Amazon: Partnerschaft mit Apple erweitert das Angebot, schränkt Reseller ein

Da haben sich aber zwei Unternehmen jeweils einen wirklich dicken Fisch als Partner an Land gezogen: das Onlineversandhaus Amazon ist eine Partnerschaft mit Apple eingegangen und wird sein Sortiment demnächst um allerlei Produkte des Herstellers erweitern. Darunter befinden sich natürlich vor allem die neusten Produkte von Apple, wie das iPad Pro, iPhone XR, iPhone XS, die Apple Watch Series 4, sowie Apples Produktlinie der Beats-Kopfhörer.

Ein paar Wochen soll es noch dauern, bis die Geräte in den jeweiligen Amazon-Standorten in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Japan und Indien eintrudeln. Inhalt des Deals ist es auch, dass dann nur noch von Apple autorisierte Reseller entsprechende Produkte bei Amazon verkaufen dürfen.

Die bisher auf der Plattform angebotenen Gerätschaften unterscheiden sich teils stark in Preis und Konditionen, je nach Anbieter. Damit soll dann gemäß der Absprachen bald Schluss sein.

„Amazon is constantly working to enhance the customer experience, and one of the ways we do this is by increasing selection of the products we know customers want. We look forward to expanding our assortment of Apple and Beats products globally.“ – Amazon

So kurz vor Weihnachten dürfte der Deal außerdem für beide Unternehmen einen deutlichen Mehrwert bieten. Allerdings werdet ihr den HomePod dennoch nicht auf Amazon kaufen können, dafür konkurriert dieser zu sehr mit den Echo-Gerätschaften der Plattform.

Verkäufer, die derzeit noch gebrauchte oder neue Apple-Produkte auf Amazon verkaufen, werden ab dem 4. Januar des nächsten Jahres damit konfrontiert, dass sie sich erst einmal bei Apple als Reseller bewerben müssen, um ihre Angebote wieder einstellen zu dürfen. Zusätzlich heißt es bei CNET hierzu:

„Independent sellers with Apple inventory in Amazon warehouses after Jan. 4 will have to create a removal order, with Amazon offering to reimburse return or disposal fees until early February. Those sellers won’t be able to ship more Apple products to Amazon warehouses starting Dec. 1.“

Nicht jedem wird der Deal schmecken, das dürfte klar sein. Gerade diejenigen, die vielleicht nicht direkt auf neue und vor allem hochpreisige Produkte von Apple schielen, sondern lieber auch aufbereitete, gebrauchte Geräte erwerben möchten, werden sich nach einer anderen Plattform umsehen. Finanziell wird das aber sicherlich beide Unternehmen wenig stören.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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36 Kommentare

  1. Ich denke hier gehts rein gar nicht darum irgendwelche Geräte zu verkaufen. An den Preisen wird sich sicherlich nichts ändern. „von Apple (nicht) autorisierte Reseller“ werden aus dem Verkehr gezogen, das ist der Casus Knacktus. Dass Apple mehr vom eigenen Zubehör verkauft und der Gebrauchtmarkt kastriert wird.

  2. Puh, ob mit der Reseller-Zensur nicht die Kartellbehörden aufmerksam werden?

    Nach meinem Befinden hört sich das wettbewerbsrechtlich sehr schwierig an.

    • Ja, stinkt ganz stark nach wettbewerbsfeindlichem Verhalten mit der beherrschenden Stellung, die Amazon inzwischen im Online-Handel und gerade als Plattform hat.

      • Ja, das ist kartellrechtlich ein „Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung“, um freien Wettbewerb auszuschalten:
        http://ec.europa.eu/competition/consumers/abuse_de.html

        Den Verstoß kann man hier melden:
        http://ec.europa.eu/competition/consumers/contacts_en.html

      • Warum wurde mein Kommentar nachträglich gelöscht?

        Es handelt sich kartellrechtlich um einen „Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung“, um freien Wettbewerb auszuschalten:
        http://ec.europa.eu/competition/consumers/abuse_de.html

        Kann man hier melden:
        http://ec.europa.eu/competition/consumers/contacts_en.html

        • Wie definierst du Amazon als Marktbeherrschend? Es ist einer von tausenden Händlern – weder besonders günstig noch besonders gut aufgestellt im Bereich PC Hardware. Von Marktbeherrschung kann hier nicht die Rede sein.

          • Nicht ich muss das definieren, sondern die Kartellbehörden und die EU-Kommission. Beispielsweise die deutschen und französischen Kartellbehörden haben Amazon deshalb schon länger im Visier, da sind wohl demnächst wieder Millionenstrafen fällig. Einfach mal googeln nach „Amazon marktbeherrschende Stellung“.

            Übrigens, von wegen „Einer von tausend Händlern“: Amazon hatte schon im letzten Jahr (2017) mehr als 53 % des gesamten E-Commerce-Umsatzes an sich gerissen. Tendenz steigend. Schon Anfang 2018 hatte Amazon einen Marktanteil am deutschen E-Commerce von 62%!

            Amazon macht langsam den freien Handel platt und zahlt hierzulande noch nicht mal entsprechende Steuern (womit sie sich noch einen weiteren Wettbewerbsvorteil ergaunern). Diese Steuerflucht macht Apple ja auch, die beiden passen also gut zusammen. Diese beiden Unternehmen schaden nicht nur dem Wettbewerb, sondern auch den Kunden und allen Steuerzahlern.

            • Richtig, und die haben das bisher nicht getan. Sie prüfen lediglich die Möglichkeit. Von Strafen sind wir da noch Meilenweit entfernt.

              Das Märchen mit den Steuern solltest du auch nochmal nachlesen. 1. ist das mittlerweile vorbei und 2. hat das mit ergaunern nichts zu tun. Wenn die Gesetze das zulassen ist Steuern sparen die Pflicht eines jeden Unternehmens. Keiner wird freiwillig mehr Steuern zahlen als er muss. Ich verstehe nicht warum hier immer auf die Unternehmen eingeschlagen wird anstatt auf den Staat / EU der sowas zulässt.

              • Du irrst. Großkonzerne haben ihre Daseinsberechtigung; wo wären wir ohne Apple, Google und Amazon. Aber dass die keine Steuern zahlen, geht gar nicht und ist unfair gegenüber jedem kleineren Unternehmen. Stell dir vor dein Nachbar zahlt keine Steuern und kauft alle 2 Jahre ein Häuschen in eurer Straße dazu.

                • Natürlich ist das unfair. Trotzdem ist das nicht die Schuld der Unternehmen. So lange es rechtliche Möglichkeiten gibt Steuern zu sparen, werden die auch genutzt. Da muss man ansetzen.

                  Und wenn der Nachbar einen *legalen* Weg kennt keine Steuern zu zahlen, dann lass ich mir den lieber zeigen und mach es genau so. Keiner hat Geld zu verschenken.

                  • legal ungleich legitim. Ikea zB schafft seine Gewinne über eine Lizenz-Konstrukt über Holland steuerfrei raus. Was ist das für ein Quatsch, dass ein Nachbarland in Europa so dafür sorgt, dass Ikea hier keine Gewinne verteuert.

              • Dann stellt sich die Farge warum du dich nicht über Länder bezahlen lassen kannst die weniger Steuern haben? Das ganze hat vielmehr mit Dummheit unserer Politik zu tun denn wenn man möchte und gewillt wäre, wären die Schlupflöcher längst zu. Solange aber unsere Lobbyisten bestimmen und unsere Politik steuern können wie sie wollen, wird sich daran leider nichts ändern. Von daher darf man schon von Gaunerei sprechen denn nichts anders wird hier betrieben.

          • „Amazon Marktanteil am deutschen E-Commerce steigt weiter auf 62%
            16.04.2018

            Nach dem 1. Quartal 2018 steht fest, dass Amazon auch in diesem Jahr das zentrale Thema im deutschen (und europäischen) E-Commerce sein wird. Blickt man in Kategorien wie Consumer Electronics, Home & Garden oder auch Spielwaren, so ist Amazon als Absatzkanal im E-Commerce bereits als MONOPOLIST anzusehen.“

            Quelle:
            https://www.fostec.com/de/amazon-marktanteil-am-deutschen-e-commerce-steigt-weiter-auf-62/

            • Ein Monopolist wäre Amazon nur, wenn es keine oder nur wenig Alternativen gäbe und Kunden auf wenig oder keinen anderen Wettbewerber ausweichen könnten, das trifft bei Amazon nicht zu, da es genügend Alternativen zu Amazon gibt. Alleinig die Grösse des Marktanteils lässt Amazon nicht zu einem Monopolisten werden.

    • Nein, überhaupt nicht. Du als Hersteller kannst/darfst entscheiden, wer deine Produkte verkaufen darf. Apple hat da schon immer ein Auge drauf, was auch zur Preisstabilität und Werterhaltung der Marke Apple beiträgt. Apple Produkte werden nicht „verramscht“, was sich einerseits darin bemerkbar macht, dass Apple-Produkte kurz nachdem sie in den Verkauf gehen keinem Preisverfall unterliegen und anderseits beim privaten Wiederverkauf gebrauchter Apple-Produkte noch gute Preise zu erzielen sind. Nicht jeder gewerbliche Händler darf Apple-Produkte verkaufen, das hat rein gar nichts mit Kartell zu tun.

  3. Vor allem, was soll das bringen. Die Reseller kriegt man so nicht klein. Die reagieren eher mit einer Betriebsaufspaltung, dass sie einen Laden für Amazon und einen für Bucht und Co führen.

  4. Illegal ist das nicht. Kein Hersteller muss jedem erlauben seine Produkte zu verkaufen. Gab doch neulich erst eine Urteil, dass Amazon was nicht verkaufen darf, weils der Hersteller nicht will. (Weiß leider nicht mehr genau was das war)

    • Sorum vielleicht nicht, aber wenn Amazon als marktbeherrschende Handelsplattform diese Macht ausnutzt, um Wettbewerb und niedrige Preise zu verhindern (und nichts anderes heißt zertifizierte Verkäufer und angeglichene Preise) dann kann das zu Recht ein Fall für die Kartellbehörden sein.

      • Nur wer definiert Amazon als marktbeherrschend? Es gibt tonnenweise Online Shops. Keiner ist gezwungen bei Amazon zu kaufen. Und bisher wär ich für Apple Hardware auch nichtmal auf die Idee gekommen bei Amazon zu kaufen weil da meist nur Schrott gelistet war.

      • Du verwechselst da was…es geht ja nicht darum „überhöhte Preise“ durch Absprachen zu erzielen (was kartellrechlich nicht erlaubt wäre), sondern darum, dass ein Hersteller festlegen kann und darf, dass seine Produkte nicht unter einem bestimmten Preis verkauft werden. Auch Angebote und Rabatte müssen mit einem Hersteller abgesprochen werden und so hat Apple ein Auge darauf, wer als zertifizierter Händler, was und zu welchem Preis verkaufen darf. Letztendlich geht es bei dem Deal zwischen Amazon und Apple aber noch nicht mal um den Preis, sondern darum, dass „schwarze Schafe“, die Apple Produkte über Amazon Marketplace anbieten, aussortiert werden.

        • Genau so eine Festpreisbindung ist seit 1974 in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen wie Bücher und Arzneimittel verboten.

          Ein Verbot vertikaler Preisbindungen in Deutschland wurde bereits in den 1960ern diskutiert. In Deutschland sind Preisbindungen mit der Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) zum 1. Januar 1974 grundsätzlich für unzulässig erklärt worden; zuvor waren sie bei Markenartikeln die Regel. In späteren Fassungen entfielen die §§ 4 bis 17 GWB.

  5. Pantoffeln, Martin, es waren Pantoffeln.

  6. Wenn Apple selbst das iPhone oder Zubehör künftig verstärkt über Amazon verkaufen will, wollen sie wahrscheinlich auch allein von der Optik her dort nicht mit günstigeren Resellern konkurrieren.

    Ich glaube, Apple sucht kurzfristig Absatzkanäle, da man für 2019 schlechte Umsätze befürchtet. Langfristig aber nicht ohne Risiko. Wenn sich die Leute daran gewöhnen, „ihr iPhone“ jetzt über Amazon zu beziehen, etwa auch durch Aktionen dort oder günstige Verträge mit Providern, hat Amazon da schon einen Hebel.

  7. Das Problem ist dass bei Amazon zu viel Fake verkauft wird. Besonders Lightning Kabel und Hüllen. Da will Apple den Riegel vorschieben.
    Samsung wird das genauso machen….. und dann auch Huawei.

    • Bingo. Teilweise bekommt man Kabel die nicht funktionieren oder Ladegeräte die sich von der Hitze braun verfärben und verformen. Ähnliches Thema wie bei USB-C Kabeln die nicht den Specs entsprechen. Produkte wie iPhones oder Macs wird man auch weiter billiger bei Amazon bekommen. Es gibt drei Stufen von Apple-Resellern, kommt drauf an welche Beratung man bietet, wie der Laden ausgestattet ist, usw. Danach richtet sich der Rabatt, den man von Apple im Wholesale-Einkauf bekommt. Und den geben die Händler meist weiter.

  8. Letztendlich macht das Ganze Sinn und zwar zum Schutz des Kunden, da ja nicht direkt von Amazon verkauft wird, sondern über Marketplace, können so unseriöse Händler aussortiert werden, wenn nur durch Apple zugelassene Händler bei Amazon verkaufen dürfen. Schaut man sich nämlich aktuell die Bewertungen von Marketplace-Händlern an, die Apple-Produkte verkaufen, so fällt auf, dass viele eine schlechte Händlerbewertung haben und genau darum geht es bei dem Deal zwischen Amazon und Apple, dass diese „schwarzen Schafe“ aussortiert werden.

    • Dann machste halt einen neuen Account bei Amazon. Zu viele schlechte Bewertungen? Neuer Account, Geiz ist geil, also kriegt man den Müll schon an ein paar tausend Kunden verkauft, bis Amazon reagiert. Und so wird es auch bei unauthorisierten Apple-Verkäufern funktionieren. Blöd für Amazon wäre jetzt natürlich, wenn es bei Apple quasi sofort funktionieren würde die schwarzen Schafe zu eliminieren. Dann sollten sie nämlich recht schnell andere Produzenten und das Finanzamt an der Backe haben, die genau diese Leistung auch haben wollen.

      • Das wird funktionieren. Die werden einfach einen Flag setzen das Ware des Herstellers Apple nur von freigegebenen Leuten angeboten werden darf. Fertig.

        Die ganzen Billig Imitate aus China ala Mondscheinpalast und Co. wird es aber auch weiterhin geben. Das sind ja keine Apple Produkte.

      • Neuer Account und weiterhin Apple-Produkte verkaufen? Wie das denn, wenn dein Account von Amazon erst gar nicht freigegeben wird und du erst nachweisen musst, dass du ein Apple-zertifizierter Händler bist? Sobald du als Händler etwas mit dem Namen Apple verkaufen willst, wird von Amazon geprüft, ob du dazu berechtigt bist.

  9. Alles gut! Ich kaufe 90% meines Apple-(nicht nur)-Krams bei Amazon, aber nur wenn’s von Amazon verkauft wird, keine Dritthändler! Warum? Weil die einfach den besten Kundenservice haben! Keine schlechte Erfahrung gemacht, ganz im Gegenteil es wurde mir oft mehr entgegen gekommen als ich mir erhofft hätte und das seit über 10 Jahre!

    • Genauso ist das.

    • Genau DAS ist der Grund für den Erfolg von Amazon. Zudem die Kaufabwicklung. Jedesmal wenn ich bei ebay oder sonstwo kaufe, dreh ich fast durch, was für eine Masse an Emails kommt, nur weil ich ein Produkt irgendwo kaufe. Ganz abgesehen vom Prozedere bei einer Rücksendung. Da kommt abwicklungstechnisch nur Zalando an Amazon ran – und das nach gefühlt 15 Jahren Amazon-Standard in D.

  10. Ich sehe es auch nicht nur rosig – wenn ich allerdings daran denke, wieviele Händler momentan zB die US Version eines IPads mit billig Netzteil verkaufen….

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