Nespresso Prodigio: Kapsel-Kaffeemaschine mit Smart-Home-Ambitionen

21. Februar 2016 Kategorie: Hardware, Smart Home, geschrieben von: André Westphal

nespresso prodigio

Ich trinke gerne und viel Kaffee. Dabei bin ich kein Snob und kaufe sowohl stinknormalen Kaffee aus dem Supermarkt, aber durchaus auch mal ein paar frische Bohnen für die Mühle vom lokalen Kleinröster. Als Alternative zum Filterkaffee besitze ich eine Nespresso U Milk, die ich mal in einem Angebot mit 200 Kapseln für nur wenig mehr als 100 Euro erstanden habe. Entsprechend offen bin ich, was Kaffeegenuss angeht. Nespresso haut nun wiederum mit der Prodigio eine neue Maschine für Kapsel-Kaffee raus, die mit einigen Smart-Home-Amibitionen frischen Wind ins Angebot bringen soll. Der Preis von 199 Euro erscheint aber etwas hoch gegriffen.

Es handelt sich bei der Nespresso Prodigio, welche wie immer bei Nespresso-Maschinen von Herstellern wie z. B. De’Longhi vertrieben wird, aber eigentlich zentral in der Schweiz entsteht, um die erste Nespresso-Maschine mit Verbindungsmöglichkeiten zu Smartphones und Tablets. Dafür muss natürlich die passende App installiert sein. Ob man die Funktionen der App nun zwingend benötigt, ist natürlich so eine Sache: Praktisch klingt, dass die App darauf hinweisen kann, wenn es an der Zeit wäre die Maschine zu entkalken, allerdings dürfte die Prodigio dafür kaum praktisch die Verkalkung erkennen, sondern wohl einfach alle paar Monate automatisch den Besitzer anbimmeln. So funktionieren dann auch die Hinweise darauf, wenn die Kapseln zur Neige gehen. Die Verbindung zu mobilen Endgeräten erfolgt via Bluetooth und hält allerdings noch ein paar weitere Features bereit.
nespresso prodigioSo kann die App auch einen Brühvorgang vorprogrammieren, die automatische Abschaltung nach 9 Minuten einleiten, darauf hinweisen, wenn der Kapselbehälter geleert werden sollte und erinnern, wenn es Zeit ist, den Wasserbehälter nachzufüllen. Ein kleines Grinsen kann ich mir da selbst als Nespresso-Fan kaum verkneifen: Der Wasserbehälter ist ähnlich wie bei meiner U Milk offen sichtbar. Wer also nicht jedes Mal absolut komatös die Maschine nutzt, dürfte selbst bemerken, wenn das Wasser zur Neige geht. Und ob man nun an der App herumtippt oder einen Knopf an der Maschine selbst drückt: Um den Kaffee zu holen, muss man so oder so aus dem Bett oder vom Sofa aufstehen.

nespresso prodigio appAnsonsten ähnelt der Funktionsumfang eben den anderen Nespresso-Maschinen: Man wählt zwischen Ristretto, Espresso bzw. Lungo, haut eine passende Kapsel rein, schließt den Schacht und los gehts. Angesichts der Preisdifferenz der Prodigio zu einer U bzw. U Milk ist eben die Frage, ob einem die App-Funktionen den Aufpreis wert sind: Die U Milk gibt es immer mal wieder in Angeboten für unter 110 Euro. Die U ohne Milchaufschäumer bekommt man, wenn man ein gutes Angebot erwischt, für ca. 90 Euro. Dagegen kostet die Prodigio 199 Euro ohne und 249 Euro als Prodigio & milk mit Milchaufschäumer. Wer wie ich gerne Latte Macchiato  trinkt oder gerne Gäste bewirtet, sollte den Aufschäumer in jedem Fall direkt mit einplanen. Das separate Nachkaufen lohnt nämlich nicht, da der Nespresso Aeroccino einzeln im Verhältnis recht teuer ist.

Fazit: Nespresso steht für Convenience beim Kaffeetrinken und das will man mit der Prodigio noch weiter durchziehen. Ob die genannten App-Funktionen da wirklich ein Must-Have sind, sollte jeder selbst entscheiden.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 2449 Artikel geschrieben.