Verbraucherzentrale kritisiert Amazon Dash Button

5. September 2016 Kategorie: Android, Hardware, Internet, iOS, Smart Home, geschrieben von: Benjamin Mamerow

amazon dash button deutschlandEigentlich war es zu erwarten: Die deutsche Verbraucherzentrale übt rege Kritik an Amazons erst kürzlich in Deutschland eingeführten Dash Buttons. Dabei handelt es sich um Buttons in der Größe eines Schlüsselanhängers, die bei einmaligem Betätigen automatisch und ohne weiteres Zutun vorher fest definierte Produkte bei Amazon ordern. Eine weitere Bestellung ist erst nach erfolgter Lieferung wieder möglich. Besonders problematisch sieht die Zentrale hierbei die fehlende Preistransparenz der Artikel und die starke Bindung des Kunden an den Online-Händler Amazon. Doch auch sicherheitsrelevante Aspekte werden benannt.

Caschy merkte bereits im ersten Video der diesjährigen 1&1 Blogger-WG an, dass er die fehlende Preisübersicht als einen der großen Problempunkte am Konzept „Dash Button“ bemängelt. Wo die simple Möglichkeit der Bestellung zuerst noch wie die perfekte Lösung klingt, scheint sie auf den zweiten Blick wirklich eher bedenklich. Die Verbraucherzentrale listet folgende Punkte als besonders problematisch auf:

  • Im Online-Handel müssen Kauf-Buttons eindeutig bezeichnet sein
  • Transparenz der Preise
  • Starke Bindung an Produkte und Amazon
  • Prime-Mitgliedschaft ist Pflicht, auch die Buttons kosten
  • Amazon verknüpft auch intelligente Geräte mit dem Programm
  • Amazon-App ist sehr datenhungrig
  • Amazon empfiehlt, das Wlan-Passwort auf seinen Servern zu speichern
  • Amazon kann genauere Daten übers Kaufverhalten sammeln

Entgegen der Angabe der Zentrale, dass einzelne Buttons unterschiedliche Artikel je nach Konfiguration bestellen lassen, ist es eigentlich so, dass ein „Ariel“-Button auch nur dieses Produkt kaufen lässt, lediglich die Menge der Bestellung lässt sich im Nachhinein noch über die App anpassen. Nichtsdestotrotz stimmt es schon, dass gerade Nutzer älterer Betriebssysteme wie Android 4.2 etc, nicht die Möglichkeit haben, einzelne Berechtigungen der App einzuschränken. Kamera, Mikrofon oder auch die Kontakte sind gemäß Berechtigungen für die App entsprechend frei zugänglich.

Aber gerade die fehlende Preistransparenz ist eines der größten Mankos. Preise für einzelne Produkte können sich von Tag zu Tag ändern und der Nutzer eines Dash Buttons hat überhaupt nicht den Überblick über die aktuelle Marktsituation. Wenn man dann auch noch Geräte mit laufendem DRS (Dash Replenishment System) daheim nutzt, bestellen diese selbstständig ausgehende Produkte, um diese wieder aufzufüllen. Auch hier fehlt einfach die Übersicht. Dank Prime-Mitgliedschaft sind die Artikel auch entsprechend schnell da und somit fehlt zusätzlich die teilweise nötige Zeit, um eine Bestellung zu stornieren.

Außerdem empfiehlt Amazon Besitzern mehrerer Buttons, das heimische WLAN-Passwort doch direkt auf den Servern von Amazon selbst zu sichern, damit man nicht umständlich jedes Gerät einzeln manuell einbinden muss. Das ist eigentlich grob fahrlässig und sollte jeden, der ein wenig auf Datensicherheit setzt aufhorchen lassen.

Sicher meint der Online-Händler es nun nicht mit einem Mal böse, wenn er diese Buttons anbietet. Dennoch sollte man die angesprochenen Aspekte für sich prüfen, denn natürlich ist dem Versandriesen auch daran gelegen, noch mehr Geld, und seine Kunden mit dem Produkt noch abhängiger von sich zu machen.

(via Verbraucherzentrale NRW)

Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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