USA: Bloatware durch den Mobilfunkprovider

18. August 2016 Kategorie: Android, Internet, Software & Co, geschrieben von: Benjamin Mamerow

artikel_verizonVerizon Wireless ist der größte Mobilfunkanbieter in den USA, fast 92 Millionen Kunden soll man haben. Nun plant das Unternehmen angeblich, die Androidphones seiner Kunden mit Bloatware-Apps zu befüllen, sobald entsprechende App-Anbieter ein gewisses Sümmchen dafür bezahlt haben. Bloatware ist gerade im Bereich der Smartphones ein ähnliches beliebtes Thema wie sonst „Clickbaiting im Internet“. Es handelt sich um Software, die meist unnötigerweise auf den Geräten vorinstalliert ist und diese häufig nur ausbremst oder einfach belastet. Nicht umsonst macht der Unterschied zwischen einer originalen Firmware namhafter Hersteller gegenüber einer Bloatware-freien Custom-Firmware teils hunderte MB aus.

Laut Advertising Age plane der Anbieter jetzt bezahlte Deals mit entsprechenden App-Entwicklern, deren Software im Anschluss bei der Einrichtung der verkauften Smartphones automatisch auf diesen mitinstalliert wird. Dabei sei dies allerdings nur mit Androidgeräten möglich, da gerade bei Phones mit iOS kein Provider einen vergleichbaren Zugriff auf das Betriebssystem bekommen kann. Hier könnte eventuell Androids „Play Auto Install Feature“ zum Zuge kommen, welches bei der Einrichtung eben Betreiber-Apps (wie hierzulande zum Beispiel Apps von Vodafone und Co.) installieren lässt.

Ob es überhaupt schon Interessenten gibt, die dem Angebot von Verizon Wireless nachgegangen sind und sich eingekauft haben, ist ungewiss. Immerhin möchte der Betreiber pro anvisiertem Kundengerät zwischen 1 und 2 Dollar kassieren. Es soll auch bereits Agenturen gegeben haben, die ihren Klienten gezielt von dem Deal abgeraten hätten, da solche Apps vom Kunden am Ende doch ganz simpel deinstalliert werden könnten und so der Nutzen nahezu gleich Null wäre.

Verizon Wireless tätigt derzeit keine Aussage bezüglich dieser „Vorwürfe“. Meiner Meinung nach macht sich das Unternehmen damit auf jeden Fall nicht unbedingt beliebter. Bloatware ist häufig eher lästig und ein solcher Deal könnte die derzeitige Situation auf dem Markt nur drastisch verschlimmern, wenn auch (erst einmal) nicht hierzulande.

Für den Kunden wäre es kein neues Problem, sondern ein bestehendes. Die Hersteller lassen sich bereits jetzt schon von Partnern die Vorinstallation von Apps gut bezahlen.

(via Arstechnica)


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Über den Autor: Benjamin Mamerow

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