Samsung Apps: ab 1. Juli muss das Samsung SDK enthalten sein

31. Mai 2014 Kategorie: Android, Mobile, geschrieben von:

Entwickler, die für das Android-Betriebssystem entwickeln, haben eine breite Auswahl an Stores, wo sie ihre Apps einreichen und vertreiben können. So auch bei Samsung Apps, dem Store, der auf allen Samsung-Geräten vorinstalliert ist. Ab 1. Juli gelten hier neue Richtlinien, die einmal mehr andeuten, dass Samsung sich langfristig ohne Google Services behaupten will, oder zumindest testet, wie weit man ohne kommt. Die Änderungen teilt Samsung registrierten Entwicklern per E-Mail mit.

Samsung

Ab 1. Juli müssen Entwickler, wenn sie eine App neu einreichen, das Samsung SDK nutzen. Das bedeutet, dass die Apps dann generell Unterstützung für Samsung-spezifische Funktionen bietet, auch wenn die App diese gar nicht benötigt. Hierzu zählen Dinge wie S-Pen oder der Fingerabdruck-Scanner des Galaxy S5. Für Entwickler, die auf die speziellen Funktionen von Samsung-Geräten eingehen wollen, sicher toll, für alle anderen aber ein Mehraufwand, vor allem für kleine Entwickler.

Verbaut man das Samsung-SDK in seinen Apps, kann man nicht sicher sein, wie sich dieses auf Geräte anderer Hersteller auswirkt. Grundsätzlich sollte es funktionieren, garantieren kann dies jedoch keiner. Was bleibt dem Entwickler? Mehrere Versionen einer App anfertigen, damit sie auch wirklich mit jedem Store und jedem Gerät kompatibel ist.

Samsung hat den Vorteil, dass man so vielleicht Entwickler in den eigenen Store locken kann, die dann speziell Apps für die Nutzung von Samsung-Funktionen erstellen. Ist im Prinzip der Apple-Weg: „Hier seht Ihr, was das Gerät alles kann, macht mit Eurer App etwas daraus.“

Diese Änderung betrifft nur neu eingereichte Apps. Bereits vorhandene können weiterhin auch ohne Samsung-SDK geupdatet werden. Auch betrifft dies nicht Entwickler, die eine besondere Partnerschaft oder Verträge mit Samsung haben, können auch weiterhin Apps ohne Samsung-SDK einreichen. Geschickter Zug, die ganz großen Entwickler würden sich sicher nicht einfach vorschreiben lassen, wie man die eigene App zu gestalten hat.

Durch das Samsung-SDK löst sich Samsung weiter in Richtung Android im Samsung-Style, ohne Google-Dienste. Bis es soweit ist und man vollständig auf Google verzichten kann, ist es ein langer Weg. Samsung wird diesen endgültigen Schritt, wenn überhaupt, erst dann gehen, wenn man im eigenen Ökosystem Google in nichts mehr nachsteht. (Danke Martin!)


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Sascha hat bereits 9386 Artikel geschrieben.