BBC Micro Bit: 1 Million Schüler in Großbritannien sollen Programmieren lernen

BBC, Microsoft und andere Partner haben sich zusammengetan, um aus britischen Schülern Programmierer zu machen. Ermöglichen soll dies der BBC Micro Bit Computer, eine 4 cm x 5 cm große Platine mit diversen Sensoren und einer programmierbaren Anzeige aus 25 LEDs. Diese Mikrocomputer werden ab Herbst an bis zu eine Million Schüler der Jahrgangsstufe 7 (11 – 12 Jahre) in Großbritannien verteilt. Die Schüler sollen so nicht nur lernen, einen Computer zu benutzen, sondern auch, wie man ein Programm erstellt.

MicroBit_Simulator

Aber die Schüler bekommen nicht einfach die Hardware in die Hand gedrückt und müssen dann schauen, wie sie damit zurechtkommen. Es wird Online-Code-Editoren geben, außerdem erhalten Lehrer quasi ein All-in-One-Paket, um mit den Schülern zusammen diverse Projekte zu erarbeiten. Aus dem Micro Bit lässt sich zum Beispiel ein Metalldetektor erstellen, eine Fernbedienung für einen DVD-Player oder auch ein Game-Controller mit zwei Buttons.

MicroBit

Das Ziel ist eben, den Schülern nicht nur die Anwendung der Geräte beizubringen, sondern ihnen eben auch zu vermitteln, wie so etwas entsteht. Vielleicht wird durch solche Aktionen ja die Lust der Schüler geweckt, sich in Richtung Programmierung zu entwickeln. Starke Aktion von allen Beteiligten, auch von den Lehrern, die den Spaß ja mitmachen müssen / dürfen. Wenn man sich da im Vergleich mal anschaut, was in deutschen Schulen in Sachen IT für 11 – 12-jährige veranstaltet wird…

Wer ausführlichere Informationen zu Micro Bit und der passenden Software möchte, wird sowohl bei BBC als auch bei Microsoft fündig.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

9 Kommentare

  1. Es ist einfach peinlich was in deutschen Schulen in Sachen Elektronik/IT geboten wird.
    Meine Schwester ist auf dem Gymnasium und sie Lehrer nennt den Browser „Brauser“, statt was richtiges zu lernen machen die nichts ordentliches.

  2. @petr,

    was ist denn richtig und was ist nichts ordentliches?

    —-

    Ich für meinen Teil kann mich nicht beschweren. Zwar hatte ich Informatik erst ab der 11. Klasse, aber was solls? Ich lerne doch (in der Regel) in der Schule auch nicht, wie ich einen Schrank baue oder eine Hose nähe.
    Ich halte das theoretische Rüstzeug wie Mathematik, Naturwissenschaften, Fremdsprachen und Geisteswissenschaften als Basis für wichtiger. Allen voran Mathematik.
    Sinnvoll wäre dann eher ein Fach wie Medienkompetenz.

    Und: Warum man zum Programmieren lernen etwas anderes braucht als einen PC / Mac verstehe ich auch nicht. Wozu dieses Microcontrollerzeug? Das hat mMn viel zu viel Overhead.

  3. @Erik:

    > Ich lerne doch (in der Regel) in der Schule auch nicht, wie ich einen Schrank baue oder eine Hose nähe.

    Ich weiss nicht, wie das bei euch in Deutschland ist, aber hier in der Schweiz ist Textiles Werken und handwerklicher Unterricht einige Jahre lang Pflichtfach und später Wahlfach. Wenn ich mich richtig erinnere, waren die im ersten Jahr des Wahlfachs (Textiles Werken) dann so weit, dass sie selber Kleider nähen konnten. Im Pflichfachteil haben wir ein wenig gehäkelt und andere einfache Sachen gemacht. Ich hab noch ein Jahr weiter handwerklichen Unterricht gemacht, da haben wir aber viel nutzloses Kunstgedöhns gebaut. Aber immerhin ein wenig etwas gelernt.

    Das wird auch das Ziel dieser Unterrichtseinheit sein – die müssen ja nicht lernen, mit Multithreading oder objektorientiert zu programmieren, oder wirklich nützliche Programme zu schreiben, aber ein wenig Grundwissen, wie man auf Knopfdruck eine LED zum Blinken bringt, ist sicher nicht das Falscheste.

  4. @dvizard,

    danke für deine Einsichten 😀
    Hier in Deutschland ist das nicht sehr weit verbreitet.
    Aber ich gebe dir Recht, ein bisschen Handwerk – ob Programmieren oder Nähen – in der Schule könnte zur Identitätsbildung der Schüler sinnvoll sein.

  5. > Wozu dieses Microcontrollerzeug? Das hat mMn viel zu viel Overhead.

    Ich bin da gegenteiliger Meinung. Ich programmiere seit kurzem Arduinos, nach Jahren von C++, PHP und MySQL, R, und anderen High-Level-Sachen. Ich finde es ziemlich lehrreich, dass man sich beim Microcontroller um alles selber kümmern muss und nicht das Betriebssystem die ganze Arbeit erledigen lassen kann. Da ist viel weniger „Magie“ dazwischen, die einfach „macht“ (obwohl das beim Arduino durch die Haufen Libraries auch schon stark vereinfacht wurde, aber ich hab mal einen PIC mit Assembler programmiert, da wird einem dann echt nichts mehr abgenommen.)

    Kann mir auch vorstellen, dass die Kids es wenig motivierend fänden, auf einem schönen farbigen Computersystem mit Fenstern und Bildern ein Programm zu schreiben, das man dann auf der Kommandozeile ausführt. Da ist ein Microcontroller aus didaktischer Sicht vielleicht sinnvoller.

  6. @dvizard,

    ich finde das viel undurchsichtiger mit den ganzen Bibliotheken. Außerdem ist das wie ich finde nicht „repräsentativ“ für die Tätigkeit Programmieren.

    Sinnvoller wäre es meiner Meinung nach, ein paar Paradigmen kennenzulernen und dann mit einer einfachen Sprache wie Python zu beginnen. Aber genau das ist auch mein Punkt gewesen – ohne theoretische Grundlagen ist das für die Katz.

  7. @Erik,
    Ich bin Elektroniker, und es hätte mir um einiges geholfen, wenn man in der Schule mehr beigebracht bekommen hätte.
    Die Rechner in der Schule taugen meist nicht viel, von den Kompetenzen (der älter werdenden) Lehrern ganz zu schweigen. Wenn man in der Elektroniker Ausbildung ist und der Elektronik Lehrer nicht mal einen Beamer anbekommt sollte man sich schon Gedanken machen.
    Zu den Mikrocontrollern, Kindern reicht es nicht einfach nur auf einem Bildschirm das Typische Hallo Welt zu sehen, man muss es jemanden schmackhaft machen in dem einfach und schnell was erreicht wird 😉 und nur so lässt sich auch auf dauer interesse wecken. Klar gibt es dann welche die damit nichts anfangen können. Aber ich denke, in Deutschland wäre das sicher auch nicht schlecht was die in England gemacht haben,
    und wenn man das hier macht, dann sollten das nicht nur Gymanisien machen, sondern alle Schulen.

    @dvizard,
    ja, kann ich voll nachvollziehen, aber den PIC habe ich in der Schule immer gehasst ^^
    meinen letzten informationen zufolge, habe man vor den PIC aus dem Elektronikfach zu nehmen und in der Ausbildung durch einen Arduino zu ersetzen.

  8. In mehreren Bundesländern wird Informatik als Pflichtfach gerade abgeschafft.

  9. Oder die Schüler müssen in der Sek. 1 wählen, ob sie Wahlpflicht Sprachen machen (notwendig fürs Abitur) oder Informatik. Beides geht nicht.