Amazon kopiert angeblich Produkte und manipuliert die Suchergebnisse im Store

Amazon soll in Indien laut Recherchen von Reuters nicht nur die Suchergebnisse auf seiner Website zu den eigenen Gunsten manipuliert, sondern auch Produkte anderer Anbieter kopiert haben. Man pickte sich sogenannte „Benchmark Products“ heraus, die man dann teilweise 1:1 für seine eigenen Marken adaptierte. Zumindest in Indien soll Amazon so vorgegangen sein und habe dafür auch den Segen hochrangiger Manager erhalten.

Öffentlich hatte der Online-Händler derartige Vorwürfe bisher immer bestritten und bleibt auch jetzt dabei: Die Marketplace-Partner seien Amazon wichtig und man setze sich dafür ein, fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Hinter den Kulissen sieht es aber wohl doch etwas anders aus. Die internen Daten werden angeblich genutzt, um Konkurrenzprodukte nachzuahmen.

Beispielsweise soll Amazon sich die T-Shirt-Marke John Miller, welche in Indien extrem beliebt ist, sehr genau zur Brust genommen haben. Man erhob sie zu einer der Benchmark-Marken und kopierte den Schnitt für seine eigenen Shirts der Xessentia-Marke 1:1. Dabei wählte sich Amazon solche Vorbilder nicht nur anhand des Images aus, sondern man konsultierte eigene Daten zu beispielsweise dem Rückgabeverhalten der Besteller. Seine eigenen Produkte platzierte man dann bewusst stets in den ersten 2-3 Suchergebnissen.

Solche Geschäftspraktiken wurden Amazon in der Vergangenheit regelmäßig von Marketplace-Verkäufern vorgeworfen, Amazon bestritt die Vorwürfe jedoch stets. Laut den indischen Wettbewerbshütern habe man allerdings ähnliche Missstände ermittelt wie Reuters. Unter anderem soll Russell Grandinetti die indische Strategie für Amazon abgesegnet haben. Er ist aktuell der Leiter von Amazons internationalem Konsumentengeschäft.

Auch in der EU würde man sich vermutlich die Daten aus Indien gerne einmal anschauen, denn auch in unseren Breitengraden wird Amazon vorgeworfen, seine Stellung zu missbrauchen. Das Problem ist eben, dass Amazon andererseits Drittanbietern seinen Marketplace anbietet und andererseits direkt mit jenen auf der eigenen Plattform konkurriert. Lösen könnte man dieses Dilemma durch eine Abspaltung des Marketplaces, was schon zur Debatte stand.

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42 Kommentare

  1. Wenn das bewiesen ist dann muss Amazon zu so einer hohen Geldstrafe verdonnert werden dass es nur so kracht.

    • Strafe setzt eine strafebare Handlung voraus. Ich bezweifele, dass das indische Recht so etwas abdeckt bzw. die Verträge des Marketplace dies ausschließen. Dies bezweifele ich auch für die EU/Deutschland.

  2. War doch bei der Kameratasche so. Plattformen dürften nie selbst herstellen. Ebensowenig wie Google Contentlieferant sein darf. Wer die Daten aller sammelt und dann für sich nutzt, hat zu große Wettbewerbsvorteile.

    Peak Design war das übrigens mit Amazon. Die haben zumindest ein virales Video daraus heraausbekommen und somit viel Werbung. Ne Frechheit ist es trotzdem.

    https://www.youtube.com/watch?v=HbxWGjQ2szQ

  3. Benjamin Hehle says:

    einerseits und andererseits

    ich würde ja gerne eine PM schreiben, hab aber kein Facebook :S

  4. Mmmhhh…
    Kopieren ist die eine Sache. Das finde ich auch nicht in Ordnung.
    Aber wenn ich ein Geschäft habe, dann platziere ich ja meine Produkte auch so, dass sie dem Kunden eher/einfacher/direkter in die Augen kommen. Das finde ich eigentlich logisch und vollkommen in Ordnung.

    • @ Daniel das mit dem besser platzieren kennt man doch vom Discounter z.B Rewe Netto usw.

      • Eben – deswegen sehe ich hier auch kein Problem.
        Wie das mit dem kopieren aussieht ist ne gute Frage.
        Wenn wir beim Discounter Rewe, Lidl etc bleiben, gibt’s hier auch etliche Produkte, die sogar bis hin zum Verpackungsdesign dem „Original“ verdächtig ähnlich sehen. Sogar in den Werbeprospekten direkt gegenübergestellt werden um zu zeigen, wie gleich, aber wieviel günstiger die sind.

        • Das kommt oftdaher, dass es sich um das Produkt des „Originalherstellers“ in Discounteraufmachung handelt. Nennt sich Private Label.

          • Na und, das ändert am Problem ja nichts. Amazon wird die t-Shirts genauso wenig selbst nähen wie Lidl die Fanta-Kopie nicht selbst zusammenrührt.

            Und es würde mich auch schwer wundern wenn lösen mit Hausmarken die Performance und andere Parameter der „Marken-Vorbilder“ nicht genau studieren bevor sie eine Kopie beauftragen.

            Also alles in allem ist mir nicht klar wieso das jetzt bei Amazon plötzlich verwerflich sein soll.

            Dass es gesellschaftlich negativ zu sehen ist wenn plötzlich der halbe Handel in einer Hand liegt ist klar, aber ob das „Eigenmarken-Thema“ da als Aufhänger taugt, weiß ich nicht…

  5. Es ist eher naiv zu glauben, amazon würde das nicht tun.
    Die Versuchung die vorliegenden Daten vom Marktplatz entsprechend zu nutzen ist viel zu groß, natürlich wird das gemacht.

  6. Ich sehe hier überhaupt kein Problem. Letztlich ist das nichts anderes als Eigenmarken im Lebensmittelbereich. Da orientiert man sich auch an gut laufenden Artikeln und teilweise sind manche Eigenmarken identisch.

    Schnitte für Kleidung kann man nicht rechtlich schützen, wäre ja auch absurd, da dann sofort jemand das Monopol auf Socken hätte und die Preise würden explodieren.

    Also was wirft man Amazon vor? Das sie wissen, was sich gut verkauft? Das sie solche Produkte selber anbieten? Alles legitim.

    • FatOldTeddy says:

      100% deiner Meinung! Mir geht das Amazon-gebashe langsam gewaltig auf den Senkel. Es wird niemand gezwungen, dort zu arbeiten, so viel ich weiß. Ich frage mich, warum es keine deutsche Konkurrenz gibt, wenn Amazon so sch… ist? Warum tun sich nicht ein paar Firmen zusammen und gründen ein deutsches Amazon? Aber mit besseren Preisen und Service, damit man dort auch wirklich einen Grund hat zu bestellen. Wollen wir dann mal sehen, ob dort nicht auch abgekupfert wird und ob die Arbeiter dort einen besseren Lohn bekommen bzw. ob Verdi da auch am Black Friday / Cyber Monday und im Advent dort medienträchtig versucht, zu streiken.
      Ach ja, ist ja schon kommenden Monat wieder. Wollen wir wetten, dass Verdi dann wieder im Fernsehen ist? Aber ist doch sowieso nur ein Bruchteil der Arbeiter die streiken. Die große Mehrheit wird wohl ganz normal arbeiten, wie ja auch schon bewiesen wurde. Aber Amazon ist ja so pöse!!

      • Beatus Ille says:

        https://youtu.be/ieOgOESfU0U

        Nur als Hinweis.

        Die Nummer ist ein alter Hut und wird Amazon irgendwann wohl auf die Füße fallen.

        Wer denkt dass Amazon böse ist, denkt aus meiner Sicht deutlich zu kurz. Es geht nicht darum dass irgendjemand böse ist, das wäre aus meiner Sicht schon sehr infantil. Es geht darum, dass Amazon und andere u.a. erfolgreich den Wettbewerb unterlaufen und das langfristig schädigend für alle anderen außer diese Unternehmen selbst ist. Das sagen mittlerweile selbst liberale Menschen. Das wiederum hat nichts damit zu tun, dass das Einkaufserlebnis bei Amazon auch für mich unschlagbar ist. Und nun nochmal etwas Polemik: Müll im Garten verbrennen oder einen Garten aus Steinen ohne Natur anzulegen hat auch seinen Reiz/Vorteil für einen selbst. Die Frage nach dem viel beschworenem großen Ganzen ist es was da stört 🙂

      • Dein ideelles Wunschbild ist nur komplett unrealistisch. Warum gibt es keine deutsche Konkurrenz zu Amazon? Weil es verdammt noch mal nicht so einfach ist!
        Und auch aus so einem Beruf herauszukommen, ist alles andere als einfach.

      • Ich kann meinen „Vorschreibern“ nur zustimmen. Klar dürfte es kein Zuckerschlecken sein bei oder für Amazon zu arbeiten. Aber was sollten diese Arbeitnehmer denn sonst machen? Amazon bietet ihnen eine Chance und die wird genutzt, Wer sich überfordert fühlt kann ja wieder gehen,
        Diese Gefasel von „marktbeherrschender Stellung“ aufgrund irgendwelcher illegaler Aktionen finde ich ebenfalls recht schräg. Am Ende entscheiden die Kunden und die entscheiden sich eben eher für Amazon als für OTTO, Real oder andere Online-Marktplätze. Wer als Händler auf dem Amazon-Maketplace verkaufen will, der muss sich eben bewusst sein, dass Amazon die Regeln mit dem Ziel der Gewinnoptimierung und der Kundenzufriedenheit macht.

        • André Westphal says:

          Das Problem ist aber, dass Amazon Partnern einen Marktplatz anbietet und dafür auch Geld von seinen Partnern kassiert – durch Provisionen und Gebühren – dann aber mit jenen selbst konkurriert. Das an sich ist schon problematisch, wenn dann aber auch die Daten der Partner genutzt werden, um einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten, wirds arg kritisch.

          Am Ende schadet das vor allem dem Kunden, denn ist die Konkurrenz einmal weg, kann der Anbieter Preise und Modalitäten diktieren. Das ist für keinen Kunden erstrebenswert.

          • Beatus Ille says:

            Gut auf den Punkt gebracht.

            • Eher nicht. Der Punkt war, dass es dem Kunden schadet. Der kann aber auch woanders einkaufen.

              Zum Thema Amazon baut Produkte nach, die auf der eigenen Plattform gut gehen: überraschtes Pikachu-Gesicht. Die wären ja geradezu dumm, wenn sie das nicht machen würden.

              • Dann nenne doch bitte mal alternative Anbieter mit dem Portfolio von Amazon, der Liefergeschwindigkeit von Amazon und der „wir nehmen alles zurück“-Mentalität, die sich nur ein Riese wie Amazon leisten kann.
                Könnte es sein, dass Amazon genau weiß, dass es keine derartige Konkurrenz gibt und es sich deshalb auch leisten kann, einzelnen Händlern mit Produktkopien in den Rücken zu fallen, da einzelne Händler bei Amazon eh egal sind.
                Es geht ja um die Frage, ob Amazon eine marktbeherrschende Stellung hat. Wird dies bejaht, dann ist das Ganze definitiv kein Kavaliersdelikt.

                Und für diejenigen, denen das Gebashe auf den Keks geht eventuell einfach über folgendes nachdenken: Muss man alles machen, was rechtlich geht bzw. im grauen Bereich ist oder hat man eventuell doch noch ein Gewissen, Ethik und einen Funken Anstand gegenüber seinen Geschäftspartnern und der Gesellschaft?

                • Amazon macht in Deutschland wohl 50% des Online-Umsatzes im B2C-Bereich aus. Das ist viel, aber so lange es noch eBay oder Otto.de gibt, ist es halt kein Monopol. Otto hat’s mit gutem Management auch auf 10% geschafft.
                  Fakt ist, den ganzen Rödel, den es bei Amazon gibt, kann man auch woanders kaufen.

                  Amazon nimmt zwar alles zurück, aber wenn man das übertreibt, dann fliegt man auch raus. Und das seit Jahren: https://stadt-bremerhaven.de/amazon-raeumt-auf-und-sperrt-kundenkonten-von-notorischen-ruecksendern/

                  Durch vertikale Integration hat man zwar erhebliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz (zBsp kostenlose Rücksendung mit Prime). Die Frage ist halt, auf welcher Grundlage man die Firma zerschlagen soll, wo freie Marktwirtschaft aufhört und wo Kommunismus anfängt.

                  Die Praxis, eigene Businessdaten zu benutzen halte ich nicht gerade für unethisch. Geschäftsleute kümmern sich nicht um sowas sowieso nicht. Darum kümmert sich die Marketingabteilung mit ihren Feel-Good-Pamphlets.

          • Es obliegt doch dem Kunden, wo er schlussendlich kauft 😉

            Provisionen und Gebühren gibt es überall … eBay, Amazon, Aliexpress, … davon finanzieren sich diese Plattformen doch nun mal.
            Bei Immobilienmaklern, Rechtsanwälten oder Automobilverkäufern ist sowas komischerweise ok.

            Und warum sollten sie die Daten nicht nutzen, wenn sie doch die Hoheit und das Hausrecht über diese haben?

          • So ist es. Danke. Ich hab die Tage einen Bericht gesehen in dem gezeigt wurde das Amazon in Deutschland ca. 53-54% des gesamten online Umsatzes in Deutschland macht. Das hat mich schon erschreckt. Amazon ist ja überall präsent. Ich kenne kaum eine Website die nicht die Affiliate links von Amazon hat oder irgendwelche Angebote. Das scheint alternativlos zu sein, verschärft aber im Grunde das Problem der Vorherrschaft zusätzlich. Wenn man nicht selbst eine Preissuchmaschine bemüht glaubt man dieses Werbeveschwurbel „oh was für ein niedriger Preis“ am Ende oder wie toll die Karriere bei Amazon ist.

          • André, es mag stimmen was du schreibst. Aber letztendlich sind es doch die Kunden (Marketplace-Händler eingeschlossen) selbst die den Weg dafür frei machen. Ein Händler hat doch gründe sich, trotz aller bekannter Unzulänglichkeiten, auf dem Amazon-Marketplace zu bewegen. Ebenso haben wir Kunden unsere Gründe uns von Amazon mit Produkten versorgen zu lassen. Selbstverständlich ist es nicht wünschenswert wenn Anbieter Preise und Modalitäten diktieren, aber das ist doch eher ein systemisches Problem der „freien Marktwirtschaft“ wenn der Begriff „sozial“ verloren geht.

            • Beatus Ille says:

              Gut erkannt: Es ist ein systemisches Problem. Daher hat der Kunde auch nicht die Macht das zu ändern. Warum gibt es sonst kein werbefreies Insta, Facebook, Whatsapp, eBay oder whatever was entsprechende Reichweite hat? Für den Nutzer wäre das nur von Vorteil, wenn seine Daten nicht zu Geld gemacht würden, er nicht so hohe Provisionen zahlen müsste etc. Es liegt bei den genannten u.a. am Netzwerkeffekt, dass es sich nicht lohnt ein Konkurrenznetz zu schaffen. Daher ist auch das Gasnetz, Stromnetz etc. in D von der Bundesnetzagentur kontrolliert. Es lohnt sich finanziell nicht ein Konkurrenznetz aufzubauen, daher entsteht das auch nicht. Deshalb läuft die Argumentation „der Kunde entscheidet“ auch ins Leere. Die Einsicht hat auch bei anderen Bereichen in denen Marktmacht eine Rolle spielt lange gedauert, siehe Preisbindung der zweiten Hand, Telefonnetz, Postmonopol und viele mehr. Im Onlinehandel gibt es offensichtlich ein Oligopol, das bestätigen wie erwähnt auch genügend liberale Ökonomen die nicht im Verdacht stehen rot o.ä. zu sein.

      • Marktmensch says:

        Die eierlegende Wollmilchsau. Zum Einen billiger zum Anderen faire Löhne, wie man das unter einem Hut bekommen soll, hätte ich gerne erklärt.

      • Hektor Rottweiler says:

        „Warum tun sich nicht ein paar Firmen zusammen und gründen ein deutsches Amazon? Aber mit besseren Preisen und Service, damit man dort auch wirklich einen Grund hat zu bestellen.“

        Vielleicht, weil deutsche Unternehmer nicht so sch… sein wollen? Halte ich für unwahrscheinlich,. aber wäre doch eine Möglichkeit…

        • Deutsche Unternehmen im Online/Einzelhandel sind da deutlich schlechter und zahlen a) deutlich weniger Gehalt, b) erwarten unbezahlte Überstunden und haben c) einen katastrophalen Service (eigentlich gar keinen, aber das schadet das Image). Und wehe dem man muss einmal seinem Vorgesetzten widersprechen – dann ist was los … Das berichte ich aus eigener langjähriger beruflicher Erfahrung in mehreren Unternehmen. Praktikanten und Azubis sind auch gerne günstige Arbeitskräfte, die Drecksarbeit erledigen können.

    • sorry, aber wenn Amazon Händlern einen Marktplatz anbietet, dafür Geld verlangt, deren Produkte dann „nachschneidert“ und sie anschließend günstiger anbietet, das findest du fair?
      wo werden die Produkte dann hergestellt und zu welchen Konditionen (Arbeitsbedingungen, Bezahlung der Arbeiter, etc)?

      und nicht zu vergessen: Amazon hat mal mit Büchern angefangen ^^

      • im Übrigen auch interessant:
        „Ursprünglich wollte Bezos sein Unternehmen Relentless nennen (englisch für „unbarmherzig“, „unerbittlich“, „gnadenlos“)“
        irgendwie passend, oder?

  7. Ich meine mich zu erinnern, dass Amazon gerne auch weitere Daten von Marketplacehändlern verlangt hat, um dort weiter verkaufen zu können.

    • exakt, vor allem verlangt amazon von händlern teilweise die einkaufspreise / zulieferer. den rest kann man sich ausdenken.

  8. Das ist definitiv nicht nur in Indien so. Auch hierzulande werden die Produkte von Amazon meist ganz oben angezeigt und Produkte kopieren sie auch. Habe mir bspw. vor drei Jahren ein Stativ für meine Kamera gekauft und eine Weile später gab es EXAKT das gleiche Stativ als „Amazon Basic“.

    • Schon mal was von „Badge Marketing“ gehört?
      Wenn wir Verbraucher wüssten, welche Produkte unter verschiedenen Markenbezeichnungen aus den selben Fertigungsstätten kommen, würden wir unser Einkaufsverhalten vermutlich stark anpassen.

      • Wieso?

        Ob ein Artikel aus der selben Fabrik kommt, hat doch wohl irgendwie wenig bis nichts zu sagen.

        Nutella zusammenrühren, ein Fahrrad zusammenschrauben oder einen Keks backen, nichts davon ist ein Hexenwerk.

        Aber die Qualität der Zutaten, Qualitätskontrolle, Toleranzen, eingesetzte Materialien oder Einzelteile, das macht den Unterschied aus.
        Das Fahrrad für den doppelten Preis kann aus der selben Fabrik stammen und trotzdem den Aufpreis wert sein.

        Irgendwie verstehe ich nicht wieso man dieses Argument „aber stammt doch aus der selben Fabrik“ immer wieder hört, das ist doch eine absolut null-Aussage.

  9. Mir war vor Jahrzehnten schon nicht klar, warum man als Land, das nur Wissen und Können als Ressourcen hat, diese nach Asien frei Haus liefern, nein, bezahlt sogar noch dafür, um sich dann von dort diesen einzige Vorteil nehmen zu lassen. Und nur, um letztlich kurzfristig die Rendite zu erhöhen.

    Und so ist es jetzt beim Amazon Marketplace auch. Warum bringt jemand seine Ressourcen zu Amazon, bezahlt noch dafür ausspioniert zu werden, nur wegen kurzfristiger Rendite?

  10. Was mir nicht ganz klar ist: soll es sich bei den Amazon-Produkten um vollständig eigenständige Produkte handeln, die mehr oder weniger stark an bestehende „angelehnt“ um nicht zu sagen kopiert wurden oder gibt es hier ggf. eine beidseitig vereinbarte Kooperation, dass Amazon anderweitig hergestellte Produkte unter eigenem Label verkauft?

    Ich habe mir z.B. einen Monitorschwenkarm mit Amazon-Label gekauft, tatsächlich handelt es sich dabei um einen Ergotron-LX-Schwenkarm. Die Ausführung ist so identisch zum Original, dass ich hier überhaupt gar nicht auf die Idee kommen würde, hier wäre etwas kopiert worden, sondern ich gehe stark davon aus, dass Ergotron für Amazon produziert. Falls dieses nicht nur in diesem Fall sondern auch bei anderen Amazon-Produkten so sein sollte, würde dies ein vollkommen anderes Licht auf die Sache werfen und zwar nicht nur auf die Ähnlichkeit der Produkte, sondern auch auf die Platzierung in den Suchergebnissen. Wer das Produkt als Original zum Original-Preis haben möchte, findet dieses auch an der vierten oder fünften Stelle. Wer lieber zum etwas günstigeren Produkt mit anderem Label greifen möchte, nimmt die Amazon-Variante. Sowohl Hersteller als auch Amazon gewinnt in jedem Fall. Sollte dies wirklich der Zusammenhang sein, wäre die ganze Aufregung hinfällig.

  11. nichts neues, auch deutsche händler haben dies schon vor einigen monaten und jahren mitgeteilt.

  12. ist da nun wirklich irgendjemand ernsthaft überrascht?

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