Angebot an kostenlosen Girokonten sinkt

Laut der Zeitschrift Finanztest, aufgegriffen von Tagesschau, gibt es immer weniger Angebote für kostenlose Girokonten. 432 Kontomodelle von 165 Banken und Sparkassen prüfte man. Nur noch zwölf Gehalts- oder Rentenkonten waren dabei ohne Bedingungen kostenlos. Vor einem Jahr waren es noch zwei mehr – 14.

Zu beachten: Als „kostenlos“ berücksichtigte man eben nur Girokonten, bei denen es wirklich keine Bedingungen (z. B. Mindest-Geldeingang im Monat) gab. Als kostenlos definiert die Stiftung Warentest somit nur Konten, bei denen keine Grundgebühr erhoben wird, sowie auch Kontoauszüge, Buchungen, die Girocard und das Geldabheben an Automaten im eigenen Bankenpool ohne Gebühren möglich sind. Dadurch werden dann auch die Angebote vieler Direktbanken nicht berücksichtigt.

Neben der Abnahme der Anzahl kostenloser Konten ging auch die Anzahl der „günstigen“ Konten zurück. Sie ist von 77 auf 67 Konten gesunken. Als „günstig“ gelten hier Konten, die maximal 60 Euro im Jahr als Grundgebühr kosten. Vielleicht auch interessant: Die teuerste ausgewertete Kontoführung kostet 360 Euro im Jahr. Außerdem musste man im Test bedauerlicherweise feststellen, dass viele Banken mittlerweile auch die Hand für zuvor kostenlose Dienste aufhalten. Etwa kostet die Girocard mittlerweile häufig eine Gebühr.

Die Banken werden dabei wohl tendenziell eher kundenunfreundlicher als umgekehrt. Beispielweise sind viele Banken eher unmotiviert, unrechtmäßige Gebührenerhöhungen aus den vergangenen Jahren zu korrigieren. Hier erreichen die BaFin weiterhin viele Beschwerden. Auch die steigenden Zinsen im Euroraum hätten insgesamt nicht viel an der Strategie der Banken geändert. Offenbar besteht da keine große Notwendigkeit, mit neuen und besonders attraktiven Angeboten auf Kundenfang zu gehen.

Immerhin: Viele Banken haben die Verwahrentgelte entweder wieder abgeschafft oder die Freibeträge zumindest erhöht. Zwischenzeitlich hatten etliche Institute Negativzinsen ab Beträgen von 50.000 oder sogar nur 25.000 Euro erhoben. Es empfiehlt sich zwar ohnehin nicht, solche Summen bei der aktuellen Inflation einfach auf dem Konto zu parken, dennoch ist es zu begrüßen, dass es da wieder mehr Freiraum gibt.

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44 Kommentare

  1. Ich denke da ist ein kleiner Fehler drin:

    „so wie auch Kontoauszüge, Buchungen, “
    -> „sowie auch Kontoauszüge, Buchungen,“

  2. Wieso sollte eine Dienstleistung kostenfrei sein? Ich arbeite ja auch nicht kostenfrei.

    • Weil die Banken bereits Gewinn über die Nutzung der Giro/Debit-Karten einfahren.

      • Aber nicht bei allen. Nicht bei denen, die am Monatsanfang den kompletten Betrag, den sie brauchen bar abheben und auch nicht bei denen, die fremde Kreditkarten verwenden.

    • Das bisherige Modell war immer, dass man der Bank damit zinsfreien Zugriff auf sein Gehalt gegeben hat, außerdem war die kontoführenden Bank in der Regel dann als Hausbank auch der erste Ansprechpartner bei Krediten oder Geldanlagen. In der Summe ein lohnendes Geschäft.

      Ansonsten war das Argument der letzten Jahre, da man keine Zinsen mehr erwirtschaftet, müsse man Gratisangebote zurückfahren. Jetzt gibt es wieder Zinsen, müsste das nicht zu einer Zunahme der Gratiskonten führen? Nein?
      Bin ich der einzige der sich an Ölpreise und Tankstellenpreise erinnert fühlt?

      • Auf das Geld auf den Girokonten haben die Banken und Sparkassen nur begrenzt Zugriff, da die Kunden es ja jederzeit abholen könn(T)en. Anderes sieht es mit dem Geld auf Spar- und TG-Konto aus, dass können die FI relativ einfach verleihen oder anders investieren.

      • Kostenlose Gehaltskonten gibt es ja noch genug. Hier ging es darum, dass auch ohne Mindesteingang das Konto kostenlos sein soll und wie soll das dann finanziert werden?

        • Die Kunden die nicht einmal einen geringen (in der Regel sind 700 Euro die Grenze) Geldeingang pro Monat haben sind halt für die Banken keine attraktiven Kunden. Von daher verständlich, dass diese immer weniger kostenlose Leistungen bekommen.

    • Äh, ich gebe der Bank ein zinsloses Darlehen (ja, das Geld auf meinem Konto gehört der Bank!) und ausgerechnet die Bank möchte dafür Gebühren? Die Logik ergibt sich für mich nicht zwingend.

    • Die Banken nutzen unsere Gehälter auf den Konten um im großen Stil Investitionen in Aktien und anderen Kapitalanlagen zu tätigen.
      Diese Investitionen sind sogar sehr risikoreich und können die örtlichen Sparkassen in Misslage bringen.
      Wenn ich für das Girokonto zahlen soll, dann will ich wenigstens ein Verbot, dass die mein hinterlegtes Geld für sich nutzen und investieren können in Kapitalanlagen, deren Erträge sie selbstverständlich selbst behalten.
      Ansonsten soll der Gesetzgeber es regeln, dass ich gerecht und prozentual an den Kapitalerträgen der Banken beteiligt werde, die durch meine Einlage auf meinem mit gebühren belegten Griokonto erwirtschaftet wurde.
      Die Medaille hat immer zwei Seiten:)

    • Ist schon richtig. Allerdings sollte mit der Kontoführungsgebühr dann auch alles abgedeckt sein. Wir (Distanzhandel) erheben für Service Leistungen ja auch kein zusätzliches Entgelt. Was meinst du was in Deutschland los währe wenn Online Händler plötzlich eine „Servicegebühr“ für z.B. das Ausstellen einer Rechnungskopie als PDF oder schlimmen noch per Brief verlangen würden? DAS erwartet Jeder heutzutage als kostenfrei.

      • DragonHunter says:

        Also bei den TK-Anbietern ist das schon gang und gäbe, für die Papierrechnung Geld zu verlangen.
        Und in Deutschland war man sich noch nie zu schade, für selbstverständliche Services Geld zu verlangen…
        Beispiel? Postbank hat UNGEFRAGT Briefe verschickt, wenn eine Lastschrift nicht eingezogen werden konnte und hat sich das bezahlen lassen!
        Hatte man heimlich, still und leise eingeführt… als Anmerkung aufm Kontoauszug… Bis einer vor Gericht hat feststellen lassen, dass das so nicht in Ordnung ist.

        Banken sind NICHT für Service und Transparenz bekannt.

      • verstrahlter says:

        In DE (ggf. in anderen Ländern auch, da fehlen mir aber Erfahrungswerte) wird allzuoft bis knapp über der Schmerzgrenze operiert.
        Veranstaltungsticketverkäufer z.B. hatten mal Gebühren für Selbstauszudruckendes erhoben; überhöhtes Porto für Standardbriefe ohne jegliche Haftung gibt es immer noch – Versicherung optional nochmals kostenpflichtig. Wenn man sich mal offenen Auges umschaut sollte man schnell merken, wie für jede Selbstverständlichkeit die Hand aufgehalten wird, bis sich dann vielleicht doch zu viele beschweren.
        Autovermietungen verlangen für Mitteilung des Fahrers ggü. Behörden auch Gebühr – als ob es nicht zu deren Geschäft gehört, zu wissen wer wann welches Auto gemietet hat, abgesehen von der Pflicht das zu ermöglichen – was Politik und Gerichte übrigens durch ihr Versagen leider erst ermöglicht und seither nie etwas dagegen getan haben.

        Also gewisse Dinge sind schon hart überzogen und gehören nicht verteidigt, sondern eingesehen!

    • Die Bank erwirtschaftet doch bereits Gewinne mit meinem Guthaben. Wieso sollte ich die Bank dafür noch extra bezahlen?

      • Echt, wie macht sie das?
        Die Frage ist tatsächlich ernst gemeint.
        Verleihen wird sie es nicht (können), da Gelder für Kredite durch Giralgeldschöpfung unabhängig von den Kundeneinlagen entstehen.

    • Die Banken verdienen doch bei jedem Einkauf fleißig mit.

    • Alleine schon weil die Banken über die Zahlungen der Kunden mit den Karten Geld verdienen.

      Ich zahle doch nicht für eine Girocard/Kreditkarte Gebühren damit die Bank dann zusätzlich noch an meinen Umsätzen bei den Händlern mitverdient.

  3. Das mit der Erstattung für unrechtmäßige Gebühren kann ich leider bestätigen. Ich hatte meine Bank aufgefordert, weil das entsprechende, ich meine BGH Urteil, in meinem Fall zutraf. Man schickte mir dann ein deutlich schlechteres Vergleichsangebot, totz des Wissens, dass es für die letzten drei Jahre noch keine Verjährung gab. Man bestritt das sogar. Ich habe mich dann an einen Dienst genannt, findet man recht schnell über die Suchmaschinen und seltsamerweise zahlte die Bank dann sofort. Fand ich ziemlich heftig. Leider war meine Bank auch ziemlich unfreundlich, da ich keine Girokarte mehr besitze, es ist im Kontomodell der Bank nicht vorgesehen (nur Apple Pay dann), als ich einen Nachweis für die Bankverbindung bräuchte. Für einen Mobilfunkanbieter. Wollte man mir so ohne weiteres nicht ausstellen. Hätte ich in die Filiale gemusst. Das war mir aus Zeitgründen nicht möglich. Eine Genossenschaftsbank, die auf ihr soziales Image bedacht ist und dafür spendet.

    • Meine Ex Bank hat mir eine Rechnung über 50€ geschickt obwohl ich nichts unterschrieben habe. Zwei Anrufe und ein Brief später, haben die klein bei gegeben und gefragt ob ich so was beruflich mach. Als Dank habe ich alles bei dieser Bank gekündigt.

    • Endlich hat Stiftung Warentest ihren Vergleich dahingehend angepasst und die ganzen Onlinebanken mit ihren angeblich kostenlosen Girokonto nicht mehr in die Kategorie kostenlos zugelassen, denn Mindestengeldeingang, Gebühren für Girocard (teilweise Konten ohne Debit oder Girocard sind ein Witz.) sind eben versteckte Gebühren…

  4. Auf das Geld auf den Girokonten haben die Banken und Sparkassen nur begrenzt Zugriff, da die Kunden es ja jederzeit abholen könn(T)en. Anderes sieht es mit dem Geld auf Spar- und TG-Konto aus, dass können die FI relativ einfach verleihen oder anders investieren.

    • Was? Nein, die Banken halten nicht für jeden „sein“ Guthaben auf dem Girokonto in bar vor. In welcher Filiale denn auch? Es könnten ja alle Sparkassenkunden zu einer einzigen Filiale gehen und ihr Geld haben wollen…

  5. naja es gibt ja noch welche. Und wer braucht ein Konto ohne Zahlungseingang?
    Den Vogel schießen seit langen aber die Sparkassen ab.
    Pro Kontoauszug 1 Euro und Grundgebühren ohne Ende.
    Bisher fahre ich mit der Sparda-Hessen und ING noch ganz gut.

    • Mein Highlight gleich bei mehreren Sparkassen: 0,02€ für jede PushTAN.
      Die lassen sich wirklich Push-Mitteilungen bezahlen!

      • Wer sowas als Kunde mit sich machen lässt ist aber auch wirklich selbst Schuld.

        • So ist es. Ich musste bei jedem Handywechsel einen neuen Brief von der Bank für diesen App TAN Müll beantragen. Bin dann auf das gute alte Chip TAN umgestiegen, jetzt ist ruhe.

          • ja, das ist bei den Sparkassen so üblich. Gut das ich nix mehr bei denen keine Konten mehr habe.
            Ich hatte dem Sparkassen Mitarbeiter gesagt, dann sollen sie mir gleich 3x Aktivierengen mitgeben, weil ich öfters mal ein neues Smartphone kaufe und teste. Und selbst beim Zurücksetzen braucht man einen neuen Aktivierungs-Brief da er nur ein mal geht.
            Aber das geht bei denen Sparkassen nicht. Da besteht echt Optimierungsbedarf!

  6. N paar Konten die ich nutze:
    Vivid, N26 und dkb sind noch kostenlos.
    Revolut nutze ich nicht, ist aber glaube ich auch kostenlos.

    • N26 mit ihrem Standard Premium Konto für fast 20 Euro im Monat.?

      Soll das ein Witz sein? Das gleiche Premiumkonto gibt’s bei jeder Sparkasse für 8 bis 9 Euro.

      DKB ist nicht kostenlos. Wer kleine Renten hat zahlt 3,90 Euro im Monat oder Sozialhilfe bezieht. Girocard 1 Euro im Monat.

      • Sparkasse Berlin
        Giro digital. 4,95€/Monat (vorher 3) fürs Konto und happige 12€ für die Girocard (vorher 8). Wohlgemerkt Gehaltskonto. So schnell wie möglich soll’s da weggehen.

      • Das Girokonto bei der DKB IST kostenlos. Ohne Mindestgeldeingang, und eine kostenlose Visa Debit ist auch dabei – die wird bei allen großen Händlern akzeptiert, Girokarte braucht man nicht unbedingt.
        700 Euro Geldeingang braucht man lediglich für den Aktivkundenstatus (weltweit kostenlos bezahlen, ansonsten 2,2% Gebühr), aber auch bei Null Euro Eingang zahlt man keine Kontogebühr.
        Das ist gelogen – oder mit Comdirekt verwechselt ?!?

      • Wie kommst Du da drauf? Das DKB Konto ist selbst für Nutzer kostenlos die nicht mal die 700 Euro Geldeingang im Monat schaffen. Das bieten nicht viele Banken.

      • Ganz ehrlich, wer bei der N26 noch Kunde wird nach dem was die sich schon alles geleistet haben dem ist eh nicht mehr zu helfen. Der ist dann auch noch so verrückt und zahlt Geld für deren „Premium“ Konto.

  7. Was mich an der Untersuchung immer stört, ist der Hinweis auf bedingungslose Kostenfreiheit.
    Es gibt sicher noch kostenlose Girokonten, die an Bedingungen geknüpft sind, beispielsweise ein regelmäßiger Geldeingang. Damit wird der Kreis dann doch wieder größer.

  8. Die Girocard wird aktuell zu Grabe getragen.

    Dadurch, dass viele Banken die Girocard nicht mehr kostenlos ausgeben wird deren Verbreitung absehbar immer weiter sinken und die Verbreitung der Visa/Mastercard Debitkarten, welche noch kostenlos ausgegeben werden gerade bei den Direktbanken, immer weiter zunehmen.

    Ist durchaus zu begrüßen da die Girocard sowieso technisch und funktional unterlegen ist. Dann kann ich auch bald an den letzten „Girocard only“ Stellen bequem mit Google/Apple Pay bezahlen.

  9. Leider typisch deutsch, zu erwarten, dass eine Dienstleistung kostenlos erbracht wird. Filialien, Mitarbeiter, Geldautomaten, Portale und Apps fürs Online-Banking kosten ja nix. Aber wehe, irgendwas funktioniert nicht, dann reggnet es Anrufe und die soll wer bitte bearbeiten?

    • Ich find es halt dreißt wenn die Bank eine Doppelseite in der lokalen Zeitung hat in der steht „Wir fühlen uns wie die Made im Speck“ oder so ähnlich und dann fünf Euro im Monat will, nach einer Fusion sogar sieben Euro für ein 0815 Girokonto und weiter unten steht dann in etwa „Dank dem Geld unserer Girokonten, machen wir im Kreditgeschäft riesen Gewinn“. Kein Wunder das den Leuten der Kragen platz.

    • Es ist auch typisch deutsch, das typisch deutsch zu finden…

      Aber letztlich hat das nichts damit zu tun. Nenne mir eine Bank mit gutem Service, und ich wechsle dort hin. Mir ist keine Bank bekannt, die guten Service anbietet. Und das wird auch mit steigenden Kosten nicht besser. Wieso sollte man also zahlen, nur um des Zahlens Willen? Das ergibt keinen Sinn…

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