Apple Karten: Umsehen-Feature kommt laut Datenschutzbehörde nicht nach Deutschland


Letzte Woche wurde bekannt, dass Apple für seinen Kartendienst Apple Karten Kameraautos über deutsche Straßen schickt. Gefüttert werden soll damit das Umsehen-Feature (Look Around), das Nutzer direkt in Städte eintauchen lässt. Kameraautos in Deutschland? Da werden auch Datenschützer schnell hellhörig. Google kann ein Lied davon singen, auch heute ist Deutschland ein weißer Fleck auf Googles Street-View-Karte.

In Sachen Apple Karten ist nun eine interessante Aussage der Bremer Datenschutzaufsichtsbehörde aufgetaucht. Laut Swantje Claussen wird die Umsehen-Funktion nicht in Deutschland verfügbar gemacht: „Apple hat nachdrücklich versichert, dass es nicht plant, das Look-Around-Feature in Deutschland zu veröffentlichen.“

Die Aufnahmen werden zudem entsprechend der Datenschutzgrundverodnung verwendet. Sollte Apple dann doch einmal die Umsehen-Funktion auch in Deutschland anbieten, wäre entsprechendes Material bereits vorhanden.

Macht also ganz den Anschein, als würde der Datenschutz wieder einmal einen Strich durch die Rechnung für eine sehr praktische Funktion machen. Apple selbst teilte anlässlich der Kameraautos nur mit, dass man sie zur Verbesserung des Kartendienstes auf die Straße schicke, die Umsehen-Funktion wird dabei nicht explizit erwähnt.

Update 14:00 Uhr, Carsten Knobloch: Der Aussage der Bremer Datenschutzaufsichtsbehörde steht die Aussage des Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht entgegen. Es geht also nicht um das explizite Verneinen, dass die Funktion nicht nach Deutschland kommt. Dort ist zu lesen: Das sogenannte „Look-Around“-Feature, also die über das Internet erreichbare 3D-Darstellung der Aufnahmen, wie dies bei dem Produkt „Street View“ der Firma Google angeboten wird, sei laut Apple in Deutschland momentan nicht geplant. Inwiefern dies zukünftig dann doch angeboten werden soll, sei laut Apple noch offen. Jetzt aber geht es erst einmal sowieso nur um das vorrangige Ziel der Aufnahmen für Kartenmaterial.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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52 Kommentare

  1. Bartenwetzer says:

    Ich sah gestern auf You Tube einen Kommentar dem man nur zustimmen kann.
    Erstens den Bericht über eine Umgehungsstraße die wegen ein paar Meter Gleis nicht genutzt werden kann., dazu dann der Kommentar.
    https://www.youtube.com/watch?v=98Q-O5vSuA8
    „Ich glaube ernsthaft, dass Deutschlands Regierung der Grund ist, warum wir niemals von Außerirdischen besucht werden. Allein eine Landeerlaubnis zu bekommen wäre schier unmöglich und den Aufwand nicht wert. :D“

  2. So ein Schwachsinn! Selbstverständlich kann man so ein Feature datenschutzkonform umsetzen. Personen und Kennzeichen verpixeln und gut is. Diese jahrelange Diskussion nervt völlig ab!

    Google hat es doch auch geschafft. Sie haben nur den Fehler gemacht, den Leuten in einer aufgeheizten Diskussion zu erlauben, auch ihre Fassaden verpixeln zu lassen. Da hätte Google damals hart bleiben müssen oder 5 Jahre warten müssen, bis sich alles beruhigt hat und die Leute den Nutzen erkannt hätten (am Urlaubsort z.B.).

    • Black Mac says:

      “Diese jahrelange Diskussion nervt völlig ab!”

      Genau das werden sich die Verantwortlichen bei Apple auch gesagt haben. Und jetzt zeigen sich die Konsequenzen. Wer kann es Apple verübeln?

  3. Ich hasse dieses Land manchmal… In so vielen Punkten ist Deutschland einfach so brutal rückschrittlich, dass es weh tut. Ich freu mich drauf, wenn wir dann in 10-20 Jahren komplett den Anschluss verloren haben und das letzte übrig gebliebene Industrieland sind, umzingelt von Ländern die alle vor Jahren bereits erkannt haben, wie wichtig die Digitalisierung ist…

    • Hass auf Dein Heimatland und physische Schmerzen, weil Du einen noch überhaupt nicht erschienenen Street-View-
      Klon wahrscheinlich hier (ohne VPN) nicht benutzen können wirst. Eine Nummer größer geht es nicht?

  4. Meinetwegen kann sich jeder mein Haus von außen ansehen so viel er will. Ich verstehe dieses ganze Tamtam nicht. Wenn ich an Herr Müllers Haus vorbeilaufe, dann rennt er doch auch nicht raus und zwingt mich dazu, mich umzudrehen und sein Haus nicht anzusehen.

    Die Leute sind immer paranoider geworden. Letztens habe ich auf meine Frau gewartet, die beim Friseur saß. Während ich (glaube war sogar auf caschys Blog) surfte, kam ein Herr auf mich zu und fuhr mich an, warum ich ihn fotografiere, ich solle ihm sofort meine Fotos zeigen und und und.
    Dabei hielt ich das Handy nur ein Stück höher damit ich nicht den üblichen Smartphone-Buckel beim Sitzen mache.

    • Versuchen Sie sich doch bitte einmal, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen.
      Wenn jemand ein Smartphone, welches nunmal heute auch eine i.d.R. mehr als brauchbare Kamera beinhaltet, vermeintlich auf einen richtet (ergo höher hält, als es zum lesen üblich ist – „Smartphonebuckel“), dann halte ich es nicht für paranoid, es zumindestens in Betracht zu ziehen, dass er damit ein Foto macht. Wie würden Sie denn reagieren, wenn Sie den Eindruck haben, jemand fotografiert Sie ungefragt ? Wie halten Sie es mit dem Recht am eigenen Bild ? (No offense, ehrliches Interesse.)

      • „Wenn ich es in Betracht ziehe“, muss es aber nicht so sein, dass mich gerade jemand fotografiert oder filmt, nur weil es so aussieht. Man kann doch jetzt nicht ernsthaft jeden in der Öffentlichkeit anpöbeln, der sein Smartphone nicht so hält, dass es nicht danach aussieht. Im Übrigen, wäre ja Freundlichkeit eine Option, indem man freundlich fragen könnte, ob gerade fotografiert oder gefilmt wird. Pöbelei und blöde Anmache ist aber leider heutzutage sehr oft zum Standard geworden.

        • Was die Art und Weise angeht, bin ich ganz bei Ihnen, ein freundliches Nachfragen hätte es sicher auch getan (würde ich aus so handhaben, will ja auch nicht angepöbelt werden).

          Darf ich also davon ausgehen, dass Sie in einer solchen Situation auch nachfragen würden ?
          Ich frage das, weil ich die Bezeichnung „paranoid“ dafür für ziemlich übertrieben halte.

          • Ich kann mir schon vorstellen, in gewissen Situationen nachzufragen. Paranoid halte ich jedenfalls für passend, wenn jemand nun ständig in der Öffentlichkeit meint, abgelichtet zu werden, bei jedem der sein Smartphone nicht so hält, dass es ihm genehm ist.

            • Würden Sie das ähnlich sehen, wenn jemand eine Kompaktkamera so halten würde ? (Er könnte ja auch genausogut grade seine bisherigen Bilder durchgehen, ohne dabei einen krummen Buckel haben zu wollen.)
              Es gibt ja bei der Handhaltung beim Smartphone diverse Abstufungen, zwischen Gesichtshöhe (einem offensichtlichen Fotografieren) und dem „Smartphonebuckel“ – da ich nicht daneben stand, kann ich nicht beurteilen, wie Sie ihr Smartphone nutzen, von daher werden wir uns da wohl nicht einig werden. Ich finde diesen Austausch trotzdem interessant, weil in diesem Punkt einfach zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen aufeinanderprallen und jeder den eigenen Standpunkt für selbstvertändlich hält.

              • Es ist doch völlig egal, wie man nun sein Smartphone hält, das kann jeder halten wie er will und wie es ihm bequem ist. Ich fange doch jetzt nicht an, darüber nachzudenken, wie ich es halten muss, damit jemand nicht glaubt, ich fotografiere ihn.

                Und Paranoid bitte nicht mit Polaroid verwechseln. ;-D

                • Witzig.

                  Ich für meinen Teil löse das so, dass meine Handykameras normalerweise abgedeckt sind und ich sie vor Benutzung erst frei mache. Damit muss ich mir keine Gedanken über die Haltung meines Handys machen, und ein eventuell datenschutzbesorgter Mitmensch über seine Privatsphäre. Das ist mir die Sekunde zusätzlicher Aufwand vor dem Fotos schießen wert.

                  Sie haben die Frage übrigens nicht beantwortet, wie Sie reagieren würden, wenn ich mich vor Sie stelle, die Kamera (also nicht das Smartphone) zücke und vermeintlich (oder tatsächlich) ein Foto von Ihnen mache.

                  (Ich weiß, Ironie im Internet ist immer schwierig, aber ich fand es in diesem Fall so offensichtlich, dass ich mir jeden Smiley gespart habe.)

      • Ich sehe das bei weitem nicht so eng. Ich denke meist logisch nach – was für ein Interesse hätte die Person denn mich zu fotografieren?
        Nur wenn es wirklich absolut wasserdicht danach aussieht, dass man mich direkt fotografiert, würde ich freundlich fragen, was der Sinn dahinter ist. In meinem Fall kam der Herr aber aus ungefähr 20m Entfernung direkt auf mich zugelaufen. Aus dieser Entfernung sieht jegliche Haltung des Smartphones nach Fotografieren aus, solange ich es nicht gerade wie ein Buch auf dem Tisch liegen habe. Und dann offensiv anfahren, sodass ich für umstehende Personen (Notiz: es war ein großes Restaurant, gut besucht) schnell als Perverser oder sonstwas gebrandmarkt werden kann, ist absolut nicht okay. Erschwerend kommt hinzu, dass es ein Herr mittleren Alters war, um mich herum quasi nur Rentner oder 50+ saßen, die mich mit meinem Jugendlichen Aussehen (bin immerhin 30) schnell abstempeln.

        Privatsphäre, Recht am eigenen Bild schön und recht, aber ich kann doch nicht wild auf jeden zugehen, der im 50m Radius sein Smartphone in der Hand hält.

        Ich lebe in einer Stadt mit relativ vielen Touristen, soll ich da in der Altstadt jetzt jeden Asiaten und Amerikaner zur Rede stellen, der eigentlich nur das alte Rathaus fotografieren wollte und mein links Ohrläppchen mit erwischt hat?

        • Mit diesen zusätzlichen Informationen finde ich das allerdings auch übertrieben.
          Wenn jemand irgendein öffentliches Bauwerk fotografiert, und man zufällig mit drauf ist, dann wäre es doch relativ unverhältnismäßig, da derart drauf einzusteigen.
          In Ihrem Fall hätte ich mich da vermutlich auch nicht dran gestört und finde dieses übertriebene „eine Szene machen“ auch voll daneben. Wobei das dann wieder ein klassischer Fall von „freundlich drauf ansprechen wäre sinnvoller gewesen“ ist.
          Ich war jetzt gedanklich schon eher in der U-Bahn, dem Ärztewartezimmer oder beim Friseur, wo man ja i.d.R. deutlich näher beieinander ist und selten interessante Sehenswürdigkeiten auf Bild festhalten möchte. 😀

    • Ähnliches ist mir in der S-Bahn passiert. Ich halte mein Smartphone meist etwas höher, um eben meine Haltung nicht zu gefährden. Aber eben auch nicht so hoch, dass es so aussehen dürfte, dass ich jemanden filme. Wurde erstmal angemault, dass ich gefälligst die Privatsphäre anderer Leute respektieren soll und was mir einfällt, einfach meine Umgebung zu filmen.

    • Black Mac says:

      Der könnte mich mal kreuzweise. Alles Paranoiker. Aber es sind genau diese Kleingeister, die Dienste wie Google Street View oder Apples Look-Around verhindern.

      Das einzige, was mich an Street View nervt, sind die beiden Müllsäcke vor unserem Haus – und das bei schönstem Wetter. DIE sollten sie automatisch wegretuschieren! 😉

    • Ich hab mal eine Wohnung in Bonn gehabt. Die war in einer an Anonymität und Unpersönlichkeit kaum zu zu übertreffenden Appartment-Anlage bestehend aus sechs dreistöckigen Gebäuden – zum Teil Privatwohnungen, zum Teil Hotelbetrieb. Keine Namen auf den Klingeln (nur die Appartmentnummer), keine Briefkästen (Post lief auch bei den Privatwohnungen über die Rezeption des Hotels).

      Das Gebäude in dem meine Wohnung lag, ist bei Google Streetview verpixelt, weil irgendeine Wurst bei Google gejammert hat. Und wenn man aber in der Karte auf den Namen des Hotel klickt, dann bekommt man über 300 Fotos von der Anlage aus allen Himmelsrichtungen und zu sämtlichen Jahres- und Tageszeiten – aber Hauptsache bei Streetview ist Pixelbrei. Maximaler Schwachsinn…

      • GooglePayFan says:

        Wenn es Streetview in meiner Stadt gegeben hätte, dann hätte ich es mir zu meiner Aufgabe gemacht alle gepixelten Häuser aus allen Himmelsrichtungen zu fotografieren und diese Fotos dann trotzdem bei Google Maps einzubinden.

  5. Ich frage mich einfach, wieso ausgerechnet Deutschland so paranoid ist. In so vielen weiteren Ländern ist StreetView praktisch flächendeckend und keiner pixelt seine Häuser.

  6. Das kuriose ist, dass Apple die Daten ja sogar noch im Auto verpixelt. Es kommen also nie unverpixelte Daten in den Rechenzentren an.m (außer ein Gesicht oder was auch immer wurde nicht automatisch erkannt oder so). Was an Datenschutz will Man in Deutschland eigentlich noch?

  7. Genau, einfach darauf sch…. was andere Menschen sich für ihre Privatssphäre wünschen. Ich will in die Gärten anderer sehen können und zwar weltweit. Es interssiert micht nich was andere dazu denken, die sind alle blöd.
    Ungefähr so klingen die Gegner des Datenschutzes zwischen den Zeilen in Wahrheit.
    Und erklären, inwiefern alte Aufnahmen einer Wohngegend für die Allgemeinheit von Bedeutung sind konnte auch nich keiner. Bei Wohnungssuche helfen sie jedenfalls nicht, da schnell veraltet und nicht einmal erkennbar von wann Aufnahmen sind.

    • Black Mac says:

      Dort, wo man ganz regulär von der Strasse aus hineinsehen kann, gibt es keine Privatsphäre – und auch keinen Anspruch darauf. Das sollte eigentlich jedem klar sein und sonst muss der Hausbesitzer halt eine zwei Meter hohe Wand aufziehen.

      Etwas anderes sind Drohnen, die das Gelände überfliegen, aber das geht jetzt am Thema vorbei.

      • Annahme vorausgesetzt: Die Kamera sitzt wie beim Google Auto hoch auf dem Dach Folge:
        1. Herkömmliche Zäune sind niedriger
        2. Darfst Du Zäune nicht beliebig hoch bauen.
        Weiter: keiner hindert Dich daran vor Ort hinzufahren, warum mußt Du es im Netz sehen?
        Und: warum mußt Du überhaupt ein Privatgebäude ansehen?

        • Zum Beispiel im Urlaub wo ich sehen will wo das Hotel steht. Da hat es oft auch Wohnungen. Und wieso ist das nur in Deutschland ein Problem? Was macht diese Nation so paranoid? Der Rest der Welt lacht über euch.

        • Kein Schwanz interessiert sich für die Gärten anderer Leute (abgesehen von spiessigen Nachbarn). Nebenbei bemerkt kann man mit Kartendiensten schon ganz gut in die Gärten sehen. Da sieht man sogar hinter hohen Hecken ob du einen Pool hast oder nur ein mickriges Basin zum aufblasen. Nimmste Google Maps und schaltest auf Satellitfotos. Oder hier für NRW sogar super hochauflösend: https://www.tim-online.nrw.de/tim-online2/

          Warum ein Dienst wie Street View oder Look Around nützlich seien sollte? Kommst du nicht viel rum im Leben?

          Das ist wieder die übliche Schachsinnsdiskussion. Öffentlich einsehbare Bereiche abzulichten ist schlimm, aber jeden Scheiss mit Facebook teilen. Ich hoffe wirklich dass Apple die Sache durchzieht.

          • „Das ist wieder die übliche Schachsinnsdiskussion. Öffentlich einsehbare Bereiche abzulichten ist schlimm, aber jeden Scheiss mit Facebook teilen. Ich hoffe wirklich dass Apple die Sache durchzieht.“
            Das ist übrigens ein klassisches Strohmann-Argument. Die jenigen, die sich gegen die Zupflasterung des öffentlichen Raums mit Überwachungskameras / deren privaten Pendants von Google (bzw. hier Apple) wehren / darüber beschweren, sind i.d.R. aus Gründen nicht bei Facebook und co. Natürlich kann man sich über die jenigen lustig machen, die sich bei Facebook über Videoüberwachung beschweren, den wesentlich größeren Teil der Jenigen, die sich darüber beschweren, wird man dort aber nicht zu Gesicht bekommen.

            • Nö. Ein Kameraauto fährt in sehr großen zeitlichen Abständen durch Strassen. Es geht vorrangig um gutes Kartenmaterial und Navigation. Private Informationen werden so gut es geht entfernt oder verpixelt.

              Überwachungskameras zeichnen rund um die Uhr auf. Es geht vorrangig darum, Menschenmengen zu überwachen, biometrische Daten zu erfassen, etc.

              • Wenn zu diesem seltenen Zeitpunkt aber grade zufällig du die Straße entlang läufst und der Algorithmus dein Gesicht nicht erkennt, hast du halt Pech gehabt und dein Foto wird im Netz veröffentlicht, was nach deutschem Recht nunmal (aus gutem Grund) verboten ist (bzw. wofür eine Zustimmung eingeholt werden muss).

                Ein Strohmannargument ist das ‚aber Facebook‘-Geschrei übrigens trotzdem @Kritiker. ;D

                • Gerade das ist der Trugschluss! Ich kann jederzeit überall im öffentlichen Raum Fotos machen und diese auch veröffentlichen. § 59 UrhG – Werke an öffentlichen Plätzen
                  (1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.
                  (2) Die Vervielfältigungen dürfen nicht an einem Bauwerk vorgenommen werden.

                • Kameraautos, die für besseres Kartenmaterial die Strassen abfahren, haben keine Gesichtserkennungssoftware an Bord. Wozu auch? Kannst du dazu was schreiben?

                  • Sie (Apple) müssen die Gesichtserkennung entweder lokal an Bord haben (wie sgo weiter oben behauptet) oder halt in irgendwelchen Rechenzentren verwenden. Oder meinst du, jemand geht händisch durch die hunderttausend Stunden Videomaterial und verpixelt die Gesichter ? Wir meinen vermutlich verschiedenes mit Gesichtserkennung, du die biometrische Identifikation eines Gesichts, ich die algorithmische Feststellung von: Oh, da ist ein Gesicht ! ^^

                    • Ach so, klar. Rudimentäre Erkennung von Gesichtern, das wird automatisch gemacht. Ich dachte er meint das Erfassen und Speichern von biometrischen Merkmalen so wie das Überwachungskameras machen.

      • „Dort, wo man ganz regulär von der Strasse aus hineinsehen kann, gibt es keine Privatsphäre“

        Na ja, such mal im Internet nach der „Sphärentheorie“ im allgemeinen Persönlichkeitsrecht. Wenn du dazu was liest dann wirst du sehen, dass es so einfach — aus gutem Grund — nicht ist.

    • Gegner des Datenschutzes? Das sind alles völlig rechtskonforme Features. Es ist wirklich traurig, dass wegen diesen Wutbürgern Daten fehlen. Ich hatte sehr gehofft, dass Apple so viel später kommt, dass die Gesellschaft inzwischen weiter ist und sich keiner mehr daran reibt. Anscheinend haben die Oma Ernas dieses Landes aber so nachhaltig Angst und Schrecken verbreitet, dass sich keiner mehr traut gesetzlich völlig unbedenkliche Funktionen umzusetzen.

      • Annahme vorausgesetzt: Die Kamera sitzt wie beim Google Auto hoch auf dem Dach Folge:
        1. Herkömmliche Zäune sind niedriger
        2. Darfst Du Zäune nicht beliebig hoch bauen.
        Weiter: keiner hindert Dich daran vor Ort hinzufahren, warum mußt Du es im Netz sehen?
        Und: warum mußt Du überhaupt ein Privatgebäude ansehen?

        • 1. Interessiert mich das nicht?
          2. Was auch sinnvoll ist!
          3. Weil ich vorher mal sehen möchte wo genau ich hin will wenn ich z.B. einen Termin habe oder Urlaub mache?

          Der Nutzen ist halt einfach gegeben. Es geht nicht darum nur Privatgebäude zu sehen sondern sich auch mal vorher zu informieren wo genau muss ich hin, wie sieht es aus etc. Das spart einfach Zeit und vor allem nerven wenn man mal in eine unbekannte Gegend fährt.

        • Warum hat die Fassade eines Gebäudes überhaupt irgendeinen Schützenswerten Aspekt? Gesetzlich gibt es den nämlich nicht. In Zeiten des Klimawandels übrigens ein seltsamer Tipp immer gleich persönlich vorbei fahren zu müssen. Ich muss nicht alles persönlich gesehen habe und trotzdem interessiert es mich.

          • Jaja, auch der Stalker im Nachbarhaus mit der hochauflösenden Teleskop-Kamera ist nur „interessiert“. Und da du ja nichts zu verbergen hast und deine Fassade nicht schützenswert ist, hast du natürlich auch keine Vorhänge in den Fenstern.

            Aber da Google und Apple ja Firmen sind, sind sie uneingeschränkt vertrauenswürdig.
            [/sarcasm]

            • Was ist denn das für eine kartofflige Alman-Attitüde? Natürlich ist meine Fassade nicht schützenswert. Es gilt in Deutschland die Panoramafreiheit. Das Innere meines Hauses ist es sehr wohl aber das wird höchstens von Sonneborn bei Google Maps eingestellt. Der Spanner ist auch nicht an hochauflösenden Fassaden, sondern an Menschen interessiert. Da ist es in erster Linie deine Aufgabe das mit Vorhängen vor Blicken zu schützen, falls es dich stört. Was du unterstellst, ist einfach absurd. Wenn ich eine Stadt online sehen will, dann interessiert mich garantiert nicht irgendein ostdeutscher Kommentator von Cashy.

              • „Was ist denn das für eine kartofflige Alman-Attitüde?“
                Sehr sachlich und themenbezogen, danke ;D.
                Man nennt das Humor, manchmal auch Sarkasmus, also betont absichtlich überspitzt / absurd, um einen Punkt klar zu machen.

                Zum „Inhalt“: Woran Google als bekanntlich von fremderleuts Datensätzen lebendes Unternehmen interessiert ist, oder es in 5 Jahren sein wird, wissen weder du noch ich. Und Material, was einmal da ist…

                Und bevor du nach meiner (falschen – BaWü) Herkunft aus meiner Meinung auch noch mein Wahlverhalten prognostizierst: Nein, keine braune (+neoliberale) Soße, da ich im Gegensatz zu dir keinen Menschen aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit Dinge unterstelle (kartoffelig ? Ossi-Klischees ? putzig.), sondern Piraten, da das die Einzigen mit Verstand und Konzept in Sachen Digitalisierung sind.
                Schönen Abend noch. ;P

  8. Hä? Verstehe ich nicht: Street view existiert doch und funktioniert ganz prima?!? Was ist jetzt hier anders?

    • Peter Brülls says:

      Street View existiert in Deutschland nur begrenzt – einige Großstädte und Teile des Ruhegebiets – und wird de facto nicht mehr gepflegt.

  9. Viele Menschen orientieren sich eher visuell und nicht klassisch geographisch mit 2D-Kartenmaterial. Meiner Erfahrung nach gehört StreetView für ganz viele Menschen zur Navigation dazu und ist da extrem hilfreich – „Ach, neben dem Bäcker ist das!“, „Achso, da muss ich links!“ etc.
    Da das Kartenmaterial auf Google vom Sommer 2008 ist, ist diese Nützlichkeit natürlich wieder eingeschränkt, weil so viel gebaut wird, dass die Bilder eher einen Museumseffekt haben als noch tatsächliche Orientierung zu bieten. Sehr schade!
    Spätestens wenn in 5-7 Jahren AR-Brillen auf dem Markt sind und dank 5G auch entsprechend gefüttert werden können, wird uns diese Kurzsichtigkeit der frühen Jahre gehörig nerven. Aber immerhin sind die Deutschen beim Payback-Punkte Sammeln führend. Ein Hoch auf den Datenschutz!

    • Kann ich ausnahmslos zustimmen, bei wichtigen Terminen schau ich mir die Gegend des Zielorts immer ganz gerne per Streetview an. Da kann man sich wunderbar ein Bild machen, wie die Straßen aussehen, wie die Parkplatzsituation gestaltet ist und wie es dort zugeht.

  10. Was mich bei der ganzen Diskussion eigentlich nervt, ist das Missionieren beider Seiten. Ist das wirklich so schwer die Meinung anderer zu akzeptieren? Wer möchte soll von mir aus sogar sein Haus mit Luftballons schmücken, knipsen und überall posten, wer nicht, lässt es verpixeln. Ist doch schön, das wir in Deutschland die Möglichkeit haben selbst zu entscheiden! Aber nee, erstmal alles schlecht reden und Andersdenkende beleidigen, rechthaberischer und intoleranter geht’s kaum, meine Fresse…

    • Das sehe ich (leider auch hier) ähnlich. Desto verrohter der Umgang, desto geringer werden die Chancen auf konstruktiven Dialog. Ein gewisses Maß an Höflichkeit und Toleranz sollte man doch selbst im Internet erwarten können.

    • Sehe ich nichts so. Ich kenne in Frankfurt Beispiele wo eine Mieter, eines Mehrfamilienhauses, die Fassade verpixeln lassen hat, obwohl der Vermieter für die Veröffentlichung war. Dieser hat nun Pech, obwohl der Vermieter keine Rechte an der Fassade hat.
      Und da in Deutschland die Fassade keine Persönlichkeit hat, finde ich es übertrieben wenn dann „alle“ auf Google oder nun Appel einschlagen. Andere, weniger populäre, Dienste bieten das selbe an und keiner meckert. Mann kann dank Satelliten und Flugzeugbildern auch in nicht einsehbare Gärten schauen und keiner meckert.
      Und in anderen Ländern kann man in der Zeit zurück gehen und sich anschauen wie es in der Gegend Jahre zuvor ausgesehen hat. Allein das ist ein super Feature. In Frankfurt sind einige Straßen schon offline genommen worden, weil zu viel verpixelt war. Ich finde das echt schade.

  11. Die Fahrzeuge müssten gleich bei Sonnenaufgang unterwegs sein um so wenig Personen wie möglich auzunehmen damit die Nachbearbeitung leicht und einfach von statten geht.

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