Ultra HD Premium: Kennzeichnung räumt im Wirrwarr auf

6. Januar 2016 Kategorie: Hardware, geschrieben von: André Westphal

ultra hd premium thumb

2015 war für Ultra HD meiner Meinung nach kein gutes Jahr: Abspielgeräte und Medien, die man ursprünglich für Ende des Jahres erwartet hatte, wurden erst für 2016 angekündigt und die Hersteller verwirrten die Kunden mit halbgaren Fernsehgeräten. So ist das Gros der Ultra-HD-TVs aus dem Jahr 2015 leider gar nicht vollständig zu den neuen Ultra HD Blu-ray kompatibel. Oft unterstützen die TVs zwar die Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten, doch Features wie HDR, 60p und die erweiterten Farbräume suchte man vergeblich. Jetzt schreitet die UHD Alliance ein und führt mit „Ultra HD Premium“ eine Bezeichnung ein, welche die voll zu Ultra HD kompatible Hardware kennzeichnen soll.

Hersteller dürfen das Logo für Ultra HD Premium an ihren Geräten nur dann verwenden, wenn sie High Dynamic Range (HDR), bestimmte Helligkeits- und Schwarzwerte sowie die erweiterten Farbräume unterstützen. Zudem enthalten die Spezifikationen Vorschläge für Audio-Setups und weitere Merkmale. Interessanterweise scheint Ultra HD Premium die fehlerfreie Wiedergabe erhöhter Bildraten wie 60p, welche mit den neuen Ultra HD Blu-ray möglich sind, nicht vorauszusetzen.

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Laut der UHDA habe man sich für das neue Logo und die neuen Spezifikationen entschieden, damit für Kunden sofort sichtbar sei, ob die jeweiligen Geräte nur die Auflösung unterstützen oder auch weitere Features wie eben HDR und erweiterte Farbräume. In diesem Punkt zwar zuvor viel Verwirrung entstanden. Mir sind beispielsweise im Bekanntenkreis viele Leute untergekommen, die ihren neuen TV mit 3840 x 2160 Bildpunkten als „zukunftssicher“ bejubelt haben, nur um dann von mir sanft darauf hingewiesen zu werden, dass am brandneuen Gerät Features wie HDR und 60p fehlen. Das Ergebnis waren lange Gesichter, die sich leicht hätten vermeiden lassen. Insofern kann ich den Schritt der UHDA wirklich nur begrüßen.

Natürlich ist das Logo für Ultra HD Premium sicherlich auch bei den Herstellern gern gesehen, kann es doch für das Marketing und die Abgrenzung zwischen Einstiegs- und Oberklasse-TVs effizient genutzt werden. Die UHDA hat zudem angekündigt, dass ab 2016 eine neue Mitgliedschaft Einzug hält: Neben „Board“ und „Contributor“ können Unternehmen auch als „Adopter“ in die UHDA eintreten, um Ultra HD Premium zu lizenzieren.

Folgende Voraussetzungen müssen konkret erfüllt sein, um ein Gerät für Ultra HD Premium zu zertifizieren:

  • Auflösung : 3840 x 2160 Pixel
  • Color Bit Depth: 10-bit
    Farbtiefe (Wide Color Gamut) Signal Input: BT.2020 Farbwiedergabe
  • Display Reproduction: Mehr als  90% der P3-Farben
  • High Dynamic Range (HDR) (SMPTE ST2084 EOTF)
  • Als Kombination aus maximaler Helligkeit und Schwarzwert: Entweder 1000 Nits (Helligkeit) und 0,05 Nits (Schwarz) oder aber mehr als 540 Nits (Helligkeit) und 0,0005 Nits (Schwarz)


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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16 Kommentare

mini 6. Januar 2016 um 09:01 Uhr

endlich 🙂 hätte aber gleich dabei sein müssen 🙂

Karsten 6. Januar 2016 um 09:05 Uhr

Naja, etwas übertrieben dargestellt m.E. Den meisten, die ich kenne, interessieren sich für die Unterstützung der UHD-Auflösung. Zusatzfeatures sind nett, aber es dürfte jedem klar sein, dass in diesem Bereich noch Einiges kommen an Zusatzfeatures und neuen Standards kommen wird. Wer in 2015 einen UHD-TV kaufte, kann auch sicher sein, UHD-Auflösung zukünftig genießen zu können. Das ist ne andere Qualität als damals die Täuschung durch das HD ready-Logo.

Matze.B 6. Januar 2016 um 09:55 Uhr

Leider nicht sonderlich überraschendes Prozedere: DVD-RW, DVD+RW u. DVD-RAM ist Anfangs ein ähnliches Wirrwar gewesen – vor allem bezüglich Laufwerken in PCs + Software.
Dann wurden glaub ich die ersten TVs als HDTV TV verkauft noch bevor es die HDReady u. FullHD Unterscheidung gab.

Auch die Blu-Ray hatte ja Anfangs noch zwei kongurierende Alternativen mit HD-DVD u. HD-VMD.

Und gehe jetzt mal einer zu den üblichen Verdächtigen Saturn, MM usw. und lasse sich da beraten … ‚Ja ja 4K – damit können sie nichts falsch machen … zukunftssicher …

elknipso 6. Januar 2016 um 10:39 Uhr

Wie immer bei neuen Technologien in dem Bereich sollte man sich erst einmal entspannt zurück lehnen, und mindestens 1-2 Jahre warten. Die Beta Tester die vorher zuschlagen kriegen für viel Geld in der Regel nur unfertige Produkte, mit denen sie aufgrund von diversen Problemen zum Start später nicht lange Freude haben werden.

Das lief bisher noch immer so ab, da ist es wesentlich angenehmer wenn man sich die Probleme zum Start, und das ewige hin und her bis man sich endlich auf einen Standard geeinigt hat, erst einmal entspannt anschauen kann. Um dann später, wenn das Produkt wirklich fertig und eine runde Lösung ist, entspannt zu einem günstigen Preis zuschlagen zu können.

oblems 6. Januar 2016 um 11:18 Uhr

Zertifizierung kostet – Wieviel kostet mich das denn ? kann das bitte recherchiert werden ?

André Westphal 6. Januar 2016 um 13:04 Uhr

@ oblems Da kannst du nicht viel recherchieren, es sei denn du bist Mitglied der UHDA – zumal jeder Hersteller damit individuell umgehen dürfte. Bisher ist nicht davon die Rede, irgendwas auf de Kunden aufzuschlagen – wenn es gemacht wird, ist das also sowieso nicht direkt transparent.

Sysadmin Margarethe 6. Januar 2016 um 14:04 Uhr

Prima, jetzt ist das neue „HD ready“-Label fertig. Gibts schon konkrete Infos, wann erste 8K-Geräte/Medien erscheinen? Aka „SHV“ bereits 2004 von NHK quasi vordefiniert, fühlt sich das aktuelle 4K nur wie eine Zwischenlösung an. Prognostiziertes Jahr 2020 als Consumerstandard ist ja auch nicht mehr allzu weit weg in Anbetracht des ursprünglichen Ankündigungsdatums. h265 dürfte den Datenstrom inzwischen auch wuppen können.

http://www.nhk.or.jp/8k/sp/history/index_e.html

André Westphal 6. Januar 2016 um 14:08 Uhr

Die NHK experimentiert auch schon mit 16K übrigens – aber wenn du die anguckst, dass sich DVDs noch besser verkaufen als Blu-rays und Fernsehsender bestenfalls in 720p oder stark komprimierten 1080i senden, dürfte es schon alleine noch eine Weile dauern, bis sich Ultra HD etabliert – wenn überhaupt :-D.

cubei 6. Januar 2016 um 14:25 Uhr

@elknipso
Bei 4K Fernsehgeräten ist die Wartezeit von 2 Jahren aber schon um. Solche Geräte gibt es ja auch schon wahnsinnig billig, dass dabei dann das Bild nicht perfekt ist (ohne HDR usw.), ist auch verständlich.

Axel 6. Januar 2016 um 17:04 Uhr

Jemand, der jetzt einen UHD-TV kauft, bekommt 50 Zoll schon für nen Riesen, teilweise darunter. Da ist nix mehr mit, abwarten und dann billiger bekommen. Klar sind da Zusätze wie HDR nicht dabei, aber das Bild sieht darauf schon jetzt besser aus als auf ner HD-Glotze. Also, bräuchte ich derzeit einen neuen TV, würde ich definitiv nicht zum „alten“ HD-Standard greifen.

Johnboy 6. Januar 2016 um 18:01 Uhr

@ Axel
Sind aber auch viele sogenannte Fake UHD-TV im Umlauf im unteren Preissegmetn. Ob das die Sache dann besser macht, muß jeder selbst entscheiden.

Pastar 6. Januar 2016 um 22:02 Uhr

Supersampling sollte doch auch bei tvs ein thema sein ?

Benjamin 23. Februar 2016 um 09:33 Uhr

Datenrate. Also ich hab VDSL, und Netflix, und wenn ich mir da so sachen anschaue, wie Daredevil usw in 4K. Dann sieht das schon ganz schön matschig aus. nun ist die Serie ziemlich dunkel gehalten, aber was da an Kompressionsartefakten umhergeistert, sieht manchmal schon komisch aus. Verspreche mir da von den UHD Scheiben schon etwas mehr Qualität.


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