[Update] Web.de akzeptiert Kündigungen über Aboalarm nicht, Aboalarm wehrt sich mit Abmahnung

8. Februar 2017 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Updates siehe unten! Den Service von Aboalarm kennt Ihr sicherlich, verschiedene Verträge lassen sich so AGB-konform kündigen, der Nutzer muss lediglich die benötigten Daten zur Verfügung stellen. Das dachten auch Kunden von Web.de und kündigten ihre Club-Mitgliedschaft über Aboalarm. Nun häufen sich allerdings Meldungen, dass die Kündigungen „aus Sicherheitsgründen“ nicht akzeptiert werden. Aus Sicherheitsgründen. Stattdessen solle man den Kundenbereich aufsuchen, ein Dokument zur Kündigung herunterladen und dieses dann per Post, Mail oder Fax. Letztere Methode nutzt auch Aboalarm, inklusive aller benötigten Daten. Also völlig AGB-konform, warum genau die Kündigung nicht akzeptiert wird, erfährt der Nutzer allerdings nicht.

Nun bietet Abolarm eine Kündigungsgarantie, das heißt Nutzer des Dienstes können sich zurücklehnen, denn Aboalarm stellt im Streitfall so lange anwaltliche Hilfe zur Verfügung bis der Vertrag gekündigt ist. Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat Aboalarm nun eine Abmahnung inklusive Unterlassungserklärung an Web.de verschickt. Hier zitiere ich einmal Aboalarm:

„Heute nachmittag (Montag 06. Februar 2017) haben wir eine Abmahnung und eine Unterlassungserklärung an Web.de versendet.

Genauer gesagt handelt es sich um eine Abmahnung wegen „Eingriffs in den Gewerbebetrieb“. Gleichzeitig forderten wir Web.de auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Inhalt dieser Erklärung ist es, in Zukunft nicht mehr gegenüber Dritten zu behaupten, dass Kündigungen über uns aus Sicherheitsgründen (oder anderen Gründen) nicht akzeptiert würden.

In dem Schreiben betonen wir außerdem, dass die Kündigung ein einseitiges, empfangsbedürftiges Rechtsgeschäft ist, das nicht akzeptiert werden muss oder mit dem der Anbieter einverstanden sein muss. Eine Ablehnung der Kündigung sei also nicht zulässig.“

Auch wenn Ihr vielleicht nicht direkt betroffen seid, können solche Spielchen schon interessant sein. Vielleicht überlegt man ja mal, dass man bei Web.de etwas nutzen könnte – und lässt es dann wegen solcher Geschehnisse. Wirklich seriös kommt das von Seiten Web.de nun wahrlich nicht rüber. Und solltet Ihr betroffen sein, scheint Ihr Euch zumindest keine Sorgen machen zu müssen, Aboalarm regelt das schon.

Update, Carsten Knobloch, 17:30 Uhr: Wir haben ein Statement von Web.de erhalten, welches wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:

Statement

Die Darstellung von aboalarm.de ist nicht korrekt. Wir akzeptieren Kündigungen von aboalarm.de. Dies ist im Übrigen auch auf aboalarm.de ersichtlich, das Unternehmen gibt an, in den letzten 30 Tagen mehrfach WEB.DE Club Kündigungen durchgeführt zu haben. Die Ablehnung aus Sicherheitsgründen erfolgt, wenn Zweifel an der Authentizität des Kündigungsschreibens bestehen. Dies ist dann der Fall, wenn Kundendaten wie Name, Adresse, Kundennummer oder E-Mail-Adresse auf dem Kündigungsschreiben fehlen oder nicht mit unseren Kundendaten übereinstimmen.

Und noch ein Update (08.08.17, 10:40 Uhr), quasi offener Schlagabtausch zwischen Aboalarm und Web.de, diesmal ist Aboalarm mit folgender Stellungnahme zur Stellungnahme am Start:

Statement

„Die Glaubwürdigkeit der Stellungnahme von Web.de aufgrund unserer Abmahnung lässt sich am besten beurteilen, wenn man das ursprüngliche Statement des Web.de Kundendienstes, das uns vielfach vorliegt, noch einmal wirken lässt: „Aus Sicherheitsgründen können wir Ihr Kündigungsschreiben von Aboalarm leider nicht akzeptieren.“ Warum ist die Nennung von aboalarm denn überhaupt nötig, wenn es tatsächlich um einzelne Unstimmigkeiten geht? Bräuchte man dann ein vorgefertigtes Statement des Kundenservice? Und würde ein seriöser Anbieter, ginge es tatsächlich um einzelne Unstimmigkeiten, nicht einfach nach entsprechender Legitimation beim betroffenen Kunden nachfragen? Das Gesamtbild, das sich aus dem bisherigen Verhalten und aus dem aktuellen Statement ergibt, spricht die aus unserer Sicht klare Sprache, dass es hier gerade nicht um einzelne Sicherheitsprobleme, sondern vielmehr um eine schikanöse Aktion zum groß angelegten Verhindern von Kündigungen handelt. Und ja – wir haben in den letzten 30 Tagen tatsächlich vielfach Web.de Club Kündigungen durchgeführt, welche auch allesamt wirksam waren, aber in nicht unerheblicher Menge von Web.de rechtswidrig abgelehnt wurden. Unsere Kritikpunkte stehen also in keinem Widerspruch zu den jüngsten Aussagen von Web.de.“


 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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