Netflix: Weniger Datenvolumen bei gleicher Bildqualität

15. Dezember 2015 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

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Der Streaming-Anbieter Netflix codiert seine gesamte Bibliothek neu,da man bessere Wege gefunden hat mit den Bitraten, der Kompression und als Ergebnis der Bildqualität zu jonglieren. Wie wir alle wissen, sind Bitraten zwar im Gesamtbild nicht der wichtigste Faktor für den Bildeindruck, viel entscheidender ist das Ausgangs-Master und die digitale Aufbereitung durch das jeweilige Studio, doch zu niedrige Bitraten können die Bildqualität beeinträchtigen. Dabei variieren die Anforderungen an die Bitrate allerdings nicht nur von Film zu Film, sondern auch von Szene zu Szene. Dem möchte Netflix in Zukunft noch besser gerecht werden.

So benötigt etwa ein Katalogtitel mit starkem Filmkorn, möglicherweise noch kombiniert mit rasanter Action, beispielsweise „Predator“ oder „Terminator 2: Tag der Abrechnung“, grundsätzlich eine höhere Bitrate als ein digital produzierter Zeichentrickfilm. Das ist auch Netflix bewusst. Bisher legte man allerdings je nach Auflösung des Streams feste Bitraten für die Encodes an. Genau das ändert sich nun durch Netflix individuelle Bildkompression, wie sie natürlich beispielsweise auch für Blu-rays üblich ist. Dadurch kann Netflix zudem Bandbreite sparen und „anspruchsloses“ Material mit niedrigeren Bitraten ausliefern. Davon profitieren natürlich auch die Nutzer, wenn etwa die Internetverbindung gerade wenig hergibt. So kann Netflix in solchen Fällen möglicherweise dank der neuen Encodierung höhere Auflösungen anbieten.

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Netflix nennt selbst als Beispiel bereits die Eigenproduktion „Orange is the New Black“, welche man nun bei gleicher Bildqualität mit deutlich niedrigeren Bitraten anbiete – 20 % an Bandbreite habe man einsparen können. Allerdings dreht man den Spieß auch um und bietet etwa seine Inhalte in HD teilweise mit höheren Bitraten an als zuvor: So hat man die maximale Bitrate von 5800 auf 7500 kbit/s nach oben geschraubt. Netflix Content in Ultra HD bzw. 4K ist übrigens von den Veränderungen nicht betroffen, da hier sozusagen eigene Regeln gelten – dank HEVC.

Am Ende verspricht Netflix durch die neuen Codierungsmethoden kurz und knapp: allgemein geringeres Datenaufkommen bei gleichbleibender oder besserer Bildqualität. Wen es nach mehr technischen Details dürftet, der findet weitere Angaben dazu in Netflix offiziellem Blog-Post.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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