Samsung Apps: ab 1. Juli muss das Samsung SDK enthalten sein

Entwickler, die für das Android-Betriebssystem entwickeln, haben eine breite Auswahl an Stores, wo sie ihre Apps einreichen und vertreiben können. So auch bei Samsung Apps, dem Store, der auf allen Samsung-Geräten vorinstalliert ist. Ab 1. Juli gelten hier neue Richtlinien, die einmal mehr andeuten, dass Samsung sich langfristig ohne Google Services behaupten will, oder zumindest testet, wie weit man ohne kommt. Die Änderungen teilt Samsung registrierten Entwicklern per E-Mail mit.

Samsung

Ab 1. Juli müssen Entwickler, wenn sie eine App neu einreichen, das Samsung SDK nutzen. Das bedeutet, dass die Apps dann generell Unterstützung für Samsung-spezifische Funktionen bietet, auch wenn die App diese gar nicht benötigt. Hierzu zählen Dinge wie S-Pen oder der Fingerabdruck-Scanner des Galaxy S5. Für Entwickler, die auf die speziellen Funktionen von Samsung-Geräten eingehen wollen, sicher toll, für alle anderen aber ein Mehraufwand, vor allem für kleine Entwickler.

Verbaut man das Samsung-SDK in seinen Apps, kann man nicht sicher sein, wie sich dieses auf Geräte anderer Hersteller auswirkt. Grundsätzlich sollte es funktionieren, garantieren kann dies jedoch keiner. Was bleibt dem Entwickler? Mehrere Versionen einer App anfertigen, damit sie auch wirklich mit jedem Store und jedem Gerät kompatibel ist.

Samsung hat den Vorteil, dass man so vielleicht Entwickler in den eigenen Store locken kann, die dann speziell Apps für die Nutzung von Samsung-Funktionen erstellen. Ist im Prinzip der Apple-Weg: „Hier seht Ihr, was das Gerät alles kann, macht mit Eurer App etwas daraus.“

Diese Änderung betrifft nur neu eingereichte Apps. Bereits vorhandene können weiterhin auch ohne Samsung-SDK geupdatet werden. Auch betrifft dies nicht Entwickler, die eine besondere Partnerschaft oder Verträge mit Samsung haben, können auch weiterhin Apps ohne Samsung-SDK einreichen. Geschickter Zug, die ganz großen Entwickler würden sich sicher nicht einfach vorschreiben lassen, wie man die eigene App zu gestalten hat.

Durch das Samsung-SDK löst sich Samsung weiter in Richtung Android im Samsung-Style, ohne Google-Dienste. Bis es soweit ist und man vollständig auf Google verzichten kann, ist es ein langer Weg. Samsung wird diesen endgültigen Schritt, wenn überhaupt, erst dann gehen, wenn man im eigenen Ökosystem Google in nichts mehr nachsteht. (Danke Martin!)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Nicht sehr schlau die Hand zu beißen, die einen füttert. Oder zumindest so offensichtlich Zeichen in diese Richtung zu äußern.

  2. Nach dem Aktivierungsdesaster und den Updates die Zubehör von Zweitherstellern unbenutzbar machen, der nächste Grund für mich zukünftig kein Samsung Gerät mehr zu kaufen. Ich benutze Android ja gerade deshalb, weil nicht jeder Hersteller sein eigenes Ökosystem aufbaut. Handys werde ich demnächst nach den gleichen Kriterien wie PC Hardware kaufen: ist das Gerät mit alternativer Software kompatibel damit ich es so benutzen kann wie ich das möchte und nicht nur wie Samsung meint, dass es gut für mich wäre.

  3. Was für Drogen werfen die in dem Laden eigentlich ein?

    Crash & burn, Samsung!

  4. Bedeutet das auch, das ein nutzer im samsung store eine andere version einer app bekommt als im play store und somit vorher selber wissen muss, welche app er installieren will?
    Klingt nicht so, als würde der normalverbraucher das tun.

    Oder kann man apps inkl. Samsung und google sdk im play store deployen?

  5. kingduevel says:

    @stefan: Signed!

  6. Ich hoffe, dass sich Samsung hier die Finger verbrennen wird. Denn der Googlestore muss ja im Moment auch noch dabei sein. Also werden Entwickler einfach weiter im Google-Store einstellen und das SDK draußen lassen, solange man die Samung spezifischen Funktionen nicht braucht. Jeder ersthafte Entwickler wird immer so verfahren.
    Denn bläht man seine APP mit Funktionen und Routinen unnötig auf, macht es diese nicht nur unberechenbarer, sondern es stellt auch ein gewisses Risko dar.

    Also das S4 war mein letztes Gerät von Samsung. Nach der Knox-Schikane jetzt das.
    Bin eh gerade am schauen. Im Moment snd nur noch HTC, LG und Sony im rennen. Mal sehen wer das rennen macht 🙂

  7. @kingduevel
    Bist Du 14?

  8. Die gesamten Samsung-Dienste sind der größte Dreck… belegt nur Speicherplatz, Google bietet viel bessere Alternativen.
    Wenn bald nur noch Samsung-Dienste au den Handys sind, wird der Custom-Rom-Markt boomen 😀

    Funktion: || Samsung: | Google:
    ———————————————————————————————–
    Fernortung || Find my mobile | Android Gerätemanager
    Appstore || Samsung Apps | Play Store
    Kalender || S Planer | Kalender (Google Calendar)
    Notizen || S Memo (nur Text) | Notizen ( mit Fotos, Audio, Videos..)
    Sprachsteuerung|| S Voice | Google Now
    News ||News (von Yahoo, nicht auf allen Samsung Geräten) |Google Play Kiosk
    Messenger ||ChatOn |Hangouts

  9. Ich nutze selber nur noch Nexus Geräte, hatte vor paar Tagen ein S4 zum Neueinrichten in der Hand, wenn man sich da mal die Appliste anschaut, bekommt man regelrecht einen Würgereiz. Erinnert mich irgendwie an Programme auf dem PC, die noch massig Toolbars installieren, wenn man nicht aufpasst. Aber keine Sorge, so was ist direkt schon ab Kauf auf dem Gerät.

    Wer bitte will so etwas haben?

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