Apple Watch: nach diesen Kriterien sind Schäden ein Garantiefall oder auch nicht

Wie bei allen Produkten, gibt es natürlich auch für die Apple Watch Garantieleistungen, die im Falle eines Defekts dafür sorgen, dass der Kunde ein neues Gerät erhält, beziehungsweise der Schaden behoben wird. Was ein Garantiefall ist und was nicht, erklärt Apple in der Visual Mechanical Inspection-Anleitung, die eigentlich für Mitarbeiter gedacht ist. Diese Anleitung zeigt auch, dass es nur in den wenigsten Fällen zu einem Austausch als Garantieleistung kommt und die Reparatur unter Umständen auch komplett verweigert wird.

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Verabschiedet sich ein elektronisches Gerät ist dies für den Nutzer meist sehr ärgerlich. Noch ärgerlicher wird es allerdings, wenn der Nutzer aus seiner Sicht nichts für den Schaden kann, vom Hersteller aber dennoch abgewiesen wird, weil der Schaden nicht den Garantiekriterien entspricht. Wie diese im Fall der Apple Watch aussehen, sieht man in Auszügen auf einem von MacRumors veröffentlichen Dokumentes.

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Los geht es mit dem günstigsten Fall, die Apple Watch wird aufgrund folgender Fehler ausgetauscht, ohne dass der Kunde eine Zuzahlung leisten muss. Dies kommt dann in Frage, wenn sich unter dem Displayglas Schmutz befindet. Auch das Ablösen des Back-Covers führt zu einem Gratis-Austausch, allerdings nur, wenn keine Spuren mechanischer Manipultation erkennbar sind. Ebenfalls ein Grund für den kostenlosen Austausch: Kondenswasser in den Fenstern des Pulsmessers. Gerade letzteres ist sehr interessant, da Apple zwar angibt, dass man die Uhr beim Duschen, etc. tragen könne, sie aber ausdrücklich nicht wasserfest ist.

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Gegen Geld reparieren lassen kann man seine kaputte Apple Watch in folgenden Fällen: eine kaputte oder nicht mehr vorhandene Abdeckung der Digital Crown, ein Verlust der Digital Crown oder eine schwere Beschädigung durch einen Sturz, ein defektes / gesprungenes Displayglas, verbogenes Gehäuse und die daraus resultierende kaputte Aufnahme der Armbänder, fehlender Knopf für den Bandwechsel, ein durch einen geschwollenen Akku geöffnetes Gehäuse und Risse in der Rückseite des Gehäuses. Also alles Fehler, die vom Nutzer ausgehen, in den meisten Fällen durch Stürze verursacht werden.

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Völlig ausgeschlossen ist die Reparatur auch in einigen Fällen. In Einzelteilen braucht Ihr Eure Apple Watch gar nicht zu Apple bringen, es müssen alle Bauteile vorhanden sein und die Uhr muss zusammengesetzt sein. Ebenso könnt Ihr Euch eine Einsendung sparen, wenn die Uhr einen „katastrophalen Schaden“ aufweist. Also wenn sie so aussieht, als wäre sie nicht nur eben einmal heruntergefallen, sondern richtig zerstört ist. Die Reparatur wird auch verweigert, wenn die verbauten Teile keine Originalteile sind, sprich nachgemachte Displays oder Akkus eingesetzt werden.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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20 Kommentare

  1. Ja da habe ich doppelt Freude an meiner Schweizer Uhr. Kostet zwar etwas mehr. Aber habe garantiert eine Garantie und sogar mein freundlicher Uhrenmacher ist da wohl noch kulanter als die Herren vom Apfel.
    Ein mechanisches Uhrenwerk gibt sicherlich mehr her als dieser Modetrend. Aber jedem das Seine.

  2. Wie kann ich bitte eine gescchwollenen Akku verursachen? Zu viel aufladen? 😉

  3. Die Watch ist wohl das erste Teil von Apple seit dem ersten Intel auf das ich absolut keinen Bock hab..

  4. plantoschka says:

    Übel wie selbst internste Dokumente bei Apple leaken.

  5. @Alex. Akkus blähen sich auf, wenn sie altern. Spätestens dann sollte man sie fachgerecht entsorgen, den sie können sich dann auch entzünden.

  6. @Sumsen: Der muss nicht alt sein, er kann auch einfach defekt sein wegen einem Fertigungsfehler.

    Wie schon vermutet verweigert Apple die kostenlose Reparatur wenn man die Armbänder gewechselt hat.

  7. Wenn ein geschwollener Akku aufgrund von Alterung oder Fertigungsfehlern zustande kommt, widerspricht das aber „alles Fehler, die vom Nutzer ausgehen, in den meisten Fällen durch Stürze verursacht werden“ – oder kann sich der Akku auch nach einem Sturz aufblähen? Wenn nicht, kann der Nutzer doch nichts dafür, muss aber trotzdem dafür zahlen? (bei Verschleiß natürlich verständlich)

  8. Ich habe keine Ahnung was ihr habt. Die Kriterien sind vollkommen angemessen und okay.

  9. Ich würde gerne sehen wie die Apple Mitarbeiter schauen, wenn der Rest eingeschickt wird, die Tom Dickson von Blendtec nach seine Tests übrig hat.

  10. Abendschnee says:

    Wie hier einige eine normale Uhr, egal wie hochwertig, mit einer Smartwatch vergleichen – das geht überhaupt nicht. Die normale Uhr zeigt eben quasi nur die Uhrzeit, die Smartwatch kann wesentlich mehr und ist über Apps erweiterbar in Ihren Funktionen und das ist eindeutig die Zukunft. Wir stehen erst ganz am Anfang.

    Umtausch bei Apple ist nie ein Problem , einfach dort anrufen.

  11. Motorola zum Beispiel ist da bei der Moto 360 kulanter. Ich konnte meine wegen eines Risses in der Rückseite, entstanden wohl durch zu großen Druck des Handgelenks auf die Rückseite der Uhr beim Abwinkeln der Hand, einschicken kostenlos reparieren lassen.
    Finde schon, dass bei solch einem teuren Produkt etwas lockerere Maßstäbe angelegt werden sollten, da viele der beschriebenen Defekte zwar evtl. vom Benutzer ausgehen, aber bei einem „robusten“ Produkt, wie eine Uhr, vor allem zu diesem Preis, es schon sein sollte, nicht auftreten sollten.
    Einen aufgequollenen Akku hingegen halte ich für einen ausschließlich von Apple zu verantwortenden Fehler, wie ja auch @Alex schon ganz treffen formuliert hat.

  12. @Rowland Whiteside Wyss

    Die dargestellten Kriterien sind absolut i.O.
    Im Gegenteil zeigen sich Uhrenhersteller bei einigen dargestellten Schäden eher weniger kulant..
    Beste Beispiele sind hier das Kondenswasser oder der abgelöste Boden.

  13. Wie bitte kann eine Rückseite reißen nur durch das Abwickeln des Handgelenks? Spricht nicht gerade von guter Qualität.

  14. derintendant says:

    Bei dem geöffneten Gehäuse steht aber „not due to swollen battery“, also sind damit Schäden gemeint, die eben nicht durch eine aufgeblähte Batterie verursacht worden sind.

  15. Ich verstehe nicht was die typisch künstliche Aufregung soll. Bei Herstellerschaden greift die Gewährleistung. Bei selbst verursachten Schäden muss man selbst in die Tasche greifen. Ein Edelstahl- oder Alu-Gehäuse reisst nicht mal eben so schnell. Die Alu-Legierung wird im Flugzeugbau eingesetzt. Ich hab seit 20 Jahren ne Swatch aus dem selben Material.

    Die Batterie wird da gar nicht genannt. Die fällt unter die Garantie wenn sie sich aufbläht oder nach 1000 Ladezyklen weniger als 80% Strom halten kann.

  16. @Kalle: Wegen diesen tollen Alu gibt es auch erste Meldungen von zerkratzen Gehäusen im Alltagsbetrieb von wenigen Tagen.

  17. @lentille
    ja, die edelstahl variante zerkratzt, wie alle anderen produkte die aus der gleichen art von edelstahl gefertigt sind… aber man braucht nur 1 minute um das gehäuse wieder von den kratzern zu befreien (politur und einen lappen). gibt dazu schon videos.

    sollte die uhr mal runterfallen, was eher selten der fall sein wird, aber passieren kann, dann kostet der tausch des glases 249€? mmh, ich glaube eher man bekommt für das geld ein tauschgerät, also eine neue uhr… so ist es zumindest beim iphone. das glas dürfte so bei 100€ liegen.

  18. @HO: Glasbruch kann es nicht nur beim Herunterfallen geben, sondern bei jeder Art von Schlägen, Stößen oder Zusammenstößen. Ich war z. B. mal dabei, wie ein Kollege das Glas seiner Armbanduhr an einer Stahltür gecrasht hat.

    Und nochmal: Da das Glas bei der Apple Watch rundum deutlich übersteht, ist die Chance auf Glasbruch so hoch wie bei praktisch keiner anderen Uhr, denn sie schlägt ja immer mit dem Glasrand auf.

  19. @lentille
    das hört sich mal nach einem vernünftigen beitrag von dir an… so ohne das wort „fehlkonstruktion“ (dann wäre das S6 edge auch eine)… und bzgl der anfälligkeit habe ich ja auch nicht widersprochen. ich habe nur bzgl der reparaturkosten widersprochen. billig werden diese sicher nicht sein (wie gesagt.. glasbruch so ca. 100€). wenn noch mehr kaputt ist… welcher hersteller ersetzt dir dir sonst dein kaputtes gerät für einen teilbetrag des neupreises? (beim iphone liegt der bei knapp über 250€… daher glaube ich nicht, dass der bei der sport watch auch so hoch ist).

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