Android: DuckDuckGo ist als vorgeschlagener Suchanbieter raus

Wir erinnern uns: Google wurde dazu verdonnert, dem Nutzer beim Einrichten eines neuen Smartphones darauf hinzuweisen, dass es auch andere Browser und Suchmaschinenanbieter gibt. Ab dem 1. März 2020 haben Nutzer so bei der Einrichtung von Android-Geräten die Wahl zwischen vier Suchmaschinen, einschließlich Google. Der gewählte Anbieter wird dann standardmäßig für Suchvorgänge in Chrome und im Suchfeld auf dem Startbildschirm von Android verwendet. Die Platzierung der drei zusätzlichen Suchanbieter erfolgt auf Basis eines Auktionssystems. Dabei wird alle drei Monate neu geboten. Schon damals beschwerte sich DuckDuckGo, sicherte sich aber bei uns einen „Startplatz“.

Für den Rest des Jahres ist man aber raus, wird Neueinrichtern von Android-Smartphones nicht angeboten, ab dem 1. Oktober sind dies Bing, Info.com sowie PrivacyWall. Was DuckDuckGo dieses Mal dazu sagt? „Diese kartellrechtliche Maßnahme der EU dient nur dazu, Googles Dominanz bei der mobilen Suche weiter zu stärken, indem sie alternative Suchmaschinen, die die Verbraucher nutzen wollen, aussperrt und den verbleibenden Suchmaschinen den Großteil ihrer Gewinne aus dem nimmt“ – denn für einen Startplatz muss man ja (witzigerweise) zahlen.

Obwohl man seit 2014 sehr profitabel ist, kann man nicht so viel wie andere Unternehmen bieten, da man über die Suche nicht so viele Einnahmen generiert wie andere Anbieter und man langfristig sehen müsse, dass das Geschäft tragfähig ist. Man habe dieses Ergebnis vorhergesagt, aber man habe sich entschieden, so lange wie möglich am Biet-Prozess teilzunehmen, da es wichtiger ist, den Verbrauchern einen einfachen Weg zu bieten, einen einfachen Datenschutz zu erhalten, als einen Boykott. Abschließend teilt man mit, dass das jetzige Menü keine Hilfe ist – außer für Google.

Laut DuckDuckGo solle es keine Auktion geben – alternative Suchmaschinen mit den meisten Marktanteilen in jedem Markt sollten auf dem ersten Bildschirm in zufälliger Reihenfolge angezeigt werden. Die übrigen alternativen Suchmaschinen sind durch Scrollen, ebenfalls in zufälliger Reihenfolge, verfügbar, so die Vorstellung der Macher. Mal schauen, wie das Ganze weitergeht, die EU-Kommission wird sicherlich noch einmal ein Auge darauf werfen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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16 Kommentare

  1. „Laut DuckDuckGo solle es keine Auktion geben – alternative Suchmaschinen mit den meisten Marktanteilen in jedem Markt sollten auf dem ersten Bildschirm in zufälliger Reihenfolge angezeigt werden. Die übrigen alternativen Suchmaschinen sind durch Scrollen, ebenfalls in zufälliger Reihenfolge, verfügbar, so die Vorstellung der Macher.“

    Den Vorschlag von DuckDuckGo halte ich für durchaus fair.
    Zumindest wenn es tatsächlich das Ziel ist, die Dominanz von Google als Suchmaschine einzudämmen, und das fair für alle Mitbewerber.
    Ansonsten hat man den „Die Reichen werden immer reicher…“ Effekt.

    • Naja, auf der einen Seite sind ja die Suchmaschinen mit den meisten Marktanteilen auch die reichsten und würden mit einer Darstellung auf der ersten Seite gegenüber den anderen bevorteilt (vgl. Suchmaschinenergebnisse auf der zweiten Seite sind fast nicht relevant). Auf der anderen Seite wäre natürlich alle Anbieter durcheinandergewürfelt zu nervig für die Nutzer.

  2. Mit dem Namen und dem Logo hat sich DuckDuckGo leider von Anfang an kein Gefallen getan, egal wie Google die Suchmaschinenauswahl implementiert (und hier ist die Kritik von DuckDuckGo definitiv gerechtfertigt). Aber die Leute die die Suchmaschine kennen, werden auch wissen wie sie diese selbst als Standard einstellen können und der Rest wird einen großen Bogen drum machen, weil man es für irgend eine Kinderspiel hält.

  3. Was genau ist eigentlich das Geschäftsmodell von DuckDuckGo. Wie machen die ihr Geld ?

  4. Wurden die Plätze der alternativen Browser bei Microsoft seinerzeit auch verkauft, oder wie kommt Google zu dieser seltsamen Methode? DDG sollte dagegen eine Beschwerde einlegen, und sie zahlen zu recht nicht mehr. Wer diese Suchmaschine mag, weiss ja sowieso das „wie“.

  5. DDG ist meine Hauptsuchmaschine seit gefühlt 2 Jahren, wünschte mehr würden sie nutzen und weg von Google gehen, aber man sagt ja auch halt: Google es mal. Ich kann DDG Entscheidung voll nachvollziehen, ein Auktionssystem is da echt n Witz

  6. Die EU und ihre Internet-Regulierung.

    Ich wünsche mir auch die Zeit zurück, da mein Firefox mit jedem Programmende sowieso einfach alle Cookies gelöscht hatte, ohne daß ich mich vorher stundenlang durchklicken mußte, um denen zuzustimmen.

  7. Wo genau ist eigentlich das Problem?
    Ob ich nun erst den Browser meiner Wahl aufrufe und dann DDG ansteuer, oder ob ich in irgendeinem Suchfeld mit DDG meine Suche eingebe…..im zweiten Fall würde auch nur der Browser meiner Wahl aufgerufen.

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