MWC 2014: Firefox OS mit neuer Hardware, neuen Ländern und besserem Datenschutz

Aktuell sind Geräte mit Firefox OS in 15 Ländern erhältlich, dieses Jahr kommen weitere hinzu. Sowohl Telefonica, als auch die Deutsche Telekom werden Firefox OS Smartphones in weiteren Ländern anbieten. Außerdem wird es eine ganze Reihe neuer Geräte geben, unter anderem auch Tablets. Im Einstiegsbereich wird der Preis für Smartphones mit Firefox OS weiter sinken, dafür sorgt ein Chipsatz von Spreadtrum, der für Smartphones in der 25 Dollar-Kategorie konzipiert ist. Aber auch im High-End-Bereich wird sich etwas tun.

FirefoxOS_Hardware

Firefox OS wird dieses Jahr stark weiter entwickelt. Da das ganze System auf HTML 5 basiert, ist die Entwicklung von Apps sehr flexibel und wird von den Entwicklern angenommen. Insgesamt soll das System aber auch zügiger und weicher werden. Einige Highlights der künftigen Firefox OS Versionen:

  • Tiefgreifende Anpassungsmöglichkeiten für Netzbetreiber und Hersteller, Entwickler und Anwender. Dazu gehören die Erstellung eigener Klingeltöne und austauschbare Startbildschirme entsprechend den Wünschen von Firefox OS Anwendern.
  • Eine neue Universalsuche verbessert künftig die Content-Suche auf dem Handy. Diese Funktion steht auf jedem Bildschirm zur Verfügung: Mit einem einfachen Wischen von unten nach oben findet man neue Apps und Inhalte oder navigiert zu anderen Handy- und Web-Funktionen.
  • Neue Navigationsfunktionen für ein intuitives, flüssiges und intelligentes Multitasking, genau so als würden Anwender mit dem Web interagieren. User können sich einfach durch Wischen von der linken bzw. rechten Kante nahtlos zwischen verschiedenen Seiten, Inhalten und Apps bewegen – benutzerfreundlich und schnell.
  • Eine einfache und direkte Weitergabe von Inhalten (und sogar von Softwareaktualisierungen) erfolgt sicher und mit NFC-Unterstützung. Daten oder WLAN werden dazu nicht benötigt.
  • Die Unterstützung von LTE macht die mobile Erlebniswelt noch schneller.
  • Firefox Accounts und verschiedene Dienste erweitern Firefox OS. Firefox Accounts bieten Anwendern eine sichere und einfache Möglichkeit zur Erstellung eines Kontos, so dass sie Firefox überall mithinnehmen können. Mit Firefox Accounts kann Mozilla Dienste wie den Firefox Marketplace, Firefox Sync, Datensicherung und Datenspeicher leichter integrieren. Ebenso gibt es Dienste, die dabei helfen, verlorengegangene oder gestohlene Smartphones wiederzufinden, anzutexten oder sogar zu bereinigen.

Auf der Hardware Seite zeigt sich die gelungene Kooperation zwischen Mozilla und Alcatel ONETOUCH. Diese haben gleich vier neue Geräte parat, auch ein Firefox OS Tablet ist dabei. Das sind die Haupt-Spezifikationen der neuen Hardware:

FIRE C

  • Kompaktes, handliches Design
  • 3,5 Zoll HVGA-Display
  • Dual-Core 1,2 GHz
  • VGA-Kamera

FIRE E

  • Superkompakt, Premium
  • 4,5 Zoll qHD-Display
  • Dual-Core 1,2 GHz
  • 5 Megapixel Kamera, VGA Frontkamera

FIRE S

  • Superkompakt, Premium mit LTE
  • 4,5 Zoll qHD IPS-Display
  • Quad-Core 1,2 GHz
  • 4G LTE Cat4 – 150 MBit/s
  • 8 Megapixel 1080p Hauptkamera
  • 2 Megapixel Frontkamera
  • NFC

FIRE 7

  • 7 Zoll qHD-Display
  • Dual-Core 1.2 GHz
  • VGA Rück- und Frontkamera
  • 9.9 mm, 285 Gramm

In Zusammenarbeit von Mozilla mit der Deutschen Telekom entstand das Privatsphäre Projekt „Future of Mobile Privacy“. Dieses soll Nutzern von Firefox OS Geräten eine bessere Selbstbestimmung über die Daten geben, die auf dem Smartphone normalerweise ungefiltert preisgegeben werden. Drei Hauptfunktionen wird es geben, die sich Guest Mode, Location Blur und Find-My-Phone nennen.

Mit dem „Guest Mode“ können Nutzer ihre persönlichen Daten wie Anruf- und Internet-Historie oder ihre Adressbücher verbergen. Dies ist vor allem praktisch, wenn sie ihr Handy mit anderen Personen teilen.

„Location Blur“ ermöglicht Kunden zu entscheiden, wie exakt bestimmte Apps den eigenen Standort ermitteln können. Eine Wetter-App benötigt beispielsweise nicht eine exakte Anschrift mit Straße und Hausnummer, während das bei einer Navigations-App sinnvoll ist.

Mit der „Find-My-Phone“-Funktion schließlich können Nutzer ihr Handy im Falle eines Diebstahls lokalisieren und alle dort gespeicherten Daten löschen. Anders als bei vergleichbaren Lösungen ist bei dieser Anwendung keine zentrale Registrierung des Geräts erforderlich.

Das sieht insgesamt alles recht interessant aus, vor allem wenn man mal den Blick vom High-End-Markt abschweifen lässt, auf dem wir uns normalerweise bewegen. Sowohl Ihr als Leser von Tech-Blogs, als auch wir als Betreiber, können mit solchen Einstiegs-geräten meist nicht viel anfangen. Da wir aber nicht die Masse bilden, und manche Länder noch gar nicht im Smartphone-Zeitalter angekommen sind, kann Firefox OS dort sicher punkten, wenn die Entwicklung weiterhin so schnell voran geht.

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16 Kommentare

  1. Ist vielleicht auch eine kleine Erwähnung wert, dass Telefónica (O2) in Deutschland Geräte mit Firefox OS vertreiben wird. 🙂

  2. Die sache ist das das Billig Segment keine Fanboys und Hater hat… Dadurch kennen viele das OS nicht einmal… Das Ding hat nur Chancen wenn man es zb mit Discountern brandet und verschenkt. Ich kenn keinen der „nur weil er FF am PC nutzt statt Chrome“ dann sich ein FF Handy kauft. Man läd einfach FF für Android runter und gut is 😀

    • Ich glaube ehrlich gesagt, dass das auch überhaupt nicht die Zielgruppe ist, die Nutzer, welche sich möglicherweise für Firefox OS entscheiden, nur weil man am PC Firefox nutzt. Schon deswegen nicht, weil es noch gar kein Sync zwischen Desktop und Firefox OS gibt. 😉 Firefox OS ist recht erfolgreich in dieser speziellen Niesche der Entwicklungsländer, weil da ein offensichtlicher Bedarf besteht. Und ich würde sagen, wenn wir von Deutschland sprechen, dann sind wahrscheinlich diejenigen Nutzer die Zielgruppe, welche sich von der Google-Abhängigkeit lösen wollen und besonderen Wert auf Datenschutz legen. Das wäre jetzt zumindest meine Sichtweise, was ich für realistisch halte. Für Deutschland sind Smartphones in der Preisregion um die 100 Euro (das aktuelle One Touch Fire kostet 90 Euro) ja auch fast geschenkt, der durchschnittliche Nutzer gibt diesen Betrag in Deutschland glaub ich schon aus, eher noch mehr.

      Edit: Ach verdammt, wieso kommentiere ich nicht unter meinem richtigen Namen? Kann ich leider nicht bearbeiten. 🙁

  3. Anmerkung: ONETOUCH ist nur eine Geräteserie, die Kooperation läuft mit dem chinesischen Unternehmen TCL. Es ist keine Kooperation mit der französisch-amerikanischen Alcatel-Lucent. 😉

    Ein Smartphone um 50€ wäre ein Preis, den in D jeder Ferienjobber schnell verdient hat. An 25 USD 1:1 in Euro glaube ich nicht. Ich nutze mit vollster Zufriendenheit Geräte mit kleinem Bildschirm. Für Privacy hätte ich auch einen Aufpreis bezahlt – aber für weniger Geld als ein Android-Smartphone? Hot!

    TCL/“Alcatel Onetouch“ entwickelt sich zu einem Hersteller, der zumindest in D auftritt wie Nokia für WP8. Definitiv kein schlechter Hersteller, um FF OS bleibt es interessant. Sehr schön, selbst wenn FF OS ein Underdog bleibt, erzeugt jedes Prozent Marktanteil mehr Druck auf Google, Apple & MS.

  4. So lange es noch keine Firefox Sync auf d. OS gibt ist es für mich uninteressant. Wer schon ein Desktop System wie Windows od. MAC OS nutzt und bisher Android od. iOS mobil nutzt wird sich über enorme Arbeitserleichterung mittels einem ordentlichem Sync freuen. D.h. Sync aller möglichen Daten zw. Firefox od. Chrome und Firefox OS.

    Gibt es eigentlich eine Syncmöglichkeit für Kontakte und wenn ja mit welchen Diensten?

  5. Ich bin sehr an dieser Entwicklung interessiert. Ein Handy, dass nicht mit Android oder IOS laäuft: Das wäre genau mein Ding. Auch wenn es wenig kann. Egal! Hauptsache es läuft stabil und ist sicher

  6. „Gibt es eigentlich eine Syncmöglichkeit für Kontakte und wenn ja mit welchen Diensten?“

    Dir stehen _Import_-Möglichkeiten über Facebook, GMail, Outlook und natürlich klassisch SD-Karte und SIM-Karte zur Verfügung.

  7. 3lektrolurch says:

    @kuhn
    Ein Handy dass nicht mit Android oder IOS läuft könnte auch Sailfish OS haben. Kann aber auch Android-Apps ausführen. Wird ja jetzt auf dem MWC als finale 1.0 vorgestellt und dürfte bald für ältere (Android) Phones oder neu von Jolla erscheinen. Hat bis jetzt wohl noch mehr Potenzial als FF OS.

  8. Firefox OS Dualbooth wäre das optimalste… Vl sogar ne Firefox Smartwatch die ohne Phone auskommt, preiswert unter 100 Euro ist aber am Smartphone will ich App Freiheit. und mir würde selbst in einsteigerklasse nie einfallen was anderes als WP oder Android zu nehmen… Firefox bei uns als Nummer 4 ?!? Wer Google nicht will nimmt vl demnächst CM Oppos oder so… Selbst Sailfish oder Blackberry wäre (wenn APKs laufen) eine bessere alternative)… Vl würde es sinn machen wirklich Harte Baustellensichere Handys auf FFOS zu machen die als Betriebshandys in Massenrabatt laufen?!? Sozusagen „Malocher“-Blackberrys (BB versucht doch wieder in Betriebe reinzukommen von den Bemühungen oder?!?

    • Also auf Firefox OS hab ich Facebook, ich hab da Twitter, da gibt es LINE, es gibt vielleicht nicht den proprietären WhatsApp-Messenger, aber mehrere alternative Clients mit WhatsApp-Unterstützung, an Apps vermisse ich nicht wirklich was, obwohl es nicht wie für Android oder iOS gefühlt zehn Millionen Apps gibt, auch Spiele wie Cut the Rope gibt es für Firefox OS. Mozilla baut ja nicht nur das Betriebssystem, die sind auch sehr engagiert, Software-Partner ins Boot zu holen, die ihre Apps für Firefox OS verfügbar machen.

      Wenn dich mehrere Betriebssysteme interessieren, schau dir das Geeksphone Revolution an. Das ist zwar kein Dualboot, aber zumindest Multi OS, das heißt du kannst nur ein Betriebssystem gleichzeitig installiert haben, dafür aber jederzeit Firefox OS oder Android installieren, wie dir gerade danach ist. Und theoretisch auch jedes andere Betriebssystem, wenn die Community es dafür verfügbar macht.

  9. Ein vollkommen überflüssiges System, aber zumindest wird es den Android-Marktanteil aufweichen 🙂

  10. Keine Ahnung ob für Firefox OS Geräte auf den dt. Markt wirklich was zu holen ist – wer ein billiges Smartphone will, kriegt das auch heute schon für 100 Euro und z.T. eben auch darunter. Gerade auch gebrauchte Geräte die noch Top in Schuss sind und eben mehr zu bieten haben als diese Restverwertung die Mozilla da letztlich auch betreibt – oder was meint ihr, wie diese Preise realisiert werden? Veraltete Technik, billigste Verarbeitung.

    In Schwellenländern ist das sicher was anderes, wenn man da ein Smartphone für ab 25$ anbieten kann, wird das seine Abnehmer finden.

    • Das ist wirklich kein gerechtfertiges Urteil. Mozilla verbaut keine veraltete Technik. Wieso muss leistungsschwächere und damit günstige Hardware bitte automatisch veraltet sein? Da besteht absolut kein kausaler Zusammenhang. Mozilla hat auf dem MWC sogar NFC, LTE und Dual SIM angekündigt, Mozilla ist technisch also voll auf der Höhe der Zeit, darum fühl ich mich sehr unwohl mit solchen Verallgemeinerungen. Das gehört natürlich nicht zur Ausstattung eines 100-Euro-Gerätes, aber das wird von einem solchen Gerät ja auch gar nicht erwartet. Leistungsschwächere Komponenten können sehr wohl modern sein. Wie solche Preise realisiert werden? Indem die Geräte ein paar Megaherz weniger haben, keine vier CPU-Kerne, weniger RAM, weniger internen Speicher, weniger unterstützte Frequenzen, kein Kompass oder andere Sensoren, zusammengefasst weniger Hardware-Features, es gibt viele Möglichkeiten, wo man einsparen kann. Aber nicht veraltete Technik, das stimmt einfach nicht.

  11. Naja die Technik ist natürlich veraltet, es sind alte SoCs, alte Displays und billigste Komponente. Ich sehe das OS generell nur als Modeerscheinung, da Mozilla mal wieder seine Ressourcen in irgendeinen Quatsch stecken müssen, dabei gibt es an FF eine Menge zu tun. Es gibt WindowsPhones ähnlich billig sind, aber eine Menge mehr bieten. FFOS kann nicht mal ActiveSync, was wirklich schon traurig ist für ein Smartphone. Persönlich ist FFOS für mich nichts anderes wie ein Nokia Asha.

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