Ausprobiert: Pronto Smart Universal Remote

Viele Smartphones bieten mittlerweile die Möglichkeit an, mittels Infrarot DVD-Player, TV-Geräte oder Set-Top-Boxen zu bedienen. Ist keine Schnittstelle am Smartphone vorhanden, so muss man zur klassischen oder multifunktionellen Fernbedienung greifen – oder zu Pronto.

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Pronto ist ein kleiner Empfänger und Sender, der zwischen Infrarot-fähigen Geräten und Bluetooth-fähigen Smartphones vermittelt. So wird das Smartphone (bislang mal wieder exklusiv für Samsung Tablets und iOS) mit Bluetooth zur Fernbedienung für DVD-Player, TV-Geräte oder Set-Top-Boxen. Hierbei landet das vom Smartphone geschickte Signal via Bluetooth bei Pronto, welches wiederum sein Signal via Infrarot an die Geräte weiterleitet.

Ich bekam die Möglichkeit das Gerät auszuprobieren und lasse nun ein paar Worte dazu hier im Blog. Die Idee des Gerätes gefiel mir sehr gut, nicht alle Smartphones haben Infrarot, zudem habe ich das Smartphone eh immer auf der Couch – und die dazugehörige Peel-App ist nicht nur die App um Pronto zu bedienen, sondern die App liefert auch Programmhinweise und das Programm als solches. Auf diese Funktion hat man wohl besonders Wert gelegt – man möchte das lineare TV nicht nur nach Uhrzeiten zeigen, sondern den Nutzer nach Genres und Inhalten filtern lassen.

So findet man in der App beispielsweise Genres (diese lassen sich in den Einstellungen wählen), die Sendungen nach der aktuellen Uhrzeit anzeigen. Ich starte also die App, bekomme eine Übersicht und weiss: alles klar, ich habe Bock auf Comedy und schalte so direkt in die „Pinguine von Madagascar“ oder „Mash“ hinein. Klicke ich, wird via Bluetooth der Befehl abgesetzt, Pronto wandelt in Infrarot um – und schaltet das Programm ein – Verzögerungen sind hierbei nicht bemerkbar.

Die Einrichtung ist dabei super einfach und funktioniert wie bei fast jeder Alternativ-Fernbedienung: Gerätetyp angeben, dann werden Codes automatisiert ausprobiert und irgendwann schaltet sich TV-Gerät oder Set-Top-Box halt an oder aus – schon ist die Einrichtung geschehen. Die Batterie des Pronto soll bis zu einem Jahr halten, je nachdem, wie häufig man das Gerät halt nutzt. Große Stärken will man auf die Software legen, doch hier liegt auch versteckt die größte Schwäche des 50 Dollar-Gadgets. Man soll das Programm entdecken und sich um nichts mehr Gedanken machen.

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Das fängt bei der wirklich einfachen Einrichtung an und macht bei der Benutzung nicht Halt. Dumm nur, wenn man seine Kanäle selbst belegt hat. Derzeit gibt es in der Software keine Möglichkeit, Programme selber zu belegen. Ich kann über die klassische App-Fernbedienung zwar Kanäle auf- und abschalten, ja auch explizit Ziffern eingeben, aber ich kann nicht zwingend den Guide nutzen, der ja das Herzstück der App sein soll. Ich bin jemand, der seine Sender im Receiver selbst belegt hat.

Das geht dann halt bei der 1 und ARD HD los, geht dann weiter über ZDF HD, das Dritte, Sat 1, RTL und so weiter. Damit kann die Peel-App derzeit nicht umgehen. Sie liest die Settings des jeweiligen Kabelbetreibers aus und schaltet dann dementsprechend. Wenn beim Kabelnetzbetreiber der Sender ARD HD auf der 20 war, wo sich jetzt aber nach meiner Neuordnung Arte HD befindet, dann würde ich bei einem Klick auf ARD HD (weil da gerade die Sendung läuft, die ich schauen will) Arte angehen und nicht die ARD. Heißt: Wer sortiert, der kann den bequemen Mehrwert nicht nutzen, sondern bekommt für das Geld lediglich ein Tool in die Hand gedrückt, welches das Fernbedienen diverser Geräte vom Smartphone aus möglich macht.

Pronto und die Peel-App hätten mein idealer Begleiter werden können. So greife ich dann doch wieder zur klassischen Bedienung, schmeiße das EPG an und schau, was wo läuft. Dennoch sollte man das Gadget vielleicht im Auge behalten, die Idee da hinter ist smart und auch Geräte ohne Infrarot werden wieder eine Ecke nützlicher (und man muss keine Fernbedienungen suchen). Dass der Programm-Guide aber auch vom Nutzer geänderte Sender unterstützen muss, ist selbstredend. Eine Konfigurationsmöglichkeit für eigene Senderbelegungen ist definitiv etwas, was derzeit fehlt. Wenn dies kommt, gibt es von mir auch den Daumen nach oben.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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13 Kommentare

  1. Das Gerät kann aber nicht, wie zB die Harmony quasi Makros? Das ist ja der Riesenvorteil von den Universalfernbedienungen. Ein Knopf drücken und die Geräte schalten sich je nach Vorgabe an oder aus und wechseln auf die richtigen Kanäle.

  2. Meilenweit hinter den Möglichkeiten einer Logitech Harmony Ultimate (+Hub). Die Pronto Peel kostet dafür aber auch nur ein Bruchteil und man benötigt immer einer Smartphone zur Hand. Für mich keine komfortable Lösung.

  3. Schaut euch mal das anymote Projekt an.

  4. ich finde Neeo remote noch intressanter als Harmony, leider noch nicht verfügbar in DE

  5. Der Kran fragt sich aus gutem Grund, warum hier keine Kennzeichnung für Sponsored Content vorhanden ist.

  6. @Kran Ein Testgerät, welches ein Blogger zum Testen bekommt – bei dem aber keine Entlohnung stattfindet, ist also Sponsored Content? Ich weise auch dich auf unsere Transparenz-Seite hin, zudem findet man im About der Seite etwas dazu:

    http://stadt-bremerhaven.de/transparenz/

    Und nun schlüssle mir auch bitte „aus gutem Grund“ auf. Danke.

  7. Noch ein (vermutlicher) Nachteil: die Harmony(s) können auch ‚Hidden Codes‘. Beispiel: etliche Samsung TV’s haben nur eine Taste auf der FB um den Videotext durch die Modi ‚Ein > halbe Breite > Transparent > Aus‘ durchzuschalten. Wenn ich also aus ‚Ein‘ wieder nur ‚Aus‘ will muss ich 3x drücken. Es gibt aber eben einen Code welcher den Text direkt wieder ausschaltet – nur hat Samsung für den keine extra Taste. Im passenden Profil für die Harmony gibt es aber diesen Code und der kann dann auf eine Taste gelegt werden.

  8. Ich finde es beinahe schon unverschämt, dass heutige High-tech Geräte der Unterhaltungsindustrie noch mit den ziemlich veralteten IR-Fernbedienungen statt den wesentlich komfortableren Funk- bzw. Bluetooth Fernbedienungen ausgestattet /ausgeliefert werden. Ich habe mir vorgenommen einzelne Geräte nun selbstständig auf Funkfernbedienung umzurüsten, indem ich die Fernbedienungen mit 433MHz-Sendern und die Geräte mit entsprechenden Empfängern ausrüste/nachrüste. Eine Bedienung per Smartphone /Tablet ist mir dank vorhandenen Geräten mit IR-Schnittstelle zwar auch möglich, aber meiner Meinung nach ist das ganz großer Mumpitz und viel zu kompliziert. Eine einzelne Fernbedienung ist sehr viel schneller, einfacher und komfortabler zu bedienen als jedes Smartphone.

  9. Ich hab hier mehrere Geräte mit IR und nicht wirklich genutzt hab mal versuch Peel einzurichten, danach habe die App nicht mehr verstanden und meine FB habe ich schneller zur Hand, Mobile wo immer das immer auch liegt zur Hand nehmen, entsperren, App Starten, Gerät wählen verstehen durchs Menu hangeln Programm wählen, bis dahin ist die Sendung vorbei, FB schnappen Knopf drücken, fertig, achso FB ablegen, für so ein Gadget würde ich nicht mal 10 Cent ausgeben.
    Habe denn Sinn von IR im Mobile oder Tablet nicht verstanden.
    Ich nutze noch nichtmal die FB App via Netzwerk, dauert zu lange.

  10. ich find das Konzept garnicht so schlecht. Natürlich sind Harmonys x mal besser aber kosten aber auch entsprechend mehr. Aber grade diese „Umschalt“schwäche ist ja dämlich. Abgesehen davon dass es keine AndroidApp gibt…

  11. Logitech Harmony Smartcontroll mit Hub kostet das gleiche, kann aber noch viel mehr.. Makros und z.B. Bluetooth-Geräte wie PS3 oder Amazon TV steuern. Es lässt sich per mitgelieferter kleiner (vollkommen für den Alltag ausreichender) Fernbedienung steuern, per Handy oder wer noch mehr will per Ultimate Fernbedienung, dann wird es aber teurer. Die Logitech ist echt unschlagbar.

  12. Ich bin mittlerweile auch wieder vom Smartphone als FB weg.

    Habe mir im Heimkino selber ne IR-PC-Relais-Steuerung gebaut und eine eigene App geschrieben, um Licht, Leinwandmaskierung, Lüftung und Geräte steuern zu können.

    Hat auch soweit gut funktioniert.
    Das Ganze lief nachher so optimiert, dass ich nichtmals mehr das Handy anschalten musste.
    Nähern mit der Hand oder berühren des displays hat gereicht um es sofort mit der steuerungs App bereit zu haben, da ich es auch unglücklich fand, dass man das Handy eigentlich erst hochnehmen muss, anschalten muss, evtl. Bildschirmsperre entfernen usw.
    Das war schon alles absolut optimiert. nach ein paar Sek. nach der bedienung ist das Handy wieder ausgegangen, damit das display nicht ewig leuchtet. Generell wurde das Display im Kinoeinsatz extremst abgedunkelt, damit es im schwarzen und extrem dunklen Kino-Raum nicht blendet.

    Trotzdem habe ich mittlerweile auch einen Logitech Hub und nutzt nur noch den.
    Einfach weil es mit immer noch zu lästig war, dass man für jede Bedienung immer noch hingucken musste. Man fühlt ja nicht, wo die Tasten sind.
    Die einfache FB, die dem Hub beiliegt ist super. Kann komplett blind bedient werden. Das ist mir dann im Endeffekt immer noch lieber.

  13. germanrooster says:

    genau @zinullamobile, das ist auch der grund, warum ich IMMER eine fernbedienung dem smartphone (bzw geräten mit touch-steuerung) vorziehen werde!
    ich hab mit dem smartphone schon etliche apps bzgl. tv-, htpc-, bluray-steuerung ausprobiert. aber das ich dann jedesmal beim bedienen auf das display schauen muss, ist doch eher kontraproduktiv!
    da greif ich lieber zur fernbedienung, da kenn ich die tasten aus dem ff und muss nicht hinsehen!

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