Verbraucherzentrale kritisiert Amazon Dash Button

amazon dash button deutschlandEigentlich war es zu erwarten: Die deutsche Verbraucherzentrale übt rege Kritik an Amazons erst kürzlich in Deutschland eingeführten Dash Buttons. Dabei handelt es sich um Buttons in der Größe eines Schlüsselanhängers, die bei einmaligem Betätigen automatisch und ohne weiteres Zutun vorher fest definierte Produkte bei Amazon ordern. Eine weitere Bestellung ist erst nach erfolgter Lieferung wieder möglich. Besonders problematisch sieht die Zentrale hierbei die fehlende Preistransparenz der Artikel und die starke Bindung des Kunden an den Online-Händler Amazon. Doch auch sicherheitsrelevante Aspekte werden benannt.

Caschy merkte bereits im ersten Video der diesjährigen 1&1 Blogger-WG an, dass er die fehlende Preisübersicht als einen der großen Problempunkte am Konzept „Dash Button“ bemängelt. Wo die simple Möglichkeit der Bestellung zuerst noch wie die perfekte Lösung klingt, scheint sie auf den zweiten Blick wirklich eher bedenklich. Die Verbraucherzentrale listet folgende Punkte als besonders problematisch auf:

  • Im Online-Handel müssen Kauf-Buttons eindeutig bezeichnet sein
  • Transparenz der Preise
  • Starke Bindung an Produkte und Amazon
  • Prime-Mitgliedschaft ist Pflicht, auch die Buttons kosten
  • Amazon verknüpft auch intelligente Geräte mit dem Programm
  • Amazon-App ist sehr datenhungrig
  • Amazon empfiehlt, das Wlan-Passwort auf seinen Servern zu speichern
  • Amazon kann genauere Daten übers Kaufverhalten sammeln

Entgegen der Angabe der Zentrale, dass einzelne Buttons unterschiedliche Artikel je nach Konfiguration bestellen lassen, ist es eigentlich so, dass ein „Ariel“-Button auch nur dieses Produkt kaufen lässt, lediglich die Menge der Bestellung lässt sich im Nachhinein noch über die App anpassen. Nichtsdestotrotz stimmt es schon, dass gerade Nutzer älterer Betriebssysteme wie Android 4.2 etc, nicht die Möglichkeit haben, einzelne Berechtigungen der App einzuschränken. Kamera, Mikrofon oder auch die Kontakte sind gemäß Berechtigungen für die App entsprechend frei zugänglich.

Aber gerade die fehlende Preistransparenz ist eines der größten Mankos. Preise für einzelne Produkte können sich von Tag zu Tag ändern und der Nutzer eines Dash Buttons hat überhaupt nicht den Überblick über die aktuelle Marktsituation. Wenn man dann auch noch Geräte mit laufendem DRS (Dash Replenishment System) daheim nutzt, bestellen diese selbstständig ausgehende Produkte, um diese wieder aufzufüllen. Auch hier fehlt einfach die Übersicht. Dank Prime-Mitgliedschaft sind die Artikel auch entsprechend schnell da und somit fehlt zusätzlich die teilweise nötige Zeit, um eine Bestellung zu stornieren.

Außerdem empfiehlt Amazon Besitzern mehrerer Buttons, das heimische WLAN-Passwort doch direkt auf den Servern von Amazon selbst zu sichern, damit man nicht umständlich jedes Gerät einzeln manuell einbinden muss. Das ist eigentlich grob fahrlässig und sollte jeden, der ein wenig auf Datensicherheit setzt aufhorchen lassen.

Sicher meint der Online-Händler es nun nicht mit einem Mal böse, wenn er diese Buttons anbietet. Dennoch sollte man die angesprochenen Aspekte für sich prüfen, denn natürlich ist dem Versandriesen auch daran gelegen, noch mehr Geld, und seine Kunden mit dem Produkt noch abhängiger von sich zu machen.

(via Verbraucherzentrale NRW)

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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25 Kommentare

  1. Nein, ich finde keinen Gefallen an den Buttons.
    Ich bestelle lieber normal, damit ich die Menge und Lieferdatum selber bestimmen kann.

    Außerdem sind das Dinge, die ich in der Drogerie kaufe, da ich dort meine Bonuspunkte sammeln kann.

  2. Ich persönlich werde den Dash Button sicherlich nicht verwenden. Andererseits kann ich auch das Gejammere der Verbraucherzentrale nicht nachvollziehen. Zum einen gibt es prinzipiell das Widerufssrecht (Fernabfragegesetz), zum anderen wird der Dash Button sicherlich nur von Nerds gekauft, die wissen was sie tun. Mahl ehrlich – es ist doch Spielerei und nicht wirklich ein Mehrwert. Die breite verbraucherzentralenpflichtige Masse bestellt im Internet oder kauft im Laden um die Ecke.

    @Chriss – Offiziell sind diese Buttons nicht konfigurierbar, doch es tümmeln sich zahlreiche Seiten dazu im Netz. Einach mal nach „Dash Button Hack“ googeln.

  3. Christian Adams says:

    Mal wieder ein typischer Fall von unnötiger Arbeit von Leuten, die sich mal besser um wichtigere Dinge kümmern würden. In meinen Augen ist dieser Dashbutton absolut kein Grund, weshalb sich die Verbraucherzentrale auch nur eine Sekunde damit beschäftigen muss.
    Die Punkte, die hier herausgearbeitet wurden, sollten jedem normal denkenden Menschen selbst und schon vor dem Kauf einleuchten – da brauch ich keine Verbraucherzentrale die das macht.
    Letztendlich ist das eine Entscheidung eines jeden einzelnen. Wer sich das Ding kauft, nimmt eben auch in Kauf, dass es nur mit bestimmten Produkten funktioniert, dass man eventuell auch mal etwas teurer einkauft als man denkt und auch, dass man an Amazon gebunden ist.
    Wer das alles nicht möchte, für den gibt es eine schlicht unfassbar einfache Lösung: einfach nicht kaufen – fertig! Alle anderen erfreuen sich an einer 1-Click-Buy-Lösung.
    Ich weiß echt nicht, was immer diese wochenlangen Diskussionen bezwecken sollen. Ob das ganze ein Mehrwert ist, sei mal dahingestellt.

    Vielleicht eine kleine Idee, um die Preistransparenz etwas zu mildern: nach dem Klick gibt’s eine Push-Notification mit dem aktuellen Preis – die kann man bestätigen oder ablehnen. Fertig. Wäre dann zwar keine 1-Click-Lösung mehr, aber letztendlich gehts ja nur darum, dass man ein Produkt ohne die Amazon-Website kaufen kann und nicht, ob das dann direkt geliefert wird. Wenn man das ne halbe Stunde später am Smartphone bestätigt, wäre das ja auch noch mehr als schnell genug.

    Grüße

  4. Ich bin jetzt total überrascht, dass die Verbraucherzentrale die Dash.Buttons kritisiert. Denn aus welchen Löchern kommen diese Leute denn jetzt gekrochen, warum werden sie wach und wo waren sie letztes Jahr???

    Will sagen: Amazon bringt hier kein neues Produkt auf den Markt, sondern verwandelt ein bereits vorhandenes Produkt in eine Vielfalt und bindet es in sein Ökosystem ein – denn auf Knopfdruck Produkte im Internet bestellen konnte man bereits 2015 mit der Gilette-Box.

    Hat sich da der Verbraucherschutz gerührt? Nicht? Dann sechs, setzen.

  5. Dashbutton 2.0 mit kleinem LCD oder ePaper Display auf dem der Preis vom gewählten Produkt angezeigt wird, Preistansparenz Problem erledigt! Und ob jetzt Google, Apple oder Amazon die WLan PWs hat, ist dann auch egal… Ich finde es heutzutage nur grenzwertig sich jeden Killefitz liefern zum lassen. Ich bestellte gerne bei Amazon. Elektronik, ebooks, sonstige Dinge für die ich weit fahren müsste… Mein Schachtpapier (z.b.) kaufe ich allerdings beim regelmäßigen Gang in den Supermarkt meines Vertrauens.

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