Qualcomm stimmt schon vorab auf den MWC 2017 ein

21. Februar 2017 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

Qualcomm hat schon vor dem Mobile World Congress 2017 einige Neuerungen preis gegeben. Das meiste liest sich für Privatkunden eher trocken, doch ein paar Aspekte machen Hoffnung. Beispielsweise wird der Snapdragon 210 bald als wohl erstes SoC  weltweit mit integrierter 4G-LTE-Unterstützung auch zum Android-Ableger Android-Things kompatibel sein. Android Things ist speziell für Geräte der Gattung Internet of Things (IoT), also beispielsweise Smart-Home-Produkte und Embedded-Lösungen, gedacht. Das soll Partnern dann die Möglichkeit geben, das SoC vielseitig mit Cloud-Lösungen zu kombinieren. Zumal auch Chromecast für Audioübertragungen integriert ist. Geht es nach Qualcomm, sind die Snapdragon damit eine sehr vielseitige Lösung, die sich für eine recht breite Palette an Produkten anbietet.

Neben 4G LTE unterstützen die Snapdragon 210 auch Videowiedergabe mit 1080p, HEVC und Kameras mit bis zu 8 Megapixeln. Die Unterstützung für Android Things soll dann noch in diesem Jahr kommen – den genaueren Zeitpunkt verschweigt Qualcomm aber noch.

Neu sind auch die beiden SoCs Qualcomm QCA4020 and QCA4024, die ebenfalls auf IoT-Geräte abzielen. Beide unterstützen hardwarebasierte Sicherheitsfunktionen, 802.15.4 und Bluetooth Low Energy 5, während der QCA4020 noch Dual-Band-Wi-Fi ergänzt. Unterstützung für HomeKit, das AWS IoT SDK, das Microsoft Azure IoT SDK für den Azure IoT Hub sowie die Spezifikationen der Open Connectivity Foundation (OCF) sind ebenfalls integriert. Laut Qualcomm eignen sich auch diese Chips besonders für IoT-Lösungen, weil sie bereits viele Standards und Protokolle ab Werk unterstützen. In ersten Produkten sollen die SoCs aber der zweiten Jahreshälfte 2017 werkeln.

Ebenfalls hat Qualcomm das neue Modem Qualcomm Snapdragon X20 für Gigabit LTE angekündigt – der Nachfolger des Snapdragon X16. Das neue Moden unterstützt LTE der Kategorie 18 mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1,2 Gbps. Das entspricht einer Steigerung von rund 20 % gegenüber dem X16. Zudem hat Qualcomm die Unterstützung der LTE-Anbieter erweitert, damit das Modem bei mehr Mobilfunkanbietern nutzbar wird. Qualcomm behauptet, das Modem könnte stark zur Verbreitung von Gigabit LTE beitragen, aber warten wir es erstmal ab. Bald erscheinen ja zunächst die ersten Smartphones mit dem Modem Snapdragon X16, wie der Snapdragon 835. Das neue LTE-Modem Snapdragon X20 soll entsprechend auch erst ab der ersten Jahreshälfte in SoCs bzw. Smartphones zum Einsatz kommen.

Qualcomm hat zudem noch bekräftigt, dass man erstmals eine erfolgreiche 5G-Verbindung über New Radio in 3GPP habe herstellen können – das soll international der neue 5G-Standard werden. Die neuen 5G-NR-Verbindungen sollen mit niedrigeren Latenzen und höheren Geschwindigkeiten arbeiten als aktuelle 4G-LTE-Verbindungen. Wichtig könnten diese Verbindungen laut Qualcomm z. B. für mobile Erfahrungen mit Augmented / Virtual Reality werden. Das Unternehmen will seinen Sub-6 GHz 5G NR Prototyp natürlich auch auf dem MWC 2017 demonstrieren.

Es geht also hinter den Kulissen ordentlich voran: Schnellere, mobile Internetverbindungen, breitere Unterstützung fürs Internet der Dinge und vielseitigere SoCs. Bis wir allerdings hier in Deutschland großflächig von 5G LTE profitieren, dürfte wohl noch etwas Zeit vergehen – allgemein ist es ja schon mit dem 4G LTE teilweise so eine Sache.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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