Bambu Lab X1 Series: 3D-Drucker mit Lidar kann auch mehrfarbig drucken

Neue 3D-Drucker werden von diversen Herstellern regelmäßig vorgestellt. Bei der X1 Series von Bambu Lab darf man aufgrund diverser, technischer Schmankerl hellhörig werden. Besagtes Modell will der Hersteller nun über eine Kickstarter-Kampagne ins Rennen schicken.

Der Bambu Lab X1 bietet einen Druckraum von 256 x 256 x 256 mm. Entsprechend bietet man da auch genug Platz für das Gros an Projekten – größer geht dennoch. Angetrieben wird der 3D-Drucker von einem Quad-Core-SoC sowie einer Dual-Core MCU mit 32-bit. Der SoC bietet zudem eine NPU für AI-Anwendungen – später dazu mehr.

Auto-Bed-Leveling ist im 3D-Druck-Segment keine Neuerung mehr. Doch der Bambu Lab X1 Series zieht neben Drucksensoren auch Lidar heran. In Sachen Druckgeschwindigkeit liefert man laut Papier eine Geschwindigkeit von 500 mm in der Sekunde. Den Druckkopf beschleunigt man auf bis zu 20.000 mm pro Quadratsekunde – das dürfte eine Ansage sein. Und sonst so? Man setzt bei der x-Achse auf ein Carbon-Gestell – das schlägt sich im Gewicht von 184 Gramm nieder. Auch bei diversen Zahnrädern im Inneren setzt man auf Carbon-überzogenen Stahl. Der Druckkopf bringt 574 Gramm auf die Waage.

Bedient wird das System über einen 720p-LC-Touchscreen. Alternativ kann man Remote über die Bambu-Labs-App drucken. Im Druckraum ist zudem eine Kamera verbaut, die einen Livestream oder auch Timelampse-Aufnahmen ermöglicht. Der Bambu Lab X1 setzt auf 43 Sensordaten, die in Echtzeit ausgewertet werden. Unter anderem sei ein Sensor für die Kammer-Temperatur (von bis zu 60 Grad) verbaut sowie ein Filament-Sensor sowie -Odometer.

Mittels Automatic Material System (AMS) bietet man einen Druck mit mehreren Farben bzw. Materialien. 16 Farben seien da möglich, wobei ich da zu wenig drinstecke, wie man das nun mit den 4 Filamentrollen ermöglicht. Das Filament wird über einen RFID-Chip erkannt. Gedruckt wird mit einer Maximaltemperatur von 300 Grad über ein vollständig metallenes Hotend. Beim Heat Bed sind es 120 Grad. Als Druckmaterialien lassen sich unter anderem PLA, PET und ABS, aber auch kohlefaserverstärktes Nylon, PC, HIPS und ASA heranziehen. Bambu Lab wirbt damit, dass das Support-Material sich einfach entfernen lasse. Mittels Carbon-Luftfilter wird zudem die Luft beim Druck gereinigt.

Lidar dient einer „Mikrometer-genauen“ Kalibration. Mittels KI überprüft man da beispielsweise die ersten Layer und man sei auch dazu in der Lage „Spaghetti Monster“ zu identifizieren. Dies soll es erlauben, den Drucker auch über Nacht und unbeaufsichtigt „sein Ding machen zu lassen“. Über die App bekommt ihr neben einem Videofeed auch entsprechende Benachrichtigungen.

Wie üblich der Hinweis, dass solch ein Kickstarter-Projekt auch scheitern kann. Das Wagnis dürfte aber kein allzu großes sein. Die Drucker werden nach Angaben des Herstellers bereits produziert und dürften bereits kurz nach Ende der Kampagne verschickt werden – das große Bibbern, Bangen und Warten dürfte also ausbleiben. Bereits im Juli 2022 sollen die ersten 3D-Drucker verschickt werden.

Solltet ihr nicht abgeneigt sein zuzuschlagen, dann werden für den Bambu Lab X1 als Early Bird 699 US-Dollar bzw. 799 US-Dollar bei Kickstarter fällig. Später soll dieser für 999 US-Dollar in den Handel gehen. Für die X1-Carbon-Edition müsst ihr tiefer in die Taschen greifen, da werden 849 US-Dollar als Early Bird bzw. 949 US-Dollar über Kickstarter fällig. Jener soll später dann für 1.199 US-Dollar über die Ladentheke wandern. Das Automatic Material System bedarf einer Zuzahlung, da stehen diverse Combos bereit.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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13 Kommentare

  1. Die Kampagne habe ich auch schon gesehen. Naja, abwarten. Ich bezweifle, dass die Werte in der Realität so aufs Druckbett kommen was Geschwindigkeit betrifft. Das sind „bis zu“ Werte. Man muss ja erstmal genug Filament schmelzen und das muss auch entsprechend gefördert werden. Ob LIDAR und AI die großen Heilsbringer sind?
    Qualität des Druckers und damit Langlebigkeit muss man auch abwarten. Bei Prusa im ähnlichen Preisbereich verbaut man qualitativ hochwertige Teile, die kosten einfach dementsprechend. Jetzt noch mehr Technik samt Gehäuse reinpacken bei hoher Qualität ist sportlich.
    Und wenn man druckt ist ja nicht die erste Schicht das Problem. Es sind viele andere kleine Dinge, die da reinspielen wie Flow, Retraction, Esteps, Temperatur, Filamentdicke… vieles davon darf man über die Zeit, ja teilweise pro Filament, immer wieder neu einstellen. Halt es da, ist die erste Schicht und Leveln das kleinere Problem, wobei man das dann noch falscher einstellt…
    Ich lasse mich gerne eines besseren belehren wenn das Ding in freier Wildbahn getestet wird.

    • Seh ich genau so, Papier ist erstmal geduldig…….

    • Ich habe den X1-Carbon mit AMS als Early Bird gesichert. Es gibt schon viele Videos dazu, was der Drucker in freier Wildbahn zu leisten imstande ist.
      Das Team besteht übrigens aus Ingenieuren die ehemals in hohen Positionen bei DJI tätig wären. Die Jungs wissen was sie da machen.
      Das kann ein echt großer Step werden, den der 3D-Druck Markt damit nimmt. Endlich eine Weiterentwicklung statt tausender weiterer Klone.

    • möglicherweise solltest du dir einige reviews des preview samples auf YT ansehen, darauf wird eigentlich alles eingegangen und die geschwindigkeiten sind wirklich hoch. war anfangs auch skeptisch, bin jetzt sehr gespannt!

      • Youtube ist genauso geduldig wie Papier. Irgendwelche Ergebnisse von Influencer-Tests sagen überhauot nichts über die Alltagstauglichkeit aus. Es gab schon so viele Wunder 3D-Drucker die dann ganz schnell wieder in der Versenkung verschwunden sind.
        Das Ganze klingt bei dem Preis einfach zu gut. Ich wünsche allen Käufern, dass es so ist, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass die Realität bei derartigen Dingen leider meist eine andere ist.
        Ich bin nun seit etlichen Jahren im 3D-Druck Bereich unterwegs (auch mit etlichen Selbstbaudruckern). Bei 500mm/s muss schon ein sehr hoher Durchfluss realisiert werden, was dann aber wieder zu ganz anderen Problemen führt. Dann noch entsprechend Hohe Jerk und Acc-Werte, die aber auch gleich wieder negative Auswirkungen mitsich bringen. Interessant wäre welche Ansteuerung der Steopermotoren zum Einsatz kommt, denn bei derartigen Geschwindigkeiten kann es eigentlich nicht mehr „klassisch“ sein.
        Die Lidar-Geschichte klingt zwar net, braucht man aber nicht, wenn man ein vernünftiges dickes Alu-Druckbett einsetzt, welches von sich aus plan ist. Dann muss man da anschließend beim Drucken nichts schön rechnen, was auch wieder Nachteile mitsich bringt.

        Erst sie Realität wird zeigen was der Drucker wirklich kann und da bin ich mehr als skeptisch. Aber hoffentlich liege ich falsch.

  2. Also die Geschwindigkeit ist ja echt mal ’ne Ansage und verdoppeln den Wert vom Anker Make, der neulich ja auch schon sehr erfolgreich durch Kickstarter gelaufen ist, nochmal. 500 mm in der Sekunde sind ein halber Meter – wie das sauber klappen soll ist mir ein Rätsel.

  3. „Das Filament wird über einen RFID-Chip erkannt.“ – aha, ich würde schon einen Kasten Bier drauf wetten, das man nur Filament vom selben Hersteller nutzen kann.

    • Den Kasten hast du verloren
      Zum eines sind die Rollen mit den Chips wiederbefüllbar und zum anderen gehen auch alle anderen, nur werden deren Parameter eben nicht automatisch eingestellt

  4. RFID in den Rollen, da weiß man doch schon wohin das geht. Verdient wird dann über das günstige Material im Verkauf. Wenn man Pech hat wird die Unique RFID nachdem die Rolle leer gedruckt wurde gesperrt und man kann sie kein zweites mal einsetzen. Also einfach Material umspulen (was sowieso nicht sinnvoll ist) geht dann auch nicht. Viel unnütze Technik die streiken kann, das braucht man im Heimbereich mal überhaupt nicht. Ob sich die restliche Technik (Lidar) im Einsatz bewährt wird sich zeigen, wenn ja dürften dann einige Hersteller ziemlich schnell mit Nachrüstkits auf dem Markt sein.

    • Wenn ich mich richtig erinnere wird beim 3D Printing Nerd erwähnt das man zu einem nicht die Rollen vom hersteller verwenden muss und das man die Kasetten auch selbst wiederbefüllen und labeln kann.

  5. 16 Farben/Materialien gehen über die Kombination von vier AMS

  6. Markus M. says:

    Fast zu Gut um für den Preis das versprochene bieten zu können.

  7. Krass sind hier viele Hater 🙂

    Ich glaube der Drucker ist durchaus ein Schritt in die richtige Richtung und wenn der nur 350mm/s druckt ist das auch nicht schlecht.

    Der Punkt ist eher der: Der Einstieg in die Welt der 3D Drucker wird sehr stark vereinfacht durch solche Drucker. Nicht jeder hat Zeit und Lust sich damit so stark zu beschäftigen, dass er das Ding auch selber bauen kann.

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