Apple stellt Support für QuickTime unter Windows ein, Experten empfehlen umgehende Deinstallation

Artikel_QuickTimeQuickTime? Da war doch mal etwas. Lange hat uns die Kombination aus Framework, API und Dateiformat auf dem Mac begleitet und auch eine Windows-Version gibt es, die aber eher unter der Rubrik „stiefmütterlich gepflegt“ zu platzieren ist. Genau um diese Windows-Version geht es jetzt, hat Apple doch jetzt offiziell den Support von QuickTime auf der Plattform eingestellt. An sich nichts Neues, wenn eine Software ihren End-of-Life-Zyklus erreicht hat – ungewöhnlich ist dabei aber vielmehr, dass sich hier das eigentlich für die Terrorabwehr zuständige Department of Homeland Security in den USA mit einschaltet und explizit eine Deinstallation der Software empfiehlt.

Klingt erst einmal arg sonderbar, ist aber in der Tat kein verspäteter Aprilscherz: Der Empfehlung der Sicherheitsexperten von Trend Micro folgend, hat man nun unter Berücksichtigung der durch die Zero Day Initiative veröffentlichten Sicherheitslücken eine Webseite veröffentlicht. Hier findet Ihr – sofern Ihr noch QuickTime unter Windows installiert habt – alle weiterführenden Informationen und noch einmal den Hinweis, dass Computer mit nicht mehr unterstützter Software ein entsprechendes Risiko darstellen und eine erhöhte Gefahr in Bezug auf Attacken von aussen darstellen.

Die vorhandenen Sicherheitslücken (ZDI-16-241 und ZDI-16-242) sind seit Januar nicht geschlossen worden und betreffen wohl zwei neue und kritische Windows-Schwachstellen. Wie Trend Micro angibt, habe man die Sicherheitslücken ohne weitere Details veröffentlicht, da der Hersteller – Apple – nach Verstreichen einer gewissen Reaktionszeit nichts von sich hören ließ. Da Apple wiederum die Entwicklung von QuickTime für Windows eingestellt hat und sowohl Windows 8.x als auch 10 nie offiziell unterstützt hat (wenngleich die Software darunter zu installieren war), ist der Zug hiermit wohl auch abgefahren. Nicht betroffen sind indes die integrierten Versionen von QuickTime, die mit Mac OS X geliefert werden.

QuickTime_Homeland_Hinweis

Obwohl man laut Trend Micro noch keinerlei Hinweise darüber habe, dass diese Lücke bisher aktiv ausgenutzt wurde, reichte wohl allein die Warnung des Unternehmens aus, um die ungewohnt scharfe Maßnahme des Department of Homeland Security auszulösen, die es ja seinesgleichen sucht. Apples Empfehlung, QuickTime auf Windows-Systemen zu deinstallieren, rundet dieses Bild augenscheinlich ab. Schaut also einmal bei Bedarf, ob Ihr QuickTime noch auf dem Rechner hat (gerade das Apple Update hat unter Windows oft dazu geneigt, QuickTime noch als optional zu installierende Software vorzuschlagen) und es – sofern es nicht noch zu irgendeinem Zweck auf dem Rechner residiert – über „Programme und Features“ zu deinstallieren. Auch der Deinstallationsprozess ist von Apple offiziell in ein Dokument gepackt worden, welches Ihr hier findet!

 

 

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Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

19 Kommentare

  1. Den Mist habe ich schon seit 15 Jahren auf keinen Rechner mehr gelassen.

  2. Fragt sich, sie Adobe hierauf reagiert da QuickTime beispielsweise für einige Funktionen von AfterEffects benötigt wird.

  3. Weg mit dem Schrott. Quicktime war schon immer eine gravierende Sicherheitslücke, weil Apple Sicherheitslücken oft lange ignoriert und oft nur auf öffentlichen Druck reagiert.

    „Support eingestellt“? Das haben sie schon lange.

  4. Ich frage mich auch gerade wieso man diese Software überhaupt noch installiert haben sollte. Habe sie schon locker 10 Jahre nicht mehr auf dem System, und nie vermisst.

  5. Herr Hauser says:

    Das Blöde ist das gewisse Videobearbeitungsprogramme QuickTime wollen, mitinstallieren wenn nicht auf den PC und wenn QT nicht installiert ist, keine Videos rendern wollen weil kein QT installiert ist.

  6. Bei Protools gibts meine ich das gleiche Problem. Ohne QuickTime startet das nicht.

  7. Mir wurde zu Studienbeginn von der Uni explizit empfohlen, QuickTime zu installieren, um multimediale Inhalte wiedergeben zu können (Webinare etc.). Tja, schön, dass Apple einen jetzt dastehen lässt und von seinem eigenen Produkt nichts mehr wissen will. In meinen Augen ein Trauerspiel, das schon recht deutlich zeigt, was Apple von seinen „Kunden“ hält.

    Ein nachgereichter Hotfix, gefolgt von der Empfehlung, die Software in absehbarer Zeit zu deinstallieren, weil der Support eingestellt wurde, hätte nicht diesen ganz besonderen Beigeschmack verursacht. In Redmond wird das Ende eines Produktzyklus angekündigt mit dem Angebot einer adäquaten Alternative. Aber auch die scheint Apple ja nicht in petto zu haben. Failed!

  8. Na ja, freiwillig installiert sich ‚Quicktime‘ wohl niemand, außer man benötigt es tatsächlich in einer Ausnahmesituation. Manche Programme installieren es aber. Kann man nur hoffen, dass das Programm nicht explizit danach fragt. Sollte in 2016 eigentlich nicht mehr vorkommen, aber wer weiß…

  9. QuickTime und iTunes sind perfekte Beispiele dafür, wie mies Software von Apple ist.

    Einfach ein Graus das Zeugs.

  10. sunworker says:

    Quicktime, Java, Silverlight und Flash habe ich schon vor längerer Zeit komplett deinstalliert. Das waren und sind alles potentielle Sicherheitslücken.

  11. Dumm nur das einige Programme das brauchen. Da darf man auch gleich die Programme wegwerfen.

  12. Das Problem sind hier viele faule Entwickler. Wenn die Anwendung aus dem Mac-Umfeld stammt, haben sie einfach bei der Portierung die Anforderung QuickTime übernommen, anstatt direkt auch bei der Mac-Version auf Alternativen wie ffmpeg zu setzen.

  13. Wenn Apple selbst nicht mehr auf Quicktime setzt, wie soll man sich den auf deren eigener Webseite http://trailers.apple.com/trailers/ die Filmtrailer anschauen? Ohne QT geht hier nix. Etwas inkonsequent, wenn man mich fragt.

  14. Apple hat schon länger versucht QuickTime für Windows einzustellen. Wie hier aber schon öfter genannt setzen viele Video-Suites auf die mitgelieferten Codecs. Für ProRes Support zum Beispiel. Anstatt den separaten ProRes Decoder mitzuliefern den es seit 8 Jahren gibt setzt man weiterhin auf QuickTime.
    Zwischenzeitlich liess sich QuickTime nichtmal auf Windows 8 und 10 installieren. Das hat man aber nach nörgeln der Anwender mit der vorletzten Version wieder möglich gemacht.

    Die Codecs sind auch nicht von der Lücke betroffen sondern die Player-App. Einfallstor wäre eine präparierte Webseite in die ein QuickTime-Video eingebettet ist. Ich nehme mal stark an das ist der Grund warum mit dem automatischen Update im Januar das Browser-Plugin entfernt wurde: https://support.apple.com/en-us/HT205638

    Terrorabwehr und Department of Homeland Security klingt cool und wichtig, aber Alerts vom US-CERT sind keine Seltenheit: https://www.us-cert.gov/ncas/alerts

  15. Dann stellt mal endlich ein, dann brauche ich das für mich sinnlose Programm beim iTunes Update nicht mehr beachten.

  16. @sunworker
    Java ist keine Sicherheitslücke, nur das Browser Plugin von denen ist eine 😉

  17. Hab ich schon seit Jahren nicht mehr installiert. Wozu auch?

  18. @Holgi
    Das brauchst du seit iTunes 10.5 nicht mehr, also seit Mitte 2011.

  19. Christian says:

    Wenn ich das richtig interpretiere zeigt Secunia PSI an dass eine neue Version verfügbar ist „zum Aktualisieren klicken“. Dies leitet jedoch auf die support Webseite von Apple. Na dann werde ich sie eben deinstallieren. Ich kenne QuickTime noch aus der Zeit von Windows 95 als .mov Videos grüne Hintergrundfarbe hatten.