Amazon Sidewalk: Ab Juni werden auch Tile-Tracker vom Nachbarschaftsnetz gefunden & weitere Sidewalk-Geräte starten

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres gab Amazon unter dem Projektnamen „Amazon Sidewalk“ bekannt, die Nachbarschaft vernetzen zu wollen. Hierzu dienen einige Amazon-eigenen Geräte sowie ein Netz mit eigenem Funkprotokoll im 900-MHz-Spektrum für hohe Reichweiten bis einem Kilometer und Bluetooth Low Energy für kurze Reichweiten. Als Bridges fungieren neben einigen Echo-Geräten auch Amazons Ring-Kameras. Die Option ist hierbei standardmäßig aktiviert, wir sprechen aber bislang ohnehin nur von US-Nutzern. Auch wenn man einst die Marketing-Mail versehentlich hierzulande teilte, ist ein Deutschlandstart nicht in Sichtweite. Das Ganze soll zudem unter Wahrung von Datenschutz, Privatsphäre und Sicherheit ablaufen.

Ist Sidewalk aktiviert, so reservieren sich die Echo-Geräte einen Teil der Internet-Bandbreite um auch Nachbar Echo- und Ring-Geräte mit Internet zu versorgen. Dies ermöglicht es auch bei Verlust der eigenen Wi-Fi-Verbindung eine Internetverbindung aufrechtzuerhalten und die Wiederverbindung zum Router zu vereinfachen. Zudem soll Sidewalk auch bei der Einrichtung neuer Echo-Geräte unterstützen. Ab dem 8. Juni soll es nun aber für US-Nutzer nun so weit sein und Echo-Geräte können die vereinfachte Einrichtung neuer Geräte nutzen. So beispielsweise auch im Falle eines neuen Netzwerknamen und Passwort des Routers.

Neben der Kommunikation von smarten Geräten sind Haustier- und Objekttracker in der Lage über Sidewalk in größeren Entfernungen aufgespürt zu werden. Amazon hat zur Erklärung des Features nun eine eigene Info-Seite geschaltet, auf der man auch einige potenzielle Fragen zu Sidewalk beantwortet. Ab dem 14. Juni lassen sich nun auch Tile-Tracker mit Bluetooth innerhalb des Sidewalk-Netzes aufspüren. Das Prinzip sollte ähnlich sein zu Apples „Find-My-Netzwerk“, nur dass man hier eben auf ein dauerhaftes Netzwerk aus fest installierten Geräten setzt. Zudem ist Sidewalk ja bislang nur für den US-Markt verfügbar. Aufgrund der großen Marktverbreitung von Echo-Geräten in den Staaten durchaus denkbar, dass man da ein ordentliches Netzwerk stemmen könnte. So auch die Zukunftspläne zu diesem Projekt. Dies erlaubt (im Optimalfall) nämlich das Aufspüren der Tracker auch außerhalb der eigenen Bluetooth-Reichweite des Smartphones.

Zudem lassen sich Tiles auch im eigenen Zuhause mittels Sprachbefehl an Alexa zum Klingeln bewegen. Sind mehrere Echo-Geräte im Sidewalk-Netzwerk, so kann Alexa auch mitteilen, welcher Echo dem Tile am nächsten ist. Eine Funktion, die man sich wohl auch von Apples AirTags wünschen dürfte, denn die HomePod Minis setzen ja sogar auf einen Ultrabreitband-Chip. Zudem kann Alexa auch bei Trackern außerhalb der Reichweite mitteilen, zu welchem Zeitpunkt sich der Tracker zuletzt in der Nähe eines Geräts befand.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch CareBand, die ebenfalls fortan mit dem Sidewalk-Netzwerk kooperieren. Getrackt werden hier jedoch nicht Gegenstände, sondern Menschen mit Demenz mittels Wearable. Ein Smartphone oder Wi-Fi ist nicht erforderlich, das Wearable hängt sich in das Sidewalk-Netzwerk um Aktivitäten im Innen- und Außenbereich zu verfolgen und zu analysieren. Zudem dient das Netzwerk auch der Kommunikation im Notruf-Fall über die Hilfetaste.

Hierzulande sind die smarten Schlösser von Level wohl eher unbekannt. Doch auch jene nutzen nun die Vorzüge von Amazon Sidewalk. Bei Level-Schlössern verhält es sich wie beim Nuki: aufgesperrt wird in Bluetooth-Reichweite zum Smartphone. Nun kann sich das Level-Schloss über Bluetooth und eine Ring Video Doorbell Pro aber auch in das Sidewalk Netzwerk einbuchen. So kann auch ohne Cloud-Kommunikation ein Zugriff aus dem Nachbarschaftsnetzwerk auf Videotürklingel und smartes Schloss über die Ring-App erfolgen.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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3 Kommentare

  1. Christian says:

    Ich will dieses Feature endlich in Deutschland sehen.
    Wenn man dann noch über seinen Smart Home Server auf den Standort eines Tiles zugreifen kann, wäre es natürlich der Hit.

  2. Markus M. says:

    So ganz verstehe ich das Prinzip noch nicht. Tile z.B. sendet mit Bluetooth, das hat mit Sidewalk Netzwerk erst mal nichts zu tun. Ist jeder Echo dann eine Bluetooth-Sidewalk Bridge? Und außerhalb des Sidewalk Netzwerks, kann die Alexa App dann auch beitragen? Ansonsten wäre das Netz wohl auf urbane Gebiete begrenz.

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