Android L: Verschlüsselung auf dem Gerät wird Standard

Nächsten Monat soll Android L final erscheinen. Die neue Android Version wird dabei die Verschlüsselung von Daten auf dem gerät als Standard mit an Bord haben, wie Google mitteilt. Die Verschlüsselung von Android ist nicht neu, Nutzer können dies bereits seit 2011 durchführen. Neu ist eben, dass es Standard ist und somit eine weite Verbreitung finden wird, ob der Nutzer will oder nicht. Vor gut einem Jahr zeigte sich, dass die Verschlüsselung von Android mit Leistungseinbußen einhergeht.

Google Office

Die Verschlüsselung bedeutet auch, dass ohne Passcode keine Daten mehr ausgelesen werden können. Auch nicht von Behörden. Die Schlüssel sind auf dem Gerät selbst gespeichert, können nicht von Google eingesehen werden. So will Google sich – wie andere Unternehmen auch – gegen die Anfragen von Behörden wehren, denen sie sonst Auskunft geben müssten. Wird technisch einfach unterbunden und Google ist aus dem Schneider.

Wann genau Android L und somit die Default-Verschlüsselung kommen wird, erfährt man aber auch hier von Google nicht. Oktober ist nicht mehr weit, aktuell soll es in der Mitte des Monats so weit sein. Wir werden sehen. Auf jeden Fall eine gute Sache, wenn das am weitesten verbreitete mobile Betriebssystem generell verschlüsselt ist, sowohl für den Nutzer, der sich wieder ein Stück privater fühlen kann, als auch für Google, die dann weniger Daten herausgeben müssen (können).

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28 Kommentare

  1. @Dennis: Die Funktion ist schon über mehrere OS-Generationen integriert. Beim Einrichten wird man auch gefragt. Jetzt wird sie plötzlich verpflichtend, anscheinend möchte man so die Nutzer von Custom-ROMs abhalten.

  2. @jkrwdf: mit root Zugriff kann man das Bootkennwort unabhängig vom PIN setzen. Mal sehen ob das bei L integriert wird, so dass es auch ohne root geht. Bisher wurde die Verschlüsselung ja eher stiefmütterlich behandelt.

    @Manuel Bernhardt: TWRP unterstützt schon Verschlüsselung, ist allerdings ständig „verbuggt“ (genauer genommen ein Workaround, blah… funktioniert jedenfalls meist nicht, siehe Bugreport dazu). Liegt aber auch daran, dass das bislang nicht einheitlich gelöst war. Mit L werden alle Recoverys Verschlüsselung unterstützen müssen, dann ist das kein Problem. Außerdem macht man ja sowieso regelmäßig Backups, näch 😉
    Ansonsten verwendet Android einfach dm-crypt, also lässt sich das Dateisystem auch unter jedem Linux mounten.

  3. @TsMns: Blödsinn. Das hat mit Custom ROMs gar nichts zu tun. Google ist sich absolut bewusst, dass das ein wichtiger Bestandteil ihrer Marktdominanz ist. Mit vereinheitlichter Verschlüsselung kann im Gegenteil jedes ROM automatisch die verschlüsselte Partition mounten. Das funktioniert jetzt meist schon gut, die RAMDISK schaut, ob /data gemountet werden kann und wenn nicht geht sie davon aus, dass die Partition verschlüsselt ist und fragt nach dem Kennwort.

  4. @Herr Hübenbecker:
    „Vielleicht liegt es ja auch daran des der Standarduser einfach nicht so verkorkst denken kann wie viele Programmierer oder wie Du.“

    Vielleicht liegt es einfach auch daran, dass ihr Standarduser überhaupt nicht denkt. Zumindest in Sachen Technik beobachte ich ein erschreckend geringes Grundverständnis. Dass dann Nacktbilder überall landen, wundert mich überhaupt nicht. Dass Google die Verschlüsselung angeblich als Standard setzt, ist das Beste, was dem User passieren kann.

    Von alleine kommt ihr ja nicht drauf, dass man die Verschlüsselung aktivieren könnte.

  5. Was mich an dem Zwang stört: das die Akkulaufzeit darunter leiden wird.
    Ich komme mit meinem Dual SIM Moto G so gerade über den Tag, demnächst wird es wohl sehr eng.

  6. Ich finde das genau richtig. Meiner Meinung nach wird es Zeit, dass grundsätzlich alle digitale Kommunikation automatisch verschlüsselt wird, wenn es irgendwie geht. Und wenn es nicht geht, sollte was entwickelt werden. Ressourcentechnisch bin ich bereit das zu verkraft, sei es nun Leistung oder Batterielaufzeit; Außerdem wächst da das Potential ja eh (mehr oder weniger beständig) weiter.

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