere Ohrmuscheln als der andere und will eben den äußeren Gehörgang passend abschirmen. Dafür sind die Stöpsel.

Die Powerbeats Pro kommen in einem Case daher, welches sie auch direkt lädt. Das haben sie mit den AirPods von Apple gemein. Aber: Durch die andere Bauform und den Akku ist das Case um einiges größer. Während man ein Akku-Case für die AirPods vielleicht easy in der Hosentasche platzieren kann unterwegs, so macht man dies bei den Powerbeats Pro eher nicht. Allerdings muss man hier auch den Anwendungsbereich sehen. Klar kann man die Powerbeats Pro ganz normal im nicht-sportlichen Leben nutzen, sie richten sich aber auch an Sportler, gerade durch die Tatsache, dass sie mit einem Bügel am Ohr befestigt werden, zudem gegen Schweiß und Wasser geschützt sind – für Schwimmer dürfte IP4 aber dennoch eher weniger etwas sein.

Die Ohrhaken der Powerbeats Pro sind fest sitzend, aber doch flexibel genug, um sich dem Ohr anzupassen. Den Tragekomfort auch über mehrere Stunden würde ich als sehr gut beschreiben, ich hatte keine Probleme mit schmerzenden Ohren oder sonst etwas. Die Hörer sitzen einfach gut und dämmen meiner Meinung nach schon im Modus ohne Musik gut den Gehörgang ab.

Die Bedienung der Powerbeats Pro kann natürlich über ein Smartphone erfolgen, doch gerade bei einem Training wird man dieses kaum in der Hand haben. Deshalb kann man – wie bei den neuen AirPods von Apple – Siri durch den H1-Chip befehligen etwas zu tun, alternativ und / oder bei Einsatz eines Android-Smartphones, kann man den Hörer über Buttons auf der Oberfläche bedienen.

Hier hat man einmal die Lautstärkeregelung sowie die Steuerung für die Musik. Die steuert man übrigens über nur einen Button, nämlich den mit dem „B“. Drückt man ihn einmal, so wird pausiert, ein Double-Tap springt zum nächsten Track und das dreimalige Ausführen springt einen Song zurück. Eingehende Anrufe? Kann man mit einem Longpress auf das „B“ ablehnen. Nimmt man die Hörer heraus, so wird pausiert, ein Einsetzen sorgt für das Abspielen. Falls ihr euch fragt, ob ihr lediglich einen Hörer nutzen könnt: Möglich. So echte Buttons? Wird jeder toll finden, der vielleicht schon einmal seine AirPods-Konfiguration vergaß, sofern er da überhaupt in die Bluetooth-Einstellungen schaute und was änderte.

Im Test beim Sport und am Schreibtisch machten diePowerbeats Pro eine gute Figur in Sachen Akku. Man gibt bis 9 Stunden an, das erreicht man auch, wenn man nun nicht die ganze Zeit auf der höchsten Lautstärkestufe hört. Und wenn es mal wirklich eng wird, kann man die Hörer in die Transportbox packen und dort ein paar Minuten lassen – dann hat man nach ca. 5 Minuten wieder Dampf für eine knappe Stunde Musik (nicht auf voller Lautstärke).

Wobei das wohl auch nicht das typische Szenario ist, denke ich. Ich selber packte die Powerbeats Pro nach dem Sport oder nach der Nutzung meistens in das Case, sie waren also eigentlich immer aufgeladen. Aber: Auch das Case hat natürlich nicht immer unendliche Energie, es lädt die Hörer nicht ganz 2x.  Anders gesprochen: Man spricht von mehr als 24 Stunden kombinierter Spielzeit. Was mir etwas fehlte, das war der detaillierte Indikator für einen Ladezustand des Cases. Klar, fällt das Case unter 40% Kapazität und die Hörer können nicht komplett geladen werden (sofern sie leer sind), so leuchtet es rot. Ein bisschen genauer wäre schön gewesen. Allerdings kann man unter iOS das Batterie-Widget nutzen, alternativ die Apple Watch. Abschließend gilt natürlich: Die Akkulaufzeit hängt von den Geräteeinstellungen, der Umgebung, der Nutzung und vielen anderen Faktoren ab.

Und natürlich ganz wichtig: Der Sound. Ich würde subjektiv sagen, dass dies die Beats-Kopfhörer sind, die in ihrer Klasse den besten Sound bisher haben. Es gibt Bass, aber nicht diesen übertriebenen und ich fand mich in fast jedem Genre gut aufgehoben musikalisch. Beats ist der „alten“ Bass-Phase entwachsen. Laut genug sind sie auch – wobei ihr natürlich nicht die ganze Zeit mit maximaler Lautstärke hören solltet – passt auf eure Ohren auf.

Die Abschirmung gegenüber der Außenwelt würde ich als gut bezeichnen, allerdings haben die Powerbeats Pro kein Active Noise Cancelling, stattdessen sorgt der hoffentlich gut bei euch sitzende Ohrhörer für das Abschirmen. Ich selber fand es draußen beim Laufen an unserem Bootsteich in der Nähe aber doch angenehm, auch bei Außengeräuschen, lediglich Wind bekommt man mit, wenn dieser direkt auf die Ohren kommt. Abschließend, subjektiv betrachtet: Sie klingen besser als Apple AirPods. Wobei man in dieser Preisklasse sicher auch drahtlose Kopfhörer findet, die noch besser klingen – die aber wohl nicht diesen Sportfokus und die Laufzeit bieten.

Nichts zu meckern? Das Case ist natürlich absurd groß, allerdings ist dies der Bauform der Powerbeats Pro geschuldet. Nix für die Hosentasche, aber auch kein großes Problem für Tasche oder Rucksack. Hätte bei einem Preis von 250 Euro vielleicht auch drahtlos sein dürfen. Obwohl die Powerbeats Pro auch für Android gedacht sind, hat das Case einen Lightning-Anschuss. Klar, man gehört zu Apple, hätte aber zu USB-C greifen dürfen.

Abschließend: Tolle Hörer, wobei ich sie halt im Fokus Sport / Fitness sehe. Sie sitzen fest und bieten sehr ansprechende Soundqualität, sowohl beim Laufen, beim Hanteltraining als auch am Punchingball, der bei mir auch herhalten muss.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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21 Kommentare

  1. Bernie0007 says:

    Caschy, danke für Deinen guten Review. Ich benutze die Apple EarPods auch zum Sport und muss sagen, dass sie für mich absolut ausreichend sind (fielen bis dato beim Laufen nicht raus). Ich empfinde den Preis der Beats Powerbeats Pro für meine gelegentlichen Einsätze schlicht weg als zu teuer. Aber das kann sicherlich jeder anders betrachten.

  2. Wirklich schade, durch den lightning Anschluss fallen die für mich als Android Nutzer aus dem Raster. Bin sonst genau nach sowas auf der Suche, danke für das gute Review.

    • Ist doch nur für das Aufladen des Cases, Kabel ist anbei. Hinten ist USB-A dran, passt an jedes Standardnetzteil.

      • ich finde ja die „männliche“ Steckerform von Lightning eh besser als die“weibliche“ beim USB C-Stecker, was doch sehr der Langlebigkeit zu gute kommt. Aber klar, als Androidianer eine Version mehr, die im Haushalt mitlebt.

  3. Kleine Textkorrektur:
    „… allerdings haben die Powerbeats Pro haben kein Active Noise Cancelling …“

  4. Hallo Caschy, ich hätte eine Frage: ist es möglich gleichzeitig eine Brille zu tragen oder verträgt sich das nicht mit den Bügeln hinter dem Ohr? Es wäre sehr hilfreich wenn du das (z. B. mit einer Sonnenbrille) einmal testen könntest. Vielen Dank schonmal!

  5. Ich kann aus dem direkten Vergleich die Tarah Pro von Jaybird empfehlen. Für mich vor allem die bessere Passform.

  6. Ich find die teile echt interessant. Bei mir halten seit einer OP an den Ohren keine earbuds mehr. Von den AirPods mal ganz zu Schweigen. Die fallen instant raus. Da müssen es schon mindestens mal in-Ears sein. Wobei auch da gibt es solche und solche. Wenn ich auf Nummer sicher gehen will müssen es schon „Bügel“-Kopfhörer sein. Hast das Telefonieren mal getestet oder hab ich das überlesen?

  7. Klaus Mehdorn Travolta says:

    Interessanter Artikel.
    Spannend wird auch hier dann der Langzeittest der Akkus. Wie ‚gut‘ sind die noch nach 1 1/2 – 2 Jahren.
    Hab vorhin nochmal das aktuelle Video dazu (AirPods) vom Technikfaultier angesehen, das hört sich ja wirklich nicht gut an…

    • Hab ich auch gesehen. Schon krass wie viel Geld da mal so eben weg ist. Man könnte schon fast von Verbrauchsgegenstand sprechen

  8. Patrick B. says:

    Ich finde die Beats klasse von der Optik und der bessere Halt ist natürlich grade beim Sport super.

    Für mich sind sie aber leider nix da ich beim Biken definitiv immer mit Sonnenbrille fahre und da stören wohl mit ziemlicher Sicherheit die Bügel der Beats :/

  9. @Caschy, ich les hier schon locker 7–8 Jahre mit, mal mehr mal weniger intensiv, aber immer gern.
    Und ich muss sagen, du siehst wirklich fit aus mittlerweile. Gut für dich 🙂

  10. gregorius says:

    Kann man die Akkus tauschen?
    Oder wird das genau so ein Sondermüll wie die Airpods?

    Danke für den Tragetest, aber ohne tauschbare Akkus kommt mir so ein Kram nicht ins Haus.

  11. Hallo Carsten, ich schätze dich und deine Kollegen sehr und bin täglich mehrmals auf euer Seite, kann aber deine Meinung zu den Powerbeats Pro absolut nicht teilen. Abgesehen von der Passform, die für mich nichts ist (drückt, wird nach 15 Min. unangenehm), kann man über den Sound nun wirklich nichts Gutes sagen. Der ist wirklich dünn und reicht nicht im Ansatz an z. B. die kabelgebundenen AKG Kopfhörer ran, die dem Galaxy S8 damals beilagen. Alles in allem glaube ich, dass klanglich im Moment für mich nichts auf dem Markt ist, was kabellos akzeptabel wäre. Ich hoffe, das wird sich bald ändern…euch mit euer Webseite weiterhin alles Gute…ihr macht einen klasse Job!

  12. Christian says:

    Hallo Carsten, ich habe mit einem iPhone nun schon mehrere True Wireless Kopfhörer getestet. Darunter als letztes den Creative Outlier Air. Mein Problem dabei ist oftmals, dass die minimale Eingangslautstärke für mich um leise Musik nebenbei, z.B. beim Arbeiten zu hören, meist zu hoch ist und durch die ständige Lautstärkesynchronisation von iOS zwischen iPhone und Kopfhörern keine feinere Lautstärkeeinstellung nach unten möglich ist. Mit einem weiteren Klick nach unten schaltet man, egal ob am iPhone oder am Kopfhörer, die Kopfhörer auf stumm. Mit Android-Geräten besteht dieses Problem scheinbar nicht nach meinen Tests. Wie verhält es sich bei diesem Kopfhörer? Vielen Dank vorab für das Feedback.

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