Activision Blizzard setzt sich mit einem „Diversity Space Tool“ in die Nesseln

Der Publisher Activision Blizzard hat sich (wieder einmal) ordentlich in die Nesseln gesetzt: In einem Blog-Beitrag stellte man ein sogenanntes „Diversity Space Tool“ vor. Im Grunde soll es darüber möglich sein, den Grad der Diversität einer Spielfigur zu messen. Dass diese Idee ziemlich kontrovers ist, hätte sich der Vertrieb wohl denken können, denn ein Shitstorm bei Twitter war nicht weit.

So sah sich Activision Blizzard bereits genötigt, seinem ursprünglichen Post ein Update zu verpassen. Da weist man darauf hin, dass das Tool derzeit nur ein Prototyp sei und nicht für die Spieleentwicklung verwendet werde. Ich vermute, der Publisher hatte sich andere Reaktionen erhofft – unter anderem Jubel für den Einsatz für mehr Diversität in Spielen. Stattdessen trat das Gegenteil ein: Diversitäts-Befürworter kreideten Activision Blizzard eine bedenkliche Mentalität an, die voraussetze, man könne Vielfalt objektiv messen. Die „Woke Hater“ ergaben sich dem Zynismus und witzelten, nun könne man bei der Charaktererstellung heterosexuelle, weiße Männer direkt als unerwünscht ausklammern.

Ich selbst nehme an, dass Activision Blizzard gute Absichten hatte, aber zu wenig darüber nachdachte, in was für eine Richtung man sich da bewegt. Außerdem ist es natürlich wenig glaubwürdig, wenn ein Unternehmen euphorisch auf Bemühungen für diversere Darstellungen in Games verweist, wenn intern Skandale um Diskriminierung und sexuelle Belästigung aus Sicht vieler nur unzureichend aufgeklärt werden.

Entwickelt wurde das „Diversity Space Tool“ dabei von King („Candy Crush“). Tests sollen intern seit 2016 laufen und andere Entwickler hätten das Tool bereits als Beta angetestet. Laut Activision Blizzard sei das Ziel, unbewusste Vorurteile aufzudecken, nicht aber direkten Einfluss auf die Charakter- und Story-Entwicklung in Spielen zu nehmen. Vielmehr sei es eine Anregung für Entwickler, um dann über ihre Spielfiguren zu diskutieren und möglicherweise die Repräsentation von Minderheiten in Games zu verbessern.

Letzten Endes nehme ich Activision Blizzard durchaus ab, dass man da gute Absichten hatte. Die Umsetzung erscheint jedoch auch mir eher kontrovers. Statt durch ein Tool irgendwie Diversität für Spielfiguren messen zu wollen, sollte man da vielleicht in seine Teams entsprechend qualifizierte Mitarbeiter holen, was wieder auf eine Aufarbeitung der internen Missstände hinausläuft. Wie sieht eure Meinung dazu aus?

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35 Kommentare

  1. Sensibilisierung für diese Themen sollten organischer gehandhabt werden. So ein Tool schreit schon nach autoritär aufgedrückter Wertevermittlung. Aber Blizz ist sicherlich nicht der Einzige Arbeitgeber, der da besonders aufrtrumpfen will, siehe Netflix.

  2. Nicht zu fassen, für was man alles Ressourcen freischaufelt.

    • Besser als später ne Klage wegen sonstwas zu bekommen. Liegt ja nahe in der Tech-Branche, dass du für deine Engine ein Tool entwickelst, was quasi automatisch sicherstellen soll, dass genug Diversität vorhanden ist. Auch kannst du später dann sagen, dass es keine menschlichen Entscheidungen waren, sondern automatisch für Diversität gesorgt wurde und du noch optimierst. Das wird auch garantiert, anders als behauptet, schon eingesetzt würde ich behaupten. Egal was öffentlich gesagt wird.

  3. pettibone says:

    Activision Blizzard wollen ja Ihre Produkte verkaufen. Wenn sie meinen, den Absatz und die Attraktivität mit einem „Diversity Space Tool“ steigern zu können, dann go for it. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die meisten einfach nur ein gutes Spiel kaufen wollen.

  4. Also quasi nicht nur Orks und Trolle, sondern auch Gnome und Feen in den Spielen? Prima!

  5. Das nimmt langsam Ausmaße an…ohne Worte.

  6. Mir geht diese Diversitätsdebatte dermaßen auf den Keks… und sie führt dazu, das ich erheblich weniger Filme und Serien schaue. Oft sind die Charaktere so „erzwungen auf Diversität und Political Correctness getrimmt“, das ich mir das nicht anschauen kann. Wenn das bei Spielen auch um sich greifen sollte, dann bleibe ich bei Simulationen ;).

    Und dann werde ich mir wohl noch viele Jahre immer wieder Serien wie Two and a half Man („Charlie Ära“) und ähnliche ansehen, weil es sowas wohl niemals wieder geben wird…..ich es aber lustig finde. Genauso geht es mir mit Actionfilmen…. mir fehlen Filme wie „Stirb Langsam“ und sowas. Ich warte ja noch darauf, das die Zukunftvision aus „Demolition Man“ Wirklichkeit wird….ich werde dann wohl oft gegen das „verbale Moralitätsstatut“ verstoßen 😉

    • Es führt auch zu mehr Feindlichkeit gegenüber dem Thema und den Menschen, die das wollen. Bei Serien ist es wirklich teilweise schockierend, wie unpassend oder schlecht Rollen gewählt wurden, nur damit wieder irgendwie alle Formen der Menscheit auf Krampf mit drin sind. Das versaut mir auch viel. Dabei kann man auch erwachsen damit umgehen und es eben nicht zwanghaft überall einbringen.

    • ausgedacht says:

      Wir entspannen uns immer mit „Eine schrecklich nette Famile“ vom Woke-Programm. UND WIR sind männlich und weiblich.

    • Das spricht mir aus dem Herzen!
      Meine Frau sagt schon das ich da inzwischen ganz schön empfindlich geworden bin und nur noch schwarz sehe…. 😀

  7. Die haben doch neulich erst mit Kristen Hines eine Chief Diversity, Equity, and Inclusion Officer eingestellt. Dachte, die Position gilt eher intern. Wenn sowas dabei rauskommt, sollten die wirklich mal über Strukturen nachdenken und gelegentlich ins Internet sehen, wie mit dem Thema Diversität ausserhalb der USA umgegangen wird und unbedingt eben nicht auf die polarisierenden Extreme hören, sondern – wie @bongo oben schrieb – mal organisch leben und wachsen lassen. Ist ein wichtiges Thema aber man kann so viel so unnötig kaputt machen.

  8. Welcherwirdnochveröffentlicht? says:

    „möglicherweise die Repräsentation von Minderheiten in Games zu verbessern“

    Zu welchem Zweck?

    Es gibt da jemanden der immer 2 verschiedene Socken anzieht. Der ist damit eine Minderheit. Durch die Fokussierung und Erhebung durch Beachtung wird das bei unausgereiften Persönlichkeiten normal und die entscheiden sich nun auch dafür. Nun wächst diese Minderheit und wenn es ein großer Trend wird, kann aus einer Minderheit sogar eine Mehrheit werden. Ist das sinnvoll?

    Etwas anders ist das noch bei nicht selbst gewählten Dingen, die einen zur Minderheit werden lassen. Bspw. einer Behinderung. Ich vermute die würde vorerst keiner wählen(wobei es klare Trends zur Selbstverstümmelung gibt). Aber „am Ende“ führt auch das dahin. Feiern wir die Behinderten als bessere Menschen, wird es Bemühungen geben.(Charakter-Editor Mensch: 1Bein oder 2Beine?)

    Wenn wir das Unnormale einfach zum Normalen erklären wird das Normale unnormal. Wir entwerten die Mehrheit zur Erhebung der Minderheit.
    Das ist, glaube ich, das Gegenteil einer demokratischen Gesellschaft. Denn hier bestimmt nicht die Mehrheit sondern die Minderheit. Absurd oder?!

  9. odergehtdername? says:

    Natürlich ist der Grundgedanke den Unnormalen nicht auszugrenzen theoretisch zumindest völlig in Ordnung. Aber so läuft das hier ja leider nicht, sondern es findet eine Überhöhung derer und Abwertung der Normalen statt. Und zur Überhöhung muss die Mehrheit auch noch Leiden, in dem nan bspw. die Sprache wahrlich verstümmelt und sogar anerkanntes Kulturgut zerstört(bspw. Literatur).

    Es ist nicht schlimm unnormal zu sein, so lange man damit niemanden belästigt oder gar schadet(Mörder usw.). Aber einen Orden muss dafür niemand bekommen und besondere Anerkennung ist auch nicht nötig. Einfach normal behandeln, wie alle anderen auch.

    • André Westphal says:

      Hier solltest du aber erstmal vorsichtig sein: Du differenzierst direkt, und damit ist eine Wertung verbunden, in „Normal“ und „Unnormal“. Das kann man schon hinterfragen, denn was „normal“ und was „unnormal“ ist, ist eine veränderbare Definition. Beispielsweise ist nirgendwo festgeschrieben, dass nur Heterosexualität „normal“ sein muss. Normalität ist ein verhandelbares Konstrukt.

      Ich selbst finde Diversität, Repräsentation und Inklusion grundsätzlich wichtig, sehe aber sehr kritisch wie es derzeit in einigen Branchen öffentlichkeitswirksam vor den Kulissen betrieben wird – ohne dass sich hinter den Kulissen etwas tun würde, was viel wichtiger wäre. Zumal ich es auch nicht gut finde, wenn damit die Geschichte rückwirkend neu geschrieben wird (z. B. in einer historischen Serie Schwarze führende Rollen spielen, obwohl das zu der damaligen Zeit nicht so möglich gewesen wäre). Das ist dann aus meiner Sicht auch eher beleidigend für die jeweilige Gruppe und negiert deren schwierige Vergangenheit.

      Ebenfalls finde ich es nicht gut, wenn Werke von Künstlern eigenmächtig angepasst werden, obwohl das deren Intention widerspricht: Etwa wenn Tolkien nun einmal eine nordeuropäisch geprägte Fantasie-Welt geschaffen hat, ein US-Autor aber meint, er müsse da nun aktuelle nordamerikanische, gesellschaftliche Trends auffangen. Das wird dem Original-Werk nicht gerecht und dann sollte sich derjenige einfach eine andere Vorlage suchen.

  10. Wow … sind ja mal wieder Kommentare voller Verständnis, Empathie und Rücksicht hier … Ich deute das mal so: Niemandem der hier kommentierenden wird was weggenommen, aber es könnte ja der Eindruck entstehen, dass sie selbst doch nicht das Maß der Dinge sind.

    • Sagen wir es mal so:
      Sobald James Bond von einem farbigen Schauspieler verkörpert wird (ich mag Idris Elba!) und er sich respekt-, rücksichtsvoll und zuvorkommend gegenüber dem weiblichen Geschlecht verhält und an der Haustür klingelt, statt in das Haus des Bösewichts einzudringen – bin ich raus! 🙂

      Und ich weiß das nicht nur ich so denke…

      Ich habe nichts dagegen, wenn eine „diverse“ Story erzählt wird, aber dann bitte etwas komplett neues und nicht eine bestehende Romanvorlage oder ein Franchise dahin „verdrehen“. DAVOR graut es mir.

    • Oh, oh, oh….
      Wie oft haben wir die Leier „Es wird niemandem etwas weggenommen!“ in den letzten Jahren gehört – und wie selten war sie wahr…
      Bis auf seltene Ausnahmen (unbegrenzte Ressourcen) bedeutet die Bevorzugung oder Hinzunahme von A _immer_ die Benachteiligung von B. Man kann eben nicht mehr Jobs, Pöstchen, Geld, Filmrollen, Wohnungen, … verteilen, als verfügbar sind.
      Am Beispiel „Diversity“: Es geht ja bereits in Richtung ‚freiwilliger‘ Quoten und Quoten haben halt die Eigenschaft, Minderqualifizierte zu protegieren – denn es bekommt den Job nicht mehr der Qualifizierteste, sondern ein Quotianer. Darunter leidet dann auch die Produktion und letztendlich die Konsumenten.

      • Also erstens ging um diverse Darstellungen in Spielen … da wird nur der digitale alte weiße Mann arbeitslos, das ist sicher zu verkraften. Eventuell lässt er sich ja als Opfer weiter verwenden, das scheint ja eh seine Lieblingsrolle zu sein.

        Zweitens klingt das natürlich erstmal ganz furchtbar, was du da schreibst.
        Aber ohne Beispiele, dass über angebliche Quoten für mehr Diversität jemand einen Job nicht bekommen hat, ist einfach albern. Ich kann ja auch einfach behaupten, dass in Folge der Quoten die Produktivität gestiegen ist und mehr Personal benötigt wurde.

        • Erstens:
          Berufsopfer sind doch eher jene, die in fast Allem eine Diskriminierung von Gruppen sehen (wollen?) – Gruppen, die sie idR nie mandatierten, ihre Rechte zu vertreten.
          Diese selbsternannten ‚Anwälte des Gerechten‘ sind aber die wahren Rassisten/Sexisten – ist die ihrem Verhalten inhärente Aussage doch „Frauen/PoC/Trans/… sind zu schwach/dumm/…, um für sich selbst zu sprechen – deswegen muss ich ihre (von mir behaupteten(!)) Interessen wahrnehmen!“.

          Zweitens:
          Soweit Sie kein Sexist/Rassist sind, der Geschlechtern/’Rassen’¹ bestimmte Eigenschaften/Fähigkeiten zuordnet machen sie sich hier aber lächerlich!
          Der gewünschte Beweis ist pure Statistik: Wenn ein Auswahlpool willkürlich (hier nach Geschlecht oder ‚Rasse‘) eingeschränkt wird bleibt die privilegierte Teilmenge ja dennoch normalverteilt – enthält also ebenso weniger Versager wie weniger Leister. Ergo kann man nicht die x Besten aus der Gesamtmenge auswählen, sondern nur die innerhalb der privilegierten Teilmenge Besten und ist somit gezwungen mit (relativen) Minderleistern zu arbeiten.

          ¹ ich spare mir der besseren Lesbarkeit wegen die ellenlange PC-Bezeichnung

          • Immer noch keine Beispiele …

            • Der Nachweis ist erbracht, sogar deutlich weitergehend, als vor Gericht als sog. Anscheinsbeweis genügt.
              Bei jedem praktischen Beispiel (wie der schlechteren durchschn. Performance von börsennotierten Unternehmen mit Quotenfrauen im Aufsichtsrat oder den letzten 3 Verteidigungsministerinnen) sagten Sie dann (durchaus zu Recht) „Eine Korrelation ist noch lange keine Kausalität!“.

              Allerdings liegt die Beweislast ja bei jenen, die Quoten einführen wollen. Jene müssen nachweisen, dass sie damit keinen Schaden produzieren (individuell, aber auch gesamtgesellschaftlich).

              • Ich wollte ein Beispiel, wo eine Quoten-Personalie den Job eines besser qualifizierten nicht Quotierten gekostet hat. Irgendwie habe ich da immer noch keines …

                • André Westphal says:

                  Ich selbst sehe das Thema zwar nicht so negativ wie RA, aber dass durchaus auch mal fragwürdig an die Sache herangegangen wird, zeigt dieser Bericht, wenn es denn so stimmt, was der Professor berichtet:

                  https://twitter.com/keypousttchi/status/1524751704364752896

                  Klingt allerdings durchaus glaubhaft, leider.

                  • Der Mann scheint ja allgemein ein großes Sendungsbewusstsein zu besitzen … hier steht aber dennoch nicht weshalb er seinen Posten verloren haben will. Das da im Verfahren (absichtlich oder nicht) Fehler gemacht wurden, hat ja das VG Potsdam festgestellt und soweit ich sehen kann ist „seine“ Stelle ja auch weiterhin unbesetzt. Fest steht, dass es wohl intern Streitigkeiten gab, dass dies etwas mit Problemen beim Thema Diversität zu tun haben soll, lese ich jedoch nirgends.

                • Sie diskutieren doch nur um des Diskutierens willen und im Glauben, dass solche Fälle nicht konkret dokumentiert werden…
                  Aber sei es drum:
                  – Gleichstellungsbeauftragte (nur fast?) 100% weiblich. Nachweislich hat wenigstens 1 Bewerber deswegen verloren.
                  https://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-um-frauenbeauftragte-maenner-koennen-auch-gleichstellen/20460322.html

                  – Robert Habeck kann ein Lied davon singen: Die Frauenquote hat ihn die (aussichtsreiche!) Kanzlerkandidatur gekostet – weil er einer Hochstaplerin den Vortritt lassen musste
                  (von verlorenen Bundestagssitzen, evt. der Kanzlerschaft reden wir da noch garnicht)

                  – das Quoten-Kasperltheter der Grünen im Saarland hat Saarländer ihr Bundestagsmandat gekostet (keine Landesliste)

                  • – Gleichstellungsbeauftragte … der Mann hat keinen Job verloren, sondern kann auf seine Visitenkarte eben nicht zusätzlich „Gleichstellungsbeauftragter“ schreiben. Verloren hat er vor Gericht, die Urteilsbegründung kannst du gern auch mal lesen, statt nur eines Kommentars über den Sachverhalt. (Urteil vom 10.10.2017, LVerfG 7/16)

                    – Habeck ist nicht wegen einer Frauenquote nicht Kanzlerkandidat geworden (sondern nach eigener Entscheidung und Abstimmung auf dem Parteitag), er ist jetzt sogar Vize-Kanzler. Baerbock als Hochstaplerin zu bezeichnen sagt auch mehr über dich, als über sie aus.

                    – und die Streitigkeiten bei den Saar-Grünen hat übrigens hauptsächlich ein Mann verursacht … dass die Landesliste dann nicht ordnungsgemäß gewählt werden konnte hat er dann mit seinen Buddies im Landesvorstand sabotiert.

                    • Danke für die Bestätigung, dass es doch nur um Derailing ging, hier gar noch durch Haarspalterei.

                    • Ach RA, du „lieferst“ hier die ganze Zeit Allgemeinplätze, die an sich so voll toll klingen, aber eben mit der Realität nichts zu tun haben.
                      Apropos „Derailing“: mir ging es ursprünglich um das eigentliche Thema „Activision Blizzards Diversity Space Tool“, du wolltest über die Realität diskutieren (zur Erinnerung „Wie oft haben wir die Leier „Es wird niemandem etwas weggenommen!“ in den letzten Jahren gehört – und wie selten war sie wahr…“).
                      Ich wollte einfach mal Beispiele haben, wo wirklich jemandem etwas in diesem Kontext weggenommen wurde, was ihm zugestanden hätte. Und dass du scheinbar nichts besseres gefunden hast, als einen Gleichstellungsbeauftragten im Öffentlichen Dienst und Grüne Wahl-Kandidaten spricht wunderbar für sich.

                    • So, wie nur äusserst dumme Vermieter offen „Ich vermiete nicht an Ausländer!“ aussprechen spricht auch nur eine sehr unerfahrene Firma „“Nein, Sie sind ein Mann!“ aus.

                      Aus dem Wissen darum kommt doch nur Ihre Frage nach Beispielen.
                      Auch in diesem Thread stellen Sie sich nur dumm.

                    • Und immernoch ganz viele Andeutungen, ganz viel gefühlte Ungerechtigkeit, ganz viel missverstandene Überlegenheit und keinerlei Substanz hinter den Behauptungen …

                    • Ich hatte es Ihnen mathematisch nachgewiesen – aber ihr Ziel ist ja nicht sachlicher Diskurs, sondern da Zweifel zu streuen, wo sie Null Sachargumente haben. (klassische „FUD“ Strategie)

                      So, wie in anderen ‚Beiträgen‘ von Ihnen.

  11. MobiusOne says:

    Hi André, da stimme ich dir vollkommen zu. Bei Bridgerton muss ich gestehen, war es für mich tatsächlich mal ganz nett, zusehen, wie es auch anders hätte sein können. Bei Serien und Filme, die in der Vergangenheit spielen, wird es immer das Thema geben, das dort selten oder nie eine Schwarzen Person (POC) oder Asiaten zu sehen ist. Hier muss ich aber dazu sagen, das ich es mag, wenn Themen auch mal anders dargestellt werden. Ich habe kein Problem mit den aktuellen Serien bei Netflix und oder Disney. Natürlich muss eine Rolle passen, aber gefühlt erregt sich das Internet, sobald die Hauptkaraktäre mal nicht weiß und Hetero sind. Bei einer Coming-of-Age Serie ist es auch mal nett, nicht immer zu sehen, ob Junge X Mädchen Y zur Prom einlädt. Zwischen durch mal ein Coming-Out, oder das umgehen mit einer Behinderung, könnte für den einen oder anderen Augenöffnend sein, denn auch die Probleme anderer sind sehenswürdig.

    Um auf dem Kommentar obendrüber zu antworten. Ja, es stimmt das in einer Demokratie die Mehrheit den Ton angibt, aber auch hier sollten grenzen gesetzt sein. Folgendes dient nur als Beispiel: Ein Schweizer Arbeitskollege hatte mir vor kurzen erzählt, das dort ein Referendum über die Eheöffnung abgehalten wurde. Dieses wurde zwar angenommen, aber wo ich drauf hinaus will ist folgendes. Eine Mehrheit hat nicht das Recht hat, über anderer und deren Rechte zu entscheiden.

  12. Sparbrötchen says:

    Was mir an dieser und ähnlichen Diskussionen auffällt, ist dass diejenigen die bestimmte Maßnahmen oder Tools für überflüssig halten, sich so intensiv mit deren Inhalt auseinandersetzen. Damit nehmen sie den geworfenen Ball auf und spielen mit, da sie sich den Inhalt der Diskussion von anderen aufzwängen lassen.
    Das kostest viel Kraft, da man „seine“ Positionen immer wieder verteidigen muß oder selbst die der anderen aktiv angreift.

    D.h. in eine inhaltliche Diskussion einzusteigen bedeutet zu akzeptieren, dass andere das Thema setzen.

    Um dem zu entgehen ist das angesprochene Tool hervorragend geeignet, da es einer inhaltlichen Befassung mit den zugrundeliegenden Themen komplett auszuweicht und AB trotzdem unangreifbar macht, da sie mit diesem Tool „diverser“ sind als ihre Kritiker ohne. Per Gewalt/Gesetz -ein Gesetz, das nicht durchgesetzt werden kann, ist faktisch keines, daher die Gleichsetzung mit Gewalt- kann nur ein bestimmtes Verhalten eingefordert werden, nicht aber ein bestimmtes Denken. Wird dieses Tool verwendet fällt hinten etwas raus das alle gesetzlichen oder gesellschaftlichen Anforderungen erfüllt ohne dass der nutzende Mitarbeiter gezwungen ist, sich dazu auch nur eine Sekunde Gedanken zu machen.
    So führt man jede Quote/Vorgabe ad absurdum, denn sofort wenn in ein paar Jahren der gesellschaftliche Rollback einsetzt, kann man einfach das Tools anpassen und es wird andere Ergebnisse liefern ohne dass ein einziger Mitarbeiter dadurch in seinen Überzeugungen zu schaden kommt.

    Die durch 100% rechts-/gesellschaftskonformes Verhalten eingesparte Energie kann man prima verwenden, um diejenigen die bestimmtes Verhalten einfordern, darauf hin zu überprüfen, ob sie selbst nach ihren Regeln leben und ihnen dann publikumswirksam „helfen“ ihre Fehler zu bemerken und zu korrigieren.
    Beamte drohen bei schlechtem Verdienst mit „Dienst nach Vorschrift“ und stellen ein solches Verhalten nicht als Belohnung für gute Bezahlung in Aussicht. Überall agieren nur Menschen, da muß man nicht Lange auf die Fehler einzelner warten

    So kann man effizient vom sicheren, weil durch das Tool objektiv nachweisbar, moralischen Plateau die Leute trollen, deren Naivität und Anspruch an die Welt größer ist, als das was sie selbst zu leisten und zu leben in der Lage sind und man verschwendet nicht eine Sekunde daran sich zu verteidigen.

    Die aktuelle Aufregung zeigt, dass das jetzt wohl dem einen oder anderen aufgefallen ist, der versucht das Leben anderer durch übergestülpte Werte in einer Art Kulturimperialismus zu verändern.
    Und so wie man in Diskussionen das Gegenüber als Person angreift, anstatt das was sie inhaltlich vertritt und was als argumentum ad hominem als intellektuelle Bankrotterklärung gilt, da man keine echten Argumente mehr hat, so greifen sie jetzt eben das Tool an, weil es ein Tool ist und nicht weil es schlechte Ergebnisse liefert – die ließen sich ohnehin durch Parameterveränderung leicht korrigieren.

    • Interessante Gedanken.
      Nur ist das Leben eben keine „Excel-Tabelle“, die objektiv angepasst werden kann. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir uns nur noch so auf „etwas einigen“ könnten. Allein, dass es dieser Debatte bedarf, ist genau genommen schon ein Armutszeugnis.

      Die gesellschaftlichen Zerrbilder, mit denen wir uns herumschlagen, waren noch nie so ausgeprägt wie jetzt. Die Ursachen dieser Zerrbilder sind in den Sozialen Medien begründet. Anstatt miteinander zu reden, wird übereinander geredet. Wir ordnen unsere Denkweisen einfachen, vorgegebenen Attributen unter.
      Genau da muss angesetzt werden.

      Anstatt uns immer weiter zu „definieren und entmenschlichen“, sollten wir uns Phantomdebatten lossagen. Anstatt übereinander zu schreiben, sollten wir miteinander reden und Leben. Social Media hat diesbezüglich leider einen heftigen Keil in die Gesellschaft getrieben.

      • Sparbrötchen says:

        Auch bei Social Media denke ich, dass das Problem nicht die Plattformen sind. Denen wird vorgeworfen, sie würden dem User beeinflussen und die Lage anheizen, in dem sie ihn nur einseitig informieren oder unterhalten.

        Das Problem sind aber die User, die einseitig informiert oder unterhalten werden *wollen*, die klicken auf das Zeug und könnten auch auf etwas anderes klicken oder aktiv danach suchen, wenn sie denn wollten. Alles ‚Unpassende‘ zu verbieten, auf das sie klicken könnten, ändert daran gar nichts, denn die User bleiben die gleichen, nur werden ihre menschlichen Fehler nicht mehr offensichtlich.
        „Es rühm‘ sich nicht der Sittlichkeit, wem’s mangelt an Gelegenheit.“
        Und „Bad news are good news“ galt schon lange bevor das Internet gab.

        Deshalb hilft es auch nichts den Usern einen Diskurs aufzuzwingen oder durch sprachliche Konstrukte sie immer wieder mit der Nase auf vermeintliche Ungerechtigkeiten zu stoßen, wenn sie die in ihrer konkreten Lebenssituation überhaupt nicht wiederfinden.

        Darum leiden die die das aktuell am eifrigsten betreiben, nicht an der Situation und den sozialen Medien, sondern was sie verzweifeln läßt, ist die Natur des Menschen. Konkret dass sie jeden Tags aufs Neue sehen, wie die User die leichte Kost wählen, obwohl sie doch heutzutage mit genauso viel/wenig Aufwand sich über die Probleme der Welt informieren könnten.

        Hier trifft naive Menschensicht auf das tatsächliche Menschsein. Sie verzweifeln genauso daran, wie die Politiker in der DDR es nicht verstanden haben, warum es so schwer ist den entwickelt sozialistischen Menschen zu schaffen, obwohl aus ihrer Sicht doch jeder die Vorteile für sich und alle sofort sehen müßte.

        Und wie die DDR Politiker greifen sie zu den gleichen Mitteln, gesetzliche Vorgaben und sozialen Druck. Und die User heute reagieren wie die DDR Bürger „Freitag ab eins, macht jeder seins“. (komme allerdings aus Nds und kenne es nur vom damaligen DDR Fernsehen)

        Genau diesem Gedanken entspringt ein Tool wie das von AB. Da das Verordnete in der eigenen Welt nicht vorkommt, schafft man sich -man muß ihn sich schaffen- einen Regelkatalog, durch das Tool sogar dynamisch änderbar, an dem alle langarbeiten.

        Die Erfahrung und Haltung des Einzelnen ist egal, er schaut in den Katalog oder das Tool und ändert den Farbton oder das Skript – dabei ist er von allem was hinter dem Tool steht völlig entfremdet, er ändert es *weil* es geschrieben steht und nicht weil es sich für *ihn* richtig oder falsch anfühlt. Dem Ergebnis sieht man es nicht mehr an, *warum* er es getan hat, nur *das* er es getan hat. Und wenn er nach Hause geht (also „Freitag ab eins …“) dann ist er immer noch der gleiche Mensch, der er vorher war und behandelt alle nach seinen Regeln und nicht nach den Regeln irgendeines Tools.

        Und die, die Verbesserung der Welt per Verordnung erreichen wollen, haben nichts erreicht, außer der Entfremdung zur Arbeit, denn wenn man ständig etwas tun muß, was den eigenen Erfahrungen zuwiderläuft stumpft man ab und schaltet das Gehirn in der Arbeit auf Leerlauf.

        Die Kritiker hätten gern, dass jeder instinktiv aus dem Gefühl heraus und ohne Tool der Richtige tut, das heißt aber in der Sache, dass man erstmal warten muss bis die Gesellschaft zumindest für die Mehrheit der Leute sich überhaupt dahin entwickelt hat, von dem aus die Kritiker sie wegentwickeln wollen. Ohne konkrete eigene Erfahrungen gibt es keine Entwicklung eines eigenen Gefühls.

        Amerikanische oder Berliner Erfahrungen sind für die User im Allgäu eben keine eigenen Erfahrungen, da verwundert es dann nicht, wenn auch die von oben verordnete oder in Zeitungen praktizierten Lösungen für ein Problem aus Allgäuer Sicht wie das eigentliche Problem aussehen.

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