Testbericht DreamMe: Träumen Smartphones von elektrischen Schafen?

25. September 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

dreamme1Es ist einer meiner ersten Beiträge hier im Blog gewesen: DreamMe ist eine Art Kombination aus Smartphone-Aufsatz und App, welcher nächstens Inhalte an die Decke projiziert. Das Prinzip ist simpel: Linse auf den Bildschirm legen, richtig fokussieren, schon flimmert an der Decke der gewünschte Inhalt herum. Über die kostenlose App lässt sich einrichten, was genau man an der Zimmerdecke erblicken möchte. Das kann ganz simpel die Uhrzeit sein, es sind aber auch das Wetter oder gar ein eigener Text möglich. Mittlerweile habe ich ein Exemplar von DreamMe erhalten und sowohl das Accessoire als auch die App für einen kurzen Erfahrungsbericht ausprobiert.

Im Lieferumfang liegen neben dem DreamMe selbst noch ein Reinigungstuch für die Line, eine kleine Tasche aus Samt plus ein Faltblatt mit Verweis auf die notwendige App und das Fokussieren bei. Ich habe auch noch einen grünen Fokusring erhalten – jener ändert aber an der Funktionalität nichts. DreamMe besteht aus drei Einzelteilen, die man recht einfach auseinander nehmen kann: dem Aufsatz mit Linse, dem Fokusring aus Plastik in der Mitte und dem Gummiboden. Letzter wird auf das Smartphone gestellt. Die offizielle DreamMe-App wird aber zwingend zur Nutzung benötigt.

dreamme karton

Aktuell sehen die Bewertungen im Play Store übrigens nicht so gut aus – bei nur 2,3 Sternen steht die App. Dabei mosern die Nutzer eigentlich aber weniger über die App an sich, als über das physische DreamMe-Accessoire. Etwa wird der geringe Fokusbereich an den Rändern kritisiert, welcher z. B. die Uhrzeit nur schwer ablesbar mache. Ich habe versucht jenes im Test nachzuvollziehen und schildere daher mal vorab meine Gegebenheiten: Meine Decken sind klassisch, also schlicht in Weiß gehalten und ca. 2,95 m hoch. Zur Nutzung habe ich DreamMe nicht auf den Fußboden gelegt, sondern auf verschiedenen Ablageflächen platziert – Kommode, Fernsehtisch, Schreibtisch, etc. In der App habe ich dabei übrigens mit sowohl großer als auch normaler Schrifteinstellung experimentiert. Hier sind einmal Screenshots der Einstellungsmöglichkeiten für euch.

dreamme einstellungen

Das recht unattraktive App-Symbol sollte euch nicht abschrecken – innerhalb der Anwendung ist alles recht aufgeräumt und leicht bedienbar. Funktioniert DreamMe aber nun in der Praxis? Und wie sieht es mit dem in den Bewertungen bemängeltem Fokus aus? Das wollte ich gerne im Selbstexperiment erfahren. Ich habe DreamMe daher für eine Nacht als Nachtlicht eingespannt. Also her mit der App und los geht’s. Erstmal nervig: In der kostenlosen Begleit-App zu DreamMe flimmert zunächst als voreingestellter, eigener Text stets „DreamMe App!“ nach der Anzeige der Uhrzeit über das Display. Das hat mich zuerst veranlasst anzunehmen, dass ich die Pro-Version für 2,02 Euro kaufen müsste, um die Eigenwerbung auszublenden. Dem ist glücklicherweise nicht so – „Eigener Text“ abschalten und weg ist die Einblendung.

Stattdessen bietet die Pro-Version der DreamMe-App  übrigens die Option sich weitere Zeitzonen anzeigen zu lassen, Wetter aus mehreren Städten einzublenden, ungelesene E-Mails anzuzeigen und den Twitter-Feed abzurufen. Falls ihr also selbst im Halbschlaf noch süchtig nach Social Networks seid, ist die Pro-Version etwas für euch. Ansonsten reicht die kostenlose App vermutlich bereits aus.

dreamme lieferumfang

Es sei erwähnt: DreamMe saugt den Akku über Nacht leer. Ich nutze ein Honor 6+ und habe Schnittstellen wie Bluetooth, GPS, Wi-Fi und mobiles Internet über Nacht immer ausgeschaltet. Nach einer Stunde DreamMe-Einsatz sank die Akkuladung von 100 auf 87 %. Nach drei Stunden Dauereinsatz ließ DreamMe noch 59 % Akkuladung über, nach vier Stunden waren es noch 46 %… Ihr seht worauf es hinausläuft, denn nach etwa siebeneinhalb Stunden DreamMe-Beleuchtung an einem Honor 6+ war dann Sense. Wollt ihr DreamMe, was durchaus logisch erscheint, also als Nachtlicht verwenden, müsst ihr das Smartphone nachts an das Ladegerät klemmen. Sonst habt ihr über Tag nichts mehr von eurem Phone.

Dazu muss man ergänzen, dass die Bildschirmhelligkeit während der App-Nutzung automatisch voll aufgedreht wird. Ergibt ja auch Sinn, damit man die weiße Schrift an der Decke lesen kann. Wie ihr im Screenshot mit den Einstellungen gesehen habt, kann man die Helligkeit zwar auch reduzieren, darunter leidet die Lesbarkeit aber relativ fix. Ja, und was ist nun mit dem Fokus? Anfangs hatte ich auch Schwierigkeiten damit, dass die Schrift an den Rändern unscharf wurde und ich somit etwa die Uhrzeit nicht komplett scharfstellen konnte. Hier kommt es allerdings auf etwas Fingerspitzengefühl an: Zum einen müssen die drei Teile fest zusammengesteckt sein. Das alles passt, erkennt man daran, dass es ein lautes „Klack“ gibt, wenn das jeweilige Gummiteil nach dem Auseinandernehmen wieder komplett angedrückt wurde.

dreamme drei teile

Zum anderen muss der Aufsatz natürlich am richtigen Punkt auf dem Bildschirm stehen und der Fokusring korrekt eingestellt sein. Insgesamt ist das alles gerade am Anfang fummelig, aber wohl kaum anders lösbar. Sicherlich spielt auch die Höhe der Decken eine Rolle. Ich wohne in einem Altbau mit den bereits erwähnten, relativ hohen Decken. Auch wenn ich das Problem mit dem Fokus demnach nicht nachvollziehen konnte, kann es natürlich trotzdem sein, dass bei anderen Nutzern nicht alles hinhaut. Ich kann nur von meiner Warte berichten und es war alles in Ordnung.

Mein Fazit zu DreamMe: Was das Produkt bieten soll, hat bei mir auch tadellos funktioniert. Die App ist kostenlos, die Hardware kostet 24,95 Euro. Den Preis finde ich persönlich zwar etwas hoch gegriffen, aber hier muss eben jeder selbst entscheiden, wie viel Nutzen er aus dem Smartphone-Aufsatz zieht. Ich selbst mag es ohnehin lieber komplett dunkel, wenn ich schlafe. Allerdings kann ich mir DreamMe super im Kinderzimmer als Nachtlicht oder zum Schäfchen zählen vorstellen.

dreamme schaf

Schleifen könnte man noch etwas an der App, die mit ihrem Logo und z. B. dem recht abrupten Ausblenden der ansonsten sehr niedlichen Schafe etwas hausbacken wirkt. Trotzdem kann man auch in der kostenlosen Variante viel einstellen, wenn man denn in der Nacht auf dem neusten Social-Stand bleiben möchte. Falls ihr also an dem Konzept von DreamMe Gefallen findet, liegt ihr mit diesem Smartphone-Nachtlicht durchaus richtig.

DreamMe
Testbericht DreamMe: Träumen Smartphones von elektrischen Schafen?
Entwickler: Yvonne Joh
Preis: Kostenlos+
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DreamMe
Testbericht DreamMe: Träumen Smartphones von elektrischen Schafen?
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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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