Amazon Sidewalk: Echo-Geräte können im Kollektiv künftig Gegenstände wiederfinden

Amazon arbeitet daran, Geräte nicht nur innerhalb des eigenen Haushalts, sondern auch in der gesamten Nachbarschaft zu vernetzen. Hierzu hat man bereits im letzten Jahr Amazon Sidewalk, ein eigenes Funkprotokoll, vorgestellt. Amazon Sidewalk setzt auf Bluetooth Low Energy (BLE) und das 900-MHz-Spektrum, welches Reichweiten von knapp einem Kilometer abdecken kann.

Amazon Sidewalk soll noch in diesem Jahr starten und klingt ein wenig nach Umsetzung des Long Range Wide Area Network (LoRa-WAN). Hier erzielt man Reichweiten, die wesentlich höher als jene des eigenen Wi-Fi-Netzwerks sind. Nach eigenen Angaben betreibt Amazon das Funknetzwerk selbst im Niedrigfrequenzspektrum für die Kunden. Davon sollen dann Produkte wie Überwachungskameras oder Bewegungsmelder profitieren, die somit auch außerhalb der Wi-Fi-Reichweite funktionieren oder im Falle eines Ausfalls des Wi-Fi trotzdem noch Alarm schlagen können.

Teil der Idee sei auch das Auffinden von Gegenständen oder Haustieren – ähnlich wie Apple das für eigene Geräte und künftig sicher auch die AirTags handhabt. Apple nutzt hierzu die Hardware seiner Nutzer um andere Geräte oder künftig auch Gegenstände mit Tag aufzuspüren. Amazon möchte solch ein Netzwerk mit den Echo-Geräten aufspannen. Für die entsprechenden Tags an den Gegenständen hat man Tile als Partner mit ins Boot geholt. Tile-Geräte sind als erste Drittanbieter-Geräte ab Ende des Jahres zu Sidewalk kompatibel.

Echo-Geräte könnten also künftig als Sidewalk Bridge fungieren, um Bluetooth-Geräte wie die Tiles aufzuspüren und dem Besitzer beim Lokalisieren und Wiederfinden zu helfen. Jeder Echo selbst ist dann ja wieder ans Internet angebunden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man obig genannten Funkstandard auf 900 MHz ebenfalls künftig in Echo-Geräte implementiert.

Amazons Ambitionen scheinen da noch weiter zu gehen: Neben dem Lokalisieren von Gegenständen plant man das Herstellen und Wiederherstellen von Verbindungen zu Routern sowie das vereinfachte Einrichten neuer Echo-Geräte über Amazon Sidewalk zu realisieren.

Trotz Nutzung mit den Nachbarn setzt man auf drei Verschlüsselungsebenen um die „gemeinsam genutzten Daten sicher zu halten“. Die Bandbreite, welche so von den Nachbarn natürlich mitgenutzt wird, ist hierbei gedeckelt: Sidewalk ist mit Upload-Limits und Bandbreitenbegrenzungen ausgestattet. Zudem wird sichergestellt, dass „Besitzer anderer Geräte, die von Ihren Geräten gesendeten Daten nicht einsehen können“. Da man neben einer Internetverbindung wie eingangs erwähnt auch auf andere Funktechnologien setzt, soll es außerdem möglich sein die Netzwerkunterstützung einer Sidewalk Bridge – also beispielsweise eines Echos – ohne Beeinträchtigungen der Funktionalität abzuschalten.

Auch hier soll noch nicht Schluss sein: Weiter plant man auch Lieferketten effizienter zu machen. So zum Beispiel jene des Amerikanischen Roten Kreuz zu Blutspenden.

Bereits in diesem Monat möchte Amazon Besitzer eines Ring-Flutlichts oder Spotlight-Kameras via Mail und Ring-App über das Sidewalk-Netzwerk informieren. Da soll es wohl auch schon losgehen – in den USA zumindest – und entsprechende Einstellungen zur Sidewalk-Teilnahme können getroffen werden. Auch die Echos möchte man noch in diesem Jahr ins Sidewalk-Netzwerk integrieren.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Irgendwie habe ich nach dem Lesen noch viel mehr Fragen…

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