Ausprobiert: Google Chromecast Audio

IMG_9799Es ist noch nicht lange her, da stellte Google seine neuen Chromecast-Lösungen vor. Darunter auch Chromecast-Audio, eine Lösung, die dumme Lautsprecher smart machen soll. Lösungen dieser Art finde ich seit Jahren äußerst sympathisch, Google ist mit Chromecast Audio beileibe nicht der erste Hersteller. Zahlreiche Bluetooth- und WLAN-Lösungen gibt es bereits auf dem Markt, zudem kam Google schon mit dem Protokoll Google Cast ums Eck, welches von Herstellern wie LG und Samsung auch in Lautsprecher-Lösungen implementiert wurde, aus meiner Beobachtung heraus aber nicht sonderlich erfolgreich. Ich selber setze seit Jahren auf die Sonos-Lösung, nennen aber auch einen Bluetooth-Lautsprecher mein Eigen, wenn ich mal unterwegs bin. Zu Testzwecken habe ich mir dennoch einmal einen Chromecast Audio gekauft.

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Die Hardware:

Chromecast Audio verbirgt sich in einem winzigen Gehäuse. Dieses beherbergt zwei Anschlüsse, zum einen der Anschluss für den Klinkenstecker, auf der anderen Seite findet man den microUSB-Anschluss für das Netzteil vor. Einen Akku hat das Gerät mit seinen kompakten Maßen verständlicherweise nicht.

Im Lieferumfang enthalten ist nicht nur Chromecast Audio, sondern auch das Netzteil, das microUSB-Kabel und der Klinkenstecker. Diesen kann man in einen aktiven Lautsprecher stöpseln, alternativ kann man auch mit einem Klinke-auf-Cinch-Stecker den Chromecast Audio-Dongle am Verstärker eurer Wahl anbringen und so die komplette Anlage smart machen (optional via Mini-TOSLINK-TOSLINK-Verbindungskabel (optisch)).

Die Einrichtung:

Habt ihr Chromecast Audio mit Strom und einem Anschluss an eine unterstützte Audioquelle verbunden, so kann eingerichtet werden. Das geht in wenigen Augenblicken, wie meine Screenshots verraten. Via Chromecast-App wird das Gerät mit eurem WLAN verbunden, zudem kann der Gastmodus aktiviert werden, zu diesem später mehr.

Erstes Setup

Erstes Setup

Man muss ganz Ohr sein

Man muss ganz Ohr sein

Und fertig...

Und fertig…

Die Nutzung:

Einige Apps unterstützen bereits Chromecast Audio, darunter nicht nur die üblichen Android-Apps wie Google Music und YouTube, sondern auch Spotify und TuneIn. Dies ist übrigens auch auf der iOS-Plattform der Fall. Ab in die App – in meinem Falle Spotify – und den erkannten Chromecast als Audioquelle nutzen. Wer mag, der kann übrigens Spotify auch am Rechner nutzen und Chromecast als Quelle nutzen.

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Wenig verwunderlich: auch YouTube wird unterstützt, hat aber hier auch die Sperre, dass bei deaktiviertem Bildschirm kein Ton mehr abgespielt wird. Trotz offizieller Unterstützung versagt TuneIn bei mir übrigens den Dienst, hier ist von einem nicht unterstützten Format die Rede.

Ohne Titel

Der Gastmodus:

Chromecast Audio unterstützt einen Gastmodus. Dies bedeutet, dass eure Gäste einen bei euch im Haushalt befindlichen Chromecast mitnutzen können – ohne dabei in eurem WLAN angemeldet zu sein. Hierfür wird der Standort des Chromecast und der eures Gastes genutzt. Damit witzige Leute nicht vor eurer Haustür stehen und euch mit Helene Fischer bespaßen, ist das Ganze mit einem Pin versehen, der von eurem Gast zur Authentifizierung eingegeben werden muss. In der Nähe des Lautsprechers sollte übrigens kein Pin vom Gast gefordert werden, denn Chromecast Audio überträgt einen kurzen, nicht wahrnehmbaren Ton, um die Kopplung mit dem Gast durchzuführen.

Enttäuschend: wie einige Nutzer im Netz war es auch mir nicht komplett möglich, den Gastmodus zu nutzen. In den Routereinstellungen habe ich soweit alles freigegeben, dennoch war nach langen Versuchen keine Möglichkeit gegeben, sich via Android-Smartphone (mit drei verschiedenen getestet) mit dem Chromecast Audio zu verbinden – wohl aber einmal von iOS aus.

Derber Punktabzug und bei Auftreten des Fehlers sicherlich ein Ärgernis für Nutzer, die diese Funktion nutzen wollen. Lediglich bei Konfiguration des Chromecasts im Gast-WLAN war dieser nutzbar, erlaubte es dem Gast-Gerät aber auch, die vollständige Konfiguration zu übernehmen. Will man nicht. Wichtig zu wissen: Eigentlich soll es so laufen, dass nicht einmal ein WLAN beim Gast vorausgesetzt wird.

Kurzzeitiges Zicken:

Während meines Ausprobierens kam es anfangs zu Fehlern. So wurde von einem Android-Gerät übertragene Musik auch nach dem Stoppen des Players weitergespielt, was nicht hätte sein dürfen. Ebenfalls begrüßte mich der Chromecast Audio einmal mit einem erneuten Einrichtungswunsch – obwohl er bereits eingerichtet war. Nach einer kurzen Wartezeit fing er sich dann wieder und wartete mit den Einstellungen aus dem initialen Setup auf. Wichtig zu wissen: Will man aus irgendeinem Grund den Chromecast Audio auf die Werkseinstellungen setzen, so kann man dies über die App machen, alternativ kann man den Reset-Knopf am Chromecast selber für ein paar Sekunden drücken.

Gast verbindet sich - wenn es denn mal klappt

Gast verbindet sich – wenn es denn mal klappt

Abgesehen von den Fehlern, die bei mir auftraten (dies bei euch aber nicht müssen): für die Summe von 39 Euro eine interessante Sache, um alten Lautsprecher und Stereoanlagen einen Hauch Digitales zu verpassen. Ich denke dabei beispielsweise an Nutzer wie meinen Schwiegervater, der zwar auch einen Bluetooth-Lautsprecher sein Eigen nennt, aber auch noch eine klassische Anlage.

An dieser kann er für kleines Geld Chromecast Audio anschließen und bekommt so mit seinem Smartphone oder Tablet eine digitale Fernbedienung in die Hand gedrückt, über die er nicht nur die Lautstärke regeln kann, sondern auch zum Programmchef wird. Das alles, ohne die Anlage selber zu bedienen, alles mobil überall dort, wo er sich in seinem WLAN aufhält.

Auch für Menschen mit Multiroom-Ambitionen könnte Chromecast Audio in Zukunft etwas sein, soll die Lösung doch in naher Zukunft fit für Multiroom gemacht werden. Lautsprecher mit gutem Preis- Leistungsverhältnis vorausgesetzt, könnte man sich so ein Setup bauen, welches vielleicht nicht den Komfort von Sonos, Bose und Co bietet – wohl aber preislich unter diesem liegt.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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49 Kommentare

  1. Gibt es eigentlich eine Möglichkeit die Musik von iTunes vom PC über den Chromecast zu streamen? Allgemein stellt sich mir die Frage wie man lokale Dateien am besten streamen kann.

  2. Kann mich nur wiederholen. Äußert ärgerlich. Spotify Connect Anbindung funktioniert via Sonos:connect ja immer noch nicht. Und der kostet mal locker das 10fache. Fühlt man sich schon…

  3. schließe mich Peters Frage an…wäre schon klasse, wenn es da was gäbe (z.B. einen Treiber unter Win oder Mac, der den Ton auf so einen Chromecast Audio ausgibt) 🙂

  4. Habe ich es überlesen oder hat der wirklich keinen Toshiba Link Ausgang?

  5. lokale Medien an den chromecast streamen macht sich am besten mit plex.
    ob bereits der chromecast audio unterstützt wird, weiß ich nicht.

  6. Schließe mich auch Peter an, würde gern den Chromecast Audio holen wenn ich iTunes da drauf streamen kann.

  7. Stimmt was mit den verlinkten Google-Suchen nicht? Bei Chromecast und Sonos wird in beiden Fällen nach „Suche“ gesucht. Grad auch mal bei älteren Artikeln probiert, da passiert das gleiche. Oder liegt’s an mir?

  8. @wpressy
    Toslink wird unterstützt, das Kabel muss man sich allerdings selbst besorgen.
    https://support.google.com/chromecast/answer/6280276?hl=de

  9. @wpressy Der Chromecast Audio hat einen optischen Ausgang, nur ist da zugleich die Klinken-Buchse beheimatet. Also braucht man einen Adapter, den es etwa für knapp 2 Euro bei Amazon gibt, der als optischer Klinken-Anschluss fungiert.

  10. Frickelkram, wozu sollte man solch ein Gerät und Protokoll nutzen? Da ist doch Bluetooth die weitaus universellere Lösung, die mit ALLEN Apps und Plattformen funktioniert! Einzig die geringere Reichweite wäre ein Grund. Aber wozu sollte ich einen Raum mit meiner Musik beschallen, in dem ich mich nicht aufhalte? Für die meisten Anwender dürfte Bluetooth daher die bessere und günstigere Wahl sein.

    Mein erster Google-Stick liegt übrigens seit Monaten ungenutzt rum. Airplay funktioniert viel besser und die Amazon-Box mit Koti kann auch alles viel besser als der Google-Stick. Und dank der Apps im neuen TV brauche ich meist gar nichts anderes mehr.

  11. Koti, lol. Kodi sollte es heißen. Freud´scher Versprecher. 😉

  12. @Matze
    Ich verwende Bluetooth selbst sehr gerne und bei halbwegs vernünftigen Lautsprechern ist die Reichweite auch sehr groß (problemlos über 2 Etagen). Einen Nachteil hat es aber – man hört die ganzen Systemsounds darüber. Wenn man nicht gerade irgendein altes ausgedientes SmartPhone oder Tablet ausschließlich für die Audio Wiedergabe verwendet hat der Chromecast Audio schon seine Vorteile.

  13. Heute zurückgeschickt… Ohne Youtube mit nativer Unterstützung mach leider kein Sinn, bin enttäuscht… lieber die Frickelei mit dem VGA Adapter, oder, sowas wäre schön gewesen: https://www.kickstarter.com/projects/1752052318/joydrone-music-adapter-for-chromecast

  14. Für mich uninteressant. Ich habe noch sehr viele MP3s lokal auf dem Gerät. Egal ob auf dem Notebook oder dem Handy. Sicher eine nette Lösung für Leute die alles in der Cloud haben, für mich ist das nix – und auf rumgefrickel hab ich keine Lust. Schade das Google keine lokalen Inhalte streamen lassen will.

  15. Also, bei mir ist das ganze bez. Audio einfacher. Ich kann 1. Mit meinem NAS (Synology) über das Netzwerk zum AV streamen (App vorausgesetzt) und 2. Kann mein AV zusätzlich, für mich als IOS-Nutzer, Airplay.

  16. Hat jemand einen Vorschlag für halbwegs vernünftige Boxen, die ich damit nutzen kann? Also aktive Boxen, die preislich unter den Sonos liegen und vom Klang her trotzdem vernünftig sind?

  17. Schöne Sache, habe auch gleich zugeschlagen.
    Warte nun noch auf einen passenden TOSLink-Adapter, so dass auch ein gescheiter D/A-Wandler die Aufbereitungsarbeit übernehmen kann. 🙂

  18. @caschy
    Wie ist denn die Audioqualität im Vergleich zu lokalem Abspielen? Kannst du das irgendwie testen?

    @Matze
    BT hat viele Nachteile. Zum einen brauchst du immer eine Kopplung von Gerät zu Gerät, was jeden Nutzer zur Kopplung zwingt. Mal eben ein Gerät einbinden ist nicht. Dann kann auch immer nur einer gleichzeitig zugreifen und wenn es das Smartphone ist, dann stell dich schon einmal darauf ein, dass der nächste Anruf oder Mitteilungston auch auf dem Lautsprecher landet. Gerade bei einer Party mehr als unschön.

    Ebenso hat BT Verbindungsprobleme. Den Raum verlassen und mal eben in die Küche zwei Räume weiter, dann kann es bereits stottern. Kann prinzipbedingt bei Chromecast nicht passieren, weil der sich seinen Stream selbst holt.

    Weiter ist die Steuerung einfach angenehmer. Bei den unterstützen Apps kann man bequem auswählen, wo die Wiedergabe stattfinden soll. Allerdings ist das auch der größte Nachteil. Die Apps und Dienste müssen Chromecast unterstützen, was bei vielen Standaloneplayern eben nicht der Fall ist. Gerade iTunes dürfte hier vielen fehlen oder auch Windows Phone in Gänze.

    Für den angesagten Preis ist der Chromecast Audio derzeit konkurrenzlos. Allenfalls die Airport Express mit Airplay wäre ein Konkurrent, ist dabei jedoch sehr viel umfangreicher, nicht so praktisch und obendrein nur sinnvoll mit iOS/OS X zu nutzen.

  19. @Peter: Lokale Daten sind seit jeher ein Ding. Müsste via lokaler Daten in Spotify machbar sein, beziehungsweise am Mac via Soundcast:

    http://stadt-bremerhaven.de/soundcast-os-x-audio/

    Optischer Ausgang: Mini-TOSLINK-TOSLINK-Verbindungskabel (optisch)

    @Oliver: wie soll ich für dich testen? Kommt ja auch immer auf die Speaker an. Des Weiteren hast du in der App einen Schalter für eine HQ-Einstellung, wenn du den Chromecast am Receiver betreibst.

  20. Habe den Audio Chromecast am Sonos Play:5 Audioeingang und endlich 8tracks wieder und kann jetzt auch Soundcloud mit allen Funktionen nutzen.

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