1&1 und Rakuten: Gemeinsame Sache für ein vollständig virtualisiertes Mobilfunknetz

Gemeinsam mit dem Team von Rakuten will das Unternehmen 1&1 das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis von OpenRAN-Technologie aufbauen. Darum sind beide nun eine weitreichende Partnerschaft miteinander eingegangen, um am Ende eine komplett „cloud-basierte herstellerunabhängige Netzarchitektur“ erschaffen zu können. Im April des vergangenen Jahres konnte Rakuten in Japan das weltweit erste vollständig virtualisierte OpenRAN-Mobilfunknetz starten, weshalb sich das Unternehmen nun um die Installation der Netzausstattung kümmern wird und parallel auch die Verantwortung für die Gesamt-Performance des 1&1-Mobilfunknetzes übernimmt. 1&1 wiederum bekommt Zugriff auf die Kommunikationsplattform von Rakuten (RCP) und auf deren Partnernetzwerk.

Durch OpenRAN kann 1&1 handelsübliche Rechner unabhängig mit unterschiedlicher Software und Antennen ausstatten, was die Flexibilität im Umgang mit weiteren Herstellern deutlich vergrößert. Alle Netzfunktionen liegen hierbei softwaregesteuert in der Cloud, weshalb Wartungen beispielsweise nur noch als handelsübliches Update betrachtet werden brauchen. Sicherlich wird es auch hier einige Menschen geben, die der rein über die Cloud gesteuerte Architektur nicht vollends trauen werden. Es soll im Kern vier zentrale Rechenzentren geben, anschließend werden Deutschland Hunderte dezentrale Rechenzentren angebunden. Von dort aus geht es dann per Glasfaserleitung in Richtung Endkunde. Schon im kommenden Quartal soll der Ausbau des neuen 1&1-Mobilfunknetzes starten.

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14 Kommentare

  1. Die wollen blabla aufbauen – Wahnsinn, in wieviel Jahren wollen die dann Telekom und Vodafone eigenholt haben beim 5G Ausbau um in eine halbwegs konkurrenzfähige Position zu kommen ?
    Und Cloud-Basierte Netzarchitektur ist auch nichts neues mehr, die wird bei den anderen Netzbetreibern schon seit Jahren eingesetzt.

    • Richard Rosner says:

      Nach kurzem überfliegen des Artikels unten würde ich sagen: bei 5G wird es keinen Vorteil bringen. Dafür wird dann 6G einfacher hinzugefügt werden können. Alleine durch Software, statt aufwändigem und teurem Hardware Tausch.

      Und nein, die Technik wird so bisher kaum eingesetzt, erst Recht sind keine vorzeitigen l vollständigen Netze OpenRAN.

  2. Was es mit OpenRAN auf sich hat musste ich mir erstmal anlesen. Auf der Seite https://www.basecamp.digital/mobilfunk-fuer-dummies-die-vorteile-der-open-ran-architektur/ ist das gut erklärt. Bevor man hier mit irgendwelchem Halbwissen kommentiert, einfach mal nachlesen. Dort wird auch berichtet das Telefónica/O2 als erster Netzbetreiber das in Deutschland „live gestellt“ hat.

    • Richard Rosner says:

      Sehr…interessante Sichtweise. Was nochmal soll es beliebige Hersteller daran hindern, auch an OpenRAN zu beteiligen? Ich halte es durchaus für eine gute Sache, wenn sich alle auf einen gemeinsamen Standard einigen würden, wodurch vieles in Zukunft deutlich einfacher werden würde, statt bei proprietären Insellösungen zu verharren, so man spätestens alle 10-15 Jahre massenhaft Technik austauschen muss.

      Ist aber trauriger Weise nichts neues, dass man in den USA begriffen hat, wie soetwas funktionieren sollte, um es effizient und wirtschaftlich zu gestalten, während in Europa das Internet noch Neuland ist.

      • Die USA macht das hauptsächlich aus strategischen Gründen, da sie u.a. keine Ausrüster im Land haben aber einige IT-Firmen.
        Die wollen einfach den eigenen Einfluß vergrößern, Konkurrenz ausschalten,…

        • Richard Rosner says:

          Noch Mal: was hindert die bestehenden Firmen, OpenRAN Technik anzubieten? Wenn sie sich damit aus dem Geschäft drängen lassen sind sie offensichtlich selbst schuld.

          Und dass sie lieber was eigenes nutzen wollen, was man einfach in Software für die nächste Mobilfunkgeneration fertig machen kann, statt sündhaft teure proprietäre Lösungen, die für jeden Furz getauscht werden müssen, ist nur nachvollziehbar. Da kann man im Grunde nur hoffen, dass die deutschen Anbieter so schnell wie möglich nachziehen. Bei 5G werden wir wahrscheinlich wieder mal Schlusslicht sein (die Rede ist natürlich von 5G Standalone, nicht der Aufsatz für 4G), da sollte man wenigstens erwarten können, dass sie es in 10-15 Jahren bei 6G besser hinbekommen.

  3. Die Einkäufer sehen dabei immer nur die einzelnen Puzzleteile, die günstiger werden wenn man Teile bei Ravensburger, MB Spiele und allen anderen Herstellern für ein und das selbe Puzzle kaufen kann. Sie vergessen aber immer, dass sie dann selber puzzlen müssen und das gerade wenn am Ende das letze Teil nicht ins Loch passt jeder Puzzleteilhersteller natürlich sagt, dass das Nachbarteil falsch ist.

    • Jo. Die Unabhängigkeit bei der Hardware erkauft man sich mit Abhängigkeit von Integratoren.
      und meines Wissens performt das neue Netz bei Rakuten auch nicht so gut.

  4. Ich lese von Fachleuten immer mehr negatives zum Thema OpenRAN, weil es einfach nicht effektiv und optimiert genug ist und dadurch mehr Nachteile als Vorteile bringt.

    Lassen wir uns mal überraschen. Ich war schon überrascht, als ich Rakuten als Partner gelesen hatte.

  5. MeinNametutnichtszurSache says:

    Softwarebasiert. Ohne Wertung: Damit auch anfälliger ggü. „bösen“ Menschen?

  6. Kurze Verständnisfrage:
    1&1 hat trotzdem noch kaum eigene Funkmasten. Sie möchten somit die Masten der anderen Anbieter nutzen? Gab es da nicht Verhandlungsschwierigkeiten, was das Nutzungsentgeld betrifft?

  7. Bei der Vorstellung, 1&1 würde „handelsübliche Rechner unabhängig mit unterschiedlicher Software und Antennen ausstatten“ hatte ich unweigerlich einen Zehntonner voll Aldi-PCs und ein paar Europaletten TP-Link 741 vor meinem geistigen Auge.

    Ich glaube ungesehen, dass jemand mit ausreichend Spieltrieb ein Stück Draht an die Status-LED einer Netzwerkkarte löten kann und einen Treiber basteln der dann 5g spricht. Mal vielleicht davon abgesehen dass die Frequenzen einige Größenordnungen geringer sind..
    Deshalb wundert mich nicht, dass es Bestrebungen und Projekte gibt, mit relativ standardisierter Hardware den Herstellern der bisherigen Spezialhardware Konkurrenz zu machen. Da wird es wohl Dinge geben die verhältnismäßig universell sind („Controller“) und Dinge die aufgrund physikalischer Anforderungen doch einigermaßen spezifisch („Antennen“).

    Im letzten Teil habt Ihr mich aber verloren. Dass man irgend eine Steuerung auf mehrere Standorte verteilt lass ich mir eingehen. Nicht nur unterschiedliche Hardware sondern auch unterschiedliche Standorte zusammenzuschalten dürfte zum Konzept gesehen.
    Allerdings versehe ich nicht, wo da die Glasfaser zum Endkunden ins Spiel kommt.
    Reden wir jetzt von vielen virtuellen Netzbetreibern die als Kunden in einem OpenRAN-Verbund unterwegs sind? Sagen wir in diesem Bild ist ein Kunde dann z.B. Sipgate die sich ihre Glasfaser selbst von Montabaur nach Düsseldorf buddeln müssen damit sie ihren PoP dann in Düsseldorf aufstellen können?

    • Richard Rosner says:

      Du musst genau lesen: „per Glasfaserleitung in Richtung Endkunde“, nicht zum Endkunden. Ich würde das davon ausgehen, dass damit die Infrastruktur gemeint ist, mit der die Funkmasten angebunden werden. Ich weiß nicht, was alles noch auf dem Weg steht, aber gemeint wird sein, dass die Verbindung von den Rechenzentren aus logischer Weise per Glasfaser erfolgt, bis sie dann irgendwo an einem Funkmasten ankommt.

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