Amazon: eure Software ist ein Witz

Seit einigen Tagen bietet Amazon Cloudspeicher zum Festpreis an. Daten ohne Ende in der Cloud speichern, zum pauschalen Preis. Gut für die, die Backups in der Cloud lagern wollen. Es gibt Anbieter, die halten es ähnlich, auch Microsoft bietet mit dem OneDrive einen Cloudspeicher an, der 15 Gigabyte in der Grundausstattung bereithält, wer mehr will, der zahlt entsprechend mehr.

Amazon Cloud Drive

Am interessantesten dürfte das Angebot für all jene sein, die sich ein Office 365 gönnen, dieses gibt es schon für unter 70 Euro als Jahres-Abonnement bei Amazon. Inhalt: Office und unbegrenzter OneDrive-Speicherplatz. Dropbox macht es noch anders, die nehmen derzeit noch 99 Euro – für 1 Terabyte. Und was macht Amazon? Nachdem man initial für seine Kunden 5 GB kostenlosen Cloudspeicher anbot, erweiterte man das Angebot für Prime-Nutzer.

Die bekamen zudem noch unbegrenzten Speicherplatz für Fotos in die Hand gedrückt. Nett. Nun – wie eingangs erwähnt – das Angebot des unendlichen Cloudspeichers. Kostet 59,99 Dollar im Jahr und ist für jedermann nutzbar. Hört sich interessant an, mag man denken. Ist irgendwie frech, wenn man die Software von Amazon in ihrer alten und neuen Version kennt. Die alte Version war eine normale Software, die sich halbwegs gut ins System integrierte, sodass sich der Cloudspeicher gut bedienen ließ – auch in Sachen der Dateien, die man in die Cloud schicken wollte.

Vor einiger Zeit dann aber die Neuaufstellung in Sachen Software, sowohl Windows- als auch Mac-Client bekamen einen Neuanstrich, welcher aber sicherlich nicht nur mich enttäuschte. Und gerade jetzt, wo man auf die Pauke haut, wie toll und günstig der unbegrenzte Cloudspeicher doch ist, macht sich die schlechte Software mal wieder bemerkbar. Vom funktionellen Tool, welches man nutzen konnte, um Ordner zu synchronisieren und zu sichern, hin zum lieblos dahingeklatschten Web-Uploader, der seinen Nutzern das Hochladen von Dateien erlaubt, wenn diese per Drag & Drop auf ein Fenster gezogen werden. Das ist nicht intuitiv, das ist nicht für ernsthafte Speicherungen akzeptabel, das Ganze ist ein Witz.

Amazon scheint gar kein Interesse daran zu haben, dass Kunden ernsthaft Daten speichern und sichern – zumindest nicht über Amazons Cloud Drive. Anders ist nicht zu erklären, dass man einen Client so verstümmelt und dahingehend verschlechtert hat, dass eine ernsthafte Nutzung unmöglich erscheint. Ja, man bietet eine Speicher-Flat an – will aber anscheinend keine Power-Nutzer – und so bestraft man mit der furchtbaren Software eben alle. Das ist echt ein Trauerspiel…

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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48 Kommentare

  1. Vielleicht hat Amazon Sorge, dass mit einem guten Uploader das Speicher-Angebot „überstrapaziert“ wird.

  2. Gibt´s keine Alternativ-Software? Auf Android nutze ich zum Beispiel QuickPic, welche mir dann automatisch Fotos in der Amazon Cloud sichert. Funktioniert absolut Top!

  3. So prüfe wer sich lange bindet. Danke für den Beitrag!

  4. Cool wäre es wenn du die Software vielleicht im einzelnen gezeigt hättest. Ich als nicht Cloud-Nutzer kann mir darunter zu wenig vorstellen. Mir reichen OneDrive als Office Kunde sowie bei Google mit 1,2 TB. Auch da ist die Software… naja nutzbar.
    Die Frage ist : Wie stellst du dir eine brauchbare Software vor? Wie Eingangs beschrieben kenne ich die Software nicht.

    Schönen Sonntag noch.

  5. Ich wollte eigentlich als Prime-Kunde das mit dem unbegrenzten Speicherplatz für Fotos nutzen, aber nachdem ich mal geschaut habe, wie nervig das ist, die Bilder aus iPhoto manuell zu übertragen, habe ich es sein lassen. Es kann doch wirklich nicht so schwer sein, eine funktionierende Cloud-Software zu machen, das kriegen doch Dropbox, Onedrive, Google Drive etc. auch hin, dass da Ordner automatisch synchronisiert werden usw.; Dropbox fragt mich gefühlt bei jedem anschließen eines USB-Sticks, ob ich denn die Fotos nicht hochladen will. So ist das allerdings keine Cloud sondern eine Online-Festplatte ohne jegliche automatische Sicherungsfunktionen…

  6. Ich nutze nun schon eine Weile Google Drive (1TB/9,99$) und bin mit Software und Performance durchaus zufrieden.
    Das Angebot von Amazon klang schon interessant, aber wenn die Software so schlecht ist, dann lass ich auch lieber die Finger davon.
    Muß aber Michael recht geben. Einen etwas detaillierteren, objektiveren Test würde ich mir auch wünschen.

  7. Genau das habe ich beim testen auch gedacht. So ist das absolut unbrauchbar

  8. man sollte sich grundsätzlich fragen, ob nicht Leute auf den Claim „unbegrenzter Speicher“ hereinfallen. Was braucht dnen Ottonormaluser? Ich tippe mal auf ein paar Gigabyte.
    Man sollte ich vorher fragen: welcher Anbieter bietet das beste Tool, die beste Leistung und dann mal schauen ob der Speicherplatz reicht. Und jede Wette, das ist bei über 90 Prozent der Fall.

  9. unter Ubuntu wird das Laden von Musik aus der Cloud beschränkt und dann werden die Songs erst nach dem 4 mal anklicken geladen. Muss Jeden Song einzeln laden.

  10. Seit dem November gibt es dafür eine entsprechende API – es lässt sich also auch mit anderen Anwendungen nutzen. Ich verwende derzeit das Photo Upload Plugin für Lightroom und für Android „FolderSync2.
    Hier sind auch noch ein paar weitere Anwendungen und Dienste gelistet die es bisher unterstüzen
    http://clouddriveblog.com/2014/11/11/do-more-with-cloud-drive-cloud-drive-launches-api/

  11. Bimmerlbahn says:

    Ich benutze seit ein paar Monaten Office 365 und bin ganz zufrieden. Die Geschwindigkeit ist gut, super in Windows integriert und der Preis ist unschlagbar. Übrigens, wer Student ist und keine 5er Lizenz haben möchte, welche man jedes Jahr upgraden muss – es gibt eine Alternative: 2 Computer Lizenz für 4 Jahre, gleicher Preis wie 5 Computer für 1 Jahr –> http://goo.gl/KXOqJz

    Hab ich mir geholt, 4 Jahre aktuelles Office + unendlich Storage auf zwei Computern (Laptop + Desktop). Was will man mehr?

  12. Weiß jemand, ob das mit CloudSync von Synology funktioniert? Die bieten ja ein sync mit Amazon S3 an. Ist dieses Amazon Angebot mit S3 identisch?

  13. @Arne
    identisch ist es soweit ich weiß nicht, aber daran werden sicher welche arbeiten. Für Mac Nutzer arbeitet „Arc“ derzeit auch an einem Update seiner Software https://www.haystacksoftware.com/arq/index.php

  14. Thomas Baumann says:

    Naja @Caschy. Schau dich doch mal um. Nimm mal als Beispiel Multimeter mit USB und PC Software, und prüf die mal. Da begegnet dir teilweise eine türkise Hintergrundfarbe, manche Software verreckt sogar schon nach 10 Minuten (Buffer Overflow). Warum? Es muss raus. Schnell, schnell. Qualität, Usability etc. ist denen in Japanesien egal. Schnell schnell. Zeitplan. Die App startet, also ist sie fehlerfrei – und raus.

  15. Das Geheimnis ist recht einfach zu lüften:
    Amazon hat hier zwei Systeme, die allerdings auf unterschiedliche Benutzergruppen ausgerichtet sind.

    Zusätzlich zum dargestellten System gibt es es AWS Workdocs.

    Und hier findet sich all das, was hier als fehlend kritisiert wird.

    Ich schätze mal, man will hier die Softwarebasis/ Entwicklung vereinheitlichen, entwickelt als erstes für die Business Unit AWS und nimmt dann die eingeführte Software leicht verändert für den dargestellten Bereich.

    Was auch immer der Grund ist, Amazon kann durchaus , will aber in diesem Fall (noch?) nicht.

  16. Wer Amazons Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen für den Cloudservice durchliest (was ich jedem rate) sollte sowieso wissen das er davon die Finger weglassen sollte.
    Im Grunde steht da nämlich nur: „Wir wissen, dass Ihnen der sorgfältige Umgang mit Ihren persönlichen Informationen wichtig ist.“
    Aber wir machen trotzdem mit den Daten was wir wollen.
    Dort drin steht, dass sie sich die Rechte vorbehalten, die Daten zu „nutzen“ (was auch immer das heißen mag), die Daten zu löschen (auch ohne Grund). Das ist dann wahrscheinlich der Fall, falls jemand auf die Idee kommt unbegrenzt zu wörtlich zu nehmen oder auf die verrückte Idee kommt die Daten verschlüsselt hochzuladen, so dass sie für Amazon nutzlos sind und nicht mal platzsparend gehashed werden können.
    Achja und verkaufen können sie sie im Grunde auch, wenn auch nicht direkt (z. B. durch den Verkauf von Geschäftsanteilen).

  17. SO ein Titel hätte ich mir bei Microsoft gewünscht!

  18. beardman64 says:

    @Lucas
    und es hat natürlich nicht lange gedauert, bis der Erste mit „Datenschutzbestimmungen“ für Cloud-Dienste kommt.
    Haben wir solche Kommentare nicht schon 100000mal gelesen? Haltest du uns alle für so uneigenständige Wesen, dass du uns darauf hinweisen musst, die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen zu lesen?

    Ausserdem war es gar nicht Thema dieses Artikels. Thema verfehlt. Setzen.Sechs.

  19. @beardman64: ja sollte man, wenn schon Werbung dafuer gemacht wird (wenn auch indirekt). Weil es genuegend Leute gibt, die diese Angebote als uneingeschraenkt toll ansehen. Und das ist aufgrund solcher Datenschutzbestimmungen sollte man sehr aufpassen.

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