Anker Soundcore Life Q35 im Test: Jetzt mit LDAC

Anker hat kürzlich seinen neuen Over-Ear-Kopfhörer Soundcore Life Q35 veröffentlicht. Wie seine Vorgängermodelle, die Q30 (hier mein Test) und Q20 (hier mein Test), so unterstützt auch das neue Modell ANC und Hi-Res Audio. Neu an Bord ist nun auch Unterstützung für Sonys Codec LDAC. Für mich war es logisch, mir auch Ankers neues Kopfhörermodell einmal anzuhören und mit den Vorgängern zu vergleichen.

Der Preis ist beim Soundcore Life Q35 höher angesetzt als beim Q30, er liegt bei 129,99 Euro. Somit könnte man auch sagen, dass der Q35 weniger der ganz direkte Nachfolger des Q30 sei und mehr die nächste Evolutionsstufe verkörpere. Auch das Design weicht doch erheblich ab und die Verarbeitung, insbesondere die Ohrpolster, wirken eine ganze Ecke hochwertiger.

Technische Daten Anker Soundcore Life Q35

  • Impedanz: 16 Ohm
  • Audiotreiber: 2 x 40 mm
  • Bluetooth-Codecs: AAC, SBC, LDAC
  • Frequenzgang: 16 Hz – 40 kHz
  • Reichweite: 15 m
  • Schnittstellen: Bluetooth 5.0, USB Typ-C (Aufladung), 3,5-mm-Klinke, NFC (für Fast-Pairing)
  • Laufzeit: ca. 40 Stunden (mit ANC) bzw. 60 Stunden (ohne ANC)
  • Lieferumfang: Soundcore Life Q35, USB-Kabel, 3,5-mm-AUX-Kabel, Flugzeug-Adapter, Reisetasche, Bedienungsanleitung
  • Features: Active Noise Cancelling (Hybrid), Hi-Res Audio (auch Wireless), verstellbare Ohrbügel, Mikrofone (Telefonate möglich), Transparenzmodus
  • Gewicht: ca. 270 g
  • Preis: 129,90 Euro

Die technischen Daten wirken bis auf wenige Feinheiten nahezu identisch. Der Life Q35 bringt nun Unterstützung für den LDAC-Codec sowie Hi-Res Audio Wireless mit. Außerdem wolle Anker die Anrufqualität durch KI-unterstützte Geräuschreduzierung verbessert haben.

Ausstattung und Verarbeitung

Anker hat die Tasche der Kopfhörer wieder umgestaltet, was ich schade finde. Mir gefiel das Design des Bags für die Q30 sehr gut. Nun sieht die Tasche wieder mehr nach Einheitsbrei aus. Hingegen schön gemacht: USB- und AUX-Kabel sowie der Flugzeug-Adapter sind in einem kleinen Stoffbeutel separat verpackt. Außerdem wählte man eine interessante Farbgebung, denn die Soundcore Life Q35 schimmern im Licht blaugrau, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Für den Transport könnt ihr die Ohrmuscheln einklappen. An der rechten Ohrmuschel sitzen die Bedienknöpfe für die Lautstärke plus Stoppen / Starten der Wiedergabe und der Port für 3,5-mm-Audio. Links findet ihr den Power-Button und die Taste für das An- und Ausschalten der Geräuschunterdrückung bzw. den Wechsel zum Transparenzmodus, der gezielt Umgebungsgeräusche über die Mikrofone durchlässt. Auch der Ladeanschluss für USB-C sitzt dort. Ihr könnt die Lautstärketasten lange gedrückt halten, um Songs vor- und zurück zu skippen. Sie sind also mit doppelten Bedienfunktionen belegt.

Die Life Q35 sind minimal schwerer als die Q30, was unter anderem an der verbesserten Polsterung liegen dürfte. So wirken die Polster der Ohrmuscheln und des Kopfbügels nicht dicker, aber scheinen dichteren Memoryschaum zu verwenden. Das steigert auch die Ergonomie merklich. Ich hatte jedenfalls beim Tragen nie ein unangenehmes Druckgefühl. Das Kopfband ist zudem verstellbar, passt also auch auf größere Quadratschädel.

Praxistest

Praktisch: Die Kopfhörer haben eine Trage-Erkennung: Nehmt ihr sie also ab, pausieren sie automatisch die Wiedergabe. Setzt ihr sie wieder auf die Löffel, dann fährt die Wiedergabe nach 1-2 Sekunden wieder fort. Wie schon das Vorgängermodell, so sind auch die Anker Soundcore Life Q35 an die Soundcore-App angebunden. Dort könnt ihr auch zwischen verschiedenen ANC-Modi wechseln.

Ihr dürft nun zwischen drei ANC-Modi wechseln: Indoor, Outdoor und Verkehr. Der zuletzt genannte Modus hätte vielleicht eher „Pendeln“ getauft werden sollen, denn er zielt auf Szenarien in öffentlichen Verkehrsmitteln ab. Erwähnen muss ich, dass der Klang der Life Q35 durch mehrere Equalizer, auch eine komplett manuelle Einstellungsmöglichkeit, anpassbar ist.

Wollt ihr nicht selbst mit den Reglern herumspielen, dann stehen euch insgesamt 12 Equalizer-Voreinstellungen zur Wahl – da dürfte für jeden etwas dabei sein. Einen großen Einfluss hat auf die Musikqualität allerdings, ob ihr ANC an- oder ausgeschaltet habt. Bei deaktivierter Geräuschunterdrückung bollern die Life Q35 etwas zu arg los. Dann dominieren die Bässe und ihr solltet definitiv eine andere Equalizer-Einstellung wählen als bei aktiver Geräuschreduzierung. Ich selbst fand also zu Hause mit ANC auf „Indoor“ und dem Equalizer „Acoustic“ für meinen Musikgeschmack (Indie Rock / Folk, Dream Pop, Shoegaze) einen ganz guten Kompromiss.

Anfangs wollte ich den Q35 noch einen nahezu identischen Klang zu den Q30 bescheinigen, konnte aber tatsächlich nach Nutzung des LDAC-Codecs und Aktivierung des passenden ANC- und Equalizer-Modus eine hörbare Verbesserung feststellen. Insgesamt haben die unterschiedlichen Spuren und Instrumente eines Arrangements hier mehr zum Atmen und der Sound ist merklich „luftiger“. Abraten muss ich aber eben – aus den oben erwähnten Gründen – vom Ausknipsen des ANC oder der Verwendung zu basslastiger Equalizer-Modi. Denn die Life Q35 sind ohnehin in Sachen Bass schwer zu bändigen.

Bekannt vom Soundcore Wakey, so ist auch hier der Modus „Guter Schlaf“ über die Soundcore-App wählbar. Dann spielen die Life Q35 euch ganz nach Wahl Umgebungsgeräusche wie Wind, Meeresrauschen oder Regen vor. Die Geräuschunterdrückung der Kopfhörer hat sich dabei gegenüber den Q30 nochmals gehörig verbessert. Ich habe draußen den Modus „Verkehr“ verwendet, der auch an Straßen den Lärm vorbeifahrender Autos sehr effizient ausgeblendet hat.

Monierte ich beim Vorgängermodell noch, dass bei Anrufen Windgeräusche sehr gut für meine Gegenüber hörbar gewesen sind, so hat Anker auch das dieses Mal verbessert. Allerdings reduziert man die Umgebungsgeräusche nun vielleicht schon etwas zu aggressiv, denn während ich mit meinem lauten, basslastigen Organ stets gut bei Anrufen zu hören war, erklärte man meiner Freundin, die ebenfalls die Life Q35 zum Telefonieren verwendete, dass sie bitte etwas lauter sprechen möge – obwohl sie in der gleichen Lautstärke wie sonst redete.

Im Ergebnis sind die Anker Soundcore Life Q35 aber im Klang den Life Q30 dann doch in allen Bereichen überlegen und der stärkere Allrounder.

Fazit

Die Anker Soundcore Life Q35 sind für ihren Preis sehr gut verarbeitet und tragen sich auch über mehrere Stunden sehr angenehm. Die aktive Geräuschunterdrückung hat zugelegt, ist aber auch ein Muss, da der Klang bei inaktivem ANC zu dumpf und basslastig wird. Immerhin könnt ihr aber über die Soundcore-App und diverse Equalizer sehr flexibel nachjustieren. Auch Telefonate sind mit den Kopfhörern wunderbar möglich und die Umgebung wird auch für euren Gesprächspartner effizient ausgeblendet.

Mit teureren Pendants von Bose, Sony oder Jabra können die Soundcore Life Q35 natürlich dennoch nicht mithalten – weder in Sachen ANC noch in Sachen Sound. Man bewegt sich hier mit der neuen LDAC-Unterstützung aber in die richtige Richtung und legt in dieser Preisklasse mit einem sehr luftigen Klang gut vor. Ihr müsst aber selbst entscheiden, ob der im Vergleich mit dem Q30 verdoppelte Preis gerechtfertigt ist.

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25 Kommentare

  1. Wichtige Frage: geht Audio auch über USB-C?

  2. Macdefcom says:

    Wenn ich überlege, dass ich den Vorgänger Q30 noch in einer Aktion neu für 50€ geschossen hatte, ist der Preisanstieg schon happig.
    Leider sind die fummeligen Bedienknöpfe geblieben, die man nicht wirklich ertasten kann und deren Position man einfach auswendig lernen muss, um sie zu treffen. Ärgerlich.

  3. Puh, so unterschiedlich sich die Wahrnehmungen (oder die Augen). Ich hab sowohl die Q30 als auch die Q35 hier. Lege ich die nebeneinander, kann ich sie nur durch die Farbe unterscheiden: Meine Q30 sind dunkelblau, die Q35 etwas matter und haben ein „preussisch“ Blau.

    Ansonsten ist das Design der beiden identisch. Hörtechnisch gibt es natürlich auch sehr unterschiedliche Meinungen.

    Oluv beschreibt die Vorgänger als sehr ordentlich und lässt sie gehen die Sony der aktuellen Generation antreten und ist der Meinung, man solle besser zu den Q30 greifen.

    Und ganz ehrlich, das ist alles eine Frage des persönlichen Geschmacks, der Vorlieben und sicherlich spielt auch eine Psychologie mit hinein. Ich habe die Bose Q35 gehabt, finde sie sountechnisch nicht prall und das ANC hat bei mir Übelkeit ausgelöst. Gleiches gilt für die Sony WH-1000XM3. Ebenfalls ein Jahr gehabt und schließlich verkauft. ANC Übelkeit und der Sound war nicht besser als der meiner MDR-1000X (der nachdem die WH-Modelle designtechnisch gebaut wurden).

    Ich habe die Sennheiser Momentum 3 und die klingen für kabellose Spitze. Die Q30 und auch die Q35 spielen für mich in der gleichen Liga, auch wenn sie gut 200 Euro günstiger sind.

    Wie gesagt, bei Kopfhörern ist alles subjektiv, diskutieren kann man da kaum drüber.

    P.S.: Wer geduldig ist, bekommt bei Amazon Rabatt. Ich habe die Q35 diese Woche mit 30 Euro Nachlass bestellt.

    • Nachtrag: Empfehlenswert sind die EQ Presets von Mr. Cow (auf Youtube zu finden), noch besser die Presets von Oluv (von Oluv’s Gadgets), die allerdings eine Patreon-Mitgliedschaft benötigen.

    • Hatte auch gelesen, dass Oluv die 35er zerrissen hat.
      Wie siehst du die 35er im Vergleich zu den 30ern?
      Lohnt sich der Aufpreis? Gibt es Unterschiede im ANC?

      • Weißt du noch, wo du das gelesen hast? Ich habe bisher nichts von Oluv bezüglich der Q35 gefunden. Weder auf Youtube noch auf Patreon. Woanders ist er IMHO nicht aktiv (seine Webseite liegt seit 2019 brach).

        Zum ANC kann ich nichts sagen, ich höre eher klangorientiert und das ANC ist für mich ein Gimmick, das für mich nicht die absolute Abschirmung bedeuten soll/muss. Wichtig ist, dass das ANC dem Klang zugute kommt und das tut es bei den 35 wie bei den 30ern auch. Ich habe die Presets der 30er auf die 35er angewandt und war hier schon sehr begeistert. Kaufentscheidend war aber der LDAC-Support für das HiFi-Streaming. Ich habe dieses allerdings nicht direkt mit den 30ern verglichen, weil die mittlerweile zu „Fernsehkopfhörern“ geworden und mit Apple und GoogleTV gekoppelt sind.

        • Noch eine Lanze für André brechen: Sorry, ich habe doch ein Designmerkmal gefunden, dass den Q35 vom Q30 abhebt. Das Soundcore Logo auf den Ohrmuscheln ist beim Q30 in Gold abgesetzt, während es beim Q30 in einer metallisch glänzenden Farbe der Hörmuscheln glänzt. So kann man sie doch ganz schnell auseinanderhalten.

        • Das hatte jemand bei mydealz gepostet, soll angeblich das Fazit von Klub sein:

          To weaken the anticipation for the Q35 I would like to give you some of my first impressions and immediately post some measurements.

          To cut the story short: save yourself from getting it if you already have a Q30 or simply get a Q30 instead. I am not sure what the big improvement should be here for twice the price of the Q30, because sound wise it is a step backwards.

          The default tuning is even boomier than it was on the Q30, with normal mode and default EQ there is more than 20dB bass boost, crazy! But even with the custom EQ you cannot tame the sound at all, as visible in the comparative measurements of the Q35 and Q30.

          At least the different ANC modes (indoor, outdoor, traffic) do not change the sound, but that doesn’t matter anyhow with that horrible basics.

          Stay away from it, which seems just some marketing gag to pull your money again for a flawed product which performs worse than the predecessor. Well done Anker, what an achievement!

          https://www.mydealz.de/comments/permalink/32059781

  4. LDAC bringt so viel für die Soundqualität!
    Ich verstehe nicht warum das so wenig Hersteller den Codec bei ihren Kopfhörern anbieten. Seitdem Sony keine Lizenzkosten mehr für LDAC verlangt sollte das doch kein Problem sein.

    Bluetooth Audio über AAC, aptX, SBC ist einfach grottig. Bin mir sicher nachdem Apple nun auch Lossless anbietet werden sie bald auch auf LDAC setzen oder ihren eigenen Codec entwickeln.

    • „Bluetooth Audio über AAC, aptX, SBC ist einfach grottig“: Diese Aussage ist mir zu extrem.
      Wir sollten nicht so tun, als seien wir alle von Geburt an mit dem „absoluten Gehör“ versehen und audiophil veranlagt. aptX (auch ohne HD) bietet schon eine sehr gute Klangqualität, und selbst AAC ist nicht so schlecht wie es geredet wird. Die Güte des Musikmaterials und der analogen Bauteile (bei BT die Verstärker im KH) spielen ebenfalls eine große Rolle; ist die schon schlecht, reißen HiRes-Codecs nichts mehr raus. Auch komprimierte Musik kann gut klingen, sofern sie fachmännisch erstellt wurde und man als Hörer keine Gehörfehler hat, die die Schwächen von MP3 & Co. entlarven.
      Solltest du den Unterschied wirklich extrem empfinden, liegt es also eher an etwas anderem, oder du vergleichst Äpfel mit Birnen (z.B. billige SBC/AAC-KHs gegen teure LDAC/aptX (HD)-KHs, wobei letztere i.d.R. auch schon mit AAC/SBC deutlich besser klängen als die billigen).

      • Ich hab die Sony X1000M3 und kann über mein Android Handy alle Codecs (SBC, AAC, aptX, aptX HD und LDAC) über das Entwicklermenü manuell auswählen.
        Das Endgerät ist immer gleich und ja man kann den Unterschied hören und ich hab kein besonders gutes Gehör oder bin besonders audiophil.

        Ich schiebe es einfach darauf, dass sich die meisten mittlerweile an Bluetooth Audio gewöhnt haben. Früher mit Kabel war das noch anders. Ich konnte aber erst bei LDAC und vielleicht noch aptX HD keinen Unterschied mehr zu einer Übertragung über Klinke bei den X1000M3 feststellen.

        Allerdings fällt der Unterschied auch nur im unmittelbaren Vergleich auf und die schlechteren Codecs klingen beim entsprechenden Quellmaterial jetzt auch nicht blechern oder haben sonstige Aufälligkeiten. Aber es fehlt einfach an Volumen und Soundbühne.
        Was bei mir aber am meisten ins Gewicht fällt ist, dass das Hören angenehmer ist. Ich weiß nicht ob ich das besonders empfindlich bin aber ich habe gehört, dass die Kompression mit Hilfe der Psychoakustik wie sie bei MP3, OGG (Spotify), AAC (Apple), WMA, etc. zum Einsatz kommen bei manchen Menschen weniger gut funktioniert. Hauptsächlich geht es darum, dass Töne der gleichen Frequenz von Tönen mit höherer Lautstärke nicht mehr hörbar sind und deswegen weggelassen werden können. Allerdings funktioniert das gerade bei Menschen mit einen nicht zu 100% gesunden Gehör nicht immer gut, was zu Folge hat, dass das Hörempfinden unangenehm wird.

        Lange Rede kurzer Sinn. Ich kann nur empfehlen mal wieder über Klinke zu hören um festzustellen ob Bluetooth da für einen wirklich nichts verschlechtert.

        • Das, was du hinsichtlich der „Psychoakustik“ komprimierter Musik schreibst, trifft den Nagel in deinem Fall vielleicht auf den Kopf. Tatsächlich funktioniert Musikkompression (ob inhärent wie in MP3 & Co. oder on-the-fly wie bei Bluetooth-Codecs) ja tatsächlich so, wie du schon schreibst, dass für das „normale“ Gehör unhörbare Musikanteile weggelassen werden. „Otto Normalhörer“ tut sich daher i.d.R. schwer, die Unterschiede zwischen komprimierter und unkomprimierter Musik überhaupt herauszuhören, insbesondere wenn er eh relativ geringe Ansprüche hat. Weicht das eigene Gehör aber vom „Normal-Gehör“ ab, hört man die Unterschiede natürlich mehr oder minder deutlich. Vielleicht gehörst du zu diesen „Abweichlern“, was ja nichts Schlimmes ist, aber dann kann es schon sein, dass komprimierte Musik für dich wirklich richtig schlecht klingt. Aber halten wir fest, dass das nicht der Normalfall ist und die allermeisten Nutzer keinen oder nur einen geringfügigen Unterschied hören.

  5. Der Preis ist bei den Technischen Daten falsch angegeben: Nicht 79,99, sondern 129,99€ ist die UVP.
    Ich habe den Q35 vor ein paar Tagen mit 30€ Rabatt bei Amazon.de erstanden und bin eigentlich recht angetan. Gemessen am Preis von effektiv knapp 100€ finde ich ihn wirklich sehr gut. Zum Vergleich stehen mir ein Beyerdynamic Lagoon ANC (mit individueller Frequenzeinmessung und aptX) und ein Bose QC 35 II (ohne Einmessung und ohne HiRes-Codec, d.h. „nur“ ANC) zur Verfügung.
    Klanglich liegt der Beyerdynamic für mich vorn. Das liegt wahrscheinlich an der individuellen Einmessung, die zwar keinen Riesen-Unterschied zur Werkseinstellung ausmacht, aber doch deutlich merkbar ist.
    Bose und Soundcore klingen recht ähnlich, wobei der Soundcore mit seinem niedrigeren Preis im Vorteil ist. Zudem bieten beide etwas mehr Tragekomfort als der Beyerdynamic. Der Soundcore ist mit Abstand der günstigste von den drei Kopfhörern, braucht sich aber hinsichtlich Klang und Verarbeitungsqualität keineswegs hinter den Konkurrenten zu verstecken.
    ANC ist mir persönlich nicht ganz so wichtig, daher habe ich hier keine Wertung. Definitiv funktioniert es bei allen dreien, vielleicht mal mehr und mal minder gut. Der deutliche Klangunterschied mit/ohne ANC beim Soundcore ist mir noch nicht aufgefallen, aber vielleicht habe ich einfach noch nicht genug verglichen.
    Das Case des Souncore gefällt mir persönlich sehr. Es zeigt innen klar an, wie der Kopfhörer einzulegen ist und wirkt auch äußerlich durch seine Stoffoberfläche sehr hochwertig.
    Allerdings bin ich mir beim Soundcore nicht sicher, ob die LDAC-Implementierung wirklich fehlerfrei ist. Ich habe mit einem Samsung Galaxy A52 5G gehört. Das ist ja recht neu, und sein Android 11 unterstützt LDAC. Die Entwickleroptionen zeigen mir jedoch, dass der Soundcore standardmäßig mit AAC-Codec angebunden wird. Man kann zwar auf LDAC umschalten, aber so sehr ich mich auch anstrenge, höre ich selbst bei HirRes-Musik (24 Bit, 192 kHz) keinen deutlichen Unterschied zu AAC. Merkwürdig ist auch: Verlasse ich die Entwickleroptionen und kehre sofort zurück, wird wieder AAC als Codec ausgewiesen. Da kann etwas nicht stimmen; entweder ist die LDAC-Implementierung des Soundcore oder die des A52 fehlerhaft. Vielleicht schafft ein zukünftiges Firmware-Update ja Abhilfe. Interessenten, die hauptsächlich wegen LDAC mit dem Q35 liebäugeln, sollten vielleicht noch etwas abwarten.

    • Hallo,
      vielen Dank für deinen Beitrag, wirklich sehr interessant! Ich besitze das gleiche Handy wie du und liebäugel auch mit denen Q35 Kopfhörer. LDAC ist für mich schon ein entscheidendes Kaufkriterium. Hast du mal unter dem Bluetooth Optionen geschaut, mit welchem Code sich dein Handy verbindet? Ansonsten habe ich einen interessanten Thread in einem Forum gefunden, kannst du LDAC eventuell für deinen gekoppeltes Gerät aktivieren, wie in dem Beitrag beschrieben, und funktioniert es dann?

      https://www.android-hilfe.de/forum/samsung-galaxy-s9-s9-g960f-g965f-ds.3253/audio-codec-dauerhaft-auf-aptx-stellen.872361-page-2.html#post-11023226

      • Auf das Einfache kommt man oft zuletzt, daher erst mal danke für den Hinweis… Tatsächlich habe ich bei gekoppeltem Q35 einen Schalter für LDAC ein/aus in den Q35-BT-Einstellungen. Standardmäßig ist LDAC abgeschaltet. Jetzt habe ich vorschnell schon gejubelt, dies könnte die Lösung des Problems sein, aber: Schalte ich LDAC ein, bleibt der Q35 leider komplett stumm. Egal, ob ich HiRes-Musik oder „normales“ komprimiertes Material mit 16-Bit/44.1 kHz spiele, egal ob PowerAmp oder USB Audio Player Pro als Zuspieler. Erst wenn ich LDAC in den BT-Einstellungen ausschalte, kommt wieder Musik beim Q35 an.
        Wie es scheint, liegt das aber nicht unbedingt am Q35, mit anderen Handys scheint es ja zu funktionieren. Im Verbund mit einem Galaxy A52 ist das jedoch nicht „hasenrein“. Ich werde in ein paar Tagen noch mal experimentieren, diese Woche werde ich leider keine weitere Gelegenheit haben…

        • Oh, jetzt hab ich es: Q35 koppeln, LDAC in den BT-Einstellungen einschalten, und Q35 ERNEUT koppeln (also aus- und einschalten)! Dann kommt LDAC-Ton, ABER: Leider erhalte ich dann alle paar Sekunden Mikro-Aussetzer und Störgeräusche, von denen auch in mancher Amazon-Rezension zu lesen ist. In der Form leider erst mal unbrauchbar…

          • Große Freude und damit Entwarnung für alle Besitzer des Samsung Galaxy A52 (5G): Mit Firmware-Version 1.20 haben sich die Probleme mit LDAC erledigt! Die Störgeräusche und Mikroaussetzer sind weg (getestet auch mit FLAC-Dateien bis 24 Bit/192 kHz). Der Q35 gefällt mir immer besser, muss ich sagen. 🙂

    • André Westphal says:

      Danke, den Preisfehler hab ich korrigiert!

    • André Westphal says:

      Ach wegen LDAC vermute ich, es hängt mit der Kombination zusammen. Am Mi 10 Pro konnte ich deine Probleme zumindest nicht replizieren und LDAC klappte fehlerfrei. Ich glaube Xiaomi löst die Bluetooth-Einstellungen auch etwas anders als Samsung. Ich kann hier z. B. manuell wechseln zwischen den Codecs.

    • Ich habe die Q35 mit einem S21 Ultra und einem realme 8 Pro gekoppelt, bei beiden wird mir a) in den Entwickleroptionen LDAC angezeigt und b) auch in den Bluetooth-Einstellungen, sobald die Kopfhörer verbunden sind. Dort scheint dann blau hinterlegt LDAC.

  6. Jemand Anders says:

    Wie ist es mit dem Telefonieren? Bei den q30ern war es unmöglich eigentlich… und sie hätten „telefonieren möglilch“ lieber mal nicht auf die verpackung gepackt und das mikro gespart…
    weiß da jemand was?

    • Hallo „Jemand Anders“. Sprichst du vom wirklichen Telefonieren oder vom Skypen etc? Beim Zweiten hatte bzw. habe ich bei der Arbeit überhaupt keine Probleme, auch mein Gegenüber versteht mich sehr gut.
      Beste Grüße
      Tobias

    • Hast Du die Q30 mit aktueller Firmware probiert? Da kann man nämlich echt super mit telefonieren, mache ich regelmäßig. Allerdings nur in ruhigen Innenräumen, unterwegs habe ich es noch nicht probiert, da nutze ich idr andere Kopfhörer.

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