Verschlüsselungstool BoxCryptor: neue Version und neue Preise

14. April 2013 Kategorie: Backup & Security, Windows, geschrieben von: caschy

Bei BoxCryptor schlägt man nun noch einmal mehr den Weg in die Business-Schiene ein. Das einfach zu benutzende Tool für die Verschlüsselung ist erstmals in einer neuen Technical Preview (nicht für den Produktiv-Einsatz gedacht) erschienen. Die neue BoxCryptor-Version (verfügbar noch in diesem Quartal) beinhaltet ein neues Schlüsselmanagement und bietet somit einfachere und bessere Kollaborationsmöglichkeiten insbesondere für Teams im Geschäftsumfeld (z.B. Festlegung von Richtlinien, zentralisierte Verwaltung).

BoxCryptor

Aber auch private Nutzer können mit der neuen Version Zugriff auf verschlüsselte Dateien freigeben, ohne dem Partner das eigene Passwort mitteilen zu müssen. Die Verschlüsselung in der neuen BoxCryptor-Version beruht dann auf RSA (4096 bit) und AES (256 bit). Auch gibt es eine Neuerung bei der Verwaltung der zu verschlüsselnden Dateien: es gibt keinen speziellen BoxCryptor-Ordner und mehrere Laufwerke mehr wie in den 1.x Versionen.

Vielmehr gibt es nur noch ein Boxcryptor Laufwerk über das auf alle verschlüsselten Ordner zugegriffen werden kann. Was mich persönlich sehr störte: für das Sharing und die Nutzung wird nun ein Account benötigt. Selbst wenn man nichts mit anderen Menschen teilen will: BoxCryptor benötigt auch für den Offline-Zugriff einen lokalen Account.

Zwar wird weiterhin die erste Version angeboten, doch die neue Version wird für Neukunden ab drei Euro im Monat kosten. Die alte Version will man aber weiterhin kostenlos anbieten aber nur noch 12 Monate pflegen, soweit ich das gelesen habe. Notfalls gibt es ja noch TrueCrypt für Container, welches zwar schon seit einem Jahr nicht mehr aktualisiert wurde, für Windows noch BitLocker oder auch FileVault für den Mac, wenn es um Vollverschlüsselung geht.


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32 Kommentare

Tom Wagner (@bier_und_chips) 14. April 2013 um 20:12 Uhr

Naja, dann ist eben TrueCrypt seit einem Jahr ohne Update. Und? Es funktioniert tadellos. Wozu Updates?

Nikazilla 14. April 2013 um 20:14 Uhr

Dann sag ich nur tschüss BoxCryptor, euch wirds nicht mehr lange geben, wenn es so wird.

Roger 14. April 2013 um 20:15 Uhr

Beim Technical Preview Video steht unten “Use Boxcryptor with an offline account”. Weiß dazu jemand mehr?

JMK 14. April 2013 um 20:22 Uhr

Jammert ihr wirklich wegen drei (!) Euro im Monat? Manchmal kann man sich echt nur an den Kopf fassen.

caschy 14. April 2013 um 20:23 Uhr

Offline-Account ist der, den ich oben beschrieb. Nutzung nur du – aber Account benötigt.

Walter 14. April 2013 um 20:49 Uhr

wüßte nicht wieso man BoxCryptor vor TrueCrypt bevorzugen sollte. TrueCrypt läuft seit Jahren stabil und zu vollster Zufriedenheit.. und das kostenlos.

eyebex 14. April 2013 um 21:25 Uhr

Vielleicht ein guter Zeitpunkt, sich noch einmal cryptsync (https://code.google.com/p/cryptsync/) genauer anzusehen …

Robert Freudenreich (@robfreudenreich) 14. April 2013 um 21:53 Uhr

In der Technical Preview wird der Offline Account wohl leider noch nicht gut genug beschrieben. Es handelt sich dabei _nicht_ um einen Account in unserem System. Er wird “offline” erstellt, d.h. die Informationen werden nur in die lokale Schlüsseldatei eingetragen und verlassen den eigenen PC nicht. In diesem Modus findet keinerlei Internetkommunikation statt. Wir nehmen dieses Missverständnis als Feedback mit und werden den Offline Account bis zum finalen Release klarer darstellen.

Viele Grüße,
Robert

PS: Weitere Informationen zur Technical Preview haben wir auch in einer FAQ zusammengestellt: https://boxcryptor.desk.com/customer/portal/articles/1085073-boxcryptor-2-0-technical-preview-faq

olidie 14. April 2013 um 22:03 Uhr

Drei Euro im Monat hören sich nicht viel an, sind es nominell auch nicht. Nur kommt jeder Softwarebetrieb jetzt mit einem solchen Monatsmodell. Hier drei Euro, da fünf und dort zehn. Microsoft wirbt für sein Mietsystem, Adobe push die Creative Cloud. Dazu dann noch der heimische Internetanschluss, der Handyvertrag, vielleicht noch ein UMTS Vertrag für’s Tablet, weil beim Smartphone nach 500GB die Drossel runtergeklappt wird. Schwupps hat man einen Kostenberg an der Backe, bei dem man leicht den Überblick und das Maß verlieren kann. Irgendwann wird’s dann zur dritten Miete…

Georg 14. April 2013 um 22:04 Uhr

@JMK: Wenn ich eine Datenverschlüsselung bequem nutzen will, nutze ich sie für alle Daten die ich verschlüsseln muss. Das heißt aber: Wenn ich den Dienst nicht mehr nutzen will, entweder alle Daten per Hand entschlüsseln oder sie sind futsch. Wehe, du vergisst eine Datei zu entschlüsseln, bevor du das Abo kündigst.

Ich würde nie ein Datenverschlüsselungstool im Abo nutzen, wenn kein kompatibler Free-Account angeboten wird.

Christian 14. April 2013 um 22:08 Uhr

Die aktuelle Version fand ich es echt gut und habe die Personal Lizenz gekauft um damit die Entwicklung zu fördern, auch wenn ich sie zu teuer fand. Leider geht die Entwicklung in eine Richtung die mir nicht gefällt, ich zahle lieber 1x statt ein Abo zu haben. Für mich ist die aktuelle Version in der Entwicklung auch lange noch nicht abgeschlossen und ich fühle mich etwas abgezockt.

Gabe 14. April 2013 um 22:08 Uhr

Wie sieht es für bestehende Kunden aus?

caschy 14. April 2013 um 22:09 Uhr

@Georg: du hast das falsch verstanden. Der Account ist für die Sharing-Geschichten.

Gabe 14. April 2013 um 22:13 Uhr

So gerade gelesen, schade habe ich mir vor ner Weile nen Schlüssel gekauft.
Die 30 Euro hät ich besser in Alkohol investiert. Da wird dann wohl Dateinamenverschlüsselung für den V1.x Mobileclient auch nie kommen.

Wie in letzter Zeit mit Bestandskunden umgesprungen wird finde ich bedenklich.

JMK 14. April 2013 um 22:21 Uhr

Georg, Du hast Boxcrypter nicht im Einsatz oder?
Wenn ich BC nicht mehr nutze was muss ich dann per Hand entschlüsseln?

Walter, kannst ja mal TC mit Dropbox nutzen. Ja, ich weiß das geht, aber mit BC ist das einfach komfortabel. Funktioniert mit Dropbox und Skydrive wunderbar.

Robert Freudenreich (@robfreudenreich) 14. April 2013 um 22:26 Uhr

@Georg: Wir bieten auch in der nächsten “großen” Version weiterhin eine Free-Version (ähnlich wie die aktuelle). In der FAQ erwähnen wir auch, dass ein “Downgrade” von Paid auf Free nur auf neue Dateien Auswirkungen hat. D.h. man wird immer auf verschlüsselte Dateien zugreifen können – egal ob Paid oder Free.

@Gabe: Alle 1.x Mobile Apps unterstützen bereits Dateinamenverschlüsselung und es wird durchaus noch weiterhin Updates für 1.x geben (so werden wir demnächst eine neue Version unserer App für Windows RT mit zusätzlichem Support für Dropbox veröffentlichen).

Dirk 14. April 2013 um 22:46 Uhr

In den Offlineschlüssel wird sicherlich eine Ablaufzeit integriert. (Wie sollte sonst der Offline-Abostatus überprüft werden können ? ) Das würde dann dauerhafte Abhängigkeit vom Anbieter bedeuten wenn man auch weiterhin verschlüsselte Verzeichnisse erstellen möchte. (Anbieter pleite, Preise zu hoch usw)
Ich selbst habe schon lange eine Lizenz erworben und möchte diese auch gerne dauerhaft unabhängig erhalten. Damit nicht demnächst eine komische Funktion implementiert wird werde ich wohl kein Update mehr durchführen und sicherheitshalber alle Versionen aufbewahren.
Wie bei anderen tollen Entwicklungen, wie zB Cubby seinerzeit, wandelt sich der Nutzen für den Verbraucher immer am Ende in ein Geschäftsmodell des Anbieters. Bei Cubby muss man ja mittlerweile auch für die interne Synchronisation zahlen.
Verständlich dass jemand bezahlt werden möchte der Leistung erbringt, verständlich dass sich Anwender vom System bei geplanten Abhängigkeiten entkoppeln.
Die Bezahlung sehe ich nicht als Grund, habe für boxcryptor, cubby usw… bereits gerne bezahlt. Immer dafür, dass man eine beschriebene Leistung für Summe x erhält. Am Ende entwickelt es sich dann immer anders, in Richtung kontrollierter Cashcow.

abby 14. April 2013 um 23:05 Uhr

“…und es wird durchaus noch weiterhin Updates für 1.x geben ”
Für 12 Monate nach Veröffentlichung der neuen Version, wenn ich es richtig gelesen habe.

Walter 14. April 2013 um 23:35 Uhr

irgendwann werden die ganzen “neuen Abo-Dienste” merken, dass ihrer BWL’er Chefs einfach nur scheisse sind… ;)

Tommy 15. April 2013 um 07:46 Uhr

Schade, ich hab mir die Unlimited Personal extra wegen der Dateinamenverschlüsselung gekauft. 3 Euro im Monat als Abo ist mir die Funktion nicht wert. Ich glaube Boxcryptor schießt sich vor allem bei Privatpersonen mit diesem Modell ins eigene Fleisch. Ich bleibe daher so lange es geht bei Version 1.x

Manuel 15. April 2013 um 08:54 Uhr

@Robert Freudenreich

Danke für die Rückmeldungen hier. Damit werden einige Fragen geklärt, und die FAQ löst auch noch manche hier Diksutierten bedenken. Somit denke ich nicht das BoxCryptor dort wie von manchen hier befürchtet/beschworen Kunden im Privatensektor verlieren wird.

Dirk 15. April 2013 um 09:29 Uhr

@Manuel …..keine Kunden verlieren….doch, erster hier. Ich habe gelernt zwischen Aussagen von Firmen und realen Umständen zu unterscheiden (siehe Politik). Würden wir an deren Stelle aber wahrscheinlich auch so machen.

Tom 15. April 2013 um 09:32 Uhr

Hier gibt es eine kostenlose Möglichkeit, mit EncFS (und BoxCryptor) verschlüsselte Ordner unter Windows einzubinden. Ist längst nicht so komfortabel, funktioniert aber bei mir gut. http://d24m.de/2011/07/22/howto-encfs-unter-windows-installieren/

kdj3003 15. April 2013 um 10:06 Uhr

@robfreudenreich
Ich bin auch Bestandskunde und hatte mir einen Lizenzschlüssel gekauft.

Das Abo-Modell finde ich in diesem Fall sehr unpassend, denn es wird mir ja keine “dauernde” Dienstleistung angeboten (wie Speicherplatz im Netz o.ä.) bzw. beim Hersteller entstehen keine “dauernden” Kosten pro Kunde. Boxcryptor verkauft die Software einmal und hat dann keine dauernden Fixkosten mehr (denn ggf. Support oder Kosten der Weiterentwicklung gehören nicht dazu, die muss jeder Softwareentwickler tragen).

Vielmehr wurde eine offene Verschlüsselungslösung (EncFS) in eine komfortable Softwarelösung und Apps integriert – dafür war ich bereit zu zahlen. Aber für ein Softwareupdate mit einer zusätzlichen Sharingfunktion als ABO zu verkaufen – geht gar nicht.

Ich bin jedenfalls nach dem Softwareupdate weg. Die Aussage, wir unterstützen auch die 1.xx für ein paar Monate weiter, reicht da einfacht nicht. Dann hätte man eine zusätzliche “Enterprise”-Version einführen sollen, aber die Entwicklung der per Einmal-Zahlung zu kaufenden “Privat”-Version nicht abkoppeln und beenden sollen.

Vielleicht macht es ja Safebox etwas schlauer.

Markus (@markus7003) 15. April 2013 um 11:24 Uhr

Auch ich habe mir die die Unlimited Personal gekauft weil ich das Tool gut finde. Für ein Abo bin ich aber auch nicht bereit zu bezahlen.

Michael 15. April 2013 um 12:06 Uhr

Ich arbeite immer noch äußerst zufrieden mit TrueCrypt unter Windows 7 und werde vorerst auch nichts daran ändern.

Dank Caschys genialen Beschreibung können auch technisch nicht so versierte Anwender den richtigen Umgang mit Truecrypt erlernen.

@Caschy: Bei dieser Gelegenheit wird übrigens wieder mal ein fettes “DANKE” fällig.

DANKE, dass Du dir immer die Mühe machst und in deinem geilen Blog anderen Leuten weiterhilfst…

Beste Grüeß

Michael

Dirk 15. April 2013 um 12:13 Uhr

truecrypt nutze ich ebenso, aber manche funktionen von boxcryptor funktionieren damit leider nicht bzw. mit hohem verlustrisiko bei gemountetem container über internetserver und verbindungsabbruch
. und bei dropbox funktioniert der sync erst nach unmount

Gordon 15. April 2013 um 12:41 Uhr

Mit der neuen Version wird BoxCryptor eine Insellösung – gerade die encfs Kompatibilität war ein schlagendes Argument, mir damals (vor ewigen Zeiten, noch bevor es Personal Unlimited etc pp gab) einen Lizenzkey zu kaufen. Im Büro und unter iOS konnte ich BoxCryptor nutzen, zu Hause am Mac und auf den Linux Servern einfach encfs. Klappte super.
Mit der neuen Version mache ich mich dann komplett abhängig von einem Abo-Modell (3 Euro pro Monat? Bißchen arg…), Linux-Version gibt es gar nicht und wenn die Mac-Version so unMac’ig bleibt, wie die 1.xer… nein, danke. Ansonsten so ziemlich alles, was kdj3003 geschrieben hat.

Florian P. (@benderbot) 15. April 2013 um 18:42 Uhr

Ich wollte mir die Mac-Version gestern kaufen und bin gerade sehr froh dass ich gewartet habe. Schade. Ein Abo-Modell kommt für mich gar nicht in Frage. Leider. Werde mir eine Alternative suchen. Dabei war das echt praktisch weil man die Container auch Super unter Linux mounten konnte. Ich wünsche der Firma mit diesem Geschäftsmodell viel erfolg. Die Privatuser habt ihr somit zumindest für immer vergrault und ich weiß auch nicht ob es im Business-Bereich so gut ankommt.

Stevil 21. Mai 2013 um 11:55 Uhr

Wollte BoxCryptor gerade ausprobieren und noch einmal bei Dir, Cashy, lesen, was Du so an Tipps und Tricks dazu geboten hast….Gott sei Dank habe ich das getan!

Nein, danke! Dann nutze ich EncFS auf meinem Mac ohne BoxCryptor.

Vielen Dank für die Aufklärung hier!

olei 7. Juni 2013 um 22:30 Uhr

Software per Abo? Das könnt ihr vergessen, denn das ist die Lizenz zum Geld drucken. Ich hätte gern eine Version gekauft, aber kein Abo.


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