Aboalarm vs. Web.de: Einigung im Kündigungsstreit

Erinnert Ihr Euch noch an die zahlreichen Fälle, in denen Kündigungen durch Aboalarm bei Web.de nicht anerkannt wurden. Nun, es waren 168 Fälle, die tatsächlich beanstandenswert waren. Und für die sich Web.de nun mit Aboalarm geeinigt hat. „Fehler in der Kommunikation bei der Bearbeitung von Kunden-Nachfragen zum Status des Kündigungsprozesses“ waren das Problem, das nun behoben wurde. Untenstehend könnt Ihr die offizielle Meldung dazu lesen. Weitere rechtliche Schritte sind demnach nicht mehr zu erwarten. Ende gut, alles gut – bleibt nur die Frage offen, warum überhaupt so viele Menschen etwas kündigungswürdiges bei Web.de haben.

Meldung von Aboalarm:
Einigung zwischen WEB.DE und aboalarm: WEB.DE optimiert Kundenkommunikation

– In 168 Fällen hatten aboalarm-Nutzer auf E-Mail-Anfragen zum Kündigungsstatus bei WEB.DE missverständliche Informationen erhalten
– Formal korrekte Kündigungen per Fax über aboalarm waren und sind jederzeit möglich
– Nach Hinweis durch aboalarm hat WEB.DE seine Kundenkommunikation angepasst

München, 22. Februar 2017: Das Verbraucherportal aboalarm (www.aboalarm.de) und der E-Mail-Anbieter WEB.DE haben ein Missverständnis um Anfragen zum Kündigungsstatus aufgeklärt: Nutzer, die über aboalarm den Status ihrer WEB.DE-Kündigung erfragten, erhielten fälschlicherweise eine E-Mail, in der es hieß, die Kündigung könne „aus Sicherheitsgründen“ nicht bearbeitet werden. Dies geschah auch in Fällen, in denen die Kündigung über aboalarm bereits von WEB.DE bearbeitet und dem Kunden per E-Mail an seine WEB.DE-Adresse bestätigt worden war. Nach einer Abmahnung durch aboalarm hat WEB.DE die betroffenen Fälle eingehend analysiert und einen Fehler in der Kommunikation bei der Bearbeitung von Kunden-Nachfragen zum Status des Kündigungsprozesses behoben.

Um eine Nachfrage per E-Mail an WEB.DE zu senden, holt sich der Kunde bei aboalarm einen Link mit weiterführenden Informationen zum Vorgang, den er über seinen WEB.DE Account an WEB.DE sendet. Das System von WEB.DE lehnte solche E-Mails aus Gründen der IT- Sicherheit ab und sendete automatisch eine Nachricht an den Nutzer. Diese Ablehnung „aus Sicherheitsgründen“ bezog sich allein auf den Umstand, dass die E-Mails von aboalarm-Kunden einen externen Link mit weiterführenden Informationen enthielten und betrafen nicht die Kündigung selbst. Formal korrekte Kündigungen per Fax wurden jederzeit ohne Beanstandung von WEB.DE bearbeitet.

WEB.DE will künftig dafür Sorge tragen, dass solche missverständlichen oder fehlerhaften Aussagen gegenüber den Kunden nicht mehr vorkommen und bedauert, dass das Vorgehen in einigen Fällen für Unklarheit sorgte. Im Zeitraum vom 1. August 2016 bis zum 8. Februar 2017 wurde das automatische Antwortschreiben 168 Mal von WEB.DE versendet. WEB.DE gibt an, das automatische Antwortschreiben am 8. Februar dank des Hinweises von aboalarm deaktiviert zu haben.

Um den Nutzern in Zukunft die Abwicklung der Kommunikation zu erleichtern, haben sich WEB.DE und aboalarm nun gemeinsam auf die Optimierung der Informationsprozesse verständigt. aboalarm verzichtet darauf, weitere rechtliche Schritte einzuleiten.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Deliberation says:

    „bleibt nur die Frage offen, warum überhaupt so viele Menschen etwas kündigungswürdiges bei Web.de haben.“

    Die Frage ist wohl eher, warum aboalarm erst eine Abmahnung schicken musste, bevor web.de tätig wurde. Ich gehe davon aus, dass sich ein Teil der 168 Fälle erfolglos mit dem Support herumgeärgert hat. Sonst wäre der Rechtsweg ja unnötig gewesen.

  2. Ein Missverständnis. lol.

  3. Herr Hauser says:

    Online bestellen geht schnell und einfach. Will man aber wieder was los werden, bocken so manche Dienstleister, obwohl eine Online-Kündigung sogar laut deutschen Recht möglich und vorgesehen ist.

  4. @Herr Hauser
    Deswegen bin ich für mein Multifunktionsgerät inkl. Fax dankbar. Gibt nichts besseres die Verträge auf letzten Drücker inkl. Sendebestätigung zu kündigen.

  5. „bleibt nur die Frage offen, warum überhaupt so viele Menschen etwas kündigungswürdiges bei Web.de haben.“

    kann ich euch sagen.. Es gibt hin und wieder bei web.de Handy Verträge bzw. Prepaid Angebote, bei dem der Kunde einen Bonus erhält, wenn er web.de-Club Mitglied wird. Ich glaube das waren ca. 30 Euro. Allerdings muss das web.de-Club Konto nur solange bestehen, bis der Bonus auf dem Konto sichtbar ist. Das ist meist nach einem Monat geschehen und somit kann man das Konto regulär wieder kündigen, der Bonus kann aber behalten werden. Selbst gesehen bei zwei Arbeitskollegen.

  6. @Herr Hauser
    Bei der Onlinekündigung ist aber die Einschränkung zu beachten, dass diese nur für neue Verträge ab dem 1. Oktober 2016 gesetzlich garantiert ist. Für Verträge vor dem genannten Datum ist es Kulanz des Anbieters. Allerdings habe ich die persönliche Beobachtung gemacht, dass Händler der Einfachheit da nicht unterscheiden und alle Fälle nach der neuen Regelung bearbeiten.

    https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/online-kuendigen

  7. „[…] – bleibt nur die Frage offen, warum überhaupt so viele Menschen etwas Kündigungswürdiges bei Web.de haben. […]“

    WEB.DE (zugehörig zu 1&1) ist leider für seine Lockangebote bekannt.
    Da gibt es automatische Verlängerungen im Kleingedruckten nach einem Probezeitraum und es hat auch schon Fälle gegeben, wo kostenpflichtige nicht eindeutig als solche gekennzeichnet waren.

    http://www.taz.de/!5025541/

    Was die 168 Fälle konkret angeht, da können wir natürlich nur spekulieren.

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