Testbericht: Mini-PC Giada D2305

5. Januar 2013 Kategorie: Hardware, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

Neben den ganzen mobilen Gadgets, die hier ab und an getestet werden, haben wir heute etwas Abwechslung, in dem wir den Mini-PC der Firma Giada einem genaueren Test unterziehen. Dieser wurde uns dankenswerterweise (Danke an Sabine!) zur Verfügung gestellt und man munkelt, dass ein solcher nach der CES ein neues Zuhause finden wird.

Giada Mini PC

Normalerweise sind Mini-PCs eher etwas schwachbrüstig auf der Hardwareseite. Meistens dienen sie als stromsparende und platzsparende Alternative  zu den immer noch häufig vertretenen Desktop-Rechnern und werden gerne als günstiges Abspielgerät im Wohnzimmer genutzt.

Giada vertritt mit ihren Mini-PCs allerdings eine etwas andere Strategie und gibt dem Flaggschiff D2305, der MediaPlus-Produktlinie, ordentlich Power mit, wodurch sich völlig andere Möglichkeiten ergeben, bei denen herkömmliche Mini-PCs schnell in die Knie gehen würden. Beginnen wir daher zunächst mit der Ausstattung und Verarbeitung.

  • “Ivy Bridge” Intel Core i5 der dritten Generation
  • Mobile Intel® HM77 Express Chipset
  • NVIDIA® GT640, DX 11 Unterstützung
  • 4 GB DDR3 RAM (auf 8 GB erweiterbar)
  • Integriertes Blu-ray Disc
  • Integrierte mSATA SSD-Platte 32 GB mit Intel SRT-Technologie (Smart HD Caching)
  • 500 GB Festplatte
  • Verfügt über USB 3.0 und 2.0 Ports
  • Wi-Fi und Bluetooth integriert
  • Stromverbrauch: max. 90W
  • Größe: 174x 230x 55mm
  • Windows 7 Professional, Windows 8 kompatibel

Wenn man sich die Daten durchliest entdeckt man direkt, dass mit dem Intel Core i5 der dritten Generation und einer dedizierten (Einsteiger-) Grafikkarte durchaus aktuelle und potente Hardware verbaut worden ist. Hauptsächlich will man den Giada D2305 allerdings nicht als Rechenmaschine, sondern als vielseitigen Media-PC platzieren, weshalb man alles an Anschlüssen verbaut hat, die man hierfür benötigt.

Giada Anschluesse hinten

Giada Anschluesse vorne

Auf der Vorderseite befinden sich ein Kartenleser, sowie ein Anschluss für USB 3.0 und Mikrofon-/Soundanschluss. Zudem ist bereits ein integriertes Blu-ray Laufwerk mit eingebaut. Auf der Rückseite befinden sich noch einmal 2x USB 2.0 und 2x USB 3.0 Anschlüsse, eine Netzwerkbuchse, 1x HDMI. 1x DVI, 1x e-SATA und ein Kopfhöreranschluss. Positiv gefällt mir neben der Vielzahl an Anschlüssen, neben integriertem WLAN und Bluetooth, aber auch die Verarbeitung und verwendeten Materialien.

Das Gehäuse besteht aus Aluminium und fasst sich durchaus hochwertig und an und ist robust. Die Maße sind naturgemäß schön klein und schmal (wenn auch etwas größer als die Mini-PCs der Wettbewerber, was aber auch der Hardware geschuldet ist) und sollten sich mit dem schwarzen Design gut in eine bestehende Medienlandschaft integrieren lassen. Es wurde zum Glück kein Klavierlack verwendet, der bei vielen Geräten immer unschöne Fingerabdrücke verursacht, für mich ein Pluspunkt.

Neben dem PC wurde noch eine Fernbedienung mitgeliefert. Damit kann der Media-PC eingeschaltet werden und es können über das in Windows 7 integrierte Media-Center alle Inhalte gesteuert und wiedergegeben werden. Leider waren keine Batterien im Lieferumfang enthalten, was aber nur ein kleiner Kritikpunkt ist. Dafür hat man als einer der wenigen Hersteller an ein mitgeliefertes HDMI-Kabel gedacht.
Giada Fernbedienung

In Sachen Hardware und Verarbeitung kann ich dem Giada D2305 gute Noten bescheinigen. Mir persönlich fehlt nichts, was ich für eine solche Klasse vermissen würde.

Bezüglich mitgelieferter Software hat man sich bei Giada zum Glück für Minimalismus entschieden. Ich konnte bei dem vorinstallierten Windows 7 Professional keinerlei mitgelieferte Programme finden, die sonst gerne mal auf den PCs in Demo-Versionen ausgeliefert werden, sondern es war eine komplett jungfräuliche Windows 7 Installation.

Wer sich für den Windows-Leistungsindex interessiert, dieser betrug 5,9 (hier die kompletten Ergebnisse). Gegenüber den herkömmlichen Mini-PCs kann man hier natürlich überzeugen, diese kommen meist nur mit einem Intel-Atom Prozessor ausgestattet und landen nach meinen Erfahrungen bei ca. 3,9. Der Systemstart war durch die kleine, integrierte SSD Festplatte ordentlich (ca. 40 Sekunden), wenn auch nicht übermäßig schnell. Mit Windows 8 kann man hier durchaus noch ein Stück Geschwindigkeit herausholen, sofern man dies möchte. Kompatibel ist er in jedem Fall.

Interessant ist bei einem Media-PC natürlich die HD-Wiedergabe von verschiedenen Filmen. 1080p Trailer laufen erwartungsgemäß komplett ruckelfrei, egal ob man diese im Windows Media Center oder einem anderen Player seiner Wahl abspielt. Die CPU-Auslastung schwankte nicht über maximal 20-25% , sodass hier keinerlei Probleme bei sämtlichen HD-Filmen auftreten sollten. Die Handhabung mit der Fernbedienung funktioniert einwandfrei, sodass eine Bedienung von der Couch problemlos im Windows Media Center möglich ist.

Durch die leistungsfähige Hardware ist der D2305 allerdings auch durchaus für aktuelle Spiele geeignet. Ich bin nicht der große Spieler und habe nicht die leistungshungrigsten Spiele testen können. Battlefield 3 allerdings lief bei 1920×1080 und mittleren Details komplett flüssig mit durchgängig über 40 Frames die Sekunde und absolut ruckelfrei. Es ist also durchaus möglich aktuelle Spiele in einer guten Auflösung am PC zu spielen, eventuell muss man allerdings kleinere Abstriche in den Grafikdetails machen. Für einen Mini-PC aber eine durchaus beachtliche Leistung. Zum Vergleich nochmal ein Video mit verschiedenen Spielen auf dem D2305.

Mit Steams Big Picture Modus macht es durchaus Spaß den Mini-PC auch einmal zum Spielen zwischendurch zu benutzen und ihn nicht lediglich als Media-PC zu degradieren. Mit der Performance war ich im Test aber auch bei Alltagsanwendungen durchaus zufrieden. Persönlich würde ich auf 8 GB RAM aufrüsten, wobei die meisten auch mit 4 GB gut zurecht kommen dürften.

Wenn ihr den Bericht bis hierher gelesen habt, dürftet ihr merken, dass mich Giada mit ihrem Flaggschiff durchaus überzeugen konnte. Negativ ist mir nur ein großer Kritikpunkt aufgefallen. Die Lautstärke und Häufigkeit des Lüfters fand ich in einem ruhigen Raum durchaus störend. In der Bewerbung des PCs gab man an: “Fast geräuschloser Betrieb”, das kann ich so nicht unterschreiben.
Ich habe zuerst nach neuen Treibern gesucht und alle auf der Download-Seite aktualisiert, eine wirkliche Besserung trat allerdings nicht ein. Für einen Einsatz im Büro würde ich ihn daher nicht empfehlen, da der Lüfter doch recht häufig angeht. Dafür ist er aber zum Glück auch nicht gemacht, sobald ein Film oder Spiel läuft war der Lüfter für mich nicht mehr wahrnehmbar.

Ein zweiter kleiner Kritikpunkt ist für mich der Preis. Die UVP liegt bei 798 Euro und ich will gar nicht sagen, dass der Preis mit der gebotenen Hardware, Ausstattung und Verabreitung schlecht ist, sondern durchaus angemessen. Ihr bekommt immerhin einen vollwertigen PC mit Konsolenfähigkeiten und HD-Wiedergabe. Ich persönlich setze aktuell auf einen Raspberry Pi, der deutlich schwächere Hardware besitzt und nicht zum Spielen geeignet ist. In Sachen HD-Wiedergabe taugt er jedoch ebenfalls für deutlich kleineres Geld, aber eben auch einer ganz anderen Kategorie und Hardware.

Wer allerdings eine gelungene Mischung aus Desktop-PC, Konsole und Media-Center haben möchte, ist mit dem Giada D2305 durchaus gut bedient. Er ist das Geld durchaus wert, allerdings sollte dann auch der Bedarf für ein vollwertiges Windows mit ordentlich Power im Hintergrund gegeben sein, sonst gibt es günstigere Alternativen.


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Über den Autor: Patrick Meyhöfer

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24 Kommentare

timbo 5. Januar 2013 um 09:09 Uhr

sorry Patrick, aber die Bilder sind echt grauenhaft :|
Schmälert den eigentlich sonst gut verfassten Text.

Micha 5. Januar 2013 um 09:12 Uhr

Sehe ich da auf der Rückseite noch einen Sat-Anschluss, oder ist der im vorgestellten Modell nur Attrappe?

Der Preis geht für meine Begriffe voll in Ordnung, wenn die Verarbeitung wirklich so gut ist wie du schreibst. Schwarzer Klavierlack ist Geschmacksache und bei Wohnzimmer-Elektronik leider immer noch vorherrschend.

Was aber so gar nicht geht, ist diese Fernbedienung. Die sieht ja aus, als wäre die im 1Euro-Shop vom Wühltisch gefallen.

Henning 5. Januar 2013 um 10:14 Uhr

*haben will*

Henning 5. Januar 2013 um 10:17 Uhr

@Micha
Ich würde eher auf Antennenanschluss für DVB-T setzen.

Antonio 5. Januar 2013 um 10:46 Uhr

Hallo Patrick,
Erst mal danke für deinen Bericht. Ich möchte dir aber auch konstruktive Kritik mitgeben:
1. die Fotos sind wirklich mies
2. deine Art zu schreiben ist etwas anstrengend zu lesen. Du bildest viel zu lange Sätze mit zu vielen Wiederholungen.
3. zu oft “integriert”
4. Details zum Prozessor: Kerne, Taktfrequenz?

Lg, Antonio

Klais 5. Januar 2013 um 11:08 Uhr

ich finde den Preis für die Ausstattung ehrlich gesagt auch zu hoch

Henry 5. Januar 2013 um 11:53 Uhr

@Caschy: Na, also wie sich das anhört … “immer noch häufig vertretenen Desktop-Rechnern” … als ob es die in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr geben würde und die Nutzer solch’ antiker Gerätschaft unbelehrbar sind und zum alten Eisen gehören. Neee – du bloggst nur zu wenig drüber … was natürlich dein gutes Recht ist ;-) PS: Ist nicht böse gemeint, fällt eher unter “Bemerkung am Rande” …

Tonymann 5. Januar 2013 um 11:55 Uhr

Das mit dem SAT Anschluss fehlt mir hier auch ein wenig, schließlich ist es ja nen HTPC.

Ich finde das gerät zu teuer, wenn man nur nen bischen mehr Platz nutzt bekommt man das Teil für die Hälfte …

Henry 5. Januar 2013 um 11:55 Uhr

Ach … sorry … @Patrick natürlich!

daJey 5. Januar 2013 um 12:09 Uhr

jetzt seit doch nicht so kleinlich … Ich finde beides gut!

Andy 5. Januar 2013 um 14:37 Uhr

Hmm, eigentlich suche ich genau so ein Gerät. Für die Wiedergabe von HD-Videos und mit einem BluRay Laufwerk. Preislich finde ich das aber deutlich zu teuer wenn man nur Filme abspielen will.
Kennt ihr ähnliche Geräte zu einem besseren Preis ? Schwächere Hardware wäre ok.
Die Lösung ein externes BluRay Laufwerk per USB-anzuschließen wäre auch in Ordnung.

laderio 5. Januar 2013 um 14:41 Uhr

Falls es keine dedizierte Grafikkarte sein muss:
Intel DC3217IYE

smoo 5. Januar 2013 um 15:41 Uhr

Wer was günstigeres sucht, sollte mal bei Zotac gucken. HD-Wiedergabe können inzwischen eigentlich alle

Micha 5. Januar 2013 um 16:18 Uhr

@smoo

Die Mini-ITX-Boards von Zotac setzen aber alle auf ATOM-Prozessoren, damit kannst du die Spiele-Option (bspw. Steam Big Pictures) schon mal komplett vergessen.
Das sieht hier anders aus. Dank Ivy-Bridge ist ein Intel HD4000 verbaut und der performt ganz passabel.
Hab selbigem in meinem Mac Mini und kann eigentlich alle aktuellen Spiele spielen. Freilich nicht immer in den höchsten Grafikeinstellungen.
Und genau das ist der Punkt, wo das Gerät interessant wird.
Wenn du dadrauf nebenbei ganz gewöhnliche PC-Spiele spielen kannst, ist das Teil plötzlich viel mehr als nur ne teure Videoabspielkiste.

FlyingT 5. Januar 2013 um 16:18 Uhr

Schickes Teil. Ist halt nen richtiger HTPC und kein Nettop.

smoo 5. Januar 2013 um 17:27 Uhr

@Micha Natürlich kann man damit nicht spielen, aber dafür zahlt man auch nur einen Bruchteil.
Nur ATOM stimmt nicht. Ich hab eine ZBOX mit einem Intel-CULV, der ja um Längen leistungsfähiger ist als ein ATOM, dabei aber sogar weniger Strom verbraucht. Außerdem ist Chipsatz und Grafik von Nvidia. Einfachere Spiele sind damit sogar möglich.

Außerdem gibt’s da auch welche mit AMD-Cpus und ich glaube sogar auch mit Core iX…

Andy89 5. Januar 2013 um 17:39 Uhr

@itstudent & @smoo
Danke für eure Tipps. Was ich bei meinem kurzen Überblick gesehen habe ist, dass die Geräte mit BluRay wohl immer noch ab ca. 400€ kosten. Was ich nur zum Filme/Serien abspielen immer noch als zu teuer ansehe.

Tom 5. Januar 2013 um 19:21 Uhr

800€ angemessen?
Nene wer nen Kleinen PC will
kann lieber für 600 nen ITX Gamer ausgeben.

Justus 5. Januar 2013 um 20:16 Uhr

@Andy89 Alternativ könntest du dir auch einfach einen Blu-Ray Player mit integriertem Mediaplayer holen (die etwas besseren von Samsung haben so einen). Oder du holst dir einen günstigen Blu-Ray Player und so einen Android-Stick (zB MK808 … bekommt man als Direktimport über eBay aus China für unter 50€). Mit dem kannst du one Problem HD Material konsumieren und hast noch sämtliche anderen Android Funktionen dabei. Einen PC zum arbeiten ersetzt das natürlich nicht, aber als MediaCenter ist das schon nicht schlecht.

Andy89 6. Januar 2013 um 13:57 Uhr

@Justus
Ein BluRay Player wäre natürlich das naheliegenste. Allerdings sind die Geräte heute alle mit Cinavia Kopierschutz verdongelt und ich lasse mich von Herstellern nicht bevormunden.

laderio 6. Januar 2013 um 16:32 Uhr

Hier mal ein Link zu dem Intel DC3217IYE, ein Barebone mit Core i3-3217U ULV für ca. 250€:
http://geizhals.de/864876

Johannes 8. Januar 2013 um 17:08 Uhr

Ich finde den Preis OK für die Hardware. Um Henning mal zu Zitieren : *Haben Will*


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