Apple schmeißt Marihuana-Anbau-Game Weed Firm aus dem AppStore

Was haben Apple und Helge Schneider gemeinsam? Beide finden Marihuana nicht gut. Während der eine nur darüber singt, schmeißt der andere die Nummer 1-App der Store-Charts einfach raus. Der Titel des Spiels war Weed Firm, das Ziel eindeutig: Marihuana anbauen und mit Profit verkaufen. Zwischendurch müssen noch Gangster vertrieben werden und die Polizei mit genügend Schmiergeld vom Leib gehalten werden. Grafisch eher in der Kategorie „einfach“ einzuordnen und auch spielerisch keine große Herausforderung.

WeedFirm_iOS

Wie auch immer, trotz 17+-Rating im AppStore verbannte Apple das Game, das sich seit ein paar Tagen auf dem ersten Platz der Download-Charts befand. Nicht nur hierzulande, sondern auch in anderen Ländern. Eine Begründung gab es nicht. Der Entwickler behauptet, dass dies Apples Entscheidung war. Im Gegensatz zur Android-Version, die ebenfalls aus dem Store verschwunden ist. Hier soll es Probleme mit dem Publisher geben, so der Entwickler.

Weed Firm wird aber zurückkehren, wie der Entwickler ebenso mitteilt. Auf beiden Plattformen, angepasst, damit es löschsicher ist. Ob tatsächlich der Verkauf von Drogen ausschlaggebend für die Entfernung war? Ich glaube es fast nicht, da es auch andere solcher Spiele gibt. Weed Firm hatte aber auch genügend sexuelle Anspielungen. An so etwas stört sich Apple sehr schnell. So kann ich mir gut vorstellen, dass die Bonus-Aktionen wie der Lapdance einer Kundin oder die „Panties“ einer Gras kaufenden College-Schülerin der Stein des Anstoßes waren. Prüde kann Apple, das wissen wir ja nicht erst seit heute.

Was meint Ihr, zieht Apple die Grenze zu früh oder ist das immer gerechtfertigt, wenn etwas gelöscht wird? Interessant ist in diesem Zusammenhang noch eine Aussage der Entwickler, die es eigentlich sehr gut beschreibt, was viele immer denken: „We do not want kids playing Weed Firm, but we firmly believe that adults should have a choice to do whatever the hell they want as long as they are not hurting anybody in the process.“

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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16 Kommentare

  1. Btw.
    Google hat die App auch aus dem Play Store entfernt.

  2. Spießer Apple! 😉 Google hat da was lustigeres…
    https://play.google.com/store/apps/details?id=com.st.WeedBird

  3. Sascha Ostermaier says:

    @Michael Slomma: Ich empfehle immer wieder, den Artikel vor dem Kommentieren auch zu lesen.

  4. 2 unbestreitbare Fakten vorab:

    1) Es ist die Pflicht jeder Gesellschaft, leicht beeinflussbare Menschen und solche mit sonstigen geistigen Handicaps vor sich selbst zu beschützen.
    2) Apple-Produkte stellen zumeist sozusagen die Basisaustattung dieser angesprochenen Bevölkerungsgruppe dar.

    Daraus abgeleitet folgt, dass es nicht nur das Recht, sondern vielmehr die Pflicht Apples ist, durch weitreichende Zensurmaßnahmen diese hilfsbedürftigen Menschen zu ihrem eigenen Wohl vor negativen Einflüssen und Leid zu bewahren. Das Selbst-Denken und Eigenverantwortung kann schließlich nur den gesunden Bevölkerungsgruppen zugemutet werden.

  5. „In a world without fences, who needs Gates“. Stammt zwar aus den 90er-Jahren, aber mittlerweile passt es wieder.
    http://www.welt.de/lifestyle/article6693035/Apple-vom-Rebellen-zum-prueden-Weltbeherrscher.html

  6. @Andy:
    „Probieren Sie die Weed Vogel einen jamaikanischen Vogel fliegen durch den Himmel zu vermeiden, die Bongs. Helfen Sie diesen Vogel auf Ihrem Abenteuer und die beste Punktzahl möglich.
    Simple Things“

    läuft.

  7. @Susi:
    Bei 8 Mrd Menschen gibt es viele Meinungen, deswegen frage ich lieber: Du meinst das hoffentlich ironisch, oder? Anderfalls müßte der Wasserkonsum unter Aufsicht durchgeführt werden, denn ein zuviel an Wasser läßt die Zellen platzen. Und derartige Eigenverantwortung kann ja nur gesunden zugemutet werden.
    Achja, wer definiert eigentlich wer zu Eigenverantwortung fähig ist? SIcherlich sind nur die geeignet, die genauso denken. Andersdenkende sind nicht dazu fähig, stimmts? Klingt für mich wie derzeit die Wahlberichterstattung: Wer den Euro kritisiert, ist Anti-Euro. Obwohl das zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

  8. @HansS: meinten die vielleicht den Bill 😀

  9. @Susi:
    Sehe ich anders…dafür gibt es bereits genügend Gesetze und Regeln/Normen (z.B. innerbetrieblich, in Einrichtungen wie Schule/Uni/Sportverein oder anderen sozialen Kreisen etc.).
    Firmen, die ein Ökosystem schaffen, wie es Apple und Google in diesem Fall tun und dabei – und das ist der wichtige Punkt – Technologie schaffen, die eine derart immense Reichweite unter den Menschen hat, so sollten diese nicht auch noch zensierend eingreifen.
    Geh mal 30 Jahre zurück und stell dir vor Rundfunk und Radio würden nicht existieren und es gäbe weltweit nur 2 wirklich nennenswerte Anbieter für Druckmedien. Und diese beiden würden nun unisono Tabu-Themen (Alkohol, Drogen, Sex) aus ihren Druckerzeugnissen verbannen? Anstatt diese Dinge zu demystifizieren, steigert es nur die Nachfrage. Hat sich der Mensch einmal eine Droge (von Koffein, über Schmerzmittel und anderen Substanzen bis hin zu Pornografie und Fernseh-Mullu-Mullu) gegeben, so wird es schwer diese von außen wieder loszuwerden. Siehe Prohibition, wie sie scheiterte und welche Probleme sie mit sich gebracht hat.

    Was an dieser konkreten Sache besonders negativ aufstößt, so denn Apple/Google wirklich ihre Finger mit im Spiel haben: Warum verschwinden andere Medien nicht? Die Serie Weeds z.B., oder „Musik“-Titel wie „Smoke weed every day“ oder auch gewaltverherrlichende Spiele, in denen ähnliche Substanzen oder ein ähnliches Tagwerk, wie in „Weed Firm“, nämlich Organisiertes Verbrechen, eine Rolle spielen, z.B. die GTA Serie. – Vermutlich weil sich damit genug Geld verdienen lässt.
    Und wieso? Weil eben die jüngeren, schützenswerten, leicht beeinflussbaren Menschen, genau darauf anspringen und die Kassen klingeln lassen.

    Viel mehr sollte auf Aufklärung gesetzt werden!
    Deine angesprochene Pflicht der Gesellschaft liegt bei jedem von uns, der seine Werte und Erfahrungen nur an die Mitmenschen weitergeben kann.
    Entscheiden sollte jeder selbst können ohne vorgeschaltete Zensur.

    Für mich ist die „Weed Firm“ Geschichte eine PR-Aktion von entweder:
    a) Apple z.B., um das Image bei protektiven Eltern zu bessern, die die Kaufentscheidung bei der Geräteanschaffung tragen.
    b) Dem Entwickler, der hier versucht eine zweites „Flappy-Bird“ zu schaffen, indem durch künstliche Verknappung die Nachfrage gesteigert wird.

  10. Lieber Himmel, Lapdance und Panties, so was geht natürlich überhaupt nicht! Da fragt mal sich ob ein Großteil der Apple Aktien von Opus Dei, dem Ku Klux Klan und diversen islamischen Fundamentalisten gehalten wird. Irgendwie ist Apple so eine Mischung aus Spaßbremse und „alter Sack“, der nach Tabak, Karbol Salbe und Pisse riecht.Selbst Beats Kopfhörer werden denen nicht helfen das „Spießerimage“ los zu werden. Aber was rege ich mich auf, ich besitze ja noch nicht mal eine Apple Gerätschaft.

  11. @Hans
    Apple hat also ein „Spießerimage“. So ziemlich alle Leute mit Ahnung würden dir da widersprechen, immerhin heißt es doch immer wieder, Apple-Produkte würden nur so oft verkauft werden, weil sie „hipp“ sind und gut aussehen?

    Übrigens ist die Sache mit sexuellen Inhalten, wenn es denn überhaupt der Grund für das Entfernen ist, in den USA eben anders, als hier in Deutschland. Das könnte man einfach mal akzeptieren. Andere Länder, weniger Titten.

  12. @ChackZz: Komisch, und ich dachte immer, der Playboy käme aus den USA.

  13. Einerseits zensiert Apple harmlose Spielchen mit Bezug zu Marihuana oder harmlosen sexuellen Andeutungen.

    Gewaltverherrlichende Spiele, in denen gemordet und verstümmelt wird, dürfen dagegen drin bleiben.

    Kranke amerikanische Spießer.

  14. Find ich mal ne ziemlich vorlaute Behauptung, Helge Schneider als Marihuana-Verpöner zu betiteln, nur weil er mal ein albernes Lied drüber gemacht hat. Vorher mal recherchieren wäre schön. Sieht für dich vielleicht nach nem lapidaren Vergleich aus. Einen Künstler aber auf sein rhetorisches Ich zu reduzieren und dann mit einem IT-Konzern gleich zu setzen, das absolut kommerziell agiert, finde ich absolut nicht gut. Tu mal lieber die Möhrchen.

  15. bambooyah says:

    Schade, so etwas hätte es unter Steve Jobs nicht gegeben 😛

    • Das war jetzt nicht dein Ernst, oder? 😉

      Zensur und Bevormundung war schon immer eines der Apple-Grundprinzipien im AppStore und wurde von Steve Jobs eingeführt.

      Selbst harmlose Apps wie die der deutschen Zeitschrift STERN.de wurde zwischenzeitlich aus dem App Store geworfen, weil sie Bilder von leicht bekleideten Frauen gezeigt hatten. Apple zensiert regelmäßig tausende Apps pro Jahr. Selbst politische Satire und Witze und Radio-Apps werden zensiert.

      Einfach mal googeln nach „Steve Jobs Zensur App Store“ und ein paar alte Artikel von 2010 lesen.

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