Android Q soll druckempfindliche Touch-Eingaben à la Apple 3D Touch integrieren

Über die anstehenden Neuerungen in Android Q haben wir ja bereits einige Male gebloggt. Was der ein oder andere bisher nicht weiß bzw. nun bekannt geworden ist: Android Q soll auch eine Art Pendant zu Apples 3D Touch ins System integrieren. Damit ist gemeint, dass je nach ausgeübtem Druck unterschiedliche Eingaben möglich sein werden.

Android Q könnte das eventuell ohne zusätzliche Hardware bewerkstelligen, sondern eine softwarebasierte Erkennung nutzen. Hier hält man sich aber noch sehr vage. Seit Android Oreo hat Google da bereits einzelne Features implementiert, die aber nicht von der Stärke, sondern der Länge der Touch-Eingaben abhingen und nur eingeschränkt durch Hersteller wie Samsung und ZTE genutzt wurden.

In der Dokumentation zu Android Q nennt sich die neue Abwandlung „Deep Press“ und soll eben bei stärkerem Druck auf den Bildschirm andere Aktionen auslösen als bei regulären Taps. So vielseitig wie 3D Touch wird das Ergebnis aber wohl nicht sein, denn im Text heißt es, dass Deep Press „die Reaktionen auf langen Druck“ beschleunigen sollte. Offenbar will man also primär den langen Druck auf den Bildschirm ersetzen.

Schon jetzt können einige Apps auch ohne druckempfindliche Sensoren feststellen, wenn der Nutzer fester auf den Bildschirm drückt. Das geschieht dadurch, dass der Anwender typischerweise einen größeren Bereich vom Screen plattdrückt, wenn er den Druck erhöht. Deswegen ist eben auch möglich, dass Deep Press in Android Q keine neuen Bildschirme bzw. Techniken voraussetzen wird, sondern das Problem über die Software angeht.

Jetzt muss man allerdings mal abwarten, wie Google und App-Entwickler das Feature am Ende einbinden bzw. ob es überhaupt breiter adaptiert wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

  1. Naja, dieser Workaround könnte auch durchaus zu fehlerhafter Eingabeerkennung führen, wenn man das Handy z.B. meist mit dem Zeigefinger bedient, aber dann mal den Daumen verwendet. Unterschiedliche Finger bedeuten auch unterschiedliche Flächenbedeckung eben besonders im Vergleich zum Daumen.

    Ein wenig witzig finde ich schon, dass Android die Technik jetzt aufnimmt, wo Samsung seine eigene Implementierung verworfen hat.
    Samsung S8 und S9 hatten einen druckempfindlichen Home Button, der zwar durchaus praktisch ist, aber die meisten Bediener sind sich dessen gar nicht Bewusst. Beim S10 musste dieser Sensor einem Ultraschall Sensor weichen, doch wie erwähnt werden ihn vermutlich nur wenige vermissen.

    Als Home Button oder allgemein in der Navigationsleiste sehe ich einen durchaus nützlichen Effekt dieser Sensoren, In gewisser weise holen sie die alten Hardware Buttons zurück, z.B. wenn der Bildschirm gesperrt/aus ist.
    Aber davon abgesehen, sehe ich nicht den geringsten Vorteil, wenn man z.B. Apps auswählt im Vergleich zum lange gedrückt halten.
    Tatsächlich ist es doch so, dass beim lange gedrückt halten sich der Druck durch den Finger fast immer erhöht, zwar könnte man das sicherlich umgehen in dem man einen höheren Mindestdruck braucht (vergleichbar mit Tastern einer mechanischen Tastatur) aber dennoch denke ich, würde es oft zu einem ungewollt Effekt führen und zusätzlicher Verwirrung.

    • Die Fehlerkennung des größeren Fingers ließe sich doch umgehen wenn man die Druck, also Flächenänderung über ein definiertes Zeitintervall misst.
      Soll heißen das sich eine anfängliche Fläche innerhalb ~100—500ms um 20% vergrößert dann ist es „Longpress“.
      Bin gespannt ob es einen Mehrwert bringt.

      /Dev

  2. Auf jeden Fall braucht Android einen Grobmotorik-Modus für jene, die Gesten- & druckempfindliche Steuerung überfordert.

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