Apple soll Content-Anbietern des geplanten TV-Streamings Informationen über Nutzer anbieten

Wir berichteten gestern bereits, dass Apple in den USA ins TV-Geschäft einsteigen will. Es soll eine Auswahl an Sendern geben, Apple verkauft das Paket quasi wie es Kabelanbieter auch tun. Dabei hat es Apple nicht leicht, Einigungen mit den Anbietern zu erzielen. Das scheint nun sogar so weit zu gehen, dass Apple den Anbietern nicht nur diverse Freiheiten einräumt, sondern sogar Kundendaten mit ihnen teilen will. Wer, was und wann, diese Informationen ist Apple bereit weiterzugeben. Die Content-Anbieter würden so einen guten Einblick in das Publikum bekommen.

Apple TV

Sie wissen dann, wer etwas zu welcher Zeit geschaut hat. Interessant ist dies deshalb, da Apple seit geraumer Zeit stets bemüht ist zu betonen, dass man nicht mit den Daten der Kunden handelt, der Kunde nicht das Produkt ist. Das wäre in diesem Fall dann wohl nicht mehr gegeben. Für die Anbieter sind solche Informationen Gold wert und könnten tatsächlich das Zünglein an der Waage sein, ob man einen Deal mit Apple eingeht oder nicht. Wir können uns das von Deutschland aus beruhigt anschauen, es ist sehr unwahrscheinlich, dass Apple auch hierzulande mit einem solchen Service auffahren wird. Dennoch wird es interessant sein, wie Apple dies den Kunden erklärt, sollten die Informationen der New York Post tatsächlich stimmen.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

6 Kommentare

  1. Kann mir nicht vorstellen, dass das über ein “Die Zielgruppe der 12-16 jährigen schaut …” hinaus geht. Steht definitiv zu viel auf dem Spiel für Apple um hier nicht anonymisierte Daten weiterzugeben…

    Aber warten wirs mal ab.

  2. Man sollte hier noch erwähnen, dass es sich bei der „New York Post“ um ein Medium handelt, dass der „Bild-Zeitung“ sehr ähnlich ist… Aber was tut man nicht alles für Klicks…

  3. naja, „datenhandel“/verkauf von daten und die zurverfügungstellung von nutzerdaten ist ja nun nicht das gleiche. die daten werden ja nur von direkten abonnenten weitergegeben. und würde man den dienst nicht über apple, sondern direkt abonnieren, müsste man die daten auch angeben. die frage ist aber auch, ob apple nur anonymisierte daten (alter, etc) weitergeben muss, oder auch die namen. dass die sehgewohnheiten gemessen werden, war sowieso klar, da man ja sonst keine „einschaltquoten“ hat.

    viel interessanter ist aber wie gesagt, ob nun die neue regelung zur netzneutralität apple in die hände spielt und sich kein internet-anbieter quer stellen kann. wenn der dienst dann noch schnell ist und eine gute qualität bietet, bekommen die sat- und kabelanbieter ein echtes problem.

  4. Erst die Gesundheitsdaten, jetzt die Sehgewohnheiten.
    Was kommt als nächstes Kaufverhalten oder Bewegungsmuster im Laden? ApplePay und iBeacon zielt ja genau darauf ab.

  5. @Totorito: http://www.zdnet.de/88204104/ios-8-apple-untersagt-weitergabe-von-gesundheitsdaten/

    Bei den Daten hier kommt darauf an, was mit „Wer“ gemeint ist. Bei Weiblich 22 Jahre alt, würde ich es akzeptieren. Bei „Sabine Dietrich, 22 Jahre alt aus Fickmühlen“ würde ich es allerdings deutlich kritischer sehen…

    Der Dienst selbst ist für mich nicht sonderlich interessant. Ich schaue kein Fernsehen mehr seit Enterprise abgesetzt wurde! Netflix etc. sind mir da lieber!

  6. @Horst Meier:
    Was soll der Link bedeuten? Apple verkauft das Zugriffsrecht auf die Gesundheitsdaten. Der Kunde darf sie nicht weiterverkaufen. Die anderen Interessenten sollen die Daten ja auch gefälligst von Apple kaufen, anstatt günstiger von einem Zwischenhändler. 😉