Microsoft will Xbox und Windows enger verbinden

17. März 2016 Kategorie: Games, Software & Co, Windows, geschrieben von: André Westphal

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Microsoft hatte bereits zur Veröffentlichung des Betriebssystems Windows 10 angekündigt, nicht nur sein PC-Betriebssystem und Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile, sondern auch die Xbox One enger miteinander zu vernetzen. Ein wichtiges Stück in diesem Puzzle ist die Universal Windows Platform (UWP). Sie erlaubt es Entwicklern, Apps zentralisiert für alle Windows-Plattformen zu entwickeln. Bisher hielt sich die Begeisterung für dieses Konzept aber in Grenzen. Dennoch möchte Microsoft hier ansetzen und speziell PCs mit Windows 10 und seine Konsole Xbox One näher zusammenrücken.

Bisher zeigten sich Entwickler wenig begeistert davon ihre bereits erhältlichen Anwendungen für Windows oder Windows Phone nochmal als Universal-Apps neu aufzuziehen. Das hat zuletzt erst Spotify verdeutlicht, die immer noch keine Universal-App am Start haben und stattdessen ihre bestehende App langsam für Windows 10 Mobile optimieren. Microsofts Kopf der Xbox Advanced Technology Group, Jason Ronald, will Entwickler dennoch ködern. Er verspricht Entwicklern durch die Synergieeffekte mehr Einnahmemöglichkeiten. Ob natürlich wirklich Entwickler etwas davon hätten oder nicht in erster Linie Microsoft selbst, darf jeder für sich entscheiden.

Microsoft plant etwa viele Xbox-Exklusivtitel auch für Windows 10 zu veröffentlichen: mit plattformübergreifenden Saves und Zugriff auf Xbox Live über den PC. Eines der ersten Beispiele, das diesem Plan folgt, ist „Quantum Break“. Im Sommer soll die Xbox One dann zudem in die Lage kommen Universal Windows Apps zum Laufen zu bringen. Etwa zeitgleich werden wohl auch der Xbox und der Windows Store verschmelzen. Für die Universal-Apps will Microsoft außerdem am PC mehr Möglichkeiten für verbesserte, grafische Darstellung liefern.

shadowrun cross platform

Damit gibt Microsoft sich jedoch noch nicht zufrieden: Man hat die „Xbox Live Tournaments Platform“ angekündigt. Entwickler können darüber eSports-Ligen ins Leben rufen Das ebenfalls bestätigte Cross-Platform-Gaming schlägt ebenfalls in diese Kerbe. Allerdings bin ich hier noch skeptisch, wie ernst es Microsoft meint. Es ist nicht das erste Mal, dass Microsoft sich für plattformübergreifendes Spielen einsetzt: Auf der Xbox 360 waren anno dazumal mit Titeln wie „Shadowrun“ ähnliche, groß angelegte Initiativen geplant. Rasch ließ Microsoft das Projekt aber fallen wie eine heiße Kartoffel.

Microsoft will Entwicklern dennoch den Mund wässrig machen: Wer Universal-Apps entwickle und die Xbox One oder den PC bzw. mobile Endgeräte, im Idealfall alle Windows-Plattformen, anspreche,stoße laut Ronald in einen lukrativen Markt vor. Dazu gebe es „Geräte, die wir noch gar nicht erfunden haben“. Sprich Microsoft will das Ökosystem noch ausbauen – etwa mit der HoloLens. Xbox Live solle „das Bindeglied zwischen allen Geräten des Ökosystems“ sein. Ziel sei es auch, dass ein Gamer z. B. für die Xbox One Inhalte kaufen und sie dann auch am PC nutzen könne – und umgekehrt.

Für mich klingen Microsofts Reden von einem neuen Utopia für Gamer und Entwickler gleichermaßen erstmal etwas überschwenglich – denn sehr ähnliche Aussagen hörte man, als Microsoft 2007 mit Games for Windows Live an den Start ging. Was aus der Online-Plattform geworden ist, wissen wir heute alle. Auch damals schwang Microsoft große Reden vom Zusammenrücken von Konsolen und PCs sowie Cross-Plattform-Gaming. Am Ende betreute man alles aber sehr lustlos. Statt Begeisterung auszulösen, handelte man sich Ärger von Entwicklern und Gamern ein, die sich jahrelang mit Bugs und mangelnder Funktionalität herumschlagen mussten. Vielleicht macht Microsoft es im neuen Anlauf ja besser. Ich würde es mir wünschen.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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