MWC 2014: Firefox OS mit neuer Hardware, neuen Ländern und besserem Datenschutz

23. Februar 2014 Kategorie: Firefox & Thunderbird, Hardware, Mobile, geschrieben von:

Aktuell sind Geräte mit Firefox OS in 15 Ländern erhältlich, dieses Jahr kommen weitere hinzu. Sowohl Telefonica, als auch die Deutsche Telekom werden Firefox OS Smartphones in weiteren Ländern anbieten. Außerdem wird es eine ganze Reihe neuer Geräte geben, unter anderem auch Tablets. Im Einstiegsbereich wird der Preis für Smartphones mit Firefox OS weiter sinken, dafür sorgt ein Chipsatz von Spreadtrum, der für Smartphones in der 25 Dollar-Kategorie konzipiert ist. Aber auch im High-End-Bereich wird sich etwas tun.

FirefoxOS_Hardware

Firefox OS wird dieses Jahr stark weiter entwickelt. Da das ganze System auf HTML 5 basiert, ist die Entwicklung von Apps sehr flexibel und wird von den Entwicklern angenommen. Insgesamt soll das System aber auch zügiger und weicher werden. Einige Highlights der künftigen Firefox OS Versionen:

  • Tiefgreifende Anpassungsmöglichkeiten für Netzbetreiber und Hersteller, Entwickler und Anwender. Dazu gehören die Erstellung eigener Klingeltöne und austauschbare Startbildschirme entsprechend den Wünschen von Firefox OS Anwendern.
  • Eine neue Universalsuche verbessert künftig die Content-Suche auf dem Handy. Diese Funktion steht auf jedem Bildschirm zur Verfügung: Mit einem einfachen Wischen von unten nach oben findet man neue Apps und Inhalte oder navigiert zu anderen Handy- und Web-Funktionen.
  • Neue Navigationsfunktionen für ein intuitives, flüssiges und intelligentes Multitasking, genau so als würden Anwender mit dem Web interagieren. User können sich einfach durch Wischen von der linken bzw. rechten Kante nahtlos zwischen verschiedenen Seiten, Inhalten und Apps bewegen – benutzerfreundlich und schnell.
  • Eine einfache und direkte Weitergabe von Inhalten (und sogar von Softwareaktualisierungen) erfolgt sicher und mit NFC-Unterstützung. Daten oder WLAN werden dazu nicht benötigt.
  • Die Unterstützung von LTE macht die mobile Erlebniswelt noch schneller.
  • Firefox Accounts und verschiedene Dienste erweitern Firefox OS. Firefox Accounts bieten Anwendern eine sichere und einfache Möglichkeit zur Erstellung eines Kontos, so dass sie Firefox überall mithinnehmen können. Mit Firefox Accounts kann Mozilla Dienste wie den Firefox Marketplace, Firefox Sync, Datensicherung und Datenspeicher leichter integrieren. Ebenso gibt es Dienste, die dabei helfen, verlorengegangene oder gestohlene Smartphones wiederzufinden, anzutexten oder sogar zu bereinigen.

Auf der Hardware Seite zeigt sich die gelungene Kooperation zwischen Mozilla und Alcatel ONETOUCH. Diese haben gleich vier neue Geräte parat, auch ein Firefox OS Tablet ist dabei. Das sind die Haupt-Spezifikationen der neuen Hardware:

FIRE C

  • Kompaktes, handliches Design
  • 3,5 Zoll HVGA-Display
  • Dual-Core 1,2 GHz
  • VGA-Kamera

FIRE E

  • Superkompakt, Premium
  • 4,5 Zoll qHD-Display
  • Dual-Core 1,2 GHz
  • 5 Megapixel Kamera, VGA Frontkamera

FIRE S

  • Superkompakt, Premium mit LTE
  • 4,5 Zoll qHD IPS-Display
  • Quad-Core 1,2 GHz
  • 4G LTE Cat4 – 150 MBit/s
  • 8 Megapixel 1080p Hauptkamera
  • 2 Megapixel Frontkamera
  • NFC

FIRE 7

  • 7 Zoll qHD-Display
  • Dual-Core 1.2 GHz
  • VGA Rück- und Frontkamera
  • 9.9 mm, 285 Gramm

In Zusammenarbeit von Mozilla mit der Deutschen Telekom entstand das Privatsphäre Projekt „Future of Mobile Privacy“. Dieses soll Nutzern von Firefox OS Geräten eine bessere Selbstbestimmung über die Daten geben, die auf dem Smartphone normalerweise ungefiltert preisgegeben werden. Drei Hauptfunktionen wird es geben, die sich Guest Mode, Location Blur und Find-My-Phone nennen.

Mit dem „Guest Mode“ können Nutzer ihre persönlichen Daten wie Anruf- und Internet-Historie oder ihre Adressbücher verbergen. Dies ist vor allem praktisch, wenn sie ihr Handy mit anderen Personen teilen.

„Location Blur“ ermöglicht Kunden zu entscheiden, wie exakt bestimmte Apps den eigenen Standort ermitteln können. Eine Wetter-App benötigt beispielsweise nicht eine exakte Anschrift mit Straße und Hausnummer, während das bei einer Navigations-App sinnvoll ist.

Mit der „Find-My-Phone“-Funktion schließlich können Nutzer ihr Handy im Falle eines Diebstahls lokalisieren und alle dort gespeicherten Daten löschen. Anders als bei vergleichbaren Lösungen ist bei dieser Anwendung keine zentrale Registrierung des Geräts erforderlich.

Das sieht insgesamt alles recht interessant aus, vor allem wenn man mal den Blick vom High-End-Markt abschweifen lässt, auf dem wir uns normalerweise bewegen. Sowohl Ihr als Leser von Tech-Blogs, als auch wir als Betreiber, können mit solchen Einstiegs-geräten meist nicht viel anfangen. Da wir aber nicht die Masse bilden, und manche Länder noch gar nicht im Smartphone-Zeitalter angekommen sind, kann Firefox OS dort sicher punkten, wenn die Entwicklung weiterhin so schnell voran geht.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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