Samsung Galaxy Note 4 Testbericht: Supergroß, superscharf, super…geil?

4. November 2014 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von:

Ich muss zugeben, ich war nie ein sonderlich großer Freund von Samsung Galaxy-Smartphones. Und das lag weniger an der Verarbeitung, sondern eher an der gesamten Nutzererfahrung, die mich nicht hinterm Ofen hervorlocken wollte. TouchWiz ist hier das Zauberwort. Viel zu schrill, eckig und riesig – einfach durchweg unstimmig in meinen Augen.

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Daher habe ich meist einen Bogen um die Geräte gemacht und das einzige Smartphone von Samsung, das mir jemals ins Haus kam, war das gute alte Samsung Galaxy Nexus. Nun kam kürzlich das neue Samsung Galaxy Note 4 auf den Markt und ich hatte endlich die Möglichkeit, mir zum ersten Mal und in aller Ruhe eine zweite Meinung zu bilden. Wie die ausfiel und warum mich der tägliche Umgang mit TouchWiz am Ende doch nicht so gestört hat wie ich befürchtet hatte, lest Ihr in diesem Erfahrungsbericht.

Irgendwie hatte mich die Note-Reihe von Anfang an interessiert. Ich bin nicht unbedingt ein Freund der monströsen Größe, habe aber auch kein Problem damit, mir ein halbes Frühstücksbrettchen ans Ohr zu heften – ich bin ja auch ein großer Kerl. Der S-Pen erschien mir mit seiner Funktionalität eine sinnvolle Ergänzung für viele Privat- und Geschäftssituationen. Samsung hat die Nutzung des Note mit dem S-Pen in den letzten Jahren stetig verbessert, sodass ich kaum mehr meine Finger nutzen musste.

Die Feature-Palette des Galaxy Note 4 ist so umfangreich wie erschlagend zugleich. Viele der Funktionen, mit denen das Smartphone vollgestopft ist, habe ich nie genutzt oder hätte sie nicht vermisst, wenn sie verschwunden wären. Und auch wenn Samsung einer der OEMs ist, der für das Nutzererlebnis unter Android eine eigene Vorstellung (und Nutzeroberfläche) hat als die von Google, kann man sich stets einer Sache gewiss sein: Samsung-Smartphones besitzen immer moderne Hardware mit viel Potenzial.

Was steckt drin?

* Display: 5,7-Zoll Quad HD AMOLED (2560 x 1440, 515 ppi)
* Prozessor: Qualcomm Snapdragon 805 (2,7 GHz Quad-Core)
* Arbeitsspeicher: 3 GB RAM
* Speicher: 32 GB (erweiterbar via MicroSD-Karte auf bis zu 128 GB)
* Kamera: Rückseite 16 MP mit Opischem Bildstabilisator (OIS) / Front 3,7 MP
* Betriebssystem: Android 4.4.4 KitKat mit TouchWiz UI, Android Lollipop 5.0 Update kommt
* Akku: 3.220 mAh (austauschbar)
* Abmessungen: 153,5 x 78,6 x 8,5 mm, 176 Gramm
* Netzwerkunterstützung: 4G / LTE / HSPA+ 42,2 Mbps (3G)
* Verbindungstechnologien: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, NFC, A-GPS/GLONASS/Beidou, USB 2.0
* Farben: Frosted White, Charcoal Black, Bronze Gold, Blossom Pink

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Haptik und Optik

Die Samsung Galaxy Note-Reihe war von Anfang an als Phablet ausgelegt. Daher ist die Haptik des Gerätes immer etwas mit Vorsicht zu bewerten. Jedem sollte klar sein, dass er sich von der einhändigen Bedienung verabschieden kann, sobald er sich ein Note zulegt.

Doch ansonsten liegt das Note 4 wirklich gut in der Hand. Die Rückseite in Lederoptik sorgt für den nötigen Grip, auch wenn es für meine Augen nicht das schönste Augenschmankerl ist. Wenigstens hat man hier die nicht sehr ansehnliche Nahtkante weggelassen, die beim Note 3 vorzufinden war. Aber hey, Samsung hätte auch den Fehler machen können und dem Note 4 die Pflasteroptik des Samsung Galaxy S5 geben können. Was ist eigentlich aus den guten alten Airbrush-Rückseiten-Herstellern vom Jahrmarkt geworden? OK, zurück zum Thema.

Samsung hat sich bei dieser Generation Note für einen Metallrahmen entschieden, der bei meinem Testgerät eine leicht eloxierte Optik aufzeigt. Hier kann ich Samsung wirklich stehend applaudieren, denn auch wenn die Materialauswahl möglicherweise auch schon bei der Konkurrenz vorkam, so ist die Entscheidung hin zum eloxierten Metall die perfekte Entscheidung gewesen. Das Ganze wird durch abgeschliffene Chromleisten in Hochglanzoptik aberundet und fühlt sich einfach toll an. Keine scharfen Kanten, kein lästiges Spaltmaß, nichts.

Am Gewicht des Note 4 ist ebenfalls nichts auszusetzen. Mit gerade einmal 176 Gramm ist das Phablet leichter als ich erwartet hätte und auch beim Filme gucken wird das Gerät zu keiner Zeit zu schwer.

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Display

Samsung verbaut im neuen Galaxy Note 4 erstmals ein Quad HD Super AMOLED Display. Wer das Full HD Display des Note 3 oder der Samsung Galaxy S-Reihe schon überragend fand, wird sich am Display des Note 4 nicht mehr satt sehen können. Da sich die Display-Diagonale gegenüber dem Vorgänger nicht verändert hat und bei 5,7 Zoll verbleibt, wartet das Note 4 Display mit einer sagenhaften Pixeldichte von 515 ppi auf! Das Display ist einfach atemberaubend scharf und durch die Super-AMOLED Technologie von Samsung mindestens genauso lebhaft und farbenfroh.

Da AMOLED-Displays ja bekanntlich zwar einen echten Schwarzwert bieten, aber dennoch sehr stark übersättigt sind, hat Samsung eine Bildschirm-Einstellung eingebaut, bei der ihr die Farben etwas nachjustieren könnt. Eine anpassungsfähige Anzeige ist jedoch ab Werk aktiviert, die intelligent erkennt, ob ihr gerade einen Film seht oder ein Foto betrachtet, um die Farbwerte dahingehend zu optimieren und nicht zu überdrehen. Dies schafft das Note 4 meiner Meinung nach auch sehr gut.

Dass man auf dem Display mit insgesamt 3.786.400 Pixeln angezeigten Pixeln auch bei naher Betrachtung keine unscharfe Schrift mehr erwarten darf, muss ich hier wohl kaum mehr erwähnen.

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Der Akku

Wer sich ein Note kauft, der weiß auch, dass er sich ein Akku-Monster ins Haus holt. Samsung verbaut im Note 4 einen 3.220 mAh starken Akku, der glücklicherweise nach wie vor austauschbar ist. Aus diesem Grund war ich besonders auf die Laufzeit gespannt und wurde nicht enttäuscht. Um es vorweg zu sagen: man muss sich zu keiner Zeit Sorgen machen, über Tag eine Steckdose aufsuchen zu müssen. Der Akku ist wirklich ausdauernd und ich habe ihn lediglich ein einziges Mal komplett leer bekommen. Die Werte variieren ja auch immer je nach Anwendung und installierter Apps auf dem Gerät.

Mein persönlich bester Wert lag bei 14 Stunden gemischter Nutzung, einer Display-on-Zeit von knapp 4,5 Stunden und immer noch 30% Restakku auf Lager. Jedoch gab es auch Tage, da bin ich mit rund 15 Prozent ins Bett gegangen und hatte lediglich 2,5 Stunden Display-on-Zeit. Ich kann hier nur vage Vermutungen anstellen, doch ich hatte während dieser Zeit ein bis zwei Prozesse von Samsung im Hintergrund laufen, die offenbar eingefroren waren und lustig am Akku herumlutschten. Da dies glücklicherweise ein Einzelfall blieb, fällt das Resümee dennoch äußerst positiv aus. Um Euch einen Richtwert darzustellen, habe ich das Note 4 einmal durch den Akkutest von PCMark gejagt.

Hierfür habe ich die Sim-Karte zwar entnommen, dafür hatte ich jedoch WLAN angelassen, die Hintergrundsynchronisation scharf gestellt, den Akku auf 100% vollgeladen und die Displayhelligkeit auf 50% gestellt. Nach 5 Stunden und 34 Minuten war das Note schlussendlich auf 20% Restakku runter. Wow! PCMark versicherte mir dann auch noch einmal, dass das Note zur Zeit eines der mächtigsten Akkubiester da draußen ist.

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Und sollte man mal die Steckdose zwischendurch doch aufsuchen müssen, sorgt die neue Fast-Charging Funktion für extrem schnelle Ladezeiten. Seitens Samsung gibt man an, dass die Batterie von 0 auf 50% in zirka 30 Minuten, bzw. von 0 auf 100% in gerade mal 100 Minuten aufgeladen ist und dies kann ich so auf jeden Fall bestätigen.

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Performance

Ich hatte immer wieder Berichte gelesen, in denen geschrieben wurde, dass Samsung-Geräte trotz Oberklasse-Hardware immer wieder stottern, laggen und einem den letzten Nerv rauben können. Immer wurde dabei im gleichen Atemzug die Nutzeroberfläche TouchWiz an den Pranger gestellt, die einfach zu stark auf die Bremse tritt. Ich sah mich also schon innerhalb kürzester Zeit das Teil wütend aus dem Fenster werfen.

Ich habe mich während des Testzeitraums zum Teil mit TouchWiz und zum Teil mit dem Google Now Launcher durch die Gegend bewegt. Und beide hatten ihre kleinen Aussetzer, die aber so minimal waren, dass ich sie kaum bemerkte. Es sind die einfachen Mikroruckler, die einem hier und da ins Auge springen, wenn man in das App-Grid springt oder eine App öffnet. Also überall da, wo Übergangseffekte auftreten. Vorhanden? Ja. Störend? Nicht unbedingt. Samsung hat hier mit der Hardware mittlerweile ein Level erreicht, das die Ruckler gut vermeidet. Und TouchWiz ist längst nicht mehr so schrill, wie ich es immer in Erinnerung hatte.

Der Snapdragon 805 Quadcore-Prozessor mit 2,7 Ghz und den verbauten 3 GB Arbeitsspeicher sorgen, gepaart mit dem großen und scharfen Display, für ein flüssiges Gaming-Erlebnis. Ich bin sonst nicht so der Freund von mobilen Spielen und bevorzuge eindeutig meine Konsole, aber ich habe mich doch dabei ertappt, wie mir das Spielen einiger Runden Asphalt 8 oder Grand Theft Auto: Vice City mehr Spaß gemacht hat als auf jedem anderen Smartphone. Durch die Displaygröße hat man glücklicherweise mehr Sichtfläche und meine dicken Daumen nehmen dadurch nicht drei Viertel des Bildschirms ein.

Egal, was ich auf dem Note 4 angesehen oder gespielt habe, das Gerät hat alles ohne Mucken sauber und flüssig zum Laufen gebracht.

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Die Kamera

Kamera kann Samsung ja unbestritten. Die neue 16 Megapixel-Kamera auf der Rückseite des Galaxy Note 4 ist da keine Ausnahme. Die Bilder und Videos, die das Note produziert sind bei richtigen Lichtverhältnissen, nicht zuletzt durch den neuen optischen Bildstabilisator, sehr scharf und naturgetreu.

Allerdings ist der neue OIS leider im Vergleich zu Konkurrenzprodukten wie Lumias oder iPhone 6 Plus nicht der beste. Ich neige leider zu einer unruhigen Hand beim Filmen und Fotografieren, weshalb optische Bildstabilisatoren ein willkommener Trend für mich sind. Die Bilder des Galaxy Note 4 erschienen mir häufig etwas zu schnell verwackelt. Vor allem unter schweren Lichtbedingungen, in denen die Lichtblende länger geöffnet ist, macht sich der eher durchschnittliche OIS bemerkbar. Hier möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen, wie die Bilder ausgesehen hätten, wenn kein OIS vorhanden wäre.

Während die Kamera unter schlechten Lichtverhältnissen auch mit dem Weißabgleich stark zu kämpfen hatte und schnell ins Grünliche abwandert, ist der Weißabgleich bei Tageslicht ein ganz anderes Kapitel und im Automatikmodus schon äußerst zuverlässig. Die Farben werden realitätsnah wiedergegeben und wirken nicht übersättigt. In der nachfolgenden Bildergalerie könnt Ihr Euch selbst einen Überblick zur Kameraqualität verschaffen. Ich war jedenfalls wirklich begeistert.

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Die Videoqualität des Galaxy Note 4 ist ebenfalls sehr gut! Das Note 4 nimmt Videos in Ultra HD bzw. 4K-Qualität bei 30 fps auf, die kristallklar in Bild und Ton sind. Aber auch 2K- und Full HD-Aufnahmen sind manuell einstellbar. Wie gut die Videoqualität des neuen Galaxy Note 4 ist, könnt Ihr in meinem kleinen Testvideo sehen, das ich vergangenen Dienstag beim DFB-Pokalspiel FC St. Pauli gegen Borussia Dortmund aufgenommen habe (das zur Freude von Caschy 0:3 für Dortmund ausging). Leider „nur“ in 1440p, da ich offenbar vorher zu viel mit den Einstellungen herumgespielt habe, aber das sollte den Ersteindruck nicht trüben.

Für die Selfie-Freunde unter Euch hat Samsung zudem eine 3,7 Megapixel „Wide-Selfie“ Frontkamera eingebaut, die Videos mit 2K-Auflösung aufnehmen kann und einen Blickwinkel von 120° besitzt. Somit bekommt Ihr auch mehrere Leute noch locker vor die Linse. Außerdem hat die Frontkamera eine f/1.9 Blende, die für 60% mehr Lichteinfall sorgt. Allerdings wirkte die Frontkamera bei Fotos etwas zu weich für meinen Geschmack. Dennoch produziert sie mehr als brauchbare Bilder.

S-Pen

Der S-Pen ist ein Alleinstellungsmerkmal von Samsung geworden. Auch im Galaxy Note 4 ist der kleine Stift sprichwörtlich mit an Bord und hat auch diesmal ein paar Neuerungen erhalten. Samsung hat insbesondere am Level der Sensitivität geschraubt, sodass der S-Pen nun in der Lage ist 2048 verschiedene Level an Druckpunkten zu erkennen (vorher waren es „nur“ 1024). Dadurch kann der Stift selbst die kleinsten Striche erkennen, die gezeichnet werden und machen das Handschriftgefühl noch realistischer als zuvor. Die Latenz ist nur noch minimal, sodass man beinahe sofort sehen kann, wo man den Strich gerade gesetzt hat.

Das Air Command Feature wurde ebenfalls überarbeitet. Sobald man den S-Pen aus dem Gerät entnimmt, hat man nun die Auswahl zwischen Aktionsmemo, Intelligente Auswahl, Bildclip und Screenshot-Notiz. Mit Aktionsmemo könnt Ihr schnelle Notizen schreiben und diese an die S Note-App senden. Die handschriftliche Notiz kann auch auf Wunsch in Eurem Evernote-Konto landen. Mit „Intelligente Auswahl“ könnt Ihr einzelne Bildausschnitte aus verschiedenen Apps als Screenshots in einer Art Clip-Album sammeln. Bildclip erlaubt Euch ähnliches, mit dem Unterschied, dass Ihr hier Elemente freistellen könnt. Mit Screenshot-Notiz könnt Ihr, wie der Name erahnen lässt, einen Screenshot erstellen und diesen mit handschriftliche Notizen zu versehen.

Zudem kann der S-Pen nun wie eine Maus am PC als Auswahl-Tool für mehrere Elemente genutzt werden. Wollt Ihr also beispielsweise mehrere Bilderreihen in einer Galerie anwählen, dann müsst ihr nur den Funktionsknopf am S-Pen gedrückt halten und die Bilder markieren.

Mit Fotonotizen könnt ihr nun auch geschossene Fotos direkt mit dem S-Pen bearbeiten. Ob nun sinnvolle Notizen dabei rauskommen oder einfach nur ein paar aufgemalte Teufelshörner oder ein schöner Schnurrbart für die Freundin bleibt Euch überlassen.

Ach der S Planner wurde für die Nutzung mit dem S-Pen optimiert. Falls Ihr aus einem Termin einen mehrtägigen machen wollt, braucht ihr das Startdatum also nur noch gedrückt halten und den Termin bis zum Enddatum ausweiten. Auch neu ist die Umwandlung von handschriftlichen Termindaten in Kalendereinträge. Einfach gewünschtes Datum im S Planner anklicken und schon könnt ihr den Terminnamen und die Location handschriftlich eintragen und das Note 4 wandelt automatisch um.

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Was mich gestört hat

Bevor ich zum Fazit komme muss ich an dieser Stelle noch ein paar Punkte nennen, die auch nach Tagen das gesamte Nutzererlebnis immer wieder einschränkten. Es kann ja nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein.

Samsung setzt ja bekanntlich auf Hardware-Buttons für die Befehle „Home“, „zurück“ und „zuletzt genutzte Apps“. Dies ist so dermaßen lahmarschig, dass es auf keine Kuhhaut geht. Wenn ich auf zuletzt genutzte Apps klicke, dauert es über eine Sekunde, bis das App-Karussell startet, sodass ich oftmals nicht genau wusste, ob ich den Knopf überhaupt gedrückt habe. Oftmals habe ich deshalb noch mal draufgeklickt und das Ding immer wieder aus Versehen geschlossen. Diese Verzögerung darf einfach nicht sein und machte mich oft rasend.

Das Gute an den Hardware-Buttons ist, dass man diese seit dem Note 3 auch mit dem S-Pen bedienen kann – bis auf den Home-Button. Warum baut Samsung Sensoren für einen Fingerabdruck-Scanner ein, aber keine für den S-Pen, um wieder auf den Home-Screen zurück zu gelangen? Vielleicht kommt Samsung ja im Note 5 dahinter, dass dies einfach von Haus aus zu einer nahtlosen Nutzererfahrung dazugehören MUSS.

Die Power- und Lautstärketasten sind getrennt voneinander angebracht an der rechten und linken Seite. Während einige für diese Entscheidung stehend applaudieren, verfluche ich Samsung dafür. 1. Weil die Knöpfe einen dermaßen weichen Druckpunkt haben und so schnell betätigt werden, dass es mir regelmäßig die Ohren wegfönt hat, wenn ich mit Kopfhörern unterwegs Musik höre und aus Versehen an die Lautstärke Wippe gerate. 2. Versucht mal mit so butterweichen und schlecht positionierten Knöpfen einen Film zu gucken. Man weiß nie, wohin man die Finger legen soll und man kommt einfach so leicht an den Power-Knopf, dass ich während einer 40-minütigen Serienfolge bei Netflix sage und schreibe 4 Mal das Display erneut wieder einschalten musste.

Apropos Multimedia. Die Lautsprecher sind so dermaßen schlecht positioniert und klein, dass sie verflucht schnell abgedeckt werden. Klar, das Problem hat man mit anderen Smartphones auch, die die Lautsprecher auf der Rückseite haben, aber beim Note 4 habe ich es am meisten bemerkt. Wenn Ihr das Gerät auf eine plane Oberfläche wie einen Tisch legt, ist alles gut. Solltet Ihr das Gerät auf eine Stoffoberfläche legen, wie ein Sofa, habt Ihr ein Problem. So sind mir mehrfach trotz Lautstärke-Einstellungen auf gut 75% sowohl Nachrichten als auch Anrufe durch die Lappen gegangen.

Die neue Multiwindow-Funktion ermöglicht Euch nicht nur zwei verschiedene Apps untereinander laufen zu lassen, sondern auch Apps verkleinert auf dem Bildschirm laufen zu lassen, während Ihr im Hintergrund beispielsweise einen Film laufen habt. Dafür müsst Ihr eine Wischgeste von der oberen rechten Bildschirmkante diagonal runter zur Mitte machen. Diese Funktion ist bei einem 5,7 Zoll großen Display jedoch nicht sehr gut durchdacht. Wenn ich also die Benachrichtigungsleiste runterwischen will, um zu gucken welche Nachricht ich erhalten habe, habe ich leider genauso schnell aus Versehen diesen Multiwindow Mode für die laufende App aktiviert und meine laufende App ist verkleinert. Glücklicherweise kann diese Funktion in den Einstellungen wieder deaktiviert werden, aber da muss Samsung noch mal nachdenken.

Samsung hat ja in der diesjährigen Generation Galaxy-Geräte einen Fingerabdruck-Scanner eingebaut. So auch beim neuen Galaxy Note 4. Dieser funktionierte jedoch mehr semi-optimal, sodass ich Ihn schnell wieder deaktiviert habe. Während man seit dem iPhone 5S einfach nur seinen Daumen auf dem Home-Button ruhen lassen muss, um das Smartphone zu entriegeln, muss man beim Note 4 wie auch schon beim Galaxy S5 den Finger von oben nach unten vertikal über den Home-Button streichen. Sobald man auch nur einen gefühlten hundertstel Millimeter von der zentralen Stelle abweicht, meckert das Note 4 sofort rum, dass man den Finger doch gefälligst zentriert über den Sensor streichen soll.

Fazit

Auch wenn ich mit der ein oder anderen Funktion des Samsung Galaxy Note 4 nicht unbedingt zufrieden war, so war dennoch positiv von meiner Erfahrung überrascht. Die Größe des Phablets hatte mir von vornherein keine Angst gemacht und ich wusste, worauf ich mich einlasse. Samsung wird zunehmend in seinem Produktdesign erwachsen und setzt vermehrt auf Premium-Materialien. Das Note 4 ist optisch auf jeden Fall das schickste Galaxy-Smartphone, das ich bislang in der Hand hielt.

Auch die Erfahrung mit TouchWiz hat mich absolut nicht abgeschreckt, auch wenn ich nach wie vor ein pures Android immer und zu jeder Zeit bevorzuge. Dennoch sollte Samsung daran arbeiten, die einzelnen Elemente in TouchWiz nicht überdimensioniert zu gestalten. Eine Dialog-Box darf und sollte einfach nicht die Hälfte des Bildschirms einnehmen. Sonst sieht selbst ein 5,7 Zoll großes Monsterdisplay aus wie ein Kinder-Lerncomputer.

Dennoch kann ich sagen, dass Samsung mit dem Galaxy Note 4 ein solides Smartphone auf den Markt gebracht hat, das sowohl den Business- als auch den Privatanwender anspricht. Und auch wenn ich wegen der kleinen Dinge hier und da mal geflucht habe – so bin ich absolut nicht nachtragend und kann das Samsung Galaxy Note 4 wärmstens empfehlen.

Qualität hat natürlich auch ihren Preis und so ist Samsung bekannt für ein saftiges Preisetikett zum Verkaufsbeginn. Aktuell ruft Samsung selbst 769 Euro für das Galaxy Note 4 auf. Doch wer ein wenig Geduld hat, wird das Smartphone sicherlich in ein paar wenigen Wochen für weniger erstehen können.


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