Apple AirPods: Pegel per Audiogramm an das eigene Hörvermögen anpassen

Musikhören gehört für mich zum Alltag dazu. Ich bin persönlich jemand, der, so oft es geht, versucht, Musik zu hören sei es über Lautsprecher oder über Kopfhörer. Auch im Homeoffice läuft bei mir ständig irgendeine musikalische Untermalung. Als Bluetooth-Kopfhörer kommen bei mir am iPhone die AirPods Pro zum Einsatz. Im Homeoffice nutze ich die Jabra Evolve2 85 als Headset und Kopfhörer. Ich habe nun nicht die allerhöchsten Ansprüche an die Technik, aber wenn ich Kopfhörer auf den Ohren habe, dann sollte das Ganze schon gut klingen und nicht in einem Soundmatsch enden. Kommt jedoch nicht immer nur auf die Technik allein an, denn auch das eigene Gehör verändert sich mit dem Alter. Mittlerweile bieten diverse Hersteller dafür auch Hörtests an, mit deren Ergebnissen man die Kopfhörer dann so tunen kann, dass alle Frequenzen in den eigenen Hörbereich gepackt werden und der Klang somit verbessert wird. Das Aha-Erlebnis hatte ich vor allem beim Test der Beyerdynamic Amiron Wireless Copper.

Der eine oder andere von euch weiß vielleicht nicht, dass auch Apple so eine ähnliche Soundanpassung für die folgenden Modelle anbietet:

  • Apple EarPods (mit 3,5 mm-Kopfhörerstecker oder Lightning Connector)
  • AirPods (2. Generation)
  • AirPods Pro
  • Powerbeats
  • Powerbeats Pro
  • Beats Solo Pro

Voraussetzung für die Nutzung ist ein sogenanntes Audiogramm, das ihr mit der Hörtest-App Mimi erstellen könnt.

https://apps.apple.com/de/app/mimi-hörtest/id932496645

Mimi funktioniert dabei wie jeder andere Hörtest beim HNO-Arzt auch. Ihr setzt die Kopfhörer in die Ohren, stellt die Lautstärke auf 50 Prozent und sucht euch einen ruhigen Ort. Dann startet ihr den Hörtest und bekommt Töne in verschiedenen Lautstärken und Frequenzen auf die Ohren.

Ihr betätigt den großen Button, wenn ihr den Ton hört und lasst wieder los, sobald ihr den Ton nicht mehr hört. Das ganze Prozedere dauert zirka sechs Minuten und wird erst für das linke und dann für das rechte Ohr gemacht. Am Ende bekommt ihr das Ergebnis angezeigt, das in einem Audiogramm gespeichert wird. Dieses kann nach Apple Health exportiert werden und zeigt, wie laut ein Ton sein muss, damit ihr ihn hört, abhängig von der Frequenz des Tons. In meinem Fall fiel der Test ganz gut aus. Ich habe auch kein asymmetrisches Gehör, das heißt, dass beide Ohren ungefähr gleich gut hören.

Eben jenes Audiogramm könnt ihr nun nutzen, um die Kopfhörer so einzustellen, dass diese auf euer Gehör abgestimmt sind. Habt ihr das Audiogramm nach Health exportiert, besucht ihr die Einstellungen > Bedienungshilfen > AirPods > Bedienungshilfeneinstellungen für Audio. Dort findet ihr eine Option „Kopfhörer-Anpassungen“. Tippt darauf.

Schaltet diese ein und wählt „Eigene Audiokonfiguration“. Die Einstellungen führen euch nun durch die Konfiguration und sollten euch selbstständig das letzte Audiogramm vorschlagen.

Zu guter Letzt könnt ihr das ganze noch testen und wählt dann das für euch bessere Ergebnis aus. In meinem Fall gefällt mir das Profil des Audiogramms wesentlich besser. Probiert es doch mal aus. Apple hat dazu auch einen Hilfe-Artikel bereitgestellt.

  • Danke Sebastian

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Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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21 Kommentare

  1. Oh cool! Weil bislang war das bei Mini nur über die App möglich und da waren die Audioquellen begrenzt

  2. Gibt es auch eine Möglichkeit das am iPhone angefertigte Audiogramm am iPad mit den gleichen AirPods zu nutzen? Gibt ja keine Health App und am iPad wird mir das Audiogramm auch nicht angezeigt.

    • Oliver Posselt says:

      Puh, muss ich mir mal angucken. Gute Frage.

      • Das sagt die Apple Hilfe Seite:

        Beim automatischen Wechsel zwischen Geräten mit deinen AirPods werden deine eigenen Audioeinstellungen zwischen deinem iPhone, deinem iPad und deiner gekoppelten Apple Watch (unter watchOS 7) übertragen, jedoch nicht auf deinen Mac.

  3. Bartenwetzer says:

    Das gute alte Blog is backt. Tipps und Tricks.
    Eine Frage nur: Welche Einstellung der AirPods sollte man vornehmen? Mit oder ohne ANC ?
    Vorher die Lautstärkebegrenzung ausstellen ?

    • Oliver Posselt says:

      Mimi sagt dir, wie eingestellt werden muss.

      • Oliver Posselt says:

        Ich habe ohne anc getestet, weil anc für gewöhnlich das Profil beeinflusst. Lautstärkebegrenzung spielt hier keine Rolle, da man auf 50% Lautstärke stellen muss

  4. Sehr cooler Hinweis, Dankeschön!

  5. ich muss leider einwerfen, dass unter Bedienungshilfen die Airpods 2 nicht zu finden sind und das mit diesen nicht funktioniert – kann das einer bestätigen?

    • Oliver Posselt says:

      Guck mal unter Audio/Visuell

      • Das sollte bei jedem Kopfhörer Standard sein.gerade bei teuren.

        Weil die hörleistung ist bei jeder frequenz bei jedem Menschen verschieden und verändert sich mit dem älter werden.

        Beyerdynamics hat Nen ähnliches System. Aber das war noch sehr rudimentär als ich es getestet habe. Und leider nur für einen bt Kopfhörer mit Anc.

        Wo man ja generell schon starke Abstriche beim Sound machen muss.

        Der hörtest sollte auch bei kabelgebundenen Kopfhörern oder Av Receiver Standard werden.

      • Danke Oliver – da ist es & funktioniert!

      • Bei mir auch dort nicht zu finden – sicher erst mit iOS 14.x vorhanden?!

  6. Die sammeln viele Daten.
    „Eine Nutzung unseres Service ist für den Nutzer ohne diese Analysen und Auswertung der Hördaten sowie die Übermittlung dieser an Dritte nicht möglich. Wenn der Nutzer unseren Service verwenden möchte ohne persönliche Informationen anzugeben, kann er das tun, … dabei werden jedoch trotzdem seine Hördaten für die Analysen genutzt…“
    „Nach Beendigung des Hörtests werden die gesammelten Daten der Umgebungsgeräusche zusammen mit den Ergebnissen des Hörtests bei uns gespeichert.“
    usw.

    Gibt es so eine App auch in datenschutzfreundlich?

  7. Cool wäre es, wenn ich zum Hörgeräteakustiker oder HNO gehen kann, um mir ein „professionelles“ Audiogramm erstellen zu lassen und das dann in Health importieren könnte.
    So ganz plausibel kommt mir die Mimi Geschichte nämlich nicht vor… habe jetzt „AirPods“ auswählen müssen, weil es „AirPods Pro“ nicht gab. Zudem glaube ich nicht, dass solche Consumer die gleiche Reproduzierbarkeit für den Pegel wie vernünftige Medizinprodukte haben.
    Meine Zahlungsbereitschäft für so ein Audiogramm läge bei ca. bei 25€, würde ich sagen.

  8. Witzigerweise bin ich vor ein paar Tagen bei SPON (Kremp Artikel über Airpod Max) auch schon darüber „gestolpert“. Gleich ausprobiet (bin schon älter) und der Unterschied ist wirklich hörbar. Echt gut, dass ihr auch noch einen Artikel darüber macht. Ich war schon ein bisschen „angefressen“, dass ich die Airpod Pro seit einem Jahr habe und darüber noch nichts wusste, ist aber wohl erst seit kurzem aktivierbar.

  9. Muss es auch mal ohne anc testen. Habe jetzt bei dem einsetzen der Kopfhörer immer ein Rauschen, das allerdings gleich wieder verschwindet.

  10. Wofür ich auch kein Verständnis habe, ist ein systemweiter Equilizer. In jeder App muss man seine eigene Präferenz einstellen.

    So gut wie jeder BT Kopfhörer/in ears besitzt eine eigene App mit Equilizer, nur die AirPods nicht …

  11. Danke. Sehr guter Artikel. Das kannte ich auch noch nicht. Beim HNO wurde mir allerdings ein besseres Hörvermögen, als in der App attestiert. Es ist aber auch wirklich schwer, mit den normalen AirPods (non Pro) keine Umgebungsgeräusche zu hören, die die Wahrnehmung beeinflussen. Muss ich mal machen, wenn Frau & Kinder aus dem Haus sind und die Katzen schlafen 😉

  12. Die Sache an sich ist toll aber nicht zuende gedacht!
    Ich kann zwar mein Audiogramm verwenden doch es gibt noch Arbeit:
    – ich habe -60dB bei 4kHz. Das Audiogramm von dem Mimi-Programm ist ziemlich genau und attestiert mir so ziemlich das Gleiche.
    Ich bin aber aufs Standard-Set „Höhen“ zurück, da es zwar beim Audiogramm eine Frequenzanpassung gibt, was schonmal der richtige Weg ist aber es Fehlt eine „Loudness-Mässige“ Anpassung. Denn wenn ich mit dem Audiogramm sehr leise höre, sind die Höhen immernoch weg.
    Der Transfer auf die Apple-Watch hat irgendwie nicht geklappt.. vielleicht habe ich was übersehen? Aber immerhin wird mal an die Menschen mit Hörbeinträchtigung gedacht.
    Wenn die das im Griff bekommen, ein Audiogramm mit der Loudness-Funktion in den H1V2(?)-Chip reinzupacken, würde ich mir sofort den das entsprechende Modell kaufen.
    Idealerweise ein Max-Modell, welches aber auch den Sound, vom Kabel kommend, anpasst.

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