Apple Watch: Tattoo-Problem bestätigt; Watch-Reinigung unter fließendem Wasser empfohlen

Die Apple Watch findet ihren Weg auf immer mehr Handgelenke und so tauchen auch die ersten Probleme auf. So wurde relativ schnell klar, dass Tattoos auf dem Handgelenk für eine nicht korrekt funktionierende Pulsmessung sorgen können. Apple setzt auf einen optischen Sensor, der mittels Licht die Veränderungen des Blutflusses erkennt und somit den Puls „auslesen“ kann. In einem Update der Support-Dokumente erläutert Apple nun dieses Problem und gibt auch einen etwas eigenartigen Lösungsvorschlag.

apple watch

In dem Dokument heißt es:

Permanent or temporary changes to your skin, such as some tattoos, can also impact heart rate sensor performance. The ink, pattern, and saturation of some tattoos can block light from the sensor, making it difficult to get reliable readings.

Klingt nachvollziehbar und ist bei anderen Sensoren, die auf Licht basieren, ebenso. Während die US-Seite das Tattoo-Update bereits anzeigt, ist auf der deutschen Seite dazu noch nichts zu lesen. Bei generellen Problemen mit der Herzfrequenzmessung gibt Apple jedoch den ultimativen Tipp, der die Apple Watch eigentlich überflüssig macht, nämlich das Tragen eines Bluetooth-Brustgurts.

Ebenfalls kann es durch Tattoos dazu kommen, dass der Hautkontakt nicht erkannt wird. Dieser ermöglicht die Nutzung der Apple Watch in vollem Umfang, wenn über das Smartphone entsperrt. Diese Option kann man in der Watch-App deaktivieren. Das hat keinen Einfluss auf die Funktionen, zumindest nicht auf die, die hierzulande nutzbar sind. Aktuell ist lediglich Apple Pay davon betroffen, alle anderen Funktionen sind auch bei Deaktivierung vorhanden.

Einen weiteren, durchaus kuriosen Tipp gibt Apple zur Reinigung der Apple Watch, insbesondere der Digital Crown. Die Apple Watch ist nicht wasserfest, ihre IPX7-Zertifizierung sollte allerdings ein 30-minütiges untertauchen ermöglichen. Dies kommuniziert Apple nicht so. Man könne die Uhr zwar beim Duschen tragen, solle jedoch ein längeres Untertauchen vermeiden.

Sollte die Digital Crown aufgrund von Schmutz nicht mehr einwandfrei bedienen lassen, ab unter fließendes Wasser damit. Klares Wasser, während man die Digital Crown dreht und drückt. Im Anschluss mit einem fusselfreien Tuch abwischen und die Watch sollte wieder funktionieren. Das Ganze sollte aber bei ausgeschalteter Uhr durchgeführt werden, auf den Einsatz von Putzmitteln jeglicher Art ist zu verzichten:

If the Digital Crown gets stuck or won’t move, it might be because of dirt or debris. If you find substances like dust or lotion around the Digital Crown, follow these steps to clean, and repeat as needed:

– Turn off your Apple Watch and remove it from the charger.
– If you have a leather band, remove it from your Apple Watch.
– Hold the Digital Crown under lightly running, warm, fresh water from a faucet for 10 to 15 seconds. Soaps and other cleaning products shouldn’t be used.
– Continuously turn and press the Digital Crown as water runs over the small gap between the crown and the housing.
– Dry your Apple Watch with a non-abrasive, lint-free cleaning cloth.

Die entsprechende Support-Seite zur Reinigung findet Ihr hier. Während es sich bei der Tattoo-Geschichte um Einzelfälle handeln wird (auch wenn es immer mehr Menschen mit Tattoos auf dem Handgelenk gibt), ist die Reinigungsgeschichte schon spannender, vor allem, wenn es dann darum geht, Wasserschäden in der Watch zu diagnostizieren. Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, wird Apple Uhren mit Kondenswasser im Inneren des Gehäuses im Rahmen der Garantie tauschen. Muss man ja auch fast machen, wenn man seinen Kunden empfiehlt, die Uhr unter fließendem Wasser zu reinigen.

(via 9to5Mac, 9to5Mac)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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22 Kommentare

  1. wenn ich im VW konzern eines gelernt habe, dann, dass man NIE die ersten modelle kaufen sollte…

  2. @st
    Du fährst Scoda? 😉

    @Sascha
    Ich weiß ja nicht ob du den Artikel spät abends vorgeschrieben hast. Wäre auch nicht schlimm. Noch mal Gegenlesen täte da dann allerdings besonders gut. Es fehlen teils ganze Wörter:
    […] der mittels Licht die Veränderungen der „Haut“ erkennt und somit den Puls […]
    Es ist auch zumindest noch ein weiterer Fehler irgendwo.
    Soll als konstruktive Kritik verstanden werden. 🙂

  3. Steve H. says:

    Ja, cool. 🙂 Da ich auf BEIDEN Handgelenken Tattoos trage bleibt mir der „Trend“ mit der Smartwatch von Apple dann wohl erspart.

    Ok, ich muss zugeben, dass mich diese Uhren generell nicht reizen, aber es ist doch schön zu wissen, dass man sich nun gar nicht erst mit der innerlichen Diskussion um die Anschaffung eines solchen Gerätes ausseinander setzen muss. 😛

    Lediglich die Hipster tun mir aktuell etwas leid, wo diese doch so oft auf Apple stehen und noch dazu diese angesagten „Flammentattoos“ auf den Unterarmen, startend an den Handgelenken“ tragen.

    Just my 2 Cents. Dont take it to serious! HAVE A NICE DAY!!!

  4. Leute, die an den Handgelenken und damit deutlich außerhalb der T-Shirt-Grenze, Tattoos haben, sind vermutlich eh nicht unbedingt die Zielgruppe von Apple. Blöd für Marco Reus! 😉

  5. DerPressi says:

    Is halt nix für tätowierte Assis.

  6. Sascha Ostermaier says:

    @icancompute: Thx. War früh, nicht spät, kommt aber aufs Gleiche raus. 😀 Ein fehlendes „z“ in Herzfrequenz habe ich noch entdeckt, hoffentlich war es das.

  7. GongGonzo says:

    @ChackZz: Gerade diese Leute sind wohl die Zielgruppe. Sie sind extrovertiert und zeigen sich und ihre Anschaffungen der Öffentlichkeit, also genau die Apple Zielgruppe. Tattoos mittlerweile eher ein Modestatement, genauso wie Apple.

  8. GongGonzo says:

    @Sascha: Language Tool ein schönes Plugin für das verhindern solcher Kleinigkeiten. Das nutze ich gerne für wissenschaftliche Arbeiten.

  9. Dann bin ich mal gespannt ob das Ding auch die Ultraschallreinigung verträgt 🙂

  10. Fast wie die Reinigungsanleitung einer Pebble – nur eben das die Pebble im Gegensatz zur Apple Watch nicht ausgeschaltet sein muss 😀

  11. Warum sollte ein Bluetooth-Brustgurt die ganze Uhr überflüssig machen wenn Pulsmessung nur einen Teil der Funktionalität darstellt? Das macht keinen Sinn für mich.

  12. Das Ding ist überflüssig weil viel zu teuer. Ach nee, wird trotzdem gekauft. Mist. Überflüssig weil Akku keinen Tag durchhält. Ups, auch falsch, wer hätte das gedacht. Schrott weil nicht wasserdicht, also von einem Regentropfen kaputt geht. Hmm, auch nicht. Na dann muss was anderes gesucht werden. Scheint mittlerweile aber schon schwierig zu sein, aber egal, dann sind wir halt überrascht und entsetzt dass sich ein Lichtsensor von Farbe in der Haut stören lässt. Apple Fail. Breaking News: Apple Watch lässt sich nicht vernünftig ablesen wenn man Farbe aufs Display pinselt. Uuunglaublich.

  13. Mit Wasser reinigen und dabei die Digital Crown auch noch drehen und drücken? Das ist DAS Patentrezept für eindrigendes Wasser! Die haben das wohl auch früh morgens verfasst (nichts für ungut Sascha 😉 ).

  14. … ich lass mir dann eben eine Apple-Watch aufs Handgelenk tätowieren. Ach was, ich hab’s ja. Auf beide Handgelenke. Mit zwei verschiedenen Uhrzeiten. Eine Uhrzeit früh um 8 Uhr für die Arbeit, eine um 23 Uhr für die Mädels an der Bar.

    🙂

  15. Ne, ne, ne. Den Apfel habe ich selber schon lange ausgetauscht. Und eines ist ja ganz klar die Zielgruppe für Apple sind ganz sicher keine „vollbestückten“ Tattooträger! Mal schauen ob man in einem Jahr noch von dieser Uhr spricht¨!

  16. Wird jetzt Tattoogate draus gemacht?

  17. Ich frage mich ja schon die ganze Zeit, ob dunkelhäutige Menschen ebenfalls Probleme mit der Pulsmessung haben. Dunkle Haut dürfte ähnlich viel Licht absorbieren und somit die Sensorfunktion unbrauchbar machen.
    Bis jetzt habe ich dazu allerdings nichts gelesen!?!?

  18. Das sollte sicher nicht Apples Problem sein. Persönliche Einzelschicksale. Wer seine Haut bewußt verletzt wird sicher nicht traurig sein wenn ein Optischer HRM nicht funktioniert.

  19. Ich sehe in diesen Fall das Problem weniger bei Apple, sondern eher bei den herstellen für Tattoo Farbe. Mal im Ernst, jeder der sich schon mal mit Farbe und Pigmenten und der Zusammensetzung von Tinten befasst hat schlägt die Hände über dem Kopf zusammen bei der Vorstellung sowas unter der Haut zu haben. Chemische Zusätze damit sich die Bestandteile nicht trennen, Metalle die für einige Farben nötig sind und obendrauf immer noch die Frage wo die Farbe und ihre Bestandteile herkommen. Wenn Pigmente oder Zusätze eine so hohe Dichte schaffen, dass keine ausreichende Opazität für einen solchen Sensor da ist, dreht sich mir der Magen um denn in Tattoo Farbe ist nicht gerade Rotebeetesaft, Spinat, oder Tintenfisch tinte, blau wird wohl kaum mit Weit erzeugt.

  20. Knopf drücken und drehen bei einer Uhr die „nur“ IPX7 Zertifizierung hat und das unter laufendem Wasser. Sehr gute Idee. Hier mal ein Tipp von Casio, die schon länger Uhren bauen als Apple existiert:

    Even if a watch is water-resistant, do not operate its buttons or crown while it is submersed in water or wet.
    However, „DIVER’S WATCH 200M“ casing models permit underwater button operation.

  21. mir fällt bei ‚Tattoo‘ eigentlich nur die amüsante Folge von HIMYM ein in der sich Theodor Eveline Mosby ein Tattoo stechen ließ 😀

    – Metallteile sollen angeblich seit 2008 (EU Verordnung?) nicht mehr enthalten sein bzw. nicht im hohen Maße. Ging doch damals auch um Röntgenbilder die dann nicht mehr von tätowierten Körperteilen angefertigt werden konnen? – Apple trägt ja nicht Verantwortung für eine Tätowierung.

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