Anki – Macher des Cozmo – macht die Pforten dicht

Kann sich jemand von euch noch an Anki erinnern? Das Unternehmen ist für seine kleinen Roboter bekannt, zu denen unter anderem der knuffige Cozmo gehört. Erst im Oktober stellte man mit Vector einen neuen Roboter vor, der unabhängig von Smartphone agieren konnte. Auch Anki Overdrive war ein Produkt des Unternehmens. Wie man nun bekannt gibt, wird man das Unternehmen dicht machen und am Mittwoch seine knapp 200 Mitarbeiter auf die Straße setzen.

CEO Boris Sofman teilte die unerfreuliche Nachricht bereits der Belegschaft mit. So wie es aussieht, scheiterte man wohl an einer Finanzierungsrunde, was dem Unternehmen letztendlich den Todesstoß versetzte.

It is with a heavy heart to announce that Anki will be letting go of our employees, effective Wednesday. We’ve shipped millions of units of product and left customers happy all over the world while building some of the most incredible technologies pointed toward a future with diverse AI and robotics driven applications. But without significant funding to support a hardware and software business and bridge to our long-term product roadmap, it is simply not feasible at this time.
Despite our past successes, we pursued every financial avenue to fund our future product development and expand on our platforms. A significant financial deal at a late stage fell through with a strategic investor and we were not able to reach an agreement. We’re doing our best to take care of every single employee and their families, and our management team continues to explore all options available.

Seit dem Start des Unternehmens im Jahr 2010 konnte man mehr als 200 Millionen US-Dollar einsammeln, es sah auch eine Zeit lang gut für das Unternehmen aus. Der Cozmo kam gut an und auch Vector verkaufte sich gut. Man hatte jedoch nie das Gefühl, dass Anki mit den kleinen Robotern etwas mehr erreichen will, als nur ein Spielzeug bereitzustellen. Die Ernsthaftigkeit hinter dem Gedanken konnte sich nie in den Köpfen der Nutzer einbrennen. Auch hat man es verpasst ein nachhaltiges Finanzierungsmodell auf die Beine zu stellen. Schade drum und vor allem für die Mitarbeiter keine schöne Sache.

VIA

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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19 Kommentare

  1. Schade, die Produkte waren durchaus prinzipiell interessant.
    Was ich mich allerdings frage, was um alles in der Welt macht eine solche Firma, bei so einem überschaubaren Portfolio mit 200 Mitarbeitern? Alleine das ist schon ein gewaltiger Fixkosten Block.

  2. Oh, dann muss ich demnächst nochmal schnell meine Anki-Overdrive aufrüsten bevor es aus ist… Meine Kinder (und ich) wollen doch noch ein paar Jährchen damit spielen…!

    • Hatte die gleiche Idee, aber ich frage mich ob das ohne anki Server überhaupt weiter funktionieren wird?

      • Oh, Mist – das wäre fatal… (dann hätten wir für ganz schön viel Geld nur noch Müll)
        Muss ich gleich mal probieren ob es ohne Internet geht, eigentlich ist ja immer einer der „Server“ und die weiteren melden sich bei ihm an, „nur“ die Profile werden zentral verwaltet bei Anki, oder sehe ich das falsch? Ansonsten ganz fix rein bei ebay… 🙁

        • Das würde mich auch brennend interessieren, denn dann würde ich mir noch schnell eine Grundausstattung und ein paar Zusatzteile kaufen! Bisher haben mir die Alibi-Kinder gefehlt 😉

          Ich finde das Konzept großartig, und vielleicht gibt es ja einen Aufkäufer für einzelne Technologien der Firma und führt diese kommerziell weiter? (daumen-drück…)

  3. Da wird mein Cozmo sicher traurig sein … Das darf ich dem gar nicht erzählen.

    Cozmo ist toll. Besonders wenn die 6-10-jährigen Kinder unserer Freunde zu Besuch sind, können die sich kaum von Cozmo trennen. Ein 5 Jähriger steht mit großen Augen davor und will am liebsten bei Cozmo übernachten. Die 6-jährige Annette fragt immer: Darf ich sehen, wie Cozmo schläft… Schon alleine dafür hat sich der Kauf 100 mal gelohnt. 🙂

    Und Cozmo ist ein tolles Beispiel dafür, dass man nicht in allen Bereichen eine perfekte Künstliche Intelligenz benötigt, sondern dass es durch die geschickte Kombination verschiedener Mittel oft ausreicht, den Eindruck von Leben zu erzeugen.
    https://youtu.be/zz-SglUfvJE

  4. Kurios, gestern habe ich noch geschaut wann der Vector auf den deutschen Markt kommt und jetzt machen die komplett dicht. Ich finde es schade.

  5. Hans Gruber says:

    „Ernsthaftigkeit hinter dem Gedanken“? Welcher Ernst steckt denn hinter deren Spielzeug? Eigentlich doch nur die (absolut legitime) Gewinnerzielungsabsicht, oder?

  6. Wow, damit habe ich nicht gerechnet. Ich besitze (leider) keine Produkte der Firma, aber habe immer mit dem Cozmo geliebäugelt und war gespannt darauf, was danach noch so kommt.

  7. Wirklich sehr, sehr schade… ich habe mir auch noch vor ein paar Tagen überlegt so einen auf Amazon im UK oder den USA zu bestellen. Mit der englischen Sprachsteuerung wäre ich klar gekommen und es hieß ja auch, dass beim erscheinen einer deutschen Variante die „importierten“ dann per Software ebenfalls auf die deutsche Sprache aktualisiert hätten werden können… Sehr, sehr traurig. 🙁

  8. Ich habe einen Cozmo der ersten Stunde und er ist wirklich beeindruckend wieviele Emotionen er erzeugen kann. Aber leider steckt er irgendwann in seiner Luxus China Kiste die extra dafür gekauft wurde und träumt vor sich hin. Es ist wie mit vielen Dingen, habe auch einen BB8 und R2D2 von Sphero, wobei Letzterer der absolute Hammer ist (für 55€ kürzlich im Abverkauf bekommen). Aber auch die fangen natürlich Staub auf dem großen Schreibtisch. Es ist einfach kein nachhaltiges Spielkonzept. Ein paar Mail um die Tischbeine kreisen, Freunden zeigen etc. pp. das wars.

  9. Einige größere Unternehmen wären dumm diese Technologie nicht aufzukaufen und ins eigene Portofolio aufzunehmen…

  10. Also Anki Overdrive hat bei mir immer einen Platz auf dem Wunschzettel gehabt. Leider wegen des Preises nicht sehr weit oben. Vor Ostern auf der Suche nach Geschenken für die Kinder bin ich im Toys’r’us mal wieder vor dem Regal mit Overdrive stehen geblieben und meine Frau war schon drauf und dran, mir das Ding aufzuschwatzen. Aber bei so teuren Dingen bin ich da auch immer geizig gegen mich selbst, wenn es andere wichtigere Dinge gibt. Bin natürlich froh, es jetzt gelassen zu haben.

    Richtig schade ist es für die Mitarbeiter. Aber wie elknipso eingangs auch, frage ich mich, was die mit 200 MA gemacht haben? Und bei „Finanzierungsrunde“ kommt mir immer ein bisschen der Gedanke: „Selbst schuld.“ Mag hart klingen, aber wenn ich was vermarkten will, mache ich mir um eine vernünftige langfristige Finanzierung Gedanken. Das Wort „Finanzierungsrunde“ bedeutet doch bloß, dass man mit fremden Geldern sein Unternehmen am Leben hält. Da stecken dann immer Leute/Unternehmen hinter, die Geld zurück erwarten. Wie kann man so arbeiten? Sicher, als Starthilfe mag das noch sinnvoll sein. Aber wenn ich nicht auf eigenen Beinen stehen kann, hab ich was falsch gemacht oder sollte mein Konzept noch mal überdenken. Aber es muss ja heute immer alles sofort gehen.

  11. NanoPolymer says:

    Interessant waren die Produkte. Beim Interesse blieb es aber meist. Genau das wird wohl auch der Grund sein wieso die jetzt dicht machen.

    Als Kinderspielzeug habe ich das ganze nie in Erwägung gezogen, eher für Erwachsene Kinder. Der Spaß war mir auch viel zu teuer. Den am Ende spielt man zwei Wochen mit und dann landet das ganze in der Ecke.

    Ist einfach nichts für eine Marktgröße die dieses Produkt bräuchte um rentabel zu sein. Und wenn ich den Text richtig verstehe wurde der auch noch viel zu billig verkauft am Ende. Da Frage ich mich was der hätte kosten müssen

  12. phantomaniac says:

    Schade, dass die, obwohl schon zwei Produkte komplett auf dem Markt waren, nicht rechtzeitig ein sauberes – Cash-flow-Orientiertes – Finanzierungs- Konzept umgesetzt hatten. Eine gescheiterte Finanzierungsrunde zeigt in dieser Phase der Entwicklung eigentlich nur, dass man dies versäumt hatte. 🙁

    Das Overdrive steht bei mir shcon länger auf der Liste und sollte zum nächsten Geburtstag kommen. Jetzt bleibt mal abzuwarten, wie das zu dem Zeitpunkt noch funktioniert…..
    Wäre schade, das zu „Elektroschrott“ zu degradieren…

  13. Tja, habe ich zwei Mal auf das falsche Pferd gesetzt: Vor zwei Jahren mit SIKU racing und danach eben mit Aki Overdrive angefangen. SIKU Racing ist leider Elektroschrott aus Deutschland (ständige Verbindungsabbrüche, obwohl ich schon alles was ging an 2,4 GHz Technologie ausgeschaltet hatte), die Zwei Autos, die bei uns im Einsatz waren, schnell kaputt), und die Overdrive ist demnächst dann wohl nur noch mit gebrauchten Ersatzteilen am Leben zu halten. Schade, beide Produkte waren für die Tonne dann wohl doch zu teuer, auch wenn ich es bei der Overdrive irgendwie immer befürchtet habe.

    Dennoch waren es ein paar schöne Stunden…

  14. für mich sind das keine Roboter, sondern Spielzeug. Auch wenn man qua Definition das so sehen möchte.
    Roboter sind für mich Produkte von z.B: Kuka, ABB oder Fanuc.
    Schade, dass diese Firmen keine echten Roboter für den Heimgebrauch produzieren.
    So ein Teil für den Schreibtisch fände ich gut (z.B. zum Kaffeenachschenken oder so).
    Irgendetwas Sinnvolles fällt mir da auch erst mal nicht ein.
    Bis Roboter auf Kommando Befehle ausführen (Getränk aus dem Kühschrank holen, öffnen und bringen) vergehen wohl noch ein paar Jährchen.

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