Ausprobiert: Zagg Pocket, Tastatur für Smartphones & kleine Tablets

Der Zubehörmarkt ist ein großer – und so findet man zahllose Lautsprecher, Halterungen und sogar Tastaturen für Smartphones vor. Eine dieser Tastaturen konnte ich in den letzten Wochen einmal ausprobieren. Hierbei handelt es sich um die Zagg Pocket, die sich für Tablets, Phablets und Smartphones eignet.

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Das System ist ihr eigentlich egal, denn via Bluetooth verbindet sich die Tastatur mit Android, iOS und Windows. Viel muss man da zur Kopplung logischerweise nicht schreiben, über die Bluetooth-Funktion des jeweiligen Systems koppelt man die Tastatur an, die fortan genutzt werden kann, um Buchstaben in das System zu hacken.

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Das macht man typischerweise bei Tablets nicht beim Surfen oder beim kurzen Chat, sondern eben, wenn man längere Texte formulieren will. Beim Zagg Pocket handelt es sich um ein faltbares Keyboard mit Akku, welches sich laut Anbieter für Geräte bis zu 8 Zoll geeignet ist. Die eigentliche Tastatur ist dabei in zwei Teile unterteilt, was dem Falten dient. Klappt man die Tastatur zusammen, so hat man halt ein recht dünnes, langes Etwas, was sich schnell in der Tasche verstauen lässt (23 x 6 x 1,5 cm bei 195 Gramm Gewicht).

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Hat man die schwarze Tastatur also ausgeklappt und mit dem Smartphone oder Tablet verbunden, dann kann das Schreiben losgehen – theoretisch kann man dies bis zu zwei Jahre machen, denn so lange hält der wiederaufladbare Akku der Tastatur nach Angaben des Herstellers. Diese Aussage konnte ich in den letzten Wochen natürlich nicht auf Wahrheitsgehalt überprüfen, da ich den Akku nicht leeren konnte. Wie es um den Akku bestellt ist, kann der Besitzer der Tastatur allerdings einsehen, da es hier eine Tastenkombination gibt, die den aktuellen Akkuzustand verrät. Muss man dann aber dennoch aufladen, dann kommt hier ein microUSB-Kabel zum Einsatz, welches sich im Lieferumfang befindet.

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Einen dedizierten Schalter zum Ausschalten hat die Tastatur nicht, sie springt an, wenn sie auseinandergeklappt wird, sodass der Nutzer gleich loslegen kann.Doch wie tippt es sich auf einer solchen Tastatur? Hier kann ich eigentlich nur mit meiner subjektiven Meinung ins Blog gehen – obwohl ich schon auf einer kleinen Tastatur am Rechner arbeite, ist mir die Zagg Pocket zu fitzelig. Ja, man gewöhnt sich an das kleinere Layout, aber die besonders kleinen Umlaute machten mir schwer zu schaffen, wie auch die Enter-Taste, die nicht größer ist als ein normaler Buchstabe.

Wie erwähnt: man kann sich sicherlich dran gewöhnen, sollte aber mehr Zeit einplanen als am normal großen Keybord. Dennoch bin ich auf der Zagg Pocket natürlich wesentlich schneller unterwegs als mit dem Tippen auf dem Display. Voraussetzung für den Einsatz des Keyboard scheint eine stabile Unterlage – ein Tisch beispielsweise.

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Auf den Knien fand ich die Tastatur unmöglich nutzbar, während man auf dem Schreibtisch keine Probleme hatte, auch das Schauen auf das Gerät war kein Problem, das Zagg Pocket bietet da zwei Neigungswinkel. Ja, es handelt sich um eine faltbare Tastatur, die leicht und mobil sein soll – aber etwas störte mich massiv. Das Keyboard wirkt nicht ganz rustikal beim Anschlag auf die Tastenreihe, die den mittleren Teil des Zagg Pocket darstellt. Dies mag daran liegen, dass man genau hier die Teilung hat um das Keyboard zusammenzuklappen. Dies sorgte dafür, dass das Keyboard in diesem Bereich immer nachwippte, wenn man tippte – ich persönlich empfand das als störend.

Kurzfazit? Ich persönlich konnte mich nach der Einarbeitungszeit recht flott auf dem Zagg Pocket zurechtfinden, hier aber nicht 10 Finger einsetzen, sondern derer lediglich zwei, da ich mich blind nicht an das Layout und die extrem kleinen Umlaute gewöhnen konnte, zudem empfinde ich die Enter-Taste als zu klein. Ja, man ist definitiv schneller unterwegs, wenn man das Zagg Pocket einsetzt, man sollte hier aber auf einen stabilen Untergrund achten.

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Meines Erachtens hätte man auch den Mittelteil der Tastatur etwas versteifen können, das Nachwippen könnte doch einige Nutzer stören. Letzten Endes empfinde ich auch den Preis des Zagg Pocket als etwas zu hoch, denn der Hersteller verlangt um 74 Euro dafür. Schön dass es Nischenlösungen für den Einsatzbereich gibt – ich für meinen Teil bin froh, wenn ich unterwegs Platz für mein Notebook finde und auf dessen Tastatur tippen darf.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

10 Kommentare

  1. Halte ich auch für eine Nischenlösung. Wer schleppt denn schon so einen 23 cm langen Barren permanent mit sich rum? Das ist doch nicht dauerhaft für die „Pocket“.

    Und für den Rucksack gibt’s genug andere Lösungen.

  2. @Orbis Und deutlich preiswertere. Ich habe eine von HAMA und die ist unerwartet gut. Ich meine sie hat um die 20 Euro gekostet.

  3. Mir fiel die Microsoft Foldable Tastatur wieder ein: laut MS Seite ‚Available in late July‘.
    Bei Amazon.com geguckt, wird angeblich dort ab 20. Juli verfügbar sein. Teurer ist die Microsoft Tastatur schon, aber hoffentlich (deutlich) kleiner und etwas leichter.
    Mal schauen…..

  4. würde man wieder Smartphones mit Schiebetastatur bauen wären Smartphones auch wirklich welche!

  5. Ich nutze die Logitech mit dem 3 Geräte switch. Ist zwar nich ganz so mobil aber spart 2 Geräte daheim

  6. Patrick Bateman says:

    Empfehle MS Wedge – kann man auch mit dem Desktop betreiben und sieht nicht schlechter, als ne MAC Tastatur aus. Ist 95 bis 98 Prozent vollwertig – kann da bilnd drauf tippen und zusammen mit mms Arc Mouse kann man das einhändig auf den Nachtisch oder Sofa legen. Mit dem Handy gekoppelt kann man es auch von innen in die Sakkotasche stecke – nehme das Portmonaie als Ständer, wobei ich bei flexkey immer flinker werde. Key Element ist aber, wenn man produktiv sein will, sollte man auf Lernkurven setzen und nicht jede 1-2 Jahre zu wechseln. https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/ab/50/40/ab50400f499be5d36e2ba9ad7377b40c.jpg

  7. FriedeFreudeEierkuchen says:

    @ABC: Selbst auf der kleinen Tastatur meines Motorola Milestone konnte ich schneller tippen als auf einer Bildschirm-Tastatur auf meinem Galaxy Note im Querformat. Meine Tippgeschwindigkeit hat vom haptischen Feedback profitiert. Vor allem: mit einer Hardware-Tastatur bleibt viel mehr Bildschirm frei. Auf dem Milestone sehe ich von meinem Dokument mehr, als auf meinem Note.
    Ich würde mir, trotz klobigem Äußeren, ein Phablet mit Tastatur wünschen. Da das ein extremes Nischenprodukt wäre, gerne auch eine Zubehörtastatur im Style der Flip-Cover.

  8. Weitere Alternativen mit Smartphone-/Tablethalterung:

    Logitech Keys-to-Go (entweder iOS oder Android/Windows-Variante, ab ca. 60€)
    Microsoft Universal Mobile Keyboard (durch OS-Switch sowohl unter iOS, Android und Winows nutzbar, ab ca. 47€)

  9. @paubolix: Ja, meine von Anker hat auch nur ca. 20 EUR gekostet. Steht sehr stabil und hat ein gutes Tippgefühl. Ist halt nicht klappbar und kein Tabletständer, aber dafür habe ich was besseres.

  10. @Orbis Tabletständer brauche ich nicht, bzw. ich brauche auch eine schräge Halterung ohne Tastatur. Habe mir die Anker angesehen, ist wie die Hama, scheint genau so gut zu sein. Bestelle ich mir für’s Büro. Ich verstehe nicht, wie man > 60 Euro für sowas ausgeben kann.