Apples Video-Ambitionen: Weniger Streaming-Dienst, mehr Plattform

Am Montag wird Apple eine Keynote abhalten. „It’s Show Time“ heißt der Claim des Events und jeder erwartet einen eigenen Streaming-Service von Apple. Doch so groß soll die Bombe gar nicht sein, denn Peter Kafka von Recode hat wohl mit ein paar Insidern gesprochen, die klar machen, was Apple eigentlich vorhat. Demnach ist kein Netflix-Konkurrent geplant, also nicht dasselbe Szenario wie damals mit Apple Music.

Apple will viel mehr eine Plattform für diejenigen sein, die Streaming-Dienste oder entsprechende Inhalte anbieten. Quasi ein zentraler Shop, der all das zusammenfasst, was bisher über Apps wie Hulu, Mediatheken, Amazon Prime und Co. verteilt ist. Übersicht für den Nutzer und freie Auswahl, was man in welcher Kombination haben möchte. Das Netflix da nicht dabei sein wird, hat der CEO des Unternehmens bereits klar gemacht. 

Zentraler Einstieg für dieses Vorhaben soll wohl nach wie vor die TV-App oder eine neue Video-App sein, die man auf Apple TVs und den Fernsehern verschiedener Hersteller anbieten wird. Apple wird die eigenen Inhalte dann als Goodie im Bundle mit anderen Diensten anbieten und sich selbst ein Stückchen vom Kuchen abschneiden. Geld verdient, ohne einen eigenen Service aufgesetzt zu haben, der es gegen Netflix sicher ordentlich schwer haben würde.

Fasst man zusammen, ist das alles Wasser auf die Mühlen derer die sagen „Apple hat es verlernt, Innovationen zum Kunden zu bringen“. Mag alles sein, doch das ist ein Trend, dem nicht nur Apple erlegen ist. Auch andere Konzerne, zu denen auch Google gehört, können nicht mehr mit den ganz großen Bomben aufwarten, wie es damals ein iPhone oder ein iPad war.

Am Ende muss der Kunde in irgendeiner Art profitieren und wenn Apple mit einer gut durchdachten Lösung Ordnung in den Dschungel der Streaming-Dienste, gleichzeitig eigene, qualitativ gut gemachte Inhalte an die Frau oder den Mann bringt und dem Nutzer kuratierte Inhalte empfiehlt, dann wird man sicher bei vielen auf offene Portemonnaies stoßen.

Weiterhin erwarten wir am Montag das News-Abo auf Basis von Texture und eventuell auch die Apple-eigene Kreditkarte, die in Zusammenarbeit mit Goldmann Sachs entwickelt wurde. Der CEO der Bank soll nämlich auch Vorort sein. In ein paar Tagen wissen wir mehr.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten ein.

21 Kommentare

  1. Puh, die Aussage, dass andere Unternehmen weniger oder gleich innovativ sind möchte ich mal anzweifeln.

    Allein Google baut mit Stadia eine sehr spannende Alternative zu Konsolen und PCs auf. Wenn alles so klappt, wie sie es zeigen und das Ganz wirklich mit 4k/60 fps läuft, wäre das schon ein Durchbruch.

    Laut Digital Foundry befindet sich Stadia auf einem Level mit der One X bei den Latenzen und wer weiß was die Zukunft dort bringt.

    Meines Erachtens aber durchaus bemerkenswerter und ein sehr innovativer Ansatz auf der Technikseite von Google. Dagegen wirkt eine Plattform für Streamingdienste ohne den Platzhirsch wirklich innovationlos.

    • Wirklich innovativ ist die Plattform von Google nicht, nur verbesserte Technik. Keine Ahnung ob Nvidia da erster war, aber Game-Streaming habe ich auf der Shield schon seit ein paar Jahren. Was da dem Durchbruch entgegen stand, war die Nichtverfügbarkeit vieler Titel im Streaming. Vielleicht macht Google das ja besser.

      • Stadia ist schon was ganz neues, das ist nicht einfach nur „Streaming“. Die Games werden nicht einfach – wie bei den Spielestreaming-Anbietern bisher – unverändert in der Cloud ausgeführt. Stattdessen werden sie mit einer neuen Schnittstelle auf die Systeme von Google angepasst und optimiert, dafür wird komplett neue Hardware von Google und AMD entwickelt. Das ist nicht einfach eine Remoteverbindung zu einem High-End-Spiele-PC. 😉

        • Eben der Ansatz von Stadia ist ein ganz anderer. Von Außen ist es Gamestreaming, aber eben Plattformunabhängig und – übergreifend.
          Der technische Unterbau ist modular und skalierbar im Gegensatz zu Nvidias Ansatz.

          Es bleibt eben abzuwarten, wie das Bezahlmodell aussieht und es am Ende funktioniert.

          Grundsätzlich ist Stadia deutlich innovativer, als jede andere Gamingplattform.

          • Ja PS now halt. Microsoft hat Sowas auch. Man sollte auch nicht alles glauben was Google erzählt. Das sie den Preis nicht genannt haben, bedeutet das er nicht sehr niedrig sein wird.
            30-40€monatlich.und ein Jahr für 250-300€

            • @mini, du hast dir gerade in zwei Sätzen selber widersprochen und dich damit selber diskreditiert. Du schreibst, dass Google noch keinen Preis für Stadia nennt, und weil du keine Ahnung hast, saugst du dir einen Fantasiepreis aus den Fingern. Macht dich nicht sehr glaubhaft. 😉

        • Genau das hat Nvidia mit der Shield TV vorgelegt. Eine kleine Hardware, die Leistungsstark genug ist, die gestreamten Spiele darzustellen. Kein High-end-PC nötig.

    • Sehe ich auch so wie @Shamy. Apple ist bei all diesen Diensten (z.B. Apple Music) nur einer der letzten Nachzügler, der das macht, was andere schon seit Jahren machen. Echte Innovationen gibt es bei Apple schon seit Jahren nicht mehr. Das gilt ja nicht nur für die Dienste, sondern auch für die Hardware.

  2. Eine zentrale Plattform ist genau was es braucht! Eine App für alle Videos wäre die ultimative Usability.
    Hoffentlich spielen irgendwann alle TV und Streaming Anbieter mit. Anzuerkennen das es eine Streuung gibt und weiter geben wird ist Innovation. Sollte auch im Newsbereich das Fernziel sein.

    • Ich finde, dass Apple hier ähnliches macht wie Amazon mit dem Fire TV.
      Auf dem Fire TV sehe ich auch Netflix, maxdome und diverse Channels in die normale Oberfläche integriert. Es gibt also einen zentralen Zugangspunkt, unabhängig vom Anbieter. Lediglich zum Abspielen wird noch in die jeweilige App gesprungen… bei den Channels nicht. Wenn sich weitere Anbieter bei Fire TV integrieren (als Channel oder als in das OS tiefer integrierte App) ist das doch genau das gleiche was Apple vor hat (zumindest aus Usersicht). Großer Unterschied ist wohl, dass Apple einen größeren Stück vom Kuchen haben möchte – das ganze dort also durchaus mit Nachteilen für die anderen Streaming Anbieter, die sich integrieren lassen, verbunden ist.

      • Ohne z.B. den Marktführer Netflix ist es eben KEINE zentrale Plattform, auch wenn uns die Apple-PR-Maschine (auch hier im Blog) in den nächsten Wochen versuchen wird, das Gegenteil einzureden. 😉

        • naja Netflix wird aber auch nicht mehr lange das sein wie man es jetzt kennt, denn die großen Rechte verliert Netflix mit der Warner Media VOD und Disney+ Plattform in USA und letztere in Europa

      • Ja, wäre ein schöner Gedanke, aber die Plattformen, die am meisten benutzt werden, sind eben Windows, Android und TV-eigene Systeme und auf diesen Plattformen spielt Apple ja ungern.

  3. „Der CEO der Bank soll nämlich auch Vorort sein.“
    Ich glaub ja, der wird vor Ort sein, nicht im Vorort 😉

  4. So sehr ich ja eine Plattform begrüßen würde, die alle Streaming-Dienste die ich nutze zusammenfasst (gut nicht unbedingt von Apple) , aber mir ist nicht klar, wie das aussehen soll.
    Sehe ich dann den Film (welcher auch immer) einmal in der Oberfläche und kann mir dann aussuchen, bei welchem Dienst ich den sehen möchte?
    Und wofür kassiert Apple hier? Pauschal oder nur wenn ich Apple-eigene Serien schaue?
    Nur dafür, dass jemand meine Streaming-Dienste zusammenfasst würde ich noch kein Geld bezahlen.
    Ist der Dienst Apple-exklusiv? Oder können auch andere Plattformen auf Apple-Content zugreifen?
    Fragen über Fragen.

    • Genau, deshalb findet am kommenden Montag eine Keynote statt, die zumindest mit einigen deiner Fragen aufräumt….

    • Apples TV App ist letztendlich eine Zusammenfassung verschiedener Streaming-Anbieter. Apple verlangt dafür nichts von den Anbietern. Klickst du auf einen Film, wird dir angezeigt, bei welchem Anbieter du den Film schauen kannst oder auch in iTunes kaufen oder leihen kannst. Klickst du z.B. auf Amazon Prime Video, wird der Film über Prime Video abgespielt, funktioniert wie eine Verlinkung zum jeweiligen Anbieter.

  5. Und was ist jetzt mit Air Power? xD

  6. Finde ich so ziemlich den uninteressantesten Dienst, den es gibt. Mich nervt es schon bei Amazon Prime das dort Netflix Inhalte mit reingemischt werden. Man sieht nen interessanten Film und will ihn sehen und dann steht da nur “abonnieren Sie…”. Ich will das, was ich bezahlt habe sehen und nicht mit Fremdangeboten zugeballert werden wie im Restpostenmarkt. Man muss sicherlich erstmal die Präsentation abwarten, aber ich kann mir momentan nichts spannendes darunter vorstellen.

    • das wünscht sich jeder, aber das wird nicht kommen, denn sonst abonnierst du eventuell ja den Amazon Channel nicht bzw. weist gar nicht was es so gibt. Für die Anbieter gut, für den Nutzer weniger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.